Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: TV (Seite 73 von 89)

“United By Money”

Haltung zeigen – eine Überforderung für den modernen deutschen Fußball?
Zunächst ein helfender Hinweis für diejenigen unter Ihnen, die fussballdesinteressiert sind. Es ist nicht mehr “nur ein Spiel”. Und auch keine Nebensache mehr. Er ist harte gesellschaftspolitische Realität: ökonomisch, sozial, kulturell, politisch, und … ach ja: sportlich. Zur Einführung für Unkundige in das Thema empfehle ich diesen NDR-Film “Traumberuf Fußballprofi”, zu dem Sie folgendes wissen müssen:
Der Film ist angemessen kritisch, hatte aber bei seiner Konstruktion ein methodisches Problem. Weiterlesen

DLF-Highlights nicht verpassen: Impfen, Irland, Demenz

Das letzte hörbare deutsche Radioprogramm hat in der abgelaufenen Woche, bzw. an diesem Wochenende wieder einige Programmhöhepunkte zu bieten, auf die ich gerne hinweisen möchte.
Zum Impfen gibt es in unserer Gesellschaft sehr verschiedene Meinungen. Diejenigen, die es skeptisch sehen, werden in der Regel als intellektuell vernagelte, wissenschaftsfeindliche Verschwörungstheoretiker veralbert (z.B. in diesem argumentfreien Beitrag des medienkritischen (?) TV-Magazins Zapp/NDR). Das DLF-Wochenendjournal hat heute gezeigt, Weiterlesen

Steigender Grünen-Stern / Uschi taucht auf

Florian Schmidt, Baustadtrat im Berliner Bezirk Friedrichshain/Kreuzberg, dem von Hans-Christian Ströbele begründeten bundesweit ersten für die Grünen gewonnenen Direktwahlkreis bei Bundestagswahlen, hat in seiner Fachszene schon seit einigen Jahren einen guten Namen. Nun drängen die Themen und skandalösen Probleme der Wohnungspolitik endlich in den Vordergrund öffentlicher Politikdebatten. Schmidt erscheint dabei, heute mittag z.B. in diesem Interview im DLF, frei von Mediengeilheit, Weiterlesen

Zwischen Fanreportern und Spielverderbern

Fußballjournalismus auf dem Prüfstand
von Tonio Postel / Otto-Brenner-Stiftung

(Auszüge, ohne Fussnoten, aus dem OBS-Arbeitspapier 33)
6.2 Was getan werden könnte – Elf Vorschläge
Aus der bisherigen Darstellung über Aufgaben, Zustand und Möglichkeiten des kritischen Sportjournalismus lassen sich einige Handlungsvorschläge ableiten, die im Folgenden präsentiert werden. Die Entwicklung des Sportjournalismus ist jedoch nicht unabhängig von der Entwicklung der Fußballbranche selbst, sodass der erste Vorschlag auch diese Veränderungen mitdenkt:

1. Einbindung der Fans
Zunächst bleibt zu hoffen, dass der Profifußball nicht noch stärker temporären, wirtschaftlichen Interessen von „Heuschrecken“-ähnlichen Investoren geopfert wird, die nur auf eine maximale Rendite schielen. Denn das Opfer einer weiteren finanziellen Ausschlachtung der Vereine würde die Seele der Klubs aufs Spiel setzen: Die Gunst der „echten“, vielleicht weniger wohlhabenden Fans, Weiterlesen

Inge Feltrinelli gestorben

Wieder ist eine sehr Gute gegangen. In den 70ern habe ich sie als Retterin der Zeitschrift Konkret wahrgenommen. Das versprach 0 Profit, war aber zur damaligen Zeit politisch aussergewöhnlich geradeaus. Frau Feltrinelli trat seinerzeit in diversen Talkshow-Vorläufern des deutschen Fernsehens auf, und sprach dort politische Dinge (Berufsverbote u.a.) aus, die im Mainstream schon verboten waren. Von einer italienischen Multimillionärin fand ich das ausserordentlich verehrungswürdig. Konkret war zu dieser Zeit Weiterlesen

Urlaub im Rheinland

Heute werden Sie mal weniger von mir lesen. Etliche gute Freund*inn*e*n von mir kennen diesen Ausflug bereits. 10 Uhr Abfahrt von der Kennedybrücke, mit dem Fahrrad. Ich weiss ja nicht, ob Sies schon wissen, aber die rechte Rheinseite ist auch fürs Fahrradfahren die Schönere.
Sie sollten diese Strecke nicht sonntags fahren, zu voll. An Werktagen hat der Rheinuferverkehr aber – noch – ein normalmenschliches Mass. Die Zunahme des Fahrradverkehrs und anderer Alternativen zum Auto lässt allerdings Schlimmeres befürchten. Das Rheintal hat – neben dem Lärm für seine Anwohner*innen – den Vorteil, dass wir im Sommerhalbjahr zwischen den Verkehrsmitteln Bahn, Schiff und Rad beliebig variieren können. Denn – zumindest früher war das so – es könnte gelegentlich ja mal regnen. Weiterlesen

Nichtbeachtung als Stärke – noch 33 Punkte

Borussia MG – Medienignoranz als Leistungsdroge
Nicht abheben. 2:1 gegen den Vizemeister der Vorsaison, 3 Punkte zuhause, ist schön, aber kein Anlass zum Abheben. Ein gutes Zeichen ist, dass sich die starken Leistungen auf so viele Schultern verteilen. Jede für sich so gut, dass sie gerne als spielentscheidend bewertet werden kann. Tatsächlich sind sie es, nicht zuletzt wegen der ebenfalls gut sichtbaren Schwächen, nur in der Summe.
Yann Sommer, der Torwart, bedarf keines weiteren Kommentars. Zur Leistung kommt noch die starke Persönlichkeit. Oder umgekehrt? Weiterlesen

BVB wie die Bahn: 70 Minuten Verspätung

Es ging ja gut los, mein Fußballkneipier war selbst sauer. Teuer bezahltes Pay-TV-Abo, aber schlechtes Bild und ein Ton, in dem ein Radiosender mit Verkehrshinweisen mitlief. Mehrmals neu laden, und dann ein Bild, wie aus der Anfangszeit des Farbfernsehens. Während des Spiels nervende Reklameeinblendungen (im Pay-TV!) – welche Mediaagenturen halten das für “Werbung”?
Das Spiel selbst trug die Handschrift von Lucien Favre. Weiterlesen

War “Chemnitz” Beatmung für Rot-Grün?

Ich mag es kaum glauben. An eigenen Verdiensten kann es kaum liegen, wenn das ZDF-Politbarometer der CDU-nahen Forschungsgruppe Wahlen SPD und Grünen eine Wiederbelebung attestiert. Dieser Demoskopie-Firma bescheinigte Extradienst-Gastautor Ludger Volmer mir gegenüber, als er noch Bundesvorsitzender Grünen war, dass sie diejenige mit der grössten Seriosität sei.
Es bleibt abzuwarten, ob die Konkurrenz solche Tendenzen bestätigt. Ich kann über die Gründe nur spekulieren. So ungerecht es dieser gebeutelten Stadt gegenüber sein mag, so haben die dort aufmarschierten Nazis vielleicht für einige Menschen die AfD zur Kenntlichkeit transformiert. Gleiches haben die Herren Seehofer und Maaßen mit sich selbst, der CSU und dem Inlandsgeheimdienst getan. Ob es gar Menschen gibt, die bei der SPD bereits Schritte zur politischen “Erneuerung” erkennen? Möglich ist das alles; gewiss ist es nicht.

Fernsehfuzzis wollen uns Fußball verleiden

Aufregung über die ARD und ihre Ansetzungen für Live-Übertragungen von der nächsten Runde des DFB-Pokals. Lieber Kirmesspiele als Sport. Und ein Förderprogramm für den von Verarmung bedrohten Multimilliardär Rupert Murdoch und sein Pay-TV Sky. Ich sag’ dann mal Tschüs, DFB-Pokal.
Das ZDF machts auch nicht besser. Es hat für (unser!) teures Geld bei der DFL die Rechte an der Erstausstrahlung der Zusamenfassung des Samstagabendspiels gekauft. Morgen ist es Borussia Mönchengladbach gegen Schalke 04, die drittbeliebteste Mannschaft des Landes gegen die viertbeliebteste. Und was macht es damit? Es verklappt alles um Mitternacht. Eine “Samstagabendshow” für Omma und Oppa – mglw. mit offenem Ende? – hat Vorrang im ZDF-Programm. Dann schlaft weiter!

Versicherungen verunsichern

In der guten alten Marktwirtschaft von Ludwig Erhard, die heute selbst von Sahra Wagenknecht verehrt wird, waren Lebensversicherungen das Sicherste, was der Sozialstaat zu bieten hatte. Sie haben Zukunft und Erbschaft der Nachkommen gesichert, nicht selten waren sie ein Mordmotiv. Linksliberale Boheme hat sich mit satirischer Begeisterung darüber amüsiert. Aber als wir in einer der letzten Unterhaltungsinnovationen des deutschen Fernsehens, in “Stromberg” den Versicherungen bei der Arbeit zusehen durften, da lag ihr Geschäftsmodell schon im Sterben. Weiterlesen

Putin-Opposition / Urheberrechtsnebel / Recht gegen Krieg

Es gibt nicht wenige, die sich mehr Opposition gegen Putin wünschen. Ihnen sei geraten: Augen auf, hingucken! In Russland waren gerade Regionalwahlen. Sie haben nur wenige Russ*inn*en interessiert, und hierzulande noch weniger. Darum hier die Nachricht: (meist)gewählte Opposition gegen Putin sind die Kommunisten. Wer ist Ihnen also lieber? Wenn Sie, nur mal angenommen, Herr Seehofer sind, dann ergäbe sich hier eine Verwendungsmöglichkeit für den zu opfernden Herrn Maaßen (oder weiss der zuviel?): er könnte – je nach Opportunität und Zahlungskraft – entweder die russischen Kommunisten oder die Schirinowski-Nazis “beraten”, wie ers schon mit der AfD getan hat. Weiterlesen

TV-Sensation: “Lanz” gelang gute Diskussion

Ich leide nicht unter, sondern geniesse eine Talkshow-Allergie. Das erspart viel Zeit und Ärger. Sollten Sie zum Gegenteil, den Süchtigen, gehören, versuchen Sies wenigstens mal ohne Ton; dann erfahren Sie mehr über die beteiligten Personen, und es gibt mehr Überraschungen und Spannung. Gestern Abend geriet ich beim abschliessenden Zappen vor dem Schlafengehen in “Lanz” hinein. Und die Sensation war: ich habe es nicht bereut.
Ich teile eigentlich auch mit Stefan Niggemeier eine spezielle Lanz-Allergie. Weiterlesen

Unfassbar: Ein Realitätsleugner ist Ministerpräsident von Sachsen!

Der Sächsische Ministerpräsident Kretschmer hat heute im Rahmen einer aktuellen Stunde in Landtag zu den rechtsextremistischen Krawallen vom Wochenende Stellung genommen. Was er sonst noch gesagt hat, wird von der Skandalbehauptung der Woche in den Hintergund gedrängt: “Es gab keinen Mob, es gab keine Hetze und es gab keine Jagden” und damit auch keine Menschenjagden auf fremd aussehende, die jede*r erkennen konnte. Das, was millionen Zuschauer der “Tagesschau” und “Heute” mit eigenen Augen sahen, dass Neonazis Jagd auf fremd aussehende Menschen gemacht haben, begleitet von rassistischen Sprüchen, leugnet ein ausgewachsener CDU-Ministerpräsident, der einen Amtseid auf die Verfassung des Landes Sachsen und auch auf das Grundgesetz geleistet hat. Und nun fordert die AfD von der Kanzelerin, sie solle sich gar für ihre klare Position entschuldigen.

Da liegt offensichtlich  der Kern der Fäulnis im sächsischen politischen System. Ein Realitätsleugner als Ministerpräsident, ein Beschöniger solcher Probleme, die ernst genommen werden müssen, ein Abwiegler der Brisanz der Situation. Ein AfD- Sympathisant der AfD mit CDU-Parteibuch? Weiterlesen

WDR – Ärger kann es nie genug geben

Der WDR will sich jetzt auch in seiner Betriebsorganisation “crossmedial” aufstellen. Puuh, jetzt schon? Ist das nicht ein bisschen hastig? Nun ja, der Welt da draussen ist schon lange egal, ob sie was von Fernsehen, Hörfunk oder “diesem” Internet erfährt. Nicht wenigen ist auch der WDR egal. Das war nicht immer so, aber ich will nicht schon wieder nostalgisch werden.
Seine über 4.000 Angestellten interessiert so eine Reform natürlich sehr, Weiterlesen

Ich hab’ nichts gegen Tina Hassel …

Deutsche Medien als Objekt nationaler Hauptstadt-Spindoktoren
Tina Hassel ist vom WDR benannte Chefin des ARD-Hauptstadtbüros. Sie macht ihre Arbeit nach meinem oberflächlichen Eindruck nicht überragend, aber seriös, und für Zuschauer*innen entschieden erträglicher, als es zuvor z.B. der konservativ-arrogante und stocksteife Rainald Becker getan hat. Über ihre Führungsqualitäten ist mir nichts Gutes oder Schlechtes bekannt; in der WDR/#metoo-Affäre spielte sie eine von aussen nur schwer bewertbare Nebenrolle. Heute berichtete die Hauptstadtkorrespondentin aus: Nigeria.
Das geht so: Bundeskanzlerin und/oder Aussenminister machen Staatsbesuch. Ausgewählt “wichtigen” Hauptstadtjournalist*inn*en wird angeboten mitzureisen. Das wird gerne angenommen, Weiterlesen

Löw, Bierhoff, DFB, Hauptstadtberlin – überall ein grosses Nichts

Gestern mittag wurde die Pressekonferenz der Herren Löw und Bierhoff in der Glotze live übertragen. Nein, nicht von Phönix. Eine ganze Stunde, ARD. Das ist der neue Nischensender für uns Alte, die wir nicht von einem Übermass analytischer Schärfe überfordert werden dürfen. Diese Sondersendung erwies sich in dieser Hinsicht als risikofrei. Da war nichts. Überhaupt nichts. Es war selbst ein Nichts.
Die Herren funktionierten exakt wie das, was wir uns heute unter Politiker*innen vorstellen. Weiterlesen

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