Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Klimawandel (Seite 17 von 21)

Armut, Flucht und Hunger

UN-Gipfel zu Entwicklungszielen – Der erste Gipfel zur Auswertung der nachhaltigen Entwicklungsziele zeigt: Fast nichts ist erreicht. Es gibt sogar Rückschritte.
Je mehr UN-Gipfel zu globalen Herausforderungen stattfinden, umso besser geht es der Welt. Würde diese Gleichung zutreffen, könnte die diesjährige UN-Generalversammlung in New York echt Hoffnung für die Zukunft machen. Nach den beiden Gipfeltreffen zu Klima und Gesundheit am Montag und Dienstagmorgen kamen die Staats-und Regierungschefs oder Außenminister vieler der 193 UN-Mitgliedstaaten sowie VertreterInnen von Wirtschaftsunternehmen und von Nichtregierungsorganisationen (NGO) am Dienstagnachmittag und Mittwoch erstmals zu einem Nachhaltigkeitsgipfel zusammen. Weiterlesen

“Die sind nicht bei den Menschen”

Diese Überschrift begegnet mir in der Regel als schwer erträgliche Phrase des Politsprech. Ich assoziierte sie sofort mit den Bildern der Regierungspressekonferenz zur Klimapolitik. Wörtlich gehört habe ich sie aber heute morgen von einer alleinerziehenden Pflegefachkraft. Es ging im Radio um die Kinder. Nicht die Millionen, die gestern auf der Strasse waren, und derzeit das öffentliche Bild bestimmen, in durchaus genialer Weise. Weiterlesen

Die SPD kann wirklich gar nichts mehr

Sie veranstaltet einen Zirkus, um einen neuen Vorstand zu wählen. Sieben Pärchen bewerben sich um den Vorsitz – oder besser – die Konkursverwaltung der SPD. Eine über 140 Jahre alte Traditionspartei, die Präsidenten und Kanzler stellte, soziale Errungenschaften durchgesetzt, die Weimarer Demokratie bis zuletzt verteidigt und die Bundesrepublik aus der außenpolitischen Sackgasse des kalten Krieges befreit hat, die erste ökologische Wende mit einleitete. Die seitdem über Jahre falsche Entscheidungen trifft oder mitträgt. Am Abgrund der Entscheidung über eine Überlebensfrage der Menschheit, eine Minute nach Zwölf, als klare Entscheidungen nötig waren, hat sie wie üblich Flickwerk zugestimmt und das eigene politische Ende eingeläutet. Weiterlesen

Was das “Klimakabinett” nicht tun wird

Die Inszenierung “harter” Verhandlungen und Konflikte durch die sog. Grosse Koalition interessiert vielleicht die Bühnenarbeiter*innen rund um das Kanzleramt – das Publikum hier draussen eher nicht. Denn es ist den meisten jetzt schon klar, was alles nicht passieren wird, solange es von diesen Akteur*inn*en abhängt.
1. Die Macht der Energiemonopolkonzerne wird nicht angekratzt. Sie darf auf keinen Fall auf dezentrale Bürger*innen*projekte übergehen. Weiterlesen

Wie lange noch hält Brasilien das aus?

von Viviane de Santana Paulo
Die politische Kultur des größten Landes Südamerikas verhindert (noch) eine breite soziale Mobilisierung

Frankreichs Präsident Macron ist schwer enttäuscht. Brasiliens Präsident Bolsonaro habe ihn belogen. In Osaka habe er ihm im Juni zugesichert das Pariser Klimaabkommen zu respektieren. Und nun würde riesige Waldflächen in Amazonien brennen, weil Bolsonaro denjenigen, die Amazonien entwalden und landwirtschaftlich nutzen wollen, freie Hand ließe. So haben die Brände wenigstens etwas Gutes, nämlich, dass niemand mehr ignorieren kann, Weiterlesen

“Klimakanzlerin” – das Bild ist kaputt

Am DLF schätze ich, dass er einer der letzten Orte ist, an denen recherchestarker Journalismus sich mit verbindlich-höflicher Sprache, dem Zu-Wort-kommen verschiedener Standpunkte und Sichtweisen und am Ende doch mit klaren Haltungen der produzierenden Journalist*inn*en verbindet. Leider wird auch bei diesem Sender an Auftragsvergaben und Honoraren gespart. Manche Recherche wird in diversen Sendungen endlos recycelt. Wenn Sie den Sender einen Tag durchhören, hören Sie manchen Beitrag 3-4 mal.
Bisweilen ist es aber auch ein gründlich gearbeiteter guter Beitrag. Wie im Fall Weiterlesen

Milliarden für den Kohleausstieg?

Nun hat das Bundekabinett aus CDU/CSU und SPD in der Woche vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen eine Subventionsorgie beschlossen. 40 Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren in den Strukturwandel in den Regionen der von der Schließung bedrohten Braunkohlekraftwerke fließen. Wofür das Geld augegeben werden wird, ist noch unklar: Infrastruktur und Digitalausbau sind die Schlagworte des Wirtschaftsministers. Achttausend Arbeitsplätze sind es, die in der rohstoffintensiven, umwelt- und klimazerstörerischen Energieindustrie kompensiert werden müssen, weil diese bis heute den Schuss nicht gehört hat, Weiterlesen

Fridays for Future

von Moritz Sommer, Dieter Rucht, Sebastian Haunss, Sabrina Zajak
Profil, Entstehung und Perspektiven der Protestbewegung in Deutschland – Auszug aus der Studie

5. Fazit FFF bietet in mancherlei Hinsicht Überraschungen. Wer hätte im Herbst 2018 den Aufstieg einer derart breiten, druckvollen und geschickt agierenden Kampagne vorhergesagt? Auch die Protest- und Bewegungsforschung, die sich mit Prognosen generell schwertut, hat diese Entwicklung nicht kommen sehen.
5.1 Ist FFF eine soziale Bewegung?
Die Antwort auf diese Frage steht und fällt mit der Definition von sozialer Bewegung. Weiterlesen

Der Weg ist das Ziel? Nicht immer

Greta Thunbergs Atlantiküberquerung mit einer Rennjacht zum Klimagipfel von New York mag dem Nervenkitzel dienen, ist aber ansonsten völlig unsinnig

Wenn Greta Thunberg dem Klimagipfel in New York auf Monitoren von Stockholm aus zugeschaltet worden wäre: das öffentliche Interesse wäre überschaubar gewesen. Zu oft ist die Aktivistin schon zu sehen gewesen, als dass ein nüchterner Auftritt allein noch für Schlagzeilen sorgen könnte. Ein bisschen mehr Nervenkitzel möcht’ schon sein, soll sich das Publikum nicht gelangweilt abwenden. Nun also eine Rennjacht für die Atlantiküberquerung. Was kommt als Nächstes? Ein klimafreundlicher Seiltanz?

Die Ironie richtet sich nicht gegen das junge Mädchen und seine Familie. Weiterlesen

Individueller Klimaschutz – praktisch

In meinem Alter kann ich mir erlauben Facebook-abstinent zu sein. Einen multimilliardenschweren, steuerbetrügenden Konzern als Plattform meiner Kommunikation zu respektieren und mich seiner – weitgehend gesetzlosen – Zensurgewalt auszusetzen … nee, da würde mir schlecht. Was dort Wichtiges passieren könnte, erfahre ich trotzdem. Z.B., dass die Diskursverschiebung, über die ich mich gestern erst gefreut habe, nicht erst mit Zeitverschiebung, sondern jetzt schon in Bonn angekommen ist. Heisst das nun, dass wenn die Welt untergeht, sie in Bonn nicht fünf Jahre später untergeht?
Primark-Läden habe ich noch nie betreten. Weiterlesen

Klimapolitik: ver.di fiel bisher aus

von Gert samuel
Bsirske, der Klimawandel, die Erneuerbaren Energien und „Fridays for Future°

Laut WAZ vom 5. August ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre rund zwei Millionen Mitglieder dazu auf, sich am Klimastreik von „Fridays for Future“ am 20. September zu beteiligen. „Es geht darum, Flagge zu zeigen – wir brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim Klimaschutz”, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der in Essen erscheinenden WAZ. Tags darauf ist in der „RP“ zu lesen, Luisa Neubauer habe getwittert: „Es ist großartig zu sehen, dass Verdi im Gegensatz zu vielen politischen Akteuren die Dringlichkeit von echten Maßnahmen versteht“ Weiterlesen

Seesslen & die Kapitäninnen / Klassismus

Georg Seesslens Analyse “Oh Captain, mein Captain – Die junge Frau als Heldin” in der Jungle World ist jetzt online zugänglich. Es ist mal wieder ein starkes Stück zum besseren Verständnis der Gegenwart geworden, das Sie nicht verpassen sollten.
Bei ihm streikte seine Textverarbeitung beim Wort “Kapitäninnen” (meine tut es nur bei “Seesslen” und “Captain”, ist halt Linux), bei Margarete Stokowski streikte sie beim Wort “Klassismus” (jou, bei mir auch). Freundlicherweise erklärt sie uns die Bedeutung des Begriffes am Beispiel der Klimadebatte.

Noch Wetter oder schon Klima?

Vorsicht: nach der Lektüre dieses Textes und des eingebauten Links wird es Ihnen gewiss nicht besser gehen. Mittagessengehen ist in diesen Tagen wie Arbeiten. Das soll jetzt öfter vorkommen. Susanne Aigner/telepolis schreibt von dem neuen Forschungszweig “Attributions science (Englisch: Zuordnungswissenschaften)”, der uns helfen soll, die in der Überschrift formulierte Frage zu beantworten. Und damit wir uns dabei nicht zu gut fühlen, zählt sie uns die aktuellen globalen Wetterphänomene auf. Montpellier gestern: 46 Grad. Weiterlesen

Weg mit diesem Oberbürgermeister!

Warum es ein Beitrag zum Klimaschutz ist, Sridharan abzuwählen

Eines kann man dem Bonner Oberbürgermeister sicherlich nicht vorwerfen: Dass er sein Licht unter den Scheffel stellt. Nein Ashok-Alexander Sridharan ist sich seiner Bedeutung für Bonn, für Deutschland, für Europa – ja für die Welt stets bewußt. Bonns OB ist vor allem eines: eitel und selbstverliebt. Er schmückt sich gerne mit Titeln und Funktionen, reist als Repräsentant durch die Welt, um über die Wichtigkeit der erneuerbaren Energie und des Klimaschutzes aufzutreten. Dumm nur, dass er, wie die Mehrheit der Christdemokraten, den Ausbau der erneuerbaren Energie behindert wo es nur geht. Weiterlesen

“Unsere” Landwirtschaft – unser Selbstmord?

Das PR-Desaster, das der industriehörige Deutsche Bauernverband und die ihn aushaltende agrochemische Grossindustrie über viele Jahre und Jahrzehnte angerichtet haben, ist so unermesslich, dass der Bauer von heute, der nur mit Mühe noch eine Gattin findet, seinen Kindern und Enkel*inne*n buchstäblich nichts mehr zu vererben hat, was die noch haben wollen würden. Das ist exakt das Szenario, das die #fridaysforfuture-Kinder ihren Eltern und Grosseltern vorwerfen.
Liebe Bauern, “liebe” Agrochemie. Euer Kreuzweg ist noch nicht zuende. Weiterlesen

Anchorage/Alaska – 20 Grad, nachts!

Heute morgen, es war eigentlich noch Nacht, aber schon hell, hat es hier in Beuel ein kleines Stündchen geregnet. Es ist klar, und tausendmal erklärt worden: Wetter und Klima sind nicht das Gleiche. Das Klima, aus dem viele einzelne Wetters hervorgehen, ist ein tief komplexer, und bis heute vielleicht noch nicht vollständig erforschter Mechanismus.
Dennoch ist auch das Wetter ein Politikum. Weiterlesen

Aufforstung als Lösung?

Es ist wie ein erfolgreiches “Tor des Monats” für Wissenschaftler*innen. Eine Studie von der ETH Zürich hat gerechnet, dass eine weltweite Aufforstung von Bäumen in der Grösse der USA global ausreichnen könne, um das Weltklima, soweit des den CO2-Ausstoss betrifft, unter Kontrolle zu bekommen. Damit wir Deutschen uns darunter was vorstellen können, habe ich mal kurz kopfgerechnet: das entspricht knapp 4.000 Saarländern (1 Saarland = 360.000 Fußballfelder). Die Damen und Herren haben gerechnet, sie sind keine Sozial- oder Politikwissenschaftler. Sie wissen also nicht, wie das praktisch durchsetzbar ist.
Rechnerisch bräuchten sie nur Donald Trump überzeugen – und fertig. Weiterlesen

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