Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: taz (Seite 11 von 48)

Die gute Nachricht

Sie ist heute aus der Türkei

Deutsche Medien versorgen die Öffentlichkeit nur ungern mit guten Nachrichten. Unprofitabel. Und könnten die Leute auf dumme Gedanken bringen. Selbstbewusstsein kann Beherrschte übermütig machen. Stellen Sie sich nur vor, deutsche Liberale und Linke würden urplötzlich so vernünftig, wie die in der Türkei – was könnte da alles passieren? Würden am Ende sogar Volksentscheide umgesetzt? Nur ruhig bleiben, ich übertreibe. Weiterlesen

Bundesliga wird verkauft

Nicht, dass ich meine, dass es in der Postpandemie noch viele interessiert. Die Ultras unter den Fans sicherlich, nach denen sich das Business noch eines Tages zurücksehnen wird. Aber der Fall steht als Zeichen für den Fortgang unserer Ökonomie und Gesellschaft. Darum mache ich hier kurz auf ihn aufmerksam. Daniel Theweleit, der Sohn des “Männerphantasien”-Theweleit, und langjährig geachteter kritischer Sportjournalist, berichtet in der Taz (auch in der FAZ, aber da ist es meistens eingemauert): Deutsche Fußball Liga auf Kapitalsuche: Der revolutionäre Plan der DFL – Die Deutsche Fußball-Liga plant Medienrechte zu veräußern, um an mehr Geld zu kommen. Zeit für eine ausgeruhte Debatte ist nicht vorgesehen.” Weiterlesen

Kommunikations-Kollisionen

Grosses und kleines Denken – ein Sortierversuch

In der Medienbranche machen 1.130,50 € derzeit selbstreferentiellen Wind. Das hat Frau Zervakis vom Bundeskanzleramt kassiert, um Olaf Scholz auf der re:publica ganz lieb in ein Gespräch zu verwickeln. Und die taz (Sebastian Erb) hat das herausgefunden. Ich kenne die aktuellen Reispreise nicht. Was kostet ein Sack, wenn er umfällt? Meine karge Rente ist jedenfalls höher (im Monat, nicht pro Interview). Zur Ehrenrettung der taz: sie enthält auch Wichtiges, z.B. dieses Interview mit Extradienst-Gastautor Paul Schäfer. Weiterlesen

Eiertänze-Diät

Das Schwarzer/Wagenknecht-“Manifest für Frieden” hat eine Menge Zeichen gesetzt, gute und weniger gute. Das Wichtigste: eine Umfragemehrheit unserer Republik hat aktuell keine Repräsentanz in Politik und publikumsrelevanten Medien. Das Potenzial dafür ist da. Es war am Samstag in Berlin sichtbar. Aber schon dieser verlinkte Gastkommentar mit seinem beleidigten Ton, unter Verzicht auf jede politische Argumentationsführung, macht auch die Schwächen brutal sichtbar. Dass sich die sich selbst zerlegende Partei “Die Linke” vor einer Spaltung durch Wagenknecht fürchtet, und daran abarbeitet, obwohl es genug Wichtigeres zu tun gäbe, ist ein Dokument von fataler Jämmerlichkeit. Weiterlesen

The Godfather (chin.)

Best of Nubbeldienstag: Chinas “Der Pate”, rassistische Täterfaszination, Biden in Ukraine, Fahrrad-Suvs

Wenn es ein “Markt” und nicht Macht wäre, dann hätten europäische TV-Anstalten die Sache längst angekauft und mit Übersetzung gesendet. Meine Neugier ist jedenfalls geweckt, weil sie es mir wohl nie zeigen werden, von Guan Xin, der bei overton unter Pseudonym schreibt: Fernsehfieber im Reich der Mitte – In China ist eine neue Serie angelaufen. Ein Straßenfeger, der das Land im Griff der Korruption zeigt. Ändern wird das Format freilich nichts.” Wie mag ein chinesischer Marlon Brando wohl aussehen? Weiterlesen

Von hinten

Früher, als Zeitungen noch auf bedrucktem Papier gelesen wurden, hat montags die Mehrheit der Männer hinten angefangen: beim Sportteil. Tradition. Die Jungen haben sich dem nicht angeschlossen. Ich auch nicht. Seit zwei Jahrzehnten habe ich keine Zeitung mehr abonniert – zu teuer, zu viel Trash. Ich lese online, kostenlos. Sicher: die Geräte haben Geld gekostet, nicht wenig, aber sie bieten auch mehr fürs Geld als Altpapier, eignen sich besser zum Lesen mit Sehbehinderung, als graue Buchstaben auf grauem Papier, und wichtigster Punkt: bieten mehr Medien- und Meinungsvielfalt als verbohrte Chefredakteure. Heute, am höchsten rheinischen Feiertag, erging es mir online ganz ähnlich, wie früher beim Papier. Weiterlesen

Platzende Blasen

Best of 10. Februar 2023: G&J, ARD, ZDF, Klima, Krieg, Seymour Hersh

Thomas Knüwer fällt auch nichts mehr ein. “Gruner + Jahr: Sagt nicht, ihr hättet nichts gewusst” greift auf seine alten Texte zurück und spart mit neuen Ideen. Verständlicherweise. Mir fällt dazu auch nichts mehr ein. Eine handlungsfähige deutsche Medienpolitik würde die Milliardärsfamilien von der Steuerung derselben entfernen. Entschädigungslos, denn die haben ihr Schäfchen alle im Trockenen. Im Gegensatz zu den Leuten, die sie jetzt rausschmeissen. Dass Knüwer die auch beschimpft, ist nicht ganz abwegig, sondern von ihm sogar gut begründet. Hilft aber nicht. Weiterlesen

Jurassic Park

Seymour Hersh ist noch gewichtig genug, um Abwehrreaktionen zu provozieren. Die diskussionswürdigste ist noch die meines alten Jungdemokraten-Freundes Pascal Beucker:Seymour Hersh zur Nord-Stream-Sprengung: Pulitzerpreisträger auf Abwegen – Wer sprengte die Nord-Stream-Pipelines? Seymour Hersh glaubt, darauf eine Antwort gefunden zu haben. Leider missachtet er journalistische Standards.” Eine taz-immanente Gratwanderung, (noch) zu unterscheiden von Getroffenen a la Stefan Kornelius/SZ (Paywall). Wenn ich also Pascals Gedankenführung folge, wirft das die Frage auf: warum tut Hersh das? Weiterlesen

PoppPolitik

Der zweifellos kompetente Klaus Walter/FR sinniert über die Geschichte des Sexismus im Pop. Er hat freundlicherweise für mich, der ich mich dessen enthalte, auch in rechten Medien rumgelesen, die sich heute ganz furchtbar vom Woke-Popanz unterdrückt fühlen, um sich in ihrem intellektuellen Delirium für Mick Jagger halten zu können. Mick-Jagger-Sein im Porsche, mit ein, zwei jungen Blondinen dabei – das ist der deutsche Männertraum geblieben. Ja, es gibt immer mehr junge Männer, die sich davon abgrenzen – das ist ja die grosse Gefahr für die “JungeFreiheit”. Weiterlesen

Datenschutz / Düsseldorf / Iran / Indien

Best of 4. Februar 2023 (mit Update 5.2. zu Indien)

Der Bundesbeauftragte für Datenschtz, unser Bonner Lokalmatador Uli Kelber, setzt sich weit kämpferischer als sein Parteigenosse Lauterbach mit dem Mafiaorganisationen des Gesundheitswesens auseinander. Und, das finde ich noch bemerkenswerter, zeigt ein sicheres Gespür für seriöse fachlich qualifizierte publizistische Bündnispartner. Bei netzpolitik.org steht sein informativer Kommentar: Digitalisierung und Datenschutz: Schluss mit Ausreden! – Wenn es bei der Digitalisierung hakt, zeigen die Finger schnell auf den Datenschutz als vermeintliche Bremse. Damit muss Schluss sein, kommentiert der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber – damit der Blick auf die echten Hindernisse frei wird.” Weiterlesen

“Fans stolz machen”

Es passt in die kriegerische Landschaft. Sowohl investierende Grosskonzerne, Oligarchen aus Ost und West, als auch feudalstaatliche Akteure bemächtigen sich des Sport- und insbesondere Fussballbusiness zwecks strahlender Selbstdarstellung und Überstrahlung ihrer Verbrechen. Hier die aktuellen Indizien, die gleichzeitig zeigen, dass diese Versuche erfreulicherweise nicht ohne Widerspruch bleiben, weil Sport für das Planungssicherheit wünschende Grosskapital eine allzu sperrige und menschliche Sache ist. Weiterlesen

Deckungsgleich?

Die “Rand Corporation” und der “Deutschlandtrend”

mit Update nachmittags: Best of 3. Februar 2023 + Update 4.2.

Michael Maier ist immer für eine Überraschung gut. Das gelingt ihm, weil er – obwohl Herausgeber einer mittelgrossen ostdeutschen Regionalzeitung – Zeit für das Studium ausländischer, fremdsprachiger Medien findet. Zunächst musste ich lachen, weil er die Rand Corporation als “eine der einflussreichsten unabhängigen Denkfabriken in den USA” bezeichnet, um sich sogleich selbst zu widersprechen: “RAND ist eine Gründung aus dem militärischen Umfeld und der Rüstungsindustrie. Die Analysen der Denkfabrik stoßen in der Regel bei politischen, wirtschaftlichen und militärischen Entscheidern auf großes Interesse.” Also nicht unabhängig. Weiterlesen

Wo mag er sein?

Wirklichkeitssinn, europäischer – eine Suche im Best of 2. Februar 2023

Mein Freund Andreas Rossmann hat mir heute das beste Stück serviert, von seiner FAZ-Redaktion frevelhafterweise digital eingemauert. Er legte zu dem kürzlich festgenommenen Mafioso Matteo Messina Denaro Informationen aus den italienische Medien nach, die aufklärerisch und aufschlussreich sind: “Sizilianische Mafia : Wollte der Superboss sich erwischen lassen? – War die spektakuläre Festnahme von Matteo Messina Denaro ein Fahndungserfolg der Polizei? Oder wurde er vielmehr von anderen Mafiosi genötigt, sich erwischen zu lassen? Mit seinem Wissen könnte er jedenfalls ein politisches Erdbeben auslösen.” Weiterlesen

Nicht übertreiben

Grenzen des Scholz-Verstehens – Best of 30. Januar 2023: DLF-Abschiede, Denkpanzer, Kujat, sich flach hinlegen/Tang Ping, Nazis im Fussball, Erdrotation, Weltraumschrott

Mit dem Aufwachen, ich habe es noch mal mit dem Deutschlandfunk gewagt, zeigte Sophia Boddenberg, die gelegentlich auch für die taz und die Ila schreibt, die Grenzen des Scholz-Vestehens in 4 Minuten (audio) präzise auf: “Streit um Lithiumabbau in Chile – Gefahren für indigene Gemeinden und Ökosystem”. Und hier wird das gleiche Thema von Jörg Kronauer/Junge Welt politisch ausgeleuchtet (in Kürze hinter Paywall).

Am Wochenende hatte ich einen langen “Abschiedsbrief” eines Extradienst-Lesers an den DLF erhalten, den ich gut nachvollziehen konnte. Dennoch sind solche Anstalten widersprüchliche Wesen. Es gibt in ihnen Nischen, im DLF nicht wenige, in denen guter Journalismus noch arbeiten kann. Weiterlesen

Mediendiät nach Verengung der Räume

Best of 24. Januar 2023

Kürzlich sprach Leser Gerhard Esdar ein Generationenproblem an. Ich misstraue dem Generationenbegriff. Er berührt ein reales Symptom, erklärt es aber nicht. Ich erwische mich selbst dabei, vermehrt Medienquellen abzustellen: alte Standards wie DLF-Nachrichten oder Tagesschau. Dort macht sich das hier breit: Journalismus im Befeuerungsmodus: ‘Zeitenwende’ ohne Zögern? – Mediale Mobilmachung: Warum die Formulierung ‘zögerliche Haltung’ in Nachrichten nichts zu suchen hat. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg und die Position des Kanzlers wird sie dennoch eifrig genutzt.”, erklärt von Sebastian Köhler/telepolis. Ich ertrage das nicht. Weiterlesen

Kraftvoll ergreifen

“Kommunikative Chance” – manche tun es (Polizei, Klimaaktivist*inn*en, Mieter*innen), andere lernens nie (Regierungen, Parteien, Immobilienbesitzer*innen) – Best of 14. Januar 2023

Die – mglw. gut ausgehende Geschichte zuerst. Anfang November erschien im Berliner Lokalteil der taz diese Schmonzette – dachte ich – über einige ehemals “alternative” Immobiliendealer*innen:Verdrängung in Berlin-Kreuzberg: Linke Vermieter – Ausgerechnet eine linke Eigentümergemeinschaft plant den Verkauf ihres Mietshauses an einen Investor. Die Mie­te­r*in­nen protestieren.” Meine Hypothese damals: die kennen sich alle untereinander, und sind mutmasslich über viele Jahre fundamental verfeindet. Egal wer lügt und gewinnt, und wer verliert – es wird schon keine Falschen treffen. Und damit vergass ich die Sache. Weiterlesen

Best of 3. Januar 2023

Köln hat es in die taz geschafft – wow

Die Novys sind ein interessanter Clan. Ihre Verwandtschaften kann ich leider nicht entschlüsseln. Beatrix Novy ist noch heute gelegentlich in DLF-Beiträgen zu hören. Früher, als ich noch WDR hörte, habe ich sie dort auch wahrgenommen, meistens beim 2003 beerdigten Kritischen Tagebuch (Ende dieses Jahres: 20. Todestag!). Frau Novy geizte – damals – nicht mit gut begründetem Spott, den ihr der DLF wohl so nicht gestattet. Oder ist es das Alter? Leonhard und Johannes Novy sind augenscheinlich Brüder. Leonhard hat den seit langem stillliegenden Blog Carta nicht wirklich zu neuem Leben erweckt. Schade. Von dem selbstverliebten aber auch rhetorisch quirligen intellektuellen Troubleshooter Lutz Hachmeister hat er das Institut für Medienpolitik übernommen. Weiterlesen

Willi Lippens – Pelé 2:1

1966 war die erste TV-WM in England. Von den WMs zuvor gab es nur Erzählungen, Legenden. Sie sprachen sich auf allen Schulhöfen herum. Jeder (Mädchen nicht mitgemeint, die durften nur zugucken) wollte Pelé sein. Aber niemand schaffte es. Lag es daran, dass er ein Schwarzer war? Die biologistisch-rassistischen Theorien der Nazis waren auch über 20 Jahre danach noch “Volkswissen”. Ich freute mich, ihn endlich mal in unserem erworbenen Schwarz-Weiss-Fernseher sehen zu können. Daraus wurde nichts. Weiterlesen

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