Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Medien (Seite 151 von 266)

Medienkritik macht durch

Trotz Weihnachts- und Neujahrspause: das Kritisieren geht weiter, in Büttenwarder
epd-Medien, die Medienkorrespondenz, MDR-Altpapier, das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik und das Grimme-Institut müssen jetzt mal ganz stark sein. Während sie und ihre Mitarbeiter*innen in häuslicher Quarantäne sitzen und die Reste vom Fest verdauen müssen, sprang “Neues aus Büttenwarder” heute in die Lücke, und komprimierte mehrere Jahre Medienkritik und Dekonstruktionsarbeit in eine 25-Minuten-Folge. Weiterlesen

Google statt Dörner?

Nadeln im Heuhaufen der Jahresrückblicke

Ich hasse Wiedergekautes im Journalismus. Darum erlebe ich als Vielleser in diesen Tagen eine schwere Zeit. Redaktionen sind im Urlaub. Was sie jetzt über uns ergiessen, haben sie schon in den letzten Monaten produziert, weil ihre Konsument*inn*en glauben sollen, sie wären bei der Arbeit. Im ARD-Programm gestern waren das höchstens 10 Minuten Tagesschau. Drei gute Entdeckungen habe ich gemacht.

Niklas Maak ist einer der klugen Köpfe der FAZ-Redaktion. Er wurde jüngst mit einer offiziellen öffentlichen Entlassungsforderung durch einen verärgerten “Stararchitekten” beehrt Weiterlesen

Noch einer hört auf

Ein herzlicher Dank an Florian Rötzer
Sehr alte Menschen klagen oft darüber, dass ihnen so viele Freund*inn*e*n und Bekannte wegsterben. Ein Jungrentner wie ich muss verfolgen, dass auch meine Altersgenoss*inn*en von der Rente naschen wollen. Wenn sie vernünftig sind. Florian Rötzer, den nun scheidenden Chefredakteur des Onlinemagazins Telepolis habe ich lange für verrückt gehalten, positiv verrückt. Sein Magazin ist eins meiner persönlichen Leitmedien. Wenn ich ihm (selten) mal eine E-Mail schickte, war sie, selbst an Sonn- und Feiertagen wie den gegenwärtigen, in 2, höchstens 3 Stunden beantwortet. Weiterlesen

Familienkrieg / Pest / Pflege

Deutsche Milliardärsfamilien haben grundsätzlich grosse Sozialisationsdefekte. Die Welt da draussen wahrzunehmen wie sie ist, ist für sie eine Überforderung. Sie haben keine Chance, sind abgehängt. Asoziale halt. Freundschaften besitzen sie nicht, alle wollen ja nur an ihr Geld. Um das zu sichern, sind sie zu unnötigen Ausgaben gezwungen, müssen in Lobbyismus investieren, um Steuern zu sparen. Oder halt auf einsame Inseln fliehen, nicht sie persönlich, aber ihr Kapital. Spass macht solches Leben nicht, im Gegenteil: es stresst, macht krank, mindestens gemütskrank.
Weil jetzt so wenig los ist, hat die Funke-Mediengruppe so eine tragische Story noch mal aufgewärmt: die Haubs (die von “Tengelmann”). Weiterlesen

Der Himmel stürzt auf die ARD

Wenn die ARD ihr Quotenrennpferd Tagesschau nicht mehr absenden kann, dann ist ihr der Himmel auf den Kopf gefallen. Es passierte heute um 17 h. Der erste Startversuch begann einige wenige Sekunden zu spät. Hinter Herrn Boetzkes fehlen die Bilder. Er sagt den ersten Beitrag an, doch nichts passiert. Auf seinen Kopfhörern bekommt er keine Hilfe, sondern die Ansage abzubrechen. Nach 6-7 Minuten ein erneuter Startversuch. Weiterlesen

Gold aus dem Wasserhahn

Fakten, blöde Fakten: B. Traven konnte auch anders

Von André Dahlmeyer

Einer der interessanteren Verlage der deutschen Bundesrepublik ist die Edition Tiamat aus Berlin. Dort erschien in der Reihe Critica Diabolis der Schinken „Das Phantom. Die fünf Leben des B. Traven“, der Versuch eines biographischen Romans, aufgeschrieben von Jan-Christoph Hauschild.

B. Traven? Richtig, der Aufschneider, der Mann mit der großen Klappe, mit den vollmundigen Tönen. Der Karl May des libertären Sozialismus, also nicht exakt dasselbe wie der Klaus Bedknarz der Öffentlich-Rechtlichen. Von „Indianern“ wimmelt es dennoch, Weiterlesen

Fischers Nostalgie alter Männer

Ulrich Horn wies hier auf ein NZZ-Interview von Joseph Fischer hin. Es ist lesenswert, weil Fischer – zumindest potenziell, wenn er was von seinem heutigen Beratergeschäft verstehen sollte – weit einflussreicher sein müsste, als er es in seinem früheren Job als Bundesaussenminister (in der Begriffswelt des damaligen Bundeskanzlers: “Kellner”) war. Fischer masst sich an, quasi aus dem Handgelenk heraus, weiterhin für die heutige Partei der Mitte (Die Grünen) zu sprechen, indem er stalkerhaft-lobend deren Parteispitze für sich vereinnahmt. Weiterlesen

Die Renaissance war gar nicht so

Die Lange Nacht des DLF bleibt das Nonplusultra guten Radioschaffens. Ich nenne sie immer den Mercedes unter den Radioformaten. Das heisst, Sie müssen es sich auch leisten können: drei Stunden zuhören. Wenn Sie es dann getan haben, werden Sie (meistens) feststellen: es hat sich gelohnt, das war eine gute Investition. So ging es mir heute Nacht mit Corinne Orlowskis “Die literarische Welt der italienischen Renaissance – Aufbruch ins goldene Zeitalter”. Sie können das auch tagsüber hören; oder heute Abend um 23.05 h (bis 2 h) im DLF (Kölner Programm).
Die Pointe hören Sie gleich am Anfang. Europa hat sich die Renaissance schöngesoffen, wie es das gewöhnlich mt Italien und seinem schmackhaften Wein, von Grappa ganz zu schweigen, tut. Weiterlesen

Wir sind Erwachsene

Das Missverständnis vom Verkündigungsauftrag der Medien
Ich bin Stammhörer des DLF-MedienquARTEtts. Gestern wurde jedoch das Thema verfehlt. In der Schule bekam ich dafür eine 5. Es lautete: “Wir heißen Euch hoffen – Sollen Medien Zuversicht vermitteln?”. Das Fragezeichen verdeckt nur notdürftig, dass eine journalistisch falsche Denke, mglw. sogar eine bezeichnend fatale Fehlschaltung des real existierenden deutschen Journalismus vorliegt. Weiterlesen

Eine andere Kultur

Österreich droht beim Impfen ein Desaster
Sie sprechen zwar eine ähnliche Sprache. Und dem kulinarischen Zweig ihrer Kultur (Schnitzel, Mehlspeisen, Wein, Caféhaus) bin ich ebenso zugeneigt, wie der Neigung zu witzigem Sarkasmus (sehen Sie die Filme von David Schalko; der letzte Wien-Tatort war von ihm produziert). Mein Lieblings-Österreicher Adalbert Krims ist ein leibhaftiger Klerikalmarxist – das ist an sich schon eine Kunst von Menschwerdung, die ihren Ausdruck in einem Standardwerk über den Woytila-Papst fand. Als Deutsche fürchten wir, dass die total anders sind, und heimlich uns ähnlicher, als wir albträumen. Gechichte, hätte Kohl gesagt.
Heute morgen hörte ich also, dass nur 15-20% des Pflegepersonals in Österreich, Weiterlesen

Der Minister – ein Hai?

Jens “Kleiner Fisch” Spahn / Pack schlägt sich / Informationsfreiheit fürs Ruhrgebiet
Wenn er doch noch Bundeskanzler werden sollte – eine Chance, auf die er lauert – dann wird er vielleicht doch noch zum Hecht, der kleinere Fische frisst. Jens Spahns Immobiliendeals in Berlin, über die Stern und Tagesspiegel berichten, deuten eher auf ängstliche Geldanlagen eines Leitenden Angestellten hin: ein Minister, der aus dem pechschwarzen Landkreis Borken in die grosse Stadt gezogen ist, und sein gut auskömmliches Einkommen möglichst sicher anlegen will. Meine Hypothese: eher hat er sich von echten Haien über den Tisch ziehen lassen.
Interessant an der Story ist, wer da mit wem dealt. Weiterlesen

Verbrecherregime?

Für meine Organisation meines morgendlichen Aufwachens bin ich selbst verantwortlich. Wie komme ich darauf, für mein desaströses Aufwachen die Regierung verantwortlich zu machen? Und warum so radikal? Mich macht morgens kurz vor 7 der Deutschlandfunk wach. Das war schon mein erster Fehler. Der Sender kann nichts dafür. Der macht nur seine Arbeit. Und ich will, dass er sie weiter macht. Da kam heute das, und es war für mich um diesen Tag geschehen.
Was ist das Positive daran? Weiterlesen

Sachdienlich II

Joseph Vogl / Timo Rieg / Thomas Frank / Volker Perthes u.a.
“Der Mensch zerstört die Umwelt nicht” – mit dieser gelungenen weil aufreizenden Überschrift hat Jakob Augstein/Freitag sein Interview mit Joseph Vogl überschrieben. Die Jungs entdecken in ihrem Gespräch eine “Bedingung der Möglichkeit der Erschaffung von Solidarmilieus.” Ich wüsste nichts, was derzeit wichtiger wäre.
Bei telepolis ist der 5. Teil von Timo Riegs Reihe “Medienkritik zum Corona-Journalismus” online gegangen. Weiterlesen

Trost

Viele – nicht alle – leiden unter den weihnachtlichen Corona-Umständen. Manche, wie ich, haben kein Problem mit dem Alleinsein, können es sogar geniessen. Beiden, denen die leiden, und denen, die nicht leiden, kann an den Feiertagen philosophischer Trost geboten werden. Traditionell ist das Jahresende beim NDR “Büttenwarder”-Zeit. Sicher gibts alles in der Mediathek. Aber wer Rituale liebt, Weiterlesen

Erst Amtsversagen, dann Superbehörde

Und: taz stalkt Grüne / Wie geht Streit?
Schon in der Flüchtlingsdebatte funktionierte das Prinzip. Je mehr eine Behörde, eine Regierungsstelle oder ein Ministerium versagt, umso mehr Befugnisse bekommt sie*er*es. Das ist deutsches Regieren. Opfer dieses Versagens treibt das in verbitterte Paranoia. Sie bekommen das Gefühl vermittelt, dass “Verschwörungstheorien” jedenfalls eins nicht sind: Theorien. Weiterlesen

Aufhören können

Rolf Bringmann, Randi Crott
Anlässlich des Endes der WDR-Mitternachtsspitzen, bzw. deren alter Mannschaft, verirrte ich mich gestern zu einem langen Gespräch, das der WDR mit seinem ehemaligen Redakteur und langjährigen Verantwortlichen für die Mitternachtsspitzen, Rolf Bringmann führte. Ich hatte Bringmann selbst in meiner Rundfunkratszeit (1997-2003) mal persönlich getroffen und kennen gelernt. Es war ein sehr informatives und angenehmes Gespräch, ganz wie auch dieses, das in der WDR-Mediathek vorgehalten wird.
Es ist Teil einer längeren Reihe, die der Sender linear in der Nacht verklappt hat. Weiterlesen

März oder Merz?

Wer wird der “Gamechanger”?
Frühestens Ostern, oder durch einen klimapolitisch beunruhigenden mildwettrigen Jahresbeginn, werden die mitteleuropäischen Menschen sich wieder an sinkenden Infektionszahlen erfreuen können (7-Tage-Inzidenz Bonn heute: 239,1). Die Entscheidung über den CDU-Vorsitz wird dann schon gefallen sein. Kurz danach wird das Schauspiel über die Kanzlerkandidatur folgen. Ich habe Zweifel, dass das erheiternd wird. Für CDU und CSU wird es um nicht weniger als ihre Existenz gehen. Weiterlesen

Sicherheit

Zu viel ist auch nicht gut. Würden Bürger*innen sich zu sicher fühlen, würden sie mglw. unleidlich, selbstbewusster, kritischer, widerständiger; manche kämen gar auf die Idee, Regierung und Staat würden unnötig. Ein Minimum an Furcht und Angst ist also nötig, um Herrschaft zu sichern. Die Bürger*innen wollen eine Regierung, die sie vor Risiken und Gefahren beschützt. Dafür wählen sie sie. Wer das nicht kann, wird abgewählt. Wer es lange nicht begriffen hat, muss es spätestens in der Coronakrise kapieren.
Darum reagieren umgekehrt Politiker*innen aller Parteien so panisch auf die täglich verbreiteten Infektionszahlen. Für Fortbildung in Statistik oder gar Virenmedizin haben sie keine Zeit, Weiterlesen

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