Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Fußball-WM (Seite 4 von 9)

Rest der Welt

mit Update 3.3.
Haben Sies mitbekommen? Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), im Deutschen als “Weltklimarat” bezeichnet, hat gestern einen neuen Bericht vorgelegt. Weil ich Stammglotzer bei 3sats nano bin, habe ichs zufällig bemerkt. Beim Leitmedium DLF müssen Sie ganz schön scrollen, um das Thema weiter unten in der Rubrik “Wissen” als viertplatziertes Thema zu finden. Die Leitmedien SZ und FAZ haben ihre Berichterstattung sorgfältig digital vermauert, hier eine Lücke im FAZ-Wirtschaftsteil, auch dort ganz weit unten in der Rubrik “Klima und Nachhaltigkeit”. Weiterlesen

Binäres und Bigotterie

Heute musste ich aus dem Kriegs-Sonderprogramm des DLF fliehen und wählte “WDR Cosmo” als Exil – das Programm für die wenigen Weltbürger*innen NRWs. Dort machte frau sich Gedanken, ob frau “jetzt noch” Karneval feiern “dürfe”. Die jungen Leute und der Schulunterricht – das war schon immer eine problematische Geschichte. In den Lehrplänen existiert der Jemenkrieg mutmasslich nicht. Der gegenwärtige, nur einer von vielen in diesem ärmsten Land der Welt, dauert seit 2015 an. Weiterlesen

Selbstverletzung

Suizidal: die EU und former known as “der Westen”
Es war zur Zeit der ersten rot-grünen Bundesregierung, als öffentlich die Devise ausgegeben wurde, Deutschland müsse sich jetzt mal lockermachen und normalisieren. So wurde dann 1999 auch der erste Krieg seit 1945 offiziell begonnen, mit der leichthändigen Auschwitz-Profanisierung durch Joseph Fischer. Beim gekauften WM-Sommermärchen 2006, aus Versehen schon unter der Regentschaft der neugewählten Angela Merkel, wurde das dann ganz volkstümlich im ganzen Land verankert. Weltmeister wurde zwar Italien, aber es wurde so getan, als hätten “Wir” (WM-Dritter) gewonnen. Weiterlesen

Deutsche Erkenntnislücken

Atommacht – will hier niemand wissen, was das ist, oder wissen sies wirklich nicht (mehr)?
mit einem PS-Update zu Wikipedia nachmittags
Dummheit oder absichtliche Ignoranz? Letzteres wäre nach heutigem Sprachgebrauch “Verschwörungstheorie”. Der Begriff “Theorie” besagt: könnte auch stimmen. Wir wissen es (noch) nicht. Als Kampfbegriff ist er natürlich anders gemeint.
Wenn zwei taz-Leute, von denen ich politisch und journalistisch viel halte, die zwei wichtigsten Punkte weglassen und/oder vergessen: liegt das am Gegenstand (SPD) oder an ihnen selbst? Weiterlesen

Nicht erst seit Katar

von Gert Eisenbürger
1978 wurde eine WM-Kampagne von Bonn aus koordiniert

Seit Monaten gibt es immer mehr Proteste gegen die Fußball-WM 2022 in Katar. Erst jüngst haben verschiedene Fan-Intiativen zum Boykott des Turniers aufgerufen. Viele machen dafür die forcierte Kommerzialisierung des Fußballs und insbesondere der FIFA verantwortlich. Doch die begann nicht erst mit der Vergabe der WM an den Wüstenstaat. Auch in der Vergangenheit gab es umstrittene WM-Turniere. Das galt besonders für das 1978 in Argentinien. Dort ließ eine Diktatur Tausende von Oppositionellen entführen und ermorden. Ähnlich war die Situation in Chile, dessen Team an der WM 1974 teilnahm. Weiterlesen

WM in Katar? Ohne uns!

von Initiative #BoycottQatar2022
Zwölf Monate des Protestes gegen Menschenrechtsverletzungen und elende Arbeitsbedingungen

Ein Jahr vor dem Eröffnungsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 bekräftigen wir unsere Kritik am Beschluss der FIFA, das Turnier in Katar auszutragen. Diese Entscheidung war 2010 falsch, als sie gefällt wurde, und sie ist heute genauso falsch. Sie dient lediglich finanziellen Interessen, nicht dem Fußball.
Mit der Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft erhofft sich Katar einen Imagegewinn mittels Sportswashing. Die FIFA dient ihr dabei als willfähriger Partner. Dieses Zusammenspiel wollen wir nicht hinnehmen. Weiterlesen

Boah

Der deutsche Fußball und seine Reporter
Die Fußball-EM bescherte wider Erwarten doch eine Überraschung. Gemeint ist nicht, dass die deutsche Mannschaft so früh ausschied. Damit war zu rechnen. Das Unvermutete geschah nach der Niederlage gegen England: Fußballreporter kritisierten Bundestrainer Löw. Die Kritik beschränkte sich nicht auf die aktuelle Leistung der Nationalmannschaft. Bemängelt wurden auch schwere Fehler und Versäumnisse der vergangenen Jahre. Weiterlesen

BOYCOTTQATAR 2022

Diese Kampagne habe ich gestern unterzeichnet, ergänzt um folgenden Kommentar: “Im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Qatar entscheide ich mich für Qatar, das sich eindeutig mehr der Welt zu öffnen versucht, und am mörderischen Jemenkrieg meines wissens nicht beteiligt ist. Das Zentrum des Fussballbösen ist auch nicht Qatar, sondern Zürich (Fifa), Nyon (Uefa) und Frankfurt (DFL, DFB). Und dafür ist diese Kampagne gut: die in den Schwitzkasten zu nehmen. Sklavenhaltergesellschaften und Feudalismus dürfen nicht geschäftsfähig sein. Wer sich von ihnen aushalten lässt, ist auch nicht besser.” Weiterlesen

WM-Boykott ist machbar

Dass politischer Sportprotest zunehmend choreographiert erscheint, ist nicht zwingend schlecht. Die Glaubwürdigkeit einer von Verbänden und Werbeagenturen, einem inzestuösen System, ausgedachten Inszenierungen ist naturgemäss begrenzt. Es zeigt aber, dass selbst diese selbstreferentiellen Systeme grosser Kapitalzirkulation nicht völlig unabhängig von unserer Welt hier draussen agieren können. Sie müssen emanzipatorische Kämpfe, die an Durchsetzungskraft gewinnen, von #metoo über Black Lives Matter bis zur Klimabewegung rezipieren, und die Klügeren versuchen sie, so gut sie es können, zu inkorporieren. Nicht, weil sie es mögen, sondern weil sie es müssen. Weiterlesen

Die Hässlichen

André Dahlmeyer bat mich freundlich, an den 45. Jahrestag des Militärputsches in Argentinien 1976 erinnern. Der ist heute. André schrieb schon 2010 diese Buchbesprechung in der Jungen Welt, die an diesen Vorgang erinnerte. Dort erfahren wir auch die ausgeprägt hässlichen Verbindungen unseres schönen Landes und seiner Regierung, Aussenpolitiker*innen würden es “special relationship” nennen, zu diesem verbrecherischen Vorgang. Wie es auch heute noch Tradition und Sitte ist, sollte ebendort zwei Jahre später eine Fussball-WM ausgetragen werden. Das Wir-sind-wieder-wer-Deutschland gedachte dort seinen 1974 errungenen Weltmeistertitel zu verteidigen, liess sich von alten Nazis im Trainingslager anfeuern, um dann sportlich – Sie erraten es – an den Ösis zu scheitern. Weiterlesen

Wenig Aufwand – viel Ergebnis

Das Geschäftsmodell von Günter Netzer
Als 8-jähriger habe ich ihn dafür bewundert, und ihn mir als Nachfolger von Hans Schäfer zum persönlichen Lieblingsspieler gewählt: den 21-jährgen Günter Netzer beim Regionalliga-West-Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach. Das war 1965. Jahrzehnte später machte er vor den Kameras der ARD fürstlich entlohnte Kalauer über seine eigene Trainingsfaulheit – und noblerweise kein schlechtes Wort über den heiligen Hennes Weisweiler. Das wäre heute mal spannend: von ihm aus dem Himmel zu hören, was er über das heutige Treiben denkt.
Wie komm’ ich drauf? Der Spiegel (Printversion, digital nur Paywall) verkauft sich heute mit alten neu aufgekochten Geschichtchen über den Kauf der Sommermärchen-WM 2006. Günter Netzer spielte dabei eine zentrale Rolle Weiterlesen

Organisationssoziologie: Selbstzerstörung

Das Bündnis mit “Bild” ist der sichere Tod
7,2 Millionen Mitglieder sind eine Macht. Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat sie einst besessen und ausgeübt. 1978 lud er eine alte Nazi-Grösse in sein WM-Trainingslager im faschistisch regierten Argentinien ein. Der ehemalige Wehrmachtssoldat und Bundeskanzler Helmut Schmidt mischte sich so wenig ein, wie der liberale Aussenminister und Fußballfan Hans-Dietrich Genscher. Der DFB kam schadlos damit durch. Im Bündnis mit Helmut-Kohl-Finanzier Leo Kirch und dem Bundeskanzler der rot-grünen Koalition Gerhard Schröder wurde dann bei der Fifa die WM für 2006 gekauft, die die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Stadion mitfeiern durfte Weiterlesen

Blaschke

Er erklärt den Zusammenhang von Fußball und Geopolitik
Ronny Blaschke ist ein Ausnahme-Sportjournalist. Von 1:0-Berichterstattung hält er sich ebenso fern, wie von Kollegen, die sich selbst – wie alle Fußballfans – für den besten Bundestrainer halten. Im besten Sinne ist er ebenso ein Fallensteller für all die, die ihre Distinktion daraus beziehen, dass sie mit Fußball nichts zu tun und nichts von ihm wissen wollen. Wer nichts wissen will, versteht dann irgendwann “die Welt” nicht mehr – auch keine Lösung. Zwei Blaschke-Beispiele. Weiterlesen

Übereifer

Pipeline fertig – Arme Reiche – Armer DFB – Arme Antisemitismus-Bekämpfung
Mesut Özil wird vorgeschoben, damit sich die Öffentlichkeit an dem kaltgestellten Fußballer gütlich tut. Ausgerechnet als Erdogan-Anhänger versucht sich der Stillgelegte in Erinnerung zu bringen. Doch eine Pipeline-Fertigstellung kann er damit nicht übertönen. Jetzt fehlen nur noch die Politiker*innen-Proteste. Haben Sie was gehört?
Wenn das Sein das Bewusstsein bestimmt, dann können die Reichen nicht anders Weiterlesen

War was?

Ein Sommer ohne Märchen
Die Jüngeren werden sich nicht erinnern. 2006 war es. Eine korrupte Koalition aus deutscher Politik, Fußballkriminellen und mittlerweile pleitegegangenen Medienkonzernen (Kirch) kaufte bei der Mafiaorganisation Fifa eine Fußball-WM. Verbunden mit glücklichen Wetterumständen – vergleichbar zur diesjährigen Corona-Krise – gab nicht nur eine Fernsehnase bekannt, dass er aus dem Hubschrauber erkannt habe, wie “schön” unser Land sei. Es war in der Tat, so erlebte ich es im schönen Bonn, ein einziges riesiges Strassenfest. Weiterlesen

Absacken

Von Günter Bannas
Zeitenwende in Berlin vor 15 Jahren. Es nahte das Ende der „rot-grünen Ära“ 2005 und auch von Gerhard Schröders Kanzlerschaft. Vorlauf 2004. Bei der Europa-Wahl, einer Fülle von Landtags- und Kommunalwahlen (auch im Ruhrgebiet, der „Herzkammer“ der Sozialdemokratie) schnitt die SPD desaströs ab. Aus guten Gründen überließ Schröder den SPD-Vorsitz seinem Fraktionsvorsitzenden Franz Müntefering, der die Sozialreformen des Kanzlers („Agenda 2010“) durchpaukte. Doch nichts wurde besser. Weiterlesen

Wie diskursfähig sind Liberale und Linke?

Rechtsradikale Menschenhasser sind nach dem 2. Weltkrieg nicht verschwunden. Angesichts der Katastrophe, die sie der Welt bereitet hatten, haben sie ihre Sichtbarkeit ausgeschaltet. Sie versteckten sich. Habe ich nicht gewusst. Bin ich nicht dabeigewesen. Eilfertig schlüpften sie in die Rolle konservativer Demokraten, die sich bei Wiederaufbauwundern hervortaten. Im Kommandieren waren sie schon immer ganz stark, Herrenmenschen halt. Hauptsache kein Sozialismus. So entstand die BRD.
Als über 20 Jahre später eine radikale Minderheit von jungen Erwachsenen dagegen rebellierte, sahen die Ersten ihre Zeit gekommen und vitalisierten die NPD, Weiterlesen

Trump&Murdochs Fox / ÖPNV-Tarife

Eine grosse Pest für die demokratische Kultur sind die Medien des Rupert Murdoch. A propos: bei Springer wirds auch spannender als gedacht. Murdoch hat nebenbei die Fußballmafia gefüttert, aber diesen Geschäftszweig (Sky) mittlerweile verkauft. Der Kerl ist bald tot, und seine Blagen wollen Geld sehen. Behalten hat er sein politisches Machtinstrument, die TV-Kette Fox. Vielleicht ein Wettbewerb zwischen Murdoch und Trump, wer von wem abhängt, wer den Längsten hat? Möglich ist das. Weiterlesen

Captain America: es ist eine Frau!

Die taz hat sich für ihre Frauen-WM-Berichterstattung mein Sonderlob verdient. Am Wochenende setzte sie völlig zurecht in einer Wiederholung das politisch wertvolle Megan Rapinoe-Porträt von Sebastian Moll wieder ein. Bemerkenswert an dieser Lady – im Unterschied z.B. zu Ex-Torhüterin Hope Solo – scheint mir ihre bewusste Strategie sich nicht als Solo(sic!)-Megastar zu verkaufen, sondern als Teamplayerin aufzutreten. Diese Klugheit vermisse ich heute im politischen Geschäft immer mehr.
Zum Niederknien gut ist vor allem die journalistische Leistung von Alina Schwermer. Weiterlesen

Eine neue Fifa: Messi und Rapinoe

Das wäre es. Die gleichermassen über die Fußballkorruption empörten Lionel Messi und Megan Rapinoe sind in einem Fußballer*innen*alter, in dem sie bald mehr Zeit haben. Messi verfügt ausserdem über einen nicht unbeträchtichen Haufen an Kapital, und beide wiederum über weltweit bedeutende Netzwerke. Warum sollten sie nicht einen neuen Weltfussballverband gründen? Die Fifa mit Don Infantino könnten sie aus Zürich vertreiben und ins saudi-arabische Exil schicken. Weiterlesen

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