Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Gesundheitspolitik (Seite 37 von 45)

Posieren statt regieren

Die FDP schrumpft. Erstaunlicher als dieser Prozess ist das Tempo, in dem er sich vollzieht. 2017 kehrte die Partei nach vierjähriger Pause in den Bundestag zurück – mit einem zweistelligen Ergebnis. Sie wurde vierte Kraft, deutlich vor der Linken und den Grünen. Seither hat sich die FDP in den Umfragen mehr als halbiert. 2021 könnte sie erneut aus den Bundestag fliegen. Zu verantworten hat diesen rapiden Verfall ihr Vorsitzender Lindner. Weiterlesen

Bourdieu / NHS im UK / Fox / Fifa

mit Update 5.8.
Jens Kastner, selbst ein kluger Kopf, gedenkt in der taz des 90. Geburtstags des schon 2002 verstorbenen Pierre Bourdieu. Ich hatte schon zu seiner Lebenszeit grossen Respekt vor dem Mann, der wissenschaftlich seiner Zeit weit voraus dachte, und darum noch heute hochaktuell ist, Und der Mann verband seine Forschung und Lehre mit einem politischen Aktivismus, der ihm vor allem, aber nicht nur, in Frankreich viele Feinde in herrschenden Medien und herrschender Politik machte. Ein feiner Kerl, der heute noch eine grosse Lücke hinterlässt. Update 5.8.: heute ist ein Interview online zugänglich geworden, das Kastner mit dem Bourdieu-Kollegen Franz Schultheis für die Jungle World führte.
Wenn Sie bei guter Gemütsverfassung sind, Weiterlesen

Dampf muss abgelassen werden

Die Borniertheit gegenüber Volksbelustigungen, ob am Ballermann oder in der Berliner Hasenheide, nimmt in alarmierendem Ausmaß zu. Man kann aber eine Bevölkerung nicht dauerhaft zur „Vernunft“ zwingen
Es gibt viele Freizeitaktivitäten, auf die ich ohne jedes Bedauern für den Rest meines Lebens verzichten kann. Der Besuch der Stehkurve eines Fußballstadions gehört dazu oder der eines Heavy-Metal-Festivals, etwa in Wacken. Es zieht mich auch nicht an den Ballermann, und ich komme gut ohne Karneval klar. Massenveranstaltungen sind einfach nicht mein Ding. Waren sie übrigens nie, auch nicht, als ich 20 war. Weiterlesen

Detonation – immanenter Systemzusammenbruch

Journalismus stirbt durch politisches Desinteresse
Das Gerede von der „Vierten Gewalt“ ist eine missratene Autosuggestion und durch die Verfassung nicht gedeckt. Wenn eine Milliardärsfamilie „die Lust verliert“, wie z.B. in Köln, dann verschwindet der (lokale) Journalismus eben eines Tages. Wer würde ihn in Köln vermissen, ausser Lutz Hachmeister? Entsprechend verbittert und realistisch ist der Mann.
Die Bestandsaufnahme des „MedienquARTEtts“ im Deutschlandfunk gestern Abend Weiterlesen

Merz – keine Gefahr mehr?

Und Infantino auch nicht?
Jürgen Kalwa, ein in den USA arbeitender deutscher Sportjournalist, leuchtet dort immer wieder Problemfelder aus, die hierzulande kaum wahrgenommen werden. Nach meinem Eindruck ein guter Mann. Er berichtet jetzt in der FAZ über den Rekordgoldmedaillengewinner Olympischer Spiele, den ehemaligen Weltklasseschwimmer Michael Phelps, der depressionskrank war, was das Business aber nicht weiter interessiert hat. Kalwa lässt beiläufig einfliessen, dass selbst die Suizidprävention in den USA als Geschäftsmodell identifiziert und kapitalisiert wird. Normal. Weiterlesen

Verzweiflung

Warnhinweis: wenn Sie meiner hier angezeigten Lektüre folgen, beeinträchtigt das Ihr Wohlbefinden. Denn drei von mir für klug gehaltene linke Männer unterschiedlicher politischer Provinienz geben ihrer Verzweiflung Ausdruck. Das fängt an mit dem linken Sozi Wolfgang Michal/Freitag, der die schwarz-grüne Bundesregierung mit dem heimlichen Bundeskanzler Kretschmann heraufziehen sieht. Dazu fällt mir nichts mehr ein, ein realistisches Szenario. Der SPD fällt, von Michal beklagt, auch nichts mehr ein (den Linken sowieso nicht) – dann wird es wohl so ähnlich kommen … Weiterlesen

Nichts ist in Ordnung – Corona ist überall!

Die Virologen sind wieder auf den Fernsehbildschirmen. Sie warnen und melden sich zu Wort, weil die Zahlen deutlich ansteigen. Nein, 800 bis 900 Neuinfektionen pro Tag sind noch keine 6.251 des 2.April 2020. Aber damals hatten noch viele keine Masken, waren Desinfektionsmittel Mangelware, waren die Lockdown-Massnahmen erst wenige Tage alt. Wer in den letzten Tagen die Bilder deutscher Innenstädte, Fluß- und Seeufer gesehen hat, wer weiss, was auf „Malle“ und anderswo stattfindet wo vor allen Dingen Jung, aber auch Alt am Wolfgangssee sich benehmen, als habe es das Corona-Virus nie gegeben, den muss es gruseln vor Unvernunft und Sorglosigkeit. Weiterlesen

Denkfabrik-Denkfehler

Und: Ehebruch bei Erdogans? – Wahlen als Virus-Spreader?
„Europa heute“ des DLF war heute besonders gehaltvoll. Ein Guntram Wolf von der Denkfabrik „Bruegel“ gab seiner Verzweiflung (Audio 8 min; update nachmittags: auch Textfassung jetzt online) über das Bundesverfassungsgericht und Peter Gauweiler Ausdruck. Weil er in seiner Brüssel-Blase viele Dinge nicht versteht. Der Begriff „Denkfabrik“ gibt meiner jüngst beklagten „Industrialisierung der Diskurse“ Ausdruck, zeigt aber auch einen Kulturbruch zwischen dem angloamerikanischen und dem deutschen Sprachraum. „Denkfabrik“ ist nämlich eine Übersetzung von „Thinktank“ – das könnte wörtlich genauso gut „Denkpanzer“ bedeuten, durchaus treffend. Weiterlesen

Wie wärs mit ehrlich machen?

Zwischen Bundesregierung und Erdogan-Regime wird das Virus instrumentalisiert
mit Update 6.8.
Als Extradienst-Leser*in wissen Sie, wie wenig valide Information die offiziellen Virus-Statistiken enthalten. Erst seit kurzem werden auch die Zahlen der Tests in Deutschland offengelegt. Sie ergeben aktuell eine „Positiv“-Quote von 0,6%. Die Türkei meldete gestern 227.000 Infektionen (+ 927), 210.000 Genesene, 5.630 Todesfälle (+17), offizielle Werte, die sich nicht sehr signifikant von den deutschen unterscheiden. Dennoch wird die Türkei vom Auswärtigen Amt als Risikogebiet eingestuft. Das ist Politik. Weiterlesen

Daseinsvorsorge

„Wenn es eine eindeutige Schlussfolgerung aus der Corona-Krise gibt, dann die, dass die öffentliche Daseinsvorsorge keinem Effizienz-Dogma unterworfen werden darf.“ Diese kluge Einsicht formuliert Robert Kaltenbrunner/telepolis in seinen Überlegungen „Infiziert und doch nicht krank – Wie sich Stadt und Urbanität nach Corona verändern werden“. Etwas verklausuliert, er ist halt kein politischer Aktivist, ruft er zu einem Kampf um mehr öffentliche Räume auf. Denn wie knapp die sind, das wird jetzt vermehrt wahrgenommen. Weiterlesen

Arme Schweine

In einer Hinsicht ist es merkwürdig still um sie geworden. Im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit steht dank des Bauernverbandes, dass sie sich in den Ställen stauen, und am Menschenrecht auf Sterben gehindert werden. Sie müssen weiterleben, werden dicker und dicker, und haben noch weniger Platz, also sowieso schon für sie vorgesehen ist. Die Seuchenwellen, denen sie nicht zuletzt durch diese Haltung ausgesetzt sind, sind dagegen aus den Schlagzeilen verschwunden. Weiterlesen

Ein Spartakus-Moment

Die Sklav*inn*en erheben sich

Spartakus? Die Älteren (und die Schwulen) kennen den gleichnamigen Sandalenfilm. Ob es ihn wirklich gegeben hat? Jedenfalls hat es seine Überlieferung in die Neuzeit geschafft. In der westdeutschen BRD gab es sogar einen mehrere Jahrzehnte politisch relevanten Studentenverband, der sich romantisierend nach ihm benannt hatte. Wahrscheinlich handelte es sich in der Antike um eine marodierende Bande, über die das Römische Reich, eine klassische Sklavenhaltergesellschaft, längere Zeit die Kontrolle verloren hatte. Weiterlesen

Gecancelt

Von Günter Bannas
Nun, da der Bundestag bis Anfang September in den Sommerferien weilt, ist an die altbackene Redewendung von der „Saure-Gurken-Zeit“ zu erinnern, in der die Geschäftsleute schlechte Geschäfte machen, weil die Kunden in Urlaub sind, und in der den Journalisten angeblich der Stoff ausgeht, weil die Politik Pause macht. Wie meist in solchen Fällen ist die etymologische Herkunft des am Ende des 18. Jahrhunderts aufgekommenen Wortes nicht ganz klar. Eine Zeit kann gemeint sein, Weiterlesen

Softwareprobleme

Wundersame Bahn XLVII
Nein, hier geht es nicht um die Corona-App, die vielleicht so eine Art Berliner Flughafen der deutschen IT-Industrie wird. Funktioniert, wenn das Virus weg ist …. Vorgestern war ich betroffen von einem Notfall in der Linie 66. Am Bertha-von-Suttner-Platz kam eine Frau aus dem hinteren Zugteil nach vorne zum Fahrer gerannt. Der überzeugte sich davon, dass hinten eine Person notärztliche Hilfe brauchte. Alle Fahrgäste mussten raus. Dahinter stauten sich weitere Bahnen der 66 und 62. So weit, so adäquat der Notsituation geschuldet. Weiterlesen

Wundersame Bahn XLVI

DB in NRW – manches klappt, so „mittel“ …
Die armen daheimgebliebenen Berufspendler*innen werden von der Unterbrechung der linksrheinischen Bahnstrecke zwischen Bonn und Köln gequält. Wer antizyklisch in den überlaufenen Sommerferien auf Urlaub verzichtet, wird dafür bestraft. Es soll Zeiten gegeben haben, Ältere erzählen davon, da hat die Deutsche Bundesbahn Bauarbeiten im laufenden Betrieb erledigt. Da wurde mal langsamer gefahren, da und dort auf ein Nebengleis ausgewichen Weiterlesen

Bundesregierung oder Zentralkomitee der KPdSU?

Wer heute die Bundespressekonferenz verfolgte, musste den Eindruck gewinnen, dass die Maßstäbe der Auskunftspflicht der Bunderegierung im Rahmen des Grundrechts der Pressefreiheit sowie der EU-Bestimmungen und Urteile des Bundesverfassungsgerichts zur Informationsfreiheit – sei es durch die Corona-Krise, sei es durch andere Einflüsse tiefgreifend verschoben worden sind. Ein beispielhaft spannender Themenbereich gewann im Rahmen von Nachfragen heute erhebliche Brisanz und wurden von der versammelten Riege von Regierungssprecher*innen teils arrogant, teils ignorant, teils freundlich-belehrend nicht beantwortet. Worum ging es? Journalist*innen erkundigten sich nach möglichen erneuten Plänen von Verkehrsminister Scheuer, möglicherweise die Klimaschutzpläne der Koalition über eine EU-PKW-Maut zu untergraben und über die EU auszuhebeln. Weiterlesen

Der Täter – „einer von uns“?

Und: „Durch Tatsachen zertrümmert“ / Kriegsgefahr im Mittelmeer
Wo sind nach ’45 die Millionen Nazis hin? Wurden sie vom Erdboden verschluckt? Leider nein. Die meisten von ihnen „bauten“, mit alliierter Marshallplanhilfe und „arisierten“ Vermögensrücklagen und Besitz, „Deutschland wieder auf“. Nicht wenige unter ihnen unterwanderten und infiltrierten die neugegründeten bürgerlichen Parteien. Der Schriftsteller Max Czollek erinnerte gestern daran, bei seiner Rede und in einem DLF-Kultur-Interview anlässlich des Magdeburger Prozesses gegen den Nazi-Attentäter gegen eine Synagoge und einen Döner-Imbiss in Halle. Weiterlesen

Hungertod durch den Lockdown

von Andreas Boueke
Europas Strategie passt nicht für Lateinamerika

Die Zahl der Krankenhausbetten pro Kopf ist in Deutschland 16mal so hoch wie in Guatemala, dem Land mit den wenigsten Krankenhäusern auf dem amerikanischen Kontinent. In vielen Regionen Lateinamerikas gibt es kein einziges Beatmungsgerät. Wenn die Fallzahlen dort deutlich steigen, bekommen die meisten schwer kranken COVID-19 Patient*innen so oder so keine ausreichende medizinische Betreuung. Gleichzeitig führt der Lockdown dazu, dass Menschen verhungern. Weiterlesen

Postcorona: vieles zerbricht jetzt

EU-Europa, USA, eingesperrte Familien, Sport, wie wir ihn kannten …
„Merkel wäscht ihre Hände am Ufer des Flusses, in dem ihre Gegner und so weiter.“ meinte Küppi heute in seiner taz-Kolumne. Zwar werden die meisten, die sie heute zum Teufel jagen, sich noch nach ihr zurücksehnen. Aber ein politisches Denkmal sich selbst zu setzen wird ihr in ihrer langen Regierungsära nicht gelingen. Sie bewährt sich zwar als „Trümmerfrau“, aber der Vermehrung der Trümmer ist sie nicht gewachsen.
Die Coronakrise wird in die Geschichte eingehen, als erste, auf die die 2009 erneuerte Pandemiedefinition der WHO global radikal angewandt wurde, mit Folgen weit über das Virus selbst hinaus. Weiterlesen

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