Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Medien (Seite 130 von 265)

DDR-Rundfunk heute

von Mandy Tröger
Wie eine Frau gegen das Vergessen kämpft – Elisabeth Heller verlor 1991 ihren Job beim DDR-Rundfunk. Doch die Vergangenheit ihres Senders beschäftigt sie bis heute.

Berlin – Hier wurde DDR-Mediengeschichte geschrieben. Das Funkhaus in Berlin-Oberschöneweide ist ein auf den ersten Blick unscheinbarer Gebäudekomplex an der Nalepastraße. Am 31. Dezember 1951 startete hier der DDR-Rundfunk. Eine kurze Sendung aus dem Block A. Damals war das Funkhaus gerade erst im Entstehen. Bis 1990 blieb „die kleine Stadt in der Stadt“ Hauptsitz des DDR-Rundfunks.

Genau 40 Jahre nach der ersten Sendung, am 31. Dezember 1991, wurde der DDR-Rundfunk mitsamt dem Haus abgewickelt. Weiterlesen

Killing Free-TV

2030 ist es so weit. Freies, kostenloses Fernsehen wird abgeschafft. Wahrscheinlich. So wollen es Berater*innen der Bundesnetzagentur: Tod dem DVB-T2. Das ist die kostengünstigste Empfangsart via Zimmerantenne. Enttäuscht sind die Betreiber und kündigen hiermit ihre Rache an, dass nur 44% derer, die über DVB-T2 empfangen, das Pay-TV dazubonniert haben, das sie bezahlen müssen, wenn sie auch die deutschen Privatsender sehen wollen (70€/Jahr). Ist es das wert? Weiterlesen

Feiglinge

In Forschungseinrichtungen, Pharmakonzernen, Regierungsbürokratien, Nachrichtenagenturen und Medienhäusern der christlich dominierten, reichen kapitalistischen Ländern weicht in dieser Woche der Arbeitsstress dem Feiertagsstress. Es werden keine neuen Erkenntnisse produziert, weder von der Forschung noch von Politik und Medien. Sondern die alten wiedergekäut, wahrscheinlich bis Neujahr. Omikron dient als Projektionsfläche. Niemand weiss irgendwas Verbindliches. Darum lässt sich alles vermuten. Dabei werden offensichtliche Unstimmigkeiten produziert. Egal. Erstmal Weihnachten. Weiterlesen

Medienhetze und Medienkritik

Vor fast zwei Jahren schrieb Wolfgang Michal eine Reflexion über die Selbstreferentialität und Vergeblichkeit von Medienkritik. Sie ist – leider – noch aktueller geworden. Derzeit wird sie ergänzt um die Personalia-Meldungen, welche Armen-Schlucker-Journalist*inn*en nun ein gesichertes Auskommen als Angestellte der neuen Bundesregierung finden. Ich teile Michals Sicht im Grossen und Ganzen, und möchte sie mit Julia Redas Kommentar in Verbindung setzen. Weiterlesen

Telegram sperren?

Edit Policy: Warum es keine technische Lösung gegen Hass gibt. Ein Mordaufruf in einer Telegram-Gruppe führt zur Forderung, den Dienst in Deutschland zu sperren. Der falsche Weg, zudem grundrechtswidrig
In einer Telegram-Gruppe wurde laut Berichten von Sicherheitsbehörden ein Mordanschlag auf den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer geplant. Das ist nur der jüngste Vorfall, der die Rolle des Messenger-Dienstes Telegram für die Vernetzung der verschwörungsideologischen Szene in Deutschland offenbart. Insofern verwundert es nicht, dass eine Debatte um die Regulierung des Dienstes entbrannt ist. Weiterlesen

Österreich

Es soll hier mal wieder um den benachbarten Zwergstaat gehen, der dafür bekannt ist, dass er immer wieder besonders ekelhafte Formen von Faschismus hervorbringt, aber auch eine extrem vorteilhafte Seite hat. Da sind zum einen die, die uns ihr Land ungeschönt zeigen wollen, und sich nicht scheuen, sich dafür gelegentlich auch selbst in Gefahr zu bringen. Extradienst-Gastautor Adalbert Krims gehört zu diesen extrem sympathischen Menschen, oder Extradienst-Gastautor und ZIB2-Moderator Armin Wolf. Beide stellen die meisten ihrer deutschen Berufskolleg*inn*en, traurig aber wahr, in den Schatten. Weiterlesen

Verrutschte Massstäbe

Und: Gefahr für Olaf? / Oliver Jungen von Amazon “gekauft”?
Haben Sie diese Woche schon viel bei der SZ gelesen? Dann ist es heute zu spät. Dann kommen sie an diesen wichtigen Hinweis von Sonja Zekri nicht mehr heran (es sei denn Sie zahlen mit ihren Daten). Frau Zekri war eine Studienfreundin einer sehr guten politischen Freundin von mir, damals in Bochum. Sie ist seitdem als – ausgezeichnete – Journalistin viel herumgekommen in der Welt, und versucht ihre Leser*innen mit einem Hinweis auf Arundhati Roy zur Vernunft zu bringen. Weiterlesen

Medienkompetenz

Fortdauernde Probleme mit Sex & Crime
Mag sein, dass es clevere PR ist, wie die US-amerikanische Sängerin Billie Eilish öffentlich auftritt, was sie sagt, und wie sie es sagt bzw. singt. Was sie über sich als 11-jährige erzählt, mag gut erfunden, kann aber auch wahr sein. Es wirft Fragen nicht nur über “Gewaltpornos”, sondern auch über Medienerziehung auf. Bei mir ist es einige Jahrzehnte länger her als bei Frau Eilish, dass ich 11 war. Es war exakt 1968. Weiterlesen

Schulhöfe

Erwähnte ich schon, wie es mich abschreckt, dass die deutsche Antisemitismus-Debatte hierzulande bisweilen hässlich-bigott und instrumentell geführt wird? Ja sicher, schon mehrmals. Zuletzt wurde die Deutsche Welle auf die Rolle genommen, ihre arabische Redaktion, was in solchen Grossapparaten sogleich kompliziert-professionelle “Krisenkommunikation” ingangsetzt. Dabei stolpern Akteur*inn*en oftmals noch spektakulärer, als beim Streitgegenstand selbst. Weiterlesen

Politik und Kommunikation

Einen Politiker möchte ich mal ausdrücklich loben. Es ist der bisherige EU-Parlamentarier Sven Giegold, der jetzt Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ist. Letzte Woche stand Sven Giegold über 3.000 Menschen in einer Videokonferenz Rede und Antwort zu Fragen über den Koalitionsvertrag der Ampel in Berlin und über seine berufliche Zukunft. Das war sehr bemerkenswert. Weiterlesen

Für dieses Foto müsste ich austreten

Vor mehr als 17 Jahren hatte die sogenannte Zeitung “Bild” schon jegliche Satisfaktionsfähigkeit verloren. Sie war nicht nur moralisch verkommen, journalistischer Dreck, sondern auch publizistisch weitgehend irrelevant geworden. Und das im ja auch recht verkommenen deutschen Medienkapitalismus. Der letzte Rest, der ihr bis heute verblieben ist, ist die Selbstreferentialität des Berliner Hauptstadtbetriebes. Gut, bzw. schlecht: mann war ja gewöhnt, dass die Grosse Koalition aus CDU und SPD immer noch mit denen im Bunde war, und mann sich gegenseitig ranschleimte. Nun aber macht die Spitze der Partei, der ich angehöre, das Gleiche. Weiterlesen

Diriyah-Biennale

Das Erfolgskonzept der Kunstwelt – jetzt auch in Saudi-Arabien
Lassen sich mit Biennalen Gerechtigkeit und Demokratie befördern? Sieht man einmal von dem Kunstmessen-Abkömmling Venedig ab, befeuert diese geheime Hoffnung die rapide Biennalisierung der zeitgenössischen Kunstwelt in den letzten Jahren von Gwangju bis Istanbul. Soll man jetzt auf Saudi-Arabien setzen? Dort startete am Wochenende die erste Ausgabe dieses Erfolgsformats in der Hauptstadt Riad.

Diriyah-Biennale nennt sich diese Premiere nach einem für seine traditionellen Lehmbauten bekannten Vorort Riads. Das klingt kulturbewusst, ist aber politische Strategie. Weiterlesen

Löchrige Dienste

Die Ermittlungen zum Breitscheidplatz-Attentat 2016 müssen fortgesetzt werden
Wenn Sie noch einen Beweis benötigen, dass Überwachungskameras keine Sicherheit bringen, nur “schön” grausame Filme über brutale Gewalttaten, dann sind sie bei der ARD-Dokumentation “Weihnachtsmarkt.Anschlag – Das Netzwerk der Islamisten” richtig. Ein Film von Sascha Adamek, Joachim Goll und Norbert Siegmund, produziert für den RBB. Der ansehnliche Film wurde augenscheinlich mit Bildmaterial gut angefüttert. Weiterlesen

Cool down and act

Rheinländer und Westphale bemühen sich – in verschiedenen Bundesländern, aber es geht
Andreas von Westphalen/telepolis beklagt, dass zahlreiche was-mit-Medien-Menschen unterschiedlichster politischer Färbung das Wasser nicht mehr halten können. Jemand muss schuld sein an der Pandemie. Sie wollen das Mittelalter zurück, medizinisch-technischer Fortschritt hin oder her. Ich fasse es als gerechte Strafe für Gesellschaften auf, die glauben materialistische Analyse gehöre auf den Müllhaufen der Geschichte. Weiterlesen

Einsen und Nullen

Medienfrauen und fragile Männlichkeit
Zwei grosse Männer aus der Zeit, als das Fernsehen mein Bewusstsein formte. Es war schwarzweiss. Unsere Kiste hatte uns unsere Oma geschenkt. Es ging nur das Erste Programm. Für das Zweite reichte das Gerät nicht. Mehr als zwei gab es sowieso nicht. Für Länderspiele im ZDF gingen wir zu unseren Vermietern runter. Das war die Zeit, in der ich Georg Stefan Troller sah, im WDR-Regionalprogramm mit Werbung zwischendurch; zwischen 18 und 20 Uhr wurden die ARD-Sender dafür auseinander geschaltet. Ich verstand noch nicht, was der Mann mit dem markanten Gesicht da machte. Weiterlesen

Starke Beiträge

Isabell Beer kannte ich bisher nicht. Sie arbeitet bei funk, dem Jugendangebot von ARD und ZDF. Ich gehöre also nicht zur Zielgruppe. Ihr heutiger Beitrag bei uebermedien “Hasskommentare – Mein Leben mit der Ablehnung” hat mich sehr angerührt. So, wie sich Frau Beer hier öffentlich öffnet, würde ich es nur nach langem Überlegen unter engsten Freund*inn*en tun. Und das bei viel geringerer Normabweichung, als alter weisser Mann. Weiterlesen

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