Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: overton-magazin (Seite 12 von 13)

Krieg und Journalismus-Elend

Extradienst-Leser*innen lesen “gerne” über den Krieg. Sicher nicht, weil Sie sich amüsieren wollen. Eher aus Hunger. Manche wissen es, andere spüren es nur – das Angebot der handelsübliche Leitmedien ist – höflich formuliert – nicht ausreichend. Viele Perspektiven kommen nicht/kaum vor. In und während Kriegen ist das üblich. Die Berichterstatter*innen machen sich selbst zur Partei, auch solche aus neutralen Ländern, für das Gute, gegen das Böse. Konsument*inn*en merken, dass ihnen ein eigenes Urteil nicht mehr überlassen, sondern vorgekocht wird. Selbstverständlich nur aus gutem Willen – was sonst auf der Seite des Guten? Weiterlesen

Dissidenten

Florian Rötzers digitales Overton-Magazin ist die Anstrengung, in der Aufmerksamkeitsökonomie aufzufallen, anzusehen. Sie ist nicht vergeblich, der Chefredakteur ist erfahren genug. Manchmal übernehmen seine Ex-Kolleg*inn*en bei telepolis Texte von ihm. Ihre Anstrengungen, das von ihm hinterlassene publizistische Erbe zu erhalten und adäquat weiterzuentwickeln, dauern an. Ich würde es vorsichtig so bewerten: eine Steigerung stelle ich bisher nicht fest. Aber es ist auch kein leichter Job. Weiterlesen

Strom

Meine Stromabrechnung ist eingetroffen. Mein Stromverbrauch ist um knapp 10% gesunken. Mein persönlicher Verbrauch wird der Kategorie “gering” zugeordnet und ist halb so hoch wie der Durchschnitt. Das ist beim morgigen Mittagessen einen Nachtisch wert. Mein monatlicher Abschlag erhöht sich trotz allem um knapp 10%. Wenn ich mein aktuelles Guthaben einfach stehenlasse, kann ich über zwei Jahre dabei zusehen, bis es weg ist. Beim Strom habe ich also null Krise. Anders das Atomstromland Frankreich. Weiterlesen

Die uns “beschützen”

Meine grösste Sorge gilt der Unabhängigkeit solcher Medien

Gestern strahlte ZDFneo die zweite Staffel “Alex Rider” aus. Eine erfreulich flott  und very british inszenierte Story um einen sympathischen halbwüchsigen James Bond jr., der den Geheimdiensten die Stirn zu bieten vermag, weil er, ähnlich wie die heutigen Klimaaktivist*inn*en, von dieser Welt, ihrer Wissenschaft und Technik mehr versteht als die routinierten Alten. Aber natürlich ist es auch ein Märchen, wie wir es uns als TV- und Streaming-Glotzer*innen zur adventlichen Unterhaltung in den dunklen Tagen gerne servieren lassen. Wenn Sie nicht desillusioniert werden wollen, hören Sie jetzt besser auf weiterzulesen. Weiterlesen

Werteumleitung

Der chinesische Verkehrsminister Um-Lei-Tung ist mutmasslich der mit der weltweit längsten Amtszeit. Und wie “der Russe” hat er bis heute überall seine Finger im Spiel. Vor allem wenn es um die Manipulation der Werteleitung der deutschen Aussenpolitik geht. Denn wer sonst soll diese von Schaubildern (oder “Tafelnummern” in der “Anstalt”) nicht mehr erfassbaren Windungen verursacht haben? Ob Ralf Fücks mit ihm verwandt ist, vielleicht bei ihm seine Marxismus-Schulungen erhalten hat? Aber ich schweife ab. Weiterlesen

Oskar II

Florian Rötzer/overton, dem ich im Welt- und Politikbild durchaus nahestehe (ohne, dass wir uns über E-Mail-Korrespondenz hinaus persönlich kennen gelernt hätten), interviewt den kürzlich wieder als Buchautor aufgefallenen Oskar Lafontaine: “Oskar Lafontaine: ‘Es ist immer nur eine verschwindende Minderheit, die den Krieg will’ – Von Oskar Lafontaine ist gerade die Streitschrift „Ami it’s time to go!“ erschienen. Im Interview erklärt Lafontaine, warum Deutschland und Europa sich von der Weltmacht USA lösen sollen, dass es darum gehen muss, das Blutvergießen in der Ukraine zu beenden, und warum ein „faschistoides Denken“ auch bei Vertretern der Bundesregierung eingezogen ist.” Weiterlesen

Vom Völkerrecht her

Als Kabarettpointe ist “Ich komm’ ja mehr vom Völkerrecht her” schon etwas ausgeleiert. Der folgende Text und seine Texthinweise ist entsprechend wenig lustig. Für fundamentale Verstimmung sorgt mal wieder der emsige Wolfgang Pomrehn/telepolis, trotz seiner wiederkehrenden “guten Nachricht der Woche”. Ich würde es positiv wenden: dass die Räumung von Lützerath im Kern völkerrechtswidrig wäre, ist politisch eine gute Nachricht. Schlecht daran ist, dass die schwarz-grüne Landesregierung sich daran so wenig halten will, wie der gaseinkaufende Robert Habeck. Wolfgang Pomrehn macht uns darüber hinaus Vorfreude auf neue Viren – es soll ja nicht langweilig werden. Weiterlesen

Zwei Perlen der Vernunft

Die Sache mit dem Waffenhandel wird hierzulande nicht allzu gerne offen diskutiert. Sie sehen ja, was mit einer Armbinde alles ausgelöst werden kann. Oder mit zwei Stunden Betriebsausfall eines Flugplatzes. Und ich will gar nicht wissen, was die Staumitglieder auf der St. Augustiner Strasse mit einer grünen Oberbürgermeisterin anstellen würden – ich kam ja auf der Kreuzung an ihnen mit meinem Fahrrad vorbei, der Schleichverkehr aus der Combahnstrasse hingegen hatte das – auch wieder gerechte – Nachsehen. Aber es gibt auch Wichtiges. Weiterlesen

Oskar

Ob Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine noch zusammen sind, darüber widersprechen sich meine Quellen. Darunter die, die mir von dieser Liaison rund zwei Jahre früher berichtete, als sie von den beiden veröffentlicht wurde. Einerseits ist das Tratsch. Andererseits aber politisch nicht irrelevant, vor allem für die persönliche Entwicklung dieser beiden wichtigen Figuren des öffentlichen Lebens. Beide haben nachhaltig dazu beigetragen, politische Hoffnungen zu wecken, als auch wieder zu zerstören. Und das in atemberaubender Geschwindigkeit. Dass zwei Personen, ob einzeln oder als Paar, das so stark beeinflussen können, sagt auch was über die substanzielle Schwäche der davon betroffenen Organisationen. Weiterlesen

Katarstimmung

“Datenlieferung der GfK verzögert sich”

mit Update nachmittags

So prangt es bis mittags auf meinem Videotextbildschirm, wo sonst täglich die TV-Einschaltquoten des Vortages erscheinen. Nach dem Desaster des WM-Eröffnungsspiels wird daran offensichtlich noch gearbeitet. Oder ist die GfK von den Geheimdiensten Qatars und der Fifa gehackt worden? Das “Top-Spiel” des WM-Favoriten Argentinien gegen den schweren Gegner Saudi-Arabien (1:2) wird vorsichtshalber nur im Pay-TV der Telekom sichtbar gemacht. Noch cleverer ist nur ein Lebensmittel-Monopolist aus Köln. Weiterlesen

Karneval im WDR

mit Update 12.11.

Seit 1976 lebe ich im Rheinland. Rund 15 Jahre war ich darauf bedacht, mich immer zum Karneval in sichere Regionen zu verziehen – das war meistens Ostfriesland. Erst mit dem, was vor 30 Jahren das “Arsch huh”-Konzert in mir veränderte, gelang mir eine gemässigte Integration in die fremde Kultur. Weiterer wichtiger Impulsgeber dafür war die “Stunk-Sitzung”, zu deren Tradition es damals gehörte, in den vom WDR gesendeten Aufzeichnungen zensiert zu werden. Den Piepser, als Jürgen Becker über Kardinal Meißner sagte “Aber ene Arschloch ese doch!”, habe ich auf VHS-Cassette. Weiterlesen

Echos

Auf Buhrow, Qatar-WM, Inlandsgeheimdienst/NSU + immer noch keine Mediathekperle

Seit 2013 ist Tom Buhrow “der am meisten überforderte Intendant” des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Die Amtszeit eines WDR-Intendanten beträgt sechs Jahre. 9 Amtsjahre hat er jetzt. 3 könnten theoretisch noch folgen. Nach seinen jüngsten Eingebungen kriegt sich die Medienbranche kaum noch ein – zwischen Begeisterung (FAZ, Friedrich Merz, Christian Lindner) bis zu reserviert-diplomatischer Positionierung (ZDF, andere ARD-Intendant*inn*en). Die beste Buhrow-Kritik lieferten politisch Gerhart Baum (FAZ-Paywall) und sprachlich Willi Winkler (SZ-Paywall). Eine gute verdauliche Zusammenfassung gibt es hier. Weiterlesen

Er gibt auf

mit Update 4.11.: Subversion des ZDF

Buhrow? Oder der WDR? Oder beide?

Das Schmerzlichste an meinem Verlust des WDR war seine fast vollständige Aufgabe publizistischen Ehrgeizes, seine Angst Ärger zu provozieren, vor einer Imagination von Publikum. Denn er kennt es nicht wirklich. Am wenigsten sein Intendant, der – das Sein bestimmt das Bewusstsein – in der Welt der Tycoons und der Schönen verkehrt und von ihnen ernstgenommen werden will, was aber zuverlässig misslingt. Weiterlesen

Staatsmänner

Wenn Staatsmänner reden, besteht die Kunst der Rezeption nicht nur in der Übersetzung in andere Sprachen, sondern auch darin, den Jargon zur Kenntlichkeit zu dekodieren. Letzteres überlasse ich im Folgenden Ihnen selbst. Mann kann das lernen. Und Frau auch. Und der Einfachheit halber die gute Nachricht zuerst. Wenn Sie keine schlechten mögen, hören Sie danach mit dem Lesen auf. Die gute Nachricht ist der neue alte brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Weiterlesen

Nun hat der WDR auch seine Affäre

Und: Russland soll Hetero-Zoo werden / Österreich ist schon hier

Viele Jahre hat er es friedlich versucht. Nun trifft er sich mit seinem Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht: der WDR-Redakteur Jürgen Döschner. In meinen Augen ein klares Führungsversagen, das nicht nur ich, sondern auch die Autorinnen Anne Burgmer/Kölner Stadt-Anzeiger und Annika Joeres/Correctiv den Herren Buhrow (Intendant) und Schönenborn (heimlicher Intendant) zuordnen: “Vorwurf beim WDR: Kaltgestellt wegen kritischer Berichte – Ein Journalist des WDR verklagt seinen Sender wegen Nichtbeschäftigung. Sein Vorwurf: Wegen kritischer Berichte zum Hambacher Forst und anderen Klimathemen erhält er kaum noch Aufträge, trotz guter Bezahlung.” Weiterlesen

Ahnungs-, hilflos, mitleidserregend

Wenn Sie nicht in der Politbranche tätig sind oder waren, müssen Sie wissen, dass in der Sprache der derzeit aufstrebenden Politmachos “Mitleid” die Höchststrafe ist. Weiter “unten” geht nicht. Ist unsere Bundesregierung und die sie tragende Ampelkoalition dort schon angekommen? Ich lasse diese Frage jetzt mal lieber noch offen. Die Urteile der geschätzten Kollegen Albrecht von Lucke/Blätter und Wolfgang Storz/bruchstuecke sind nicht mehr weit davon entfernt. Weiterlesen

Was ist “Europa”?

Kennen Sie seine “Werte”? Was leitet seine Politik?

Extradienst-Gastautor Peter Wahl würde zum Folgenden sagen: “Siehste! Sarichdoch.” Er beherrscht das Handwerk materialistischer Analyse, das selbst im wissenschaftlichen Raum nur noch wenig verbreitet ist. Es wäre auch ideologisch allzu verbohrt, das zur Voraussetzung politischer und publizistischer Satisfaktionsfähigkeit zu machen, jedenfalls für mich als Linksliberalen. Wie komm ich drauf? Ulrike Guérot. Weiterlesen

Von “Win-Win” zu “Loose-Loose”

Kataklysmus: Zusammentreffen geopolitischer und umweltpolitischer Stürme

Gerne darf jede*r andere Meinungen zu Friedens-, Auf- und Abrüstungs-, sowie Aussenpolitik haben als ich. Wissenschaftlicher Konsens ist meines Wissens, dass der Klimawandel keine Aufschubpolitik mehr duldet. Dass junge Menschen zunehmend panisch und aktionistisch agieren, ob im privaten oder im politischen Bereich, ist nicht irrational, sondern vernünftiger, als es uns allen lieb sein kann. Bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow vor ca. einem Jahr haben die Staaten sich verpflichtet, “diese (Klimakrise) durch ihre jeweiligen beschleunigten Maßnahmen im kritischen Jahrzehnt der 2020er Jahre zu bewältigen, um katastrophale Auswirkungen zu vermeiden“. Dä. Weiterlesen

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