Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: taz (Seite 17 von 47)

Herausragender Journalismus

von Jupp Legrand
Otto Brenner Stiftung zeichnet zum 17. Mal herausragenden Journalismus aus

Pitt von Bebenburg (FR) wird mit dem 1. Preis für seine Aufdeckung eines Polizei und Politskandals ausgezeichnet +++ Die Redaktion von „Monitor“ erhält den „Spezial-Preis“ für die Kontinuität ihrer investigativen Berichterstattungen +++ Auch Newcomer-, Medienprojekt-Preis und Recherche-Stipendien wurden vergeben
Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis für kritischen Journalismus 2021 der Otto Brenner Stiftung erhält Pitt von Bebenburg für eine Serie von exklusiven Recherchen, die er seit Juli 2020 in der Frankfurter Rundschau (FR) veröffentlicht hat. Weiterlesen

Fetisch und Mythos

Die aktuelle Debatte veröffentlichter Meinungen über eine “Impfpflicht” hätte in einer Klassenarbeit in meiner Schule zu einem “mangelhaft” weil “Thema verfehlt” geführt. Sie ist eine Kapitulationserklärung aller, die in Politik und Medien Verantwortungsträger sind. Die geschäftsführende Bundesregierung, die schon in ihrer offiziellen Amtszeit ein Vakuum darstellte, stellt es nun aufreizend fatalistisch zur Schau, die Nachrichtenmedien immer treudoof hinterher. Von “Kunst der Kommunikation”, was nach Meinung einer guten Freundin aus dieser Branche das Kerngeschäft von Politik ist, keine Spur. Weiterlesen

Gegen die guten Vorsätze

Die FAZ hat im letzten Jahr ein neues Talent aufgenommen: Caroline O. Jebens, Herkunft Bodensee. Meine Güte, erst 29, und schon so eine Biografie. Bei den “jungen Leuten” ist das heute, wenn ihre Eltern sich das leisten können, ja normal. Frau Jebens bricht in der FAZ-Bezahlmauer eine Lanze für die “schönen Feministinnen”, dabei mehrere Bücher zum Thema besprechend. Obwohl bei der Erwähnung der Autorinnen Eva Illouz und Dana Kaplan sogar das Schlüsselwort “neoliberal” wörtlich vorkommt, gelingt es ihr in ihrer Analyse, das ökonomische System als Wurzel der beschriebenen Strategien unerwähnt zu lassen. Eine Schlüsselqualifikation fürs FAZ-Feuilleton. Weiterlesen

Wir sind Adel

Hoffnung und ihre Killer
Ohne Hoffnung kein Fortschritt. Sie ist die Triebkraft jeder politischen Bewegung. Wer etwas für aussichtslos hält, engagiert sich nicht. Der Feind der Hoffnung ist der räsonierende Zynismus. Er eignet sich als individuelles Geschäftsmodell für was-mit-Medien-Leute, ist politisch aber komplett unbrauchbar. Realismus ist dagegen kein Feind der Hoffnung, sondern potenzieller Verbündeter. Wenn er die Hoffnung besiegt, statt sich mit ihr zu verbünden, haben die Bösen gewonnen. Die, die wollen, dass alle Herrschaft so bleiben soll, wie sie ist. Dazu folgende Beispiele. Weiterlesen

Absagen

Weihnachtsmärkte. Weihnachtsfeiern. Alle Feiern in geschlossenen Räumen, um noch – reduziert – Gastronomie weiterbetreiben zu können. Profifussball – auch als TV-Ereignis (was in der Gastronomie erneut zu feierähnlichen Versammlungen führen würde). Karneval drinnen und draussen, weil Distanzgebote nicht eingehalten würden. Alkoholausschank aller Art im Freien, weil distanzfeindlich wirkend. Skitourismus, weil unvermeidlich mit Vorgenanntem verbunden. Enge in geschlossenen Räumen muss für die Dauer des Winters untersagt bleiben. Weiterlesen

Selbstreferentielle Panik

Die öffentlichen deutschen Schuldfragen gehen alle ins Leere.
Einerseits haben sowohl Ulrich Horn, als auch andererseits Jagoda Marinić/taz Recht. Das ist schon kompliziert genug. Denn diese Sichten als “eurozentristisch” zu bezeichnen, würde ihnen schon mehr Weltoffenheit zuordnen, als sie in diesen Texten aufbringen. Von beiden weiss ich, dass sie zu mehr Weit- und Weltblick imstande sind. Im September war ein Drittel der Weltbevölkerung geimpft, eine Parallele zur missratenen Klimapolitik, und kein Zufall. Daran sind sicher nicht irgendwelche Querulant*inn*en “schuld”, sondern strategisch denkende und berechnende Köpfe. Weiterlesen

Grüne – was läuft eigentlich gut?

mit Update 15.11.
Von Bonn bis zum Bund
Um nicht als Meckerkopp am Rand dazustehen zunächst ein zentrales Kompliment: die linke Ratskoalition (Grüne, SPD, “Die Linke”, Volt) hat direkt zu Beginn ihrer Zusammenarbeit einen “Doppelhaushalt” (d.h. für zwei Jahre) der Stadt Bonn beschlossen. Da die Oberbürgermeisterin direkt “vom Volk” gewählt wird, ist das die Königsdisziplin eines Parlamentes, in diesem Fall des Bonner Stadtrates. Ich war oft genug dabei: das ist eine harte realismusgestählte Schufterei, war nie meine persönliche Neigung, weswegen ich alle hochachte, die sich da als ehrenamtliche Politiker*innen reingraben. So viel Lob muss sein. Weiterlesen

Ist Friede Springer unrechtmässig?

Und interessiert sich die Ampel ernsthaft für gemeinnützigen Journalismus?
Da bleibt Satire mal wieder macht- und sprachlos. Der Springerkonzern will für seine nicht wenigen Beschäftigten (16.000) Liebesbeziehungen jetzt meldepflichtig machen, nur weil sich einer seiner leitenden Angestellten beweiskräftig als Arschloch hat überführen lassen. Steffen Grimberg/taz und seine Mitbewohnerin weisen zutreffend darauf hin, dass Friede Springer unter diesen Bedingungen gar nicht möglich, sondern Friede Riewert hätte bleiben müssen – was zu einem völlig anderen Verlauf der Machtkämpfe in der Familie und ihrer Konzernanteile geführt hätte. Weiterlesen

Wundersame Bahn LXXVI

Wenn keiner da ist, der das Licht anmacht, hält der Zug nicht
So geschehen gestern in den frühen von mir verschlafenen Morgenstunden am Bahnhof Beuel. Die Jüngeren können es nicht wissen. Aber ich habe Zeiten erlebt, in denen es in Beuel noch Bahnsteigbeamte, Fahrdienstleiter, Gepäckservice, Bahnhofsgaststätte gab, und sogar Züge: nach Barcelona (Port Bou), Lecce (Apulien, Italien), Athen und Rijeka (damals noch Jugoslawien). Da sah der Bahnhof auch nicht einsturzgefährdet aus (schauen Sie in der Schalterhalle mal an die Decke). Weiterlesen

Wein – Katastrophenjahr

Mein alter Slowfood-Freund Manfred Kriener/taz berichtet über die diesjährige Weinkatastrophe. Da ist zum einen die Ahr, die sich immerhin über viel Solidarität freuen darf. Da ist zum andern aber auch das Klima, das die Natur verändert. In diesem Jahr hat das insbesondere für Biowinzer katastrophale Folgen, die sich mit der an der Ahr messen können. Kriener kennt immerhin Winzer, die selbst das mit erstaunlicher Gelassenheit durchstehen. Alle Achtung. Weiterlesen

Besonders schlau oder bescheuert?

Der Inlandsgeheimdienst
Konrad Litschko/taz hat einen Geheimbericht des hessischen Inlandsgeheimdienstes vorliegen, der ursprünglich bis 2134 “geheim” bleiben sollte. Unter dem Druck der empörten Öffentlichkeit hat die schwarz-grüne Landesregierung die Frist auf 30 Jahre gesenkt, bei diesem Papier also bis 2044. Es handelt sich um die Erkenntnisse, die den Sicherheitsbehörden über den NSU-Terror bekannt waren, aber nicht beachtet wurden. Der Inhalt ist an Banalität kaum zu übertreffen. Ist es so “harmlos”? Weiterlesen

Klimajournalismus / Springer-Affäre

mit Update nachmittags: Clickbaiting-Journalismus / VerfG zur Coronapolitik
“Das Thema Klima (wurde) in allen Triell-Fragen nur als Kostenfaktor hingestellt, das meistgenannte Wort war hier ‘teuer’. Das dahinter stehende Narrativ: Klimaschutz bedeute Verbote und Verzicht und koste die Bürger:innen Unmengen an Steuergeldern. … Statt den Politikern auf den Zahn zu fühlen, wie und was sie gegen die Klimakrise zu tun gedenken, skizzieren die Moderationsteams ein seltsames Horrorszenario: in den Untergang führt nicht die Erderwärmung, sondern der Kampf dagegen.” Das schrieb Jürgen Lessat in der Kontext-Wochenzeitung und fasst damit den selbstreferentiellen Schwachsinn des deutschen Oberflächenjournalismus präzise zusammen. Weiterlesen

“Reichelts” beim SWR

Das sieht nicht gut aus. Die nicht zu agitatorischer Polemik, sondern zu kühler Sachlichkeit neigende taz-Vorständlerin Anne Fromm nagelt die Führung des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR) an die Wand. Oberster Boss = Intendant ist der frühere Tagesschau-Chef Kai Gniffke, der mehrfach auch AfD-Einladungen gefolgt ist, weil er meint, mit Rechten müsse mann reden. Mit abhängig Beschäftigten, die mglw. gelegentlich Widerworte geben, sieht er das offensichtlich anders. Weiterlesen

NRW / #metoo / Österreich / Norwegen / Somalia

Wüst / Bestandsaufnahme / Korruptions-Operette / Rødt 4,7% / Frieden durch Bomben?
Wüst wird es doch. Wie lange, dürfen am 15. Mai die NRW-Wähler*innen entscheiden. Andreas Wyputta/taz porträtiert den Mann treffend und keineswegs zu kritisch. Ein wüster Fehler seines Textes wurde mittlerweile korrigiert (taz-Hinweis ganz unten). Ein Versager im Amt. Wer den wählt, weiss, was er*sie tut.
Margarete Stokowski/Sp-on würde das ganz sicher nicht passieren. Sie nutzt ihre Kolumne zu einem manifestartigen #metoo-Text. Weiterlesen

Cui bono “Investigativjournalismus”?

Und: Wundersame Bahn LXXVII – Schweiz-Takt seit 1982
Der Rechercheverbund “International Consortium of investigative Journalists” (ICIJ) spart nicht mit Superlativen, wenn er mal wieder eine neue Ladung Daten journalistisch aufbereitet und verkauft. Seine Internationalität ist einerseits ein grosser Fortschritt, andererseits aber auch eine Notwehr gegen den Abbau von Recherche und Journalismus in den herrschenden Medien. Die deutschen Mitglieder werden vom sog. Rechercheverbund SZ/NDR/WDR gestellt. Und von ihnen werden die Ergebnisse vermarktet. Weiterlesen

Sächsische AOC?

Frauen kommen gewaltig, aber nicht alle merken es
Was für ein Phänomen Alexandria Ocasio-Cortez ist, habe ich hier schon mehrmals erörtert. Für die Massendemos gegen das texanische Abtreibungsverbot hat sie im US-Kongress erneut eine von weltweiter Medienbeachtung begleitete politische Rolle gespielt. Die stellv. taz-Chefin Katrin Gottschalk hat nun der neugewählten SPD-Bundestagsabgeordneten Rasha Nasr einen roten PR-Teppich ausgerollt, gleichzeitig mit dem von Nasr selbst hervorgehobenen AOC-Vergleich die Latte für die junge Frau sehr hoch gelegt. Ob das spannend wird? Schön wärs. Weiterlesen

Käfighaltung erforderlich

Wenn Männer auf Mädchen treffen
Wer könnte das die Menschheitsgeschichte durchziehende Spannungsverhältnis zwischen Männern und Frauen besser charakterisieren, als ein ausgebildeter Volltheologe? Gerade heute morgen las ich Hans Conrad Zanders Erinnerung an den “heiligen Hieronymus”, und “Wie die heilige Paula den Zölibat erfand” (in: “Warum es so schwierig ist, in die Hölle zu kommen”, Paderborn 2021). Der heilige Hieronymus machte das einzig Richtige: Weiterlesen

Die Welt braucht kein Triell

… ausser abkackende Medien
Extradienst-Gastautor und Adorno-Schüler Dieter Bott hatte mich vor Jahrzehnten schon gelehrt, was für eine Pest die Sportifizierung von öffentlichen Diskursen ist. Ich bekenne mich mitschuldig. Ich beteilige mich an Tippspielen zur “Voraussage” von Wahlergebnissen, die ganz ähnlich aufgebaut sind, wie solche zu Fussball-WMs und -EMs. In meinem Tippspiel gewinnt die*der Gewinner*in einen Monat lang frei Essen bei einem wöchentlichen Lunch freitagsmittags. Nun grüble ich, welchen Fehler die Umfragen wohl dieses Mal enthalten. Wenn ich den richtig erfasse, habe ich die beste Gewinnchance (gewählt habe ich schon vor Wochen). Weiterlesen

Kommunismus vor der Tür

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hat doch recht. Von Anfang an hat er dem Ehepaar Friedrich, die sich mit ihren IT-Millionen den Berliner Verlag billig gekauft haben, nicht über den Weg getraut. Jetzt, wo der Kommunismus in Deutschland unmittelbar vor der Tür steht, reissen sie sich ihre Maske vom Gesicht. Die zwei klügsten Männer, die die SED vielleicht jeh hatte, Michael Brie und Dieter Klein. dürfen in ihrer Berliner Zeitung einen Essay veröffentlichen: “Es gibt noch Hoffnung!” Niemand braucht ein teures Bundesamt für irgendwas mit Geheimdienst, um zu erkennen: aha, da ist sie, die rot-grün-rote Gefahr. Weiterlesen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Beueler-Extradienst | Impressum | Datenschutz

Theme von Anders NorénHoch ↑