Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Junge Welt (Seite 12 von 18)

Gute Ideen, schlechte Ideen

Wohnungsnot / Wundersame Bahn XLVI
Hätte ich das Mietshäuser-Syndikat schon vor über 20 Jahren gekannt, wer weiss, ob ich dann heute in meiner Single-Eigentumswohnung hausen würde? Im Rahmen der herrschenden Verhältnisse ist es gewiss eine gute Idee. Eine politische Lösung kann es, schon von seinem minimalen Umfang her gesehen, nicht sein. Als Angehöriger der zu ihrer Zeit langlebigsten Wohngemeinschaft Bonns in Beuel (1971-1998), freut es mich zu sehen, dass sich auch heute noch Menschen zu erstaunlich grossen Gruppen zusammenfinden, um gemeinsam zu wohnen. Ich versichere: das ist immer ein grosser Lernprozess, über sich selbst, und die Menschen an sich. Weiterlesen

Thunberg / MBS&Bezos / dos Santos

Die Sache mit der jungen Frau aus Schweden, ist sie denn so schwer zu verstehen? Der Medienhype um sie irritiert, ist aber mit einem Minimum an Intelligenz zu erklären. Massenmedien gehen davon aus, dass ihr Publikum doof ist. Sie vereinfachen Zusammenhänge („personalisieren“), damit auch die Dümmsten ihr Zeug kaufen. Die Klügeren kaufen das Zeug genauso, weil sie vorgeblich darüber erfahren wollen, was denn die Dummen denken, insgeheim aber auch mal ungestört dummbleiben wollen. Wolfgang Pomrehn/telepolis versucht auch den dümmsten Dogmatiker*inne*n die Sache von Greta Thunberg zu erklären, kurz & knapp. Danke! Weiterlesen

Was in der Tagesschau fehlt

Russland / China / Libyen / Wundersame Bahn XLIV: Speisewagen
Oft frage ich mich: halten Auslandskorrespondent*inn*en mich als Publikum für zu blöd? Dass ich „zu viele“ Details und Systemstrukturen sowieso nicht verstehen kann? Oder sind sie es selbst? Zu blöd? Oder zu belastet? Oder beides? Die gestern berichteten politischen Veränderungen in Russland: ging es nur um Wladimir Putin und seinen Machterhalt (ohne Personalisierung geht im deutschen Journalismus gar nichts!)? Oder ging es doch auch irgendwie, vielleicht so nebenbei, auch um Weiterlesen

Küppi zum WDR

Flach zu Lindner / Gladbacher Hinrunde
Zum Zustand des WDR habe ich keine Lust mehr. Nicht zum Hören oder Sehen, nicht zum Schreiben oder Kommentieren. Wie schön, dass mir Friedrich Küppersbusch in der taz diese Arbeit abgenommen hat: Wenn ein paar Millionen Türkdeutsche im ZDF der Ziegenfickerei beigewitzt werden, hagelt es alle Fernsehpreise Deutschlands und Bild schwingt sich zur heldenmütigen Schildmagd der Satirefreiheit auf. Wenn ein paar Millionen Senioren im WDR als Umweltsäue provoziert werden, wird das Stück gelöscht, der Intendant zum Zensor und in Bild deliriert Wagner von „der Entlassung der Verantwortlichen“. So viel zum „linken Mainstream“ in diesem Land. Weiterlesen

Fülberth und Funk

Georg Fülberth, alter Kämpe einer mit materialistischen Instrumenten ausgestatteten Politischen Wissenschaft, und ähnlich blitzgescheit, versucht sich an dem gleichen Thema wie jüngst Albrecht von Lucke – nur mit noch weniger Auswegen. Auf für mich schockierende Weise verzichtet er auf eine Fähigkeit, die er nachweislich besitzt, und die qualifizierter Politikwissenschaft eigen ist: Prozessdenken. Oder hat die Junge Welt solchen Verzicht bei ihrem Manuskriptauftrag verlangt? Fülberths Szenario läuft am Ende Weiterlesen

Bezos hat den Längsten

Nicht, dass es mir wichtig wäre. Aber ein Symptom für den Kampf um die Weltherrschaft in den Medien ist es. Die Uefa und die europäischen Fußballkonzerne wollen vom dicksten aller Fische gefressen werden: Amazon. In dieser Liga spielt sonst nur noch das saudische Feudalregime. Und das ist bei der Uefa z.Z. nicht sooo beliebt, weil es im Medienkrieg gegen Katar die Uefa-Champions-League in Piratenmanier parallel ausgestrahlt hat, ohne um die TV-Rechte nachzusuchen.
Der Fußball verzichtet damit freiwillig für Geld auf gesellschaftliche Relevanz. Weiterlesen

Piraterieförderung

Sportjournalismus / Filmbusiness
Klaus Bittermann versauert nun schon seit langem hinter der Paywall der Jungen Welt. Tragisch, für ihn. Dafür haben sie meinen Leser André Dahlmeyer, herzliche Grüsse nach Buenos Aires, heute freigelassen. Mit ein wenig Verspätung erreichte mich sein Spielbericht vom Finale der Copa Libertadores, der „Champions League“ von Lateinamerika. In rund 170 Ländern soll es im TV übertragen worden sein. Unser kleines, ahnungsloses Land gehörte nicht dazu.
Auch die Jungle World erwürgt sich mit ihrer Paywall selbst. Weiterlesen

Sensation! – Pressebericht über Medienstreik

Abbitte bei „VP01“? – Gesundheits-Volkserziehung – Afrika-Berichterstattung
Wenn es um Medien und Presse geht, reicht die grundgesetzlich verankerte Pressefreiheit praktisch nicht mehr weit. Hier werden Sie dagegen geholfen. Aber heute habe ich tatsächlich einen Bericht gefunden, von einer Zeitung, der Jungen Welt. Nicht alles aus der DDR ist schlecht.
Den V-Mann mit der Dienstbezeichnung „VP 01“ habe auch ich vor ca. 2 Jahren hier ordentlich durchgezogen. Weiterlesen

Todeskampf

Wirre Medien in und aus Frankfurt, Berlin, München
Meine These: der Anteil der Irren in den genannten deutschen „Metropolen“ liegt weit über dem Durchschnitt. Wir im Westen sind jeden Tag malochen gegangen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Dabei haben wir Profitraten erarbeitet – unsere eigene Doofheit! – von denen sich die Irren in diesen Metropolen ein schönes Leben, mit ein bisschen Überbauproduktion und Bankenkriminalität, machen konnten. Schönes bleibt. Nur das mit dem Malochen funktioniert immer weniger …
Reminiszenzen einer Ü60-jähringen. Nun geht es aber auch den Irren in den Metropolen an die Wäsche. Und darüber werden sie noch irrer. Aktuelle Indizien. Weiterlesen

Unter der Oberfläche der Parteienscharmützel

Der gute alte Georg Fülberth behält den historischen Überblick über Ähnlichkeiten und Unterschiede historischer Situationen (der Jungen Welt ist zuzutrauen, dass dieser Beitrag in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv verschwindet). In einem Punkt sehe ich es anders: Fülberth meint, bei Rot-Rot-Grün müssten „militärpolitische Zugeständnisse“ die Linkspartei „zerstören“. Einen argumentativen Nachweis dafür bleibt er schuldig. Hat der Kosovokrieg 1999 die Grünen zerstört (ich gehörte zur unterlegenen Parteiminderheit)? Hätte er es tun sollen? Weiterlesen

„Achtsamkeit“: 4.000.000.000.000 $

Politik machen wäre billiger
Der neoliberale Individualismus richtet viele so zu, dass sie glauben, ihr Unperfektsein sei ihre eigene Schuld. Denn auch daraus lässt sich ein ansehnlicher Markt kreieren. Und der Versuch, uns alle besser unter Kontrolle zu bringen. Wenn irgendwas „nicht stimmt“ – es liegt an mir. Jahrhunderte der Sozialwissenschaften werden ausradiert: in diesem aufschlussreichen Essay von Max Tholl/Tagesspiegel schön zusammengefasst. Weiterlesen

Wundersame Bahn XXXIII

Die schön-fatalistische Bahngeschichte des Tages ist von Michaela Conrad/Junge Welt. Sie beginnt in Wien-Meidling und „erreicht“ Frankfurt/Main. Das Ende bleibt offen – wie es halt so ist bei schönen Bahnreisen.
Das gibt Gelegenheit auf das Buch des Wutbürgers und ehemaligen Stern-Reporters Arno Luik hinzuweisen: „Schaden in der Oberleitung“. Hui, bei dem hat sich einiges angesammelt. Vorabdrucke verschiedener Kapitel gibt es bei der Kontext-Wochenzeitung und bei telepolis.

Mittelmeer / Russland / Israel / Jemen / Bayern

Rene Martens/Medienkorrespondenz bespricht zwei sehenswerte Filme über private Seenotretter*innen im Mittelmeer.
Reinhard Lauterbach/Junge Welt bewertet die Protestaktionen in Moskau gegen die Nichtzulassung von Kandidaturen zur Kommunalwahl. Eine sehr lesenswerte Gesamtanalyse russischer Politik kommt, endlich mal wieder, vom in Russland lebenden Kai Ehlers. In den 70ern war er presserechtlich Verantwortlicher der linksradikalen norddeutschen Sekte KB, die mich damals sehr genervt hat. Weiterlesen

adorno—-50 jahre

PUNKT halb VIER

konnte ich gestern nachmittag den schönsten tisch im garten vom
„tigges“ in düsseldorf belegen -und dann tröpfeln sie nacheinand-er ein,
die GLORREICHEN DREI, die zur „viererbande“ noch fehlen —GÜNTHER mit
TH -schliesst sein fahrrad an- -dann FRAUKE mit den „noten zur
literatur“ – und unterm arm ihre abonnierte „frankfurter rundschau“ von
vorgestern —6.august 2019 — seinem 50. todestag — als sich der abwurf
der A-bombe über hiroshima -1945- zum 14.mal jährt— —mit einem
grossen ADORNO-foto auf der titelseite—mit abstehenden ohren Weiterlesen

Adornos Tod und #fridaysforfuture

Schon zu Lebzeiten fand ich ihn nervend langweilig. Ich war 11. Das TV war schwarz-weiss. Ein Professor mit Glatze, der gespreizt daher redete, mit Wörtern, die ich nicht verstand: „Fremdwörter sind die Juden der Sprache.“ Theodor W. Adorno hat heute 50. Todestag. Die Medien sind überfüllt davon. Die Frankfurter 68er sind Weltmeister, mindestens deutsche Meister wie der Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum, in der Disziplin der Selbstinszenierung und Selbstikonisierung – schauen Sie sich nur Daniel Cohn-Bendit an! Ich verspreche: seine letzte Erwähnung in diesem Text. Das meiste, was ich über Herrn Adorno weiss, habe ich von Extradienst-Gastautor Dieter Bott erfahren. Er hat bei ihm studiert. Weiterlesen

Polen-Steppe / Geschwister Rapinoe / Attentatsskandal Amri

Reinhard Lauterbach/Junge Welt berichtet, dass sich unser östliches Nachbarland noch zu Lebzeiten der meisten von uns in eine Steppe verwandeln werde, dank Klimawandel und der dort vorherrschenden Wasserverschwendungspolitik.
Die Jungle World der Vorwoche hatte das Titelthema „Captains For Future“. Der Text von Georg Seesslen harrt noch der Online-Freischaltung. Sehr beeindruckend der jetzt schon lesbare Text von Elke Wittich über den Familien- und Geschwisterhintergrund der kämpferischen Captain Megan Rapinoe. Weiterlesen

Aussenpolitik: Nervosität in Berlin

Gewöhnlich lese ich weder Arnold Schölzel. den Schlaumeier-Chefredakteur der Jungen Welt, noch das Springermedium „Welt“, dessen Stilllegung von den Eigentümern bereits avisiert ist. Normalerweise sind beide für mich politisch nicht satisfaktionsfähig. Heute habe ich mal eine Ausnahme gemacht. Denn was Schölzel über seine „Welt“-Lektüre berichtet, ist in der Tat spektakulär. Die „Atlantiker“ geben auf. Weiterlesen

Africa-Cup: Finale heute 21 h

mit Update 22.7.
Für die meisten Deutschen ist vermutlich ein in Afrika umfallender Sack Reis. Im Weltfussball ist es aber ein wichtiges Top-Ereignis, und sogar nebenan in Frankreich. Da ist es ein „Hochrisiko“-Spiel, obwohl es nur in der TV-Glotze zu sehen ist. Hierzulande noch nicht einmal das.
Persönlichkeit mit Starappeal ist zum einen Riyad Karim Mahrez auf seiten der favorisierten Algerier. 2016 war er wichtigster Spieler des englischen Sensationsmeisters Leicester City. Letzte Saison zog ihn der von Prinz MBZ schrankenlos durchfinanzierte Meister Manchester City, und ihm ist zu wünschen, dass er dabei eine*n kompetente*n Berater*in hat.
Auf der anderen Seite Senegal, Weiterlesen

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