Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Fußball (Seite 5 von 60)

“Experten”-Unwesen

Wie viel Abdankung von Journalismus ist noch zu ertragen?

Der Sportjournalismus ist nur die Avantgarde der Abdankung. Wirtschafts- und Politikjournalismus werden ihm folgen. Auch in diesen “wichtigen” Branchen arbeiten längst mehr und besser bezahlte Menschen in PR-Abteilungen und Denkpanzern (“Thinktanks”), als in unabhängigen Redaktionen. Auch ich selbst habe nie mehr Geld in so kurzer Zeit verdient, wie 2005/2006 als ich mich aus kurzzeitiger Arbeitslosigkeit heraus als Medienberater selbstständig machte. Aber aus aktuellem Anlass noch mal kurz zurück zum Sport. Weiterlesen

Der Kapitalwert sinkt

Das Fussballbusiness in der Moral-Rezession

Der dickste Fisch ist die Champions League der Uefa. Doch er ist nicht mehr frisch und stinkt. Darum hat Sky keine Lust mehr mitzusteigern. Der russisch-ukrainisch-US-amerikanische Oligarch Len Blavatnik (Dazn) hat freie Bahn. Sky hat früher Rupert Murdoch gehört, einem ähnlich widerlichen Oligarchen-Typus. Der hat den Laden aber rechtzeitig verkauft, an den US-Konzern Comcast. Und dort haben sie wohl noch mal alles nachgerechnet. Weiterlesen

Würdiger Repräsentant?

Beim DFB in Doha ging es zu, wie in der Berliner Hauptstadtblase – guter Fussball (ein Mannschaftsspiel!) geht so nicht

PROProfil, Wertkonzept Management GmbH, We Play Forward (“Agentur für Vermarktung im Sport, Social Media und PR”) und BrinkertLueck Creatives (“Werteagentur für gesellschaftliche Kommunikation, Sport und ökosoziale Transformation”), so hiessen nur die prominentesten Bundestrainer*innen, die im WM-Quartier des DFB in Qatar durcheinander quatschten. Weiterlesen

„Ich arbeite lieber in Nordkorea als mit dem DFB“

Die Filmemacherin Cho Sung-hyung hat die deutsche Frauenfußballmannschaft 2011 für einen Dokumentarfilm begleitet. Sie sagt: Der DFB sei intern autoritär strukturiert.

Deutschland ist nach der Vorrunde raus. Nun wird über den Grund für die Blamage debattiert und der Schuldige soll gefunden werden. Es wird über die schwache Mentalität der schwachen Generation gesprochen. Diese sei arrogant und ihr fehle das gewisse, dreckige Etwas, das die Nationalelf unbedingt für den Sieg benötigt. Die Rede ist auch davon, dass es dem Trainer nicht gelungen sei, ein funktionierendes Team zu formen. Hansi Flick sei zu freundlich, er schreie niemanden an … Weiterlesen

Teutsche Bayernarroganz?

Ich darf ja nicht über Fußball schreiben, wenn es nach meinem Herausgeber geht, aber ich teste mal die “innere Pressefreiheit” aus. Was haben die Zeitungen und das Fernsehen, das die Gebührengelder statt für guten Journalismus  für diese peinlichen Ballklopper mißbraucht und verschleudert hat, in den letzten Tagen für arroganten Blödsinn geschrieben: Sch’land hatte gegen Spanien unentschieden gespielt und schon tat man so, als wäre es nun ein Kinderspiel, in der WM weiter zu kommen. Weiterlesen

Ist Brinkert schuld?

Die Sündenbock-Suche des DFB nach dem WM-Desaster gestaltet sich kompliziert und vielfältig

Der Werbefuzzi und -berater Raphael Brinkert kam im Extradienst bisher zweimal vor. Das ist quantitativ wenig, war aber immer von hoher Bedeutung. Er war bei der Havarie einer CDU-Wahlkampagne dabei (Europawahl 2019). Und wurde in den dortigen inneren Machtkämpfen zum Sündenbock erwählt. Danach wechselte er die Seite zur notleidenden SPD – beide erlangten 2021 einen Sensationserfolg. Erfolge haben viele Väter. Und Bescheidenheit in diesem Geschäft wäre geschäftsschädigend – so sieht es Brinkert auch. Weiterlesen

Sind die “Vernünftigen” das Problem?

Zwei Kolumnist*inn*en aus Österreich, die zeitweise auch eng zusammengearbeitet haben, werfen in ihren jeweiligen taz-Kolumnen diese Frage anhand des Klimaaktivismus und der iranischen Aufstände auf. Beide sind immer wieder Inspiration für eigenes Weiterdenken der Leser*in, insofern für mich schwer erreichbare Vorbilder. Weiterlesen

Hurra – WM-Gucken wieder erlaubt

mit Update mittags: Mediathekperle

Schluss mit dem Rummäkeln an dem kleinen gemütlichen Emirat (Vollpension für Whistleblower) am warmen Persischen Golf. Von all diesen Arabern sind die noch die Besten, immer freundlich und an Geschäften interessiert. Die sind imgrunde wie wir. Warum also immer dieses deutsche Rummeckern? Darüber rätselte schon Kaiser Franz Beckenbauer. Endlich hat der sympathische Robert Habeck den armen kranken Mann rehabilitiert. Es hat sich doch alles gelohnt. Daraus ergeben sich einige logische Schlussfolgerungen. Weiterlesen

Glaubwürdig? Wo?

Die ARD spielt sich bei der WM Knoten in die eigenen Beine

mit Update am Vormittag: Minus 17 Mio.

Sie konnten nachlesen, wie ich das grandiose 1:2 des DFB gegen Japan verbracht habe. Als ich in den Nachrichten das Endergebnis vernahm, konnte ich nicht anders, als die Glotzkiste einzuschalten – ich wollte einfach all die langen Gesichter sehen. Denn für alle, die zu sehen sind, nicht nur “die Mannschaft”, läuft das Geschäft schlecht, wenn der DFB schlecht spielen lässt. Weiterlesen

Boykottstatistik

#boycottqatar2022 habe ich schon gratuliert. In diesem Jahr war diese Bewegung radikaler Fussballfans in der Disziplin Agendasetting die erfolgreichste unserer Republik. Klassearbeit. Hier die Resultate von gestern:

14 h Dänemark-Tunesien: 2,7 Mio. – mit einem 0:0 gerecht bestraft
17 h Mexiko-Polen: 4,1 Mio. – ebenfalls mit einem 0:0 bestraft
20 h Frankreich-Australien: 5 Mio. – 4:1 könnte ein gutes Spiel gewesen sein. Weiterlesen

Katarstimmung

“Datenlieferung der GfK verzögert sich”

mit Update nachmittags

So prangt es bis mittags auf meinem Videotextbildschirm, wo sonst täglich die TV-Einschaltquoten des Vortages erscheinen. Nach dem Desaster des WM-Eröffnungsspiels wird daran offensichtlich noch gearbeitet. Oder ist die GfK von den Geheimdiensten Qatars und der Fifa gehackt worden? Das “Top-Spiel” des WM-Favoriten Argentinien gegen den schweren Gegner Saudi-Arabien (1:2) wird vorsichtshalber nur im Pay-TV der Telekom sichtbar gemacht. Noch cleverer ist nur ein Lebensmittel-Monopolist aus Köln. Weiterlesen

16 – 10 – 6

16 Mio. haben 2014 um 22 h vor der Glotze gehockt, als die WM in Brasilien eröffnet wurde. Dass Gary Lineker mal wieder rechthaben würde, konnte zu dem Zeitpunkt noch niemand wissen. 2018 wollten 10 Mio. noch Russland gegen Saudi-Arabien kicken sehen. Warum weiss ich nicht mehr. Gestern waren es dann noch 6 Mio., die von dem Kick Qatars gegen Ecuador, nach allem, was ich darüber gelesen habe, gerecht bestraft wurden. Ein schöner Anfangserfolg von #boycottqatar2022. Wendet die Öffentlichkeit sich nun Wichtigerem zu? Das sieht leider (noch) nicht so aus. Weiterlesen

Grosse Räder beginnen zu drehen

Der riesige Erfolg der #boycottqatar2022-Kampagne

Die Berliner Zeitung dokumentiert heute einen Buchbeitrag von Ronny Blaschke, gegenwärtig vielleicht der beste deutsche Sportjournalist, der zugleich sportkritisch arbeitet: Bei Wirtschaftsinteressen sind uns die Menschenrechte egal, aber beim Fußball unabdingbar – Der Fußball muss sich rechtfertigen, während die Wirtschaft milliardenschwere Verbindungen zu Katar unterhält. Das gehört auch zur Debatte über diese WM.” Ich nehme vorweg: Blaschkes Text ist spitze – dieser Teaser ist es nicht. Weiterlesen

WM-Economy / NRW-Grundwasser

Viele Extradienst-Leser*innen interessieren sich nicht für Fussball. Das ist nachvollziehbar. Als Staatsbürger*in einer bürgerlichen Demokratie müssen Sie sich aber leider für Politik interessieren. Wenn Sie bisher alles über Fussball in den Medien gemieden haben, habe ich einen Kompromissvorschlag für Sie: Markus Völker/taz hat einen intelligenten Schnelldurchlauf verfasst, was es mit dieser vermaledeiten Qatar-WM von der Entstehung bis heute auf sich hat: Ein Sündenfall für zwei – Die WM ist für Katar ein Baustein seiner Machtstrategie und die Fifa das ideale Umfeld, um seine Möglichkeiten voll auszuspielen. Alles ist käuflich.” Das ist das Basiswissen, über das Sie als Staatsbürger*in verfügen sollten. Weiterlesen

Qatar- und WM-Dokus

Ein Überblick und Wegweiser bei uebermedien.de

Sehr guter Überblick im Gestrüpp deutscher TV-Anstalten von Jens Weinreich bei uebermedien.de (paywallfrei). Geringfügige Ergänzungen und Abweichungen meinerseits. In der Autoreninformation fehlt die Tatsache, dass der anerkannte und dekorierte Experte Weinreich in der ansonsten seriös arbeitenden Sportredaktion des DLF eine Persona non grata ist. Bis heute ist es mir nicht gelungen, einleuchtende Gründe dafür herauszufinden. Ich gestehe allerdings: sonderlich bemüht habe ich mich darum nicht. Weiterlesen

Schweizer Tatort

Beckenbauer wars (Update 17.11.)

Der Schweizer Tatort wird in der TV-Kritik immer wieder als Schwachpunkt dieser TV-Krimireihe angesehen. Ich halte mich da raus, weil ich zuwenig davon sehe. Aber mein Verdacht ist, dass die Schweizer ihre besten Stoffe gar nicht in diese TV-Krimireihe lenken. Einen davon habe ich gestern auf 3sat gesehen: FIFA – Das Monster – «Le monstre», das Monster – so nennt der langjährige FIFA-Präsident Sepp Blatter den Weltfussballverband. SRF DOK hat anlässlich der WM-Katar 2022 die Geschichte der FIFA aufgearbeitet.” (Video 92 min; 1 Monat Mediathek). Weiterlesen

Fußball und Märchen

Vieles hängt mit vielem zusammen: Russlands Überfall auf die Ukraine, die Weltklimakonferenz in Scharm El-Scheich, die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar und die Ankündigung von Kneipiers, dieses Mal auf einträgliches Public Viewing zu verzichten. Eine Verkettung von Umständen, Ursachen und Wirkungen ist es, die es der Prominenz deutscher Politik geraten erscheinen lässt, auf Distanz zu gehen. Anders als früher, als es sich Kanzler, Kanzlerin und Präsidenten – wie das auch im Wortsinn stimmt – nicht nehmen ließen, beim größten Ereignis der beliebtesten Sportart des Landes und der Welt dabei zu sein. Weiterlesen

Intriganzschule

Im Frauenfussball sind die Männer den Frauen voraus – noch

Frank Hellmann/FR deutet in seiner Analyse “100 Tage nach dem EM-Finale: Wie ist der Stand im deutschen Frauenfußball?” eine zarte Blüte an. Das EM-Finale – mit deutscher Beteiligung und Niederlage (wie seit 1966 in England mit Schiri-Fehlentscheidungen) – übertraf mit seiner TV-Quote Männer-Länderspiele um das Doppelte. Ein Zeugnis des Fussballsachverstandes des Publikums. Der Bundesligazuschauerschnitt hat sich auf niedrigem Niveau von 800 auf 2.800 vervielfacht. Weiterlesen

Qatar gegen sich selbst

Das Champions-League-Achtelfinale für den Februar 23 wurde ausgelost. Dabei spielt WM-Gastgeber Qatar mal wieder gegen sich selbst: sein Fussballkonzern aus Paris gegen den Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum, der lieber seine eigenen Vereinsmitglieder brüskiert, als sein Trainingslager im WM-Land ausfallen zu lassen, oder seinen “Platinpartner” (darunter auch die Wettmafia) zu verärgern. Der qatarische Aussenminister hat sich nun in einem Interview über “Doppelmoral” verärgert geäussert (FAZ-Paywall). Das ist verständlich. Weiterlesen

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