Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Radio (Seite 21 von 26)

Edward Snowden

Noch einer, der ein Buch fertig hat. Ich persönlich komme mit dem Lesen wichtiger Bücher schon lange nicht mehr hinterher. Wer einen potenziellen Bestseller schreibt, bekommt Vorschüsse von seinem glücklichen Verlag und verpflichtet sich, an der Verkaufs-PR mitzuarbeiten. Normales Geschäft. Also muss auch Snowden, unter scheinbar konspirativen Umständen, viel mit Medien sprechen. Hier sein Interview mit dem Deutschlandfunk (Sendetermin heute 8.10 h). Weiterlesen

“Klimakanzlerin” – das Bild ist kaputt

Am DLF schätze ich, dass er einer der letzten Orte ist, an denen recherchestarker Journalismus sich mit verbindlich-höflicher Sprache, dem Zu-Wort-kommen verschiedener Standpunkte und Sichtweisen und am Ende doch mit klaren Haltungen der produzierenden Journalist*inn*en verbindet. Leider wird auch bei diesem Sender an Auftragsvergaben und Honoraren gespart. Manche Recherche wird in diversen Sendungen endlos recycelt. Wenn Sie den Sender einen Tag durchhören, hören Sie manchen Beitrag 3-4 mal.
Bisweilen ist es aber auch ein gründlich gearbeiteter guter Beitrag. Wie im Fall Weiterlesen

Wann kommt “die künstliche Frau”?

Arme Ulrike Folkerts. Von mutlosen Programmdirektionen, TV-Redaktionen und daraus resultierenden schlechten Drehbüchern gequält, mühte sie sich letzten Sonntag vergeblich in einem ARD-Tatort ab, dem Publikum die Diskussion um Künstliche Idiotie (KI) zu popularisieren. Schade, das hat sie nicht verdient. Alle die dabei zugeguckt haben, haben ein parallel laufendes DLF-Feature von Ralf Contzen verpasst. Es hätten ihnen mehr erklärt, in der Häfte der verbrauchten Zeit: “Die künstliche Frau – Kulturgeschichte einer Männerfantasie”. Weiterlesen

Lieferservice

von Günter Bannas
Hätte Willy Brandt als Regierender Bürgermeister von Berlin in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts zum Bundeskanzler aufsteigen oder auch nur SPD-Vorsitzender bleiben können?
Wäre Helmut Kohl, einst Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, von seiner Partei, der CDU, im Amt des Parteichefs gelassen worden, wenn er seine politische Karriere nicht in den späten 1960er-Jahren, sondern 50 Jahre später begonnen hätte? Die These sei gewagt: Weiterlesen

Die Zerstörung der Linksparteien

Dass ich die SPD unter diesem Begriff hilfsweise rubriziere, widerspricht meinen eigenen Einschätzungen. Was ein Gegenstand tatsächlich wert ist, erfahren wir Menschen in der Regel aber erst, wenn er weg ist. Da ist die SPD zumindest verdammt nah dran. Sie lässt das Stadium von Hohn und beissender Kritik derzeit hinter sich, und kommt ganz unten an: beim Mitleid.
In diesem Stadium muss eine Partei dankbar sein, wenn sie von Influencer-Stars und Satiriker*inne*n überhaupt noch erwähnt wird. Aus dieser Liga sind SPD und die sich “Die Linke” nennende Partei nun wohl schon abgestiegen-. Weiterlesen

Sachsen

Wenn Sie die morgigen Wahlergebnisse verstehen wollen, oder sich von ihnen morgen Abend vor der Glotze nicht quälen lassen wollen, dann hören Sie sich das an (knappe Stunde, nur Audioangebot). Auch für Westdeutsche hält dieser Beitrag wichtige Lehren bereit. Die Sächsin Anh Tran berichtet aus ihrer Heimat und setzt in der sowieso journalistisch hochwertigen DLF-Sendereihe Wochenendjournal einen Höhepunkt. Weiterlesen

Ist es für Wiederaufforstung zu spät?

Vor einigen Wochen rechnete eine Studie aus Zürich vor, wieviel Aufforstung global erforderlich sei, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Ergebnis einer Rechenmaschine. Aber ebenso wie der Mensch von Algorithmen nicht vollständig erfasst werden kann, gilt das auch für ökologische Systeme. Der Stoffwechsel ist erst dann berechenbar, wenn er überhaupt vollständig bekannt ist. Und darauf kontere ich mit dem Jungdemokraten-Grundsatzprogramm von 1971: “Der menschliche Erkenntnisprozess ist prinzipiell unabschliessbar.” Dä!
Ein jahrhundertealter Urwald ist nicht wiederaufforstbar. Weiterlesen

“Der souveräne Staat ist überholt”

Macrons Russland-Wende – #unteilbar zeigt das andere Sachsen
Extradienst-Leser*innen wissen, dass ich die sonntägliche DLF-Sendereihe “Essay&Diskurs” (Redaktion: Barbara Schäfer) sehr schätze. Heute bin ich ihr dankbar dafür, den letzten überlebenden Ankläger der Nürnberger NS-Kriegsverbrecherprozesse, Benjamin Ferencz, zu uns sprechen zu lassen. Der Mann ist 99, und hat viel zu sagen (ein Jungdemokraten-Kollege, der vor einiger Zeit einen 103-jährigen Zeitzeugen aufgesucht hatte, wurde von diesem beschimpft: “warum kommen Sie jetzt erst, wo ich schon so viel vergessen habe!”). Ferencz Einsicht, dass der souveräne Staat “überholt” sei, nähert sich auch Ulrich Horn an.
In Frankreich wird die deutsche Hauptstadt Berlin offensichtlich als das politische Vakuum angesehen, Weiterlesen

Stirbt das Strategie-Handwerk aus?

Im Fußballbusiness, in der Politik, in grossen Medien
Der Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum hat es nötig, ein schlechtes Spiel mit einem ziemlich teuren Spielerkauf PR-technisch zu überdecken. Vermutlich klopfen sie sich dort gegenseitig auf die Schultern, weil der schwächliche Sport”journalismus” darauf wieder reingefallen ist. Der teure Spieler Coutinho ist zweifellos ein begnadetes, aber auch verdächtig “ewiges” Talent, und wurde von tatsächlichen Spitzenvereinen, Barca und zuvor Liverpool, gerne abgegeben. Weil er zwar gut spielt, aber keine Mannschaft, verstanden als soziales Gefüge, weiter gebracht hat. Nun wird die deutsche Fußballbranche von Rationalisierungstendenzen in den grossen Medienkonzernen bedroht. Weiterlesen

Die superreichen Auftraggeber*innen

In diesem Text ist eine spektakuläre Erkenntnis von Günter Bannas enthalten
Manfred Bissinger, und sogar die wesentlich jüngere Eva Menasse, stöhnten über heute sich auflösende Medienöffentlichkeiten. Im Kern geht es jedoch “nur” um ihren eigenen Bedeutungsverlust und den von ihresgleichen. Denn auch in der Zeit, in der Bissinger sich journalistisch besonders wohl gefühlt hat, in den 79ern bis 90ern, gab es nie eine “gemeinsame Öffentlichkeit”. Damals war es für Medienbesitzer*innen, und das waren schon zu jener Zeit in Deutschland z.B. nur wenige Familien, einfacher, ihren Herrschaftsanspruch durchzusetzen, Weiterlesen

“Woodstock” kannte Adorno nicht

Wir wissen heute mehr über die Welt, als die sog. “Hippies” Ende der 60er Jahre. Ich war seinerzeit noch im vorpubertären Alter und konnte dem ganzen Geschehen nichts abgewinnen. Erst viel später wurde ich Opfer der kapitalistischen Vermarktung des Ereignisses, weil mich der Film einfing (morgen 22.10 h auf ARTE). Bei den grossen Friedens-Demos in Bonn 1981, 82 und 83 haben wir, mit Hilfe von Bundesbahn und Bonner Polizeipräsidium eine logistisch entschieden professionellere Leistung abgeliefert, als die zugekifften Chaoten in der Nähe von New York, und das mit viel weniger Geld.
In der historischen Rückschau von heute erweist sich, dass Jimi Hendrix Weiterlesen

Anti-Tönniesse in USA / SPD als Reissack

“Wir sind keine Rassisten!”, nein, sind wir nicht. Aber wenn die Revolverjournalisten von Frau Springer und Herrn Döpfner zur Jagd auf einen Schwarzen pfeifen, dann sind fast alle bei Fuss. Nein, nicht fast alle – es sind nur die Rudeljournalist*inn*en, die leider in ihrer Branche die Mehrheit stellen. Kaufen tun die Organe des Herrn Döpfner nämlich immer weniger Menschen: die sogenannte Zeitung Bild stürzt von einst 5 Mio. verkauften Exemplaren in den 90ern der eine-Millionen-Grenze entgegen. Ihre Relevanz besteht also nicht bei der Kundschaft, sondern bei denen, die sie als Rudelanführer des rassistischen Agendasettings anerkennen.
Es geht auch anders. Weiterlesen

Wieviel Zeit bleibt?

Der politische Diskurs in der Hauptstadt, von “politischer Klasse” und sie begleitender, eingebetteter Medien, hat sich vom gesellschaftlichen Leben weitgehend abgekoppelt, dreht sich um sich selbst: das wird “selbstreferentiell” genannt. Wen interessiert die Grünwende von Söder und sein Versuch, die CSU schneller zu verwandeln, als es der Kanzlerin mit der CDU gelungen ist, ausser die Betroffenen selbst? Oder gar, wer das schönste Amt nach Papst haben will? Ist das wichtiger als ein Sack Reis?

Machen sie am Golf das Licht aus?

Zwei Fragen dominieren unser aktuelles Weiterleben: Weiterlesen

Marcuse / Küppis Geheimnis

Vor 50 Jahren hielt Theodor W. Adorno in Wien einen Vortrag, der nun zum Wohle des Suhrkamp-Verlages die Bestsellerlisten stürmt. Als Leser seiner “Dialektik der Aufklärung” (zusammen mit Horkheimer) kann ich bestätigen, dass die Herren der Frankfurter Schule mit viel weiser Voraussicht gesegnet waren. Heute vor 40 Jahren starb Herbert Marcuse, woran Matthias Greffrath/DLF erinnert. Ich danke meinem Mitautor Dieter Bott, der in den 90ern mein Interesse an diesen Herren weckte.
Friedrich Küppersbusch scheint sein Geheimnis, Weiterlesen

Bild&Spiegel – wo ist der Unterschied?

Im Herabsetzen und Gegeneinanderaufhetzen von Menschen sind sie ganz gross, die um ihre Existenz kämpfenden Verlags- und Medienhäuser, die meisten im Besitz von Milliardärsfamilien, die ihre Schäfchen steuermindernd ins Trockene bringen. Immer wieder schleichen sich Klischees von bösen Rechten und weniger schlimmen Liberalen Medien in die Debatte ein, aber stimmen die auch?
In meinen Augen ist das seit langem eine rhetorische Frage. Das die sogenannte Zeitung Bild ein übles Machwerk ist, ist Menschen mit Schulbildung seit ihrer Existenz bekannt. Sie hat sich nun kurz vor ihrem Untergang entschlossen, Weiterlesen

Selten geworden: Musikjournalismus

Musikjournalismus im Radio ist eine aussterbende Art. Die Formatierung der Radioprogramme ist kulturell das, was die Landwirtschaft biologisch macht: Vernichtung der artenvielfalt (TV dito). Heute habe ich das Ausserhaus-Mittagessen ausfallen lassen, um die DLF-Sendung “Rock et cetera” zu hören. Es ging um “The Specials”, von denen eine aktuelle Reunion zu melden ist. Ich war popmässig nie auf Ballhöhe in der ersten Reihe, lief mehr im Mainstream mit, inkl. allerdings vieler ausgeprägter Antipathien. Die Specials nahm ich erst bewusst wahr, als sie sich schon aufgelöst hatten. Weiterlesen

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