Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: taz (Seite 11 von 47)

Qatar ist Weltmeister

mit Update abends

Burkhard Fritsche, taz-Karikaturist und Gladbach-Fan, hat die Verhältnisse erfasst: “Passt schon, Monsieur le President, die Stars im Endspiel gehören alle dem Emir.” Deutschland dagegen hat die WM auch politisch verloren. Die Bundesregierung isoliert sich in der EU genauso selbst, wie der DFB in der nicht minder korrupten Uefa. Kein europäischer Verband war bereit, ihm in sein “One-Love”-Armbinden-Desaster zu folgen. Qatar dagegen schwimmt oben, und zahlt es den Deutschen jetzt zurück. Weiterlesen

Sind die “Vernünftigen” das Problem?

Zwei Kolumnist*inn*en aus Österreich, die zeitweise auch eng zusammengearbeitet haben, werfen in ihren jeweiligen taz-Kolumnen diese Frage anhand des Klimaaktivismus und der iranischen Aufstände auf. Beide sind immer wieder Inspiration für eigenes Weiterdenken der Leser*in, insofern für mich schwer erreichbare Vorbilder. Weiterlesen

Qualität und Mauern

mit Update 28.11. spätabends

Seine Selbstreferentialität treibt den Journalismus schnell an seine Grenzen

Die “heute-show” ist selbst Teil des Systems und enthält sich in der Regel der Systemkritik. Sie dreht einfach nur, was alle machen, noch ein Stück weiter. In besseren Momenten (hier ab Minute 31; ich war Freitag schon eingeschlafen, habs aber gestern beim Zappen auf Phönix gesehen) schafft sie Kenntlichkeit. Und wer sein Thema da hineingeschafft hat, kann nicht alles falsch gemacht haben. So erklärt auch René Martens/MDR-Altpapier regelmässig Medienfehler in der Klimaberichterstattung und holt einige kritische Stimmen aus ihren Paywalls hervor. Weiterlesen

Wer den Krieg will

Deutsche Medien kriegen (mehrheitlich) nichts mehr mit

Sie drehen missionarisch frei, “wertegeleitet”. Erst eine “verbotene” Armbinde für ein ehemaliges Schalker Fussballtalent. Der Kerl war sogar auf der gleichen Schule in Gladbeck wie ich, und soll nun, zusammen mit einer Nase aus dem Fussballverband Mittelrhein, der lange in der Ermekeilstrasse direkt neben dem “Südbahnhof” (eine berüchtigte Kneipe) residierte, globale Weltpolitik machen? Hamses nich noch ‘ne Nummer grösser? Weiterlesen

Boykottstatistik

#boycottqatar2022 habe ich schon gratuliert. In diesem Jahr war diese Bewegung radikaler Fussballfans in der Disziplin Agendasetting die erfolgreichste unserer Republik. Klassearbeit. Hier die Resultate von gestern:

14 h Dänemark-Tunesien: 2,7 Mio. – mit einem 0:0 gerecht bestraft
17 h Mexiko-Polen: 4,1 Mio. – ebenfalls mit einem 0:0 bestraft
20 h Frankreich-Australien: 5 Mio. – 4:1 könnte ein gutes Spiel gewesen sein. Weiterlesen

Was ukrainische Raketen in Polen erzählen

Weltkriegsszenarien, amerikanische “kühle Köpfe”, Selenskyi und russische Dementis

Die hechelnde Bereitschaft, mit der Politik und Medien auf eine geheimdienstlich ausgekochte und von Kiew dann markig verkündete Lüge hereinfallen, bezeugt, wie tief inzwischen der Glaube an das russische Böse verwurzelt ist. Man muss den Trägern anti-russischer Propaganda gratulieren. Das Feld ist lange und gründlich bestellt worden, über viele Jahre. Die Saat ist aufgegangen. Weiterlesen

WM-Economy / NRW-Grundwasser

Viele Extradienst-Leser*innen interessieren sich nicht für Fussball. Das ist nachvollziehbar. Als Staatsbürger*in einer bürgerlichen Demokratie müssen Sie sich aber leider für Politik interessieren. Wenn Sie bisher alles über Fussball in den Medien gemieden haben, habe ich einen Kompromissvorschlag für Sie: Markus Völker/taz hat einen intelligenten Schnelldurchlauf verfasst, was es mit dieser vermaledeiten Qatar-WM von der Entstehung bis heute auf sich hat: Ein Sündenfall für zwei – Die WM ist für Katar ein Baustein seiner Machtstrategie und die Fifa das ideale Umfeld, um seine Möglichkeiten voll auszuspielen. Alles ist käuflich.” Das ist das Basiswissen, über das Sie als Staatsbürger*in verfügen sollten. Weiterlesen

Left again?

Das rechte Agendasetting klappt hierzulande noch immer prächtig. Obwohl das “Lügenblatt” von über 5 auf unter 1 Mio. fällt, auch die rechten Leitmedien seit Jahrzehnten den verkaufte-Auflagenberg herunterrutschen. Werden die Klimaaktivist*inn*en nächste Woche Terrorist*inn*en? Oder nicht? Mit diesen Fragen ist der Rest des Jahres 2022 dann in Deutschland wohl hinreichend gefüllt, und das Thema für die weihnachtlichen Familienstreitereien gesetzt. Und Olaf Scholz, Tom Buhrow und ihre kapitalstarken Hintersassen schmunzeln still in sich hinein. Weiterlesen

Nun hat der WDR auch seine Affäre

Und: Russland soll Hetero-Zoo werden / Österreich ist schon hier

Viele Jahre hat er es friedlich versucht. Nun trifft er sich mit seinem Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht: der WDR-Redakteur Jürgen Döschner. In meinen Augen ein klares Führungsversagen, das nicht nur ich, sondern auch die Autorinnen Anne Burgmer/Kölner Stadt-Anzeiger und Annika Joeres/Correctiv den Herren Buhrow (Intendant) und Schönenborn (heimlicher Intendant) zuordnen: Vorwurf beim WDR: Kaltgestellt wegen kritischer Berichte – Ein Journalist des WDR verklagt seinen Sender wegen Nichtbeschäftigung. Sein Vorwurf: Wegen kritischer Berichte zum Hambacher Forst und anderen Klimathemen erhält er kaum noch Aufträge, trotz guter Bezahlung.” Weiterlesen

Glasperlen

Alles beschleunigt sich. Auch die Geopolitik. Thomas Pany/telepolis meldet “Aufschreckende Signale aus den USA”. Am 8.11. sind die Midterm-Elections. Wenn Trumps Reps gewinnen, haben sie den Kongress in der Hand und Joe Biden ist eine lahme Ente. Dorothea Hahn/taz meint jetzt schon, dass es so kommen wird. Das bedeutet nach Pany nicht weniger, als dass die EU-Europäer “ihren” Ukrainekrieg gefälligst selbst finanzieren sollen. Praktischpolitisch wird das bedeuten: Trump ist zurück. Sein wichtigster Wahlhelfer: Saudi-Arabien. Weiterlesen

Sport ist Gewalt

Leistungs- und Profisport ist potenzierte Gewalt

Die #metoo-Bewgung hat gelehrt, wie massives Machtgefälle Gewalt hervorbringt, gemäss der Klassengesellschaft immer von oben nach unten. Oben sind meistens mächtige reiche Männer. Unten nicht immer, aber oft, unterlegene Frauen. Mit #metoo haben sie sich neuerdings solidarisiert und ihr selbsterworbenes PR-Knowhow endlich mal zur Anwendung gebracht. Aber ihr Weg ist noch weit, wie der Mediensport derzeit vorführt, in dem sich nicht nur Schwule wie im Gestern und Vorgestern fühlen, sondern auch viele Frauen. Eine trieb es kürzlich in den Tod. Weiterlesen

Linksliberal

Robert Misik und ich haben nur eine kleine Differenz

Es ist, glaube ich, schon ein paar Jahre (Jahrzehnte?) her, dass ich mich selbst als Linksliberalen bezeichnet habe. Heute, bei der Lektüre von Robert Misiks taz-Kolumne war mir, als könnte ich zu dieser alten Gewohnheit zurückkehren. Sowohl bei Antritt meines Zivildienstes 1976 als auch beim Ergattern meines Jobs beim Komitee für Frieden, Abrüstung und Zusammenarbeit (1987) profitierte ich von der Fremdeinschätzung als Linksliberaler – ich sollte der Erweiterung des Bündnisspektrums dienen, und tat es auch. Weiterlesen

Schon gegessen?

Und: wie der “Boulevard” Diskursmacht übernimmt

Die Launigkeit von Helmut Höge schätze ich sehr. Seine lose Endlosserie über “die lustige Tierwelt” hat bei der Jungen Welt, dort leider meistens hinter Paywall, eine Entsprechung unter “Wirtschaft als das Leben selbst”. Heute erfreut er uns mit seiner Erforschung der Krokodile, die uns, seit wir Kleinkinder waren, aus dem Kasperle-Theater bestens bekannt sind: Die wollen doch nur spielen – Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung (155): Krokodile werden von menschlichen Horrorgeschichten verfolgt.” Weiterlesen

Dirty Campaigning

Merkwürdige Durchstechereien mit und ohne offenen Kriegsbezug

Die Übersetzung der Überschrift müsste “Schmutzkampagnen” lauten. Aber das klingt stark nach beleidigter Leberwurst. Im Englischen hat es eine Smarte Anmutung von “moderner” Politik. Tatsächlich ist es mehrere Zeitalter alt, und muss nur immer wieder auf den neuesten Stand diverser Kommunikationstechnologien gebracht werden. Warnung: es folgt ein Einstieg in die Welt des Fussballs. Steigen Sie dennoch nicht aus, denn um den gehts in Wirklichkeit gar nicht. Weiterlesen

Vernunft-Überrest

Nur die Älteren werden Jürgen Gottschlich noch kennen. In den 90ern spielte er eine führende Rolle in der taz. Nach meiner Erinnerung eine gute. 1998 zog er nach Istanbul. Mutmasslich der Liebe wegen. Sicher spielt(e) auch eine Rolle, dass es die aufregendste Stadt Europas ist, im Guten wie im Schlechten. Seitdem schreibt er darüber. Da sammelt sich einiges an Landes-, Sach- und Fachkenntnis an. Schauen Sie mal hier, wie er dem Ausdruck gibt. Weiterlesen

Einzigartig?

Die wundersame Bahn (CXXV) jedenfalls nicht

Jede’ Jeck’ is’ anders. Das ist nicht nur eine Volksweisheit. Es ist auch so. Warum glauben das so viele nicht von sich? Darüber grübelt Isolde Charim anscheinend in einem Buch, aus dem die taz einen Auszug dokumentiert. Ich verehre diese Autorin sehr, vor allem für die leider rar gesäte Fähigkeit zu dialektischem Denken, die sie hier erneut demonstriert. Es ist für sie als Autorin sogar zu einem Geschäftsmodell geworden, weil es kaum noch jemand beherrscht. Sei ihr gegönnt. Weiterlesen

Was in deutschen Trash-Shows keine Rolle spielt

Sie wissen ja, ich glotz’ sowas nicht. Dafür habe ich Autor*inn*en, die das für mich machen. Lebenszeit und Gesundheit opfern? Kommt für mich nicht infrage. Die wesentliche weltpolitische Ausgangslage hat Andreas Zumach eben beschrieben. Suchen Sie mal ein deutschsprachiges Medium, das das versteht oder gar transportiert. Fakten, Fakten, Fakten. Stefan Reinecke/taz charakterisiert den deutschen Laber-Trash zutreffend: Debatte um Panzerlieferungen nach Kiew: Deutsche Irrtümer – Die deutsche Debatte um Lieferungen von Kampfpanzern an die Ukraine wird mit vielen Emotionen geführt. Doch es fehlt strategischer Weitblick.” Weiterlesen

Online last

Einige schlechte und wenige gute Beispiele für deutschen Onlinejournalismus

Den Beueler Extradienst gibt es jetzt sechs Jahre öffentlich, inkl. nicht öffentlicher Übungsphase 8 Jahre. Geld ist keins geflossen, weder rein noch raus. Es war nicht furchtbar und es ging. Seine grösste Zierde sind die unbezahlten Autor*inn*en, die schreiben, weil sie es für richtig halten und/oder weil es ihnen Spass macht. Mir auch. Umso mehr elendigliche Gefühle überwältigen mich, wenn ich das Treiben der Profis betrachte. Einige aktuelle Beispiele. Weiterlesen

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