Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Radio (Seite 25 von 26)

“Ordnungskonkurrenzen” – aus Afghanistan, Libyen, Irak nichts gelernt?

Deutsche Aussenpolitik aus Sicht von Volker Perthes (SWP)
Leser*innen dieses Blogs wissen, dass mein Entsetzen über die Praxis der Aussenpolitik unserer Bundesregierungen der jüngeren Vergangenheit eher steigt als abnimmt. Überfordern die zahlreiche Schwelbrände die Kapazitäten des Aussenministeriums? Nimmt die aussenpolitische (Aus-)Bildung deutscher Politker*innen ab, weil sie sich zuwenig dafür interessieren, weil ihre Wiederwahl nicht davon abhängt? Oder nehmen die widerstreitenden Interessen in den diversen Bundesministerien so zu, dass daraus keine konsistente Politik mehr herstellbar ist – wie eine verkleinerte Version der Differenzen in der EU? Weiterlesen

Tiefenströme der Klimadebatte

In Hauptstadtberlin und seinen Ministerien haben es wohl noch nicht viele gemerkt. Ich gestehe: auch ich habe länger gerätselt über den Höhenflug der Grünen. Wer “zu viel” über ihre inhaltliche Substanz und Leistungsfähigkeit weiss, meint bisweilen, das könne eigentlich nicht sein. Ist aber so. Und es hat “fukushima-effekt-“artig mit der Klimapolitik zu tun. Es hat sich, wenig ausgeleuchtet durch die mächtigen Medien, in den Köpfen vorwiegend junger Menschen was verschoben, langsam aber gewaltig, wie es sonst nur Erdplatten tun.
Wer das, wie ich, mit Freude registriert, kommt nicht umhin, Weiterlesen

Sarajevo / Iran

Die heutigen Nachrichten brachten meinen Kreislauf ingang. Ein Staatssekretär meint, die Bahnpreise seien zu niedrig. Für ihn bestimmt, er bekommt beruflich eine Netzkarte geschenkt. Solche Kerle sind gemeingefährlich für Wirtschaft, Infrastruktur und Umwelt. Sein vorgesetzter Minister will die Daten der Autofahrer*innen geschenkt bekommen und verspricht als Gegenleistung dafür keine Staus mehr. Gut, ich muss mich nicht aufregen, bin ja kein Autofahrer. Aber von diesem Kerl würde ich noch nicht einmal ein gebrauchtes Fahrrad kaufen.
Ich habe zwar aus den Ampel-Koalitionsverhandlungen gehört, Weiterlesen

Und es war Sommer!

Yann Sommer, seit 2014 die Nr. 1 der Schweizer “Nati” und bei Borussia Mönchengladbach, spielt gegenwärtig, im Dezember 30 geworden, die Saison seines Lebens. Die gewonnene Reife ist ihm bei TV-Interviews in jeder Sekunde anzusehen. Er gehört zu den “Chefs” des gegenwärtigen Tabellendritten, und dem 1,83m-kleinen Mann ist zuzutrauen, dass er mit dafür sorgt, dass sich das auch nicht verschlechtert. Das ist der neue Zug, der gestern präsentiert wurde: Weiterlesen

Fußball-Rassismus ? / Klima-Imperialismus?

Wie Roland Appel heute nacht geschrieben hat, geht in der öffentlichen Kommunikation einiges schief, weil die Menschen noch keine Zeit hatten, die Nutzung zahlreicher neu erbauter Medientechnologien zivil und kulturell ausreichend zu erlernen und zu beherrschen. Mesut Özil mit seinen angeblich 23 Mio. “Followern” ist so ein Herrscher – und was ist bei dem schon alles schief gegangen. An der Fußball-Rassismus-Debatte, die um diesen in Gelsenkirchen-Bismarck aufgewachsenen Hochbegabten während der WM geführt wurde, habe ich mit diesem Blog teilgenommen. Es war nicht immer leicht, dabei klare Sicht zu behalten. Eine Hilfestellung dafür hat gestern Ronny Blaschke im DLF Kultur geliefert. Weiterlesen

Rosa & Karl

Vor 100 Jahren wurden nicht nur die Jungdemokraten gegründet – daran arbeitet mein Mitautor Roland Appel (zusammen mit Theo Schiller, Berthold Meyer und Michael Kleff) gerade unter Hochdruck – sondern auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Der lange Schatten dieses Verbrechens liegt nicht nur über der ritualisierten Demonstration, die dazu jedes Jahr in Berlin stattfindet, sondern auch über der SPD. Mit den Ermordeten zusammen denken viele Menschen, dass das Elend der SPD mit ihrer Zustimmung zum Krieg 1914 begann.
Aufgearbeitet ist das bis heute nicht. Einen Beitrag dazu leistete immerhin Weiterlesen

Art. 15 GG – der schlafende Riese

Es muss Ende der 70er/Anfang der 80er gewesen sein, als die angehende Erstsemsterin der Politischen Wissenschaften Katina Schubert aus irgendeiner Mittelgebirgsregion, ich habe vergessen ob es die Eifel oder der Westerwald war, in die grosse Stadt Bonn kam. Die war der damaligen Jungsozialistin schnell zu klein, wie auch ihre Partei SPD. Als bekennende Lesbe kam ihr der Hauptstadtumzug nach Berlin 1999 gewiss gelegen. Trotz ausgedehntem Jobhopping, sie ging Konflikten und Schwierigkeiten nie aus dem Weg, Weiterlesen

Ein Finne mit Haltung

Die Sportsensation dieses Winters ist der finnische Fußballnationalspieler Riku Riski. Er will “an Werten festhalten”. Werte? War da nicht was bei der WM? Im DFB? Der soll auch Werte haben, sagt er. Beim Fußballkonzern im süddeutschen Raum, der sich seit vielen Jahren in Katar mit vergoldeten Schnitzeln verköstigen lässt, hatten sie sogar letztes Jahr Teile des Grundgesetzes auswendig gelernt. Und jetzt macht ihnen ein Finne was vor.
Dem Bazi Riski fehlt einfach der geopolitische Gesamtüberblick, Weiterlesen

Twitter oder FAZ?

Es gibt zum Glück noch mehr Möglichkeiten
Wolfgang Michal hat sich zu einer launigen FAZ-Kritik hinreissen lassen. Ja, das lässt schon tief blicken und ist auch nicht unlustig. Und seine selbstformulierten Skrupel weisen ihn als reflektierten Autor und Menschen aus. Den ernsten Kern habe ich bei ihm bereits als Kommentar hinterlassen: wer sich auf eins oder wenige Medien fixiert, ist selber schuld und wird mit Selbstreferentialität, in schweren Fällen lebenslänglich, bestraft. Weiterlesen

Urgewald zum Weltbank-Führungswechsel

Weiter unten noch was zu Handwerkern und zum ZDF
Gestern ist unserem alten gemeinsamen Freund Knud Vöcking eine erstklassige Medienperformance gelungen. Für die globalisierungskritische Umweltorganisation Urgewald kritisierte er die Drehtürnutzung des bisherigen Weltbankchefs, der wie so viele, die es ähnlich tun, jetzt noch ein paar Jahre mal so richtig reich werden will. Knud war überall, wo ich ihm begegnete, für Finanzen zuständig, im AStA der Uni Münster wie bei den Jungdemokraten. Später war er, Weiterlesen

Jemen / Russland / Indien / Pakistan / Ägypten / Gabun / Italien

Jemen
27mal an 365 Tagen soll die Tagesschau im letzten Jahr über die nach Urteil der Uno “schlimmste humanitäre Katastrophe”, den Jemen-Krieg, berichtet haben. Dafür ist es aber deutschen Konzernen umso besser als gelungen, sich am dortigen Massenmord aktiv zu beteiligen. Wenn die Bundesregierung vornerum eine Exportstoppshow spielt, wird hintenrum von ausländischen Produktionsstandorten geliefert, und simsalabim – keine*r ists gewesen. (der letzte Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv).
Russland
Während hierzulande über Ukraine, Sanktionen und Northstream2 gestritten wird, ärgern sich die Russ*inn*en über das Gleiche wie wir: die Rente. Weiterlesen

Ribery – Warren – Rosa

Die irren Maßstäbe der öffentlichen Aufmerksamkeit
Ich fange mal mit der Wichtigsten an: Elizabeth Warren will gegen Donald Trump kandidieren. Frauke Steffens/FAZ beschreibt ihre und der US-Demokraten Ausgangslage. Sie vermutet bis zu 40 Bewerbungen, nicht wenige linke Progressive darunter. Ob sie sich einigen können? Besser als wir hier es tun? Das wäre das Wichtigste.
Bei uns dagegen beherrscht heute die Schlagzeilen, was für ein Steak ein gewisser Franck Ribery gefrühstückt hat. Ich bin zu alt dafür, mich darüber aufregen zu können. Wer sich darüber aufregt, hat die letzten 50 Jahre des Fußballkonzerns aus dem süddeutschen Raum nicht zur Kenntnis genommen. Weiterlesen

Linke in Barcelona – und Polen

Manche sozialdemokratische Männer sind sich für Nix zu fies. Anders ausgedrückt: mit dem lebenslangen Lernen haben sie eines Tages aufgehört. Aber anders als eine gewählte Bürgermeisterin schaffen sie es, in deutschen Redaktionen Wind zu machen. So nahm die grundsätzlich hörenswerte DLF-Sendung “Europa heute” den Monsieur Valls zum Anlass, über die anstehenden spanischen Kommunalwahlen zu berichten. Ehrlicherweise mit dem Hinweis am Schluss des Beitrages von Julia Macher, dass der Mann gewiss keine Siegchance habe.
Schlimmer als in Barcelona sieht es für die Linke in Polen aus. Weiterlesen

Mafiöse Durchdringung / Özil und der Brexit

Skandalöses Desinteresse
In der ARD-Mediathek ist ein Film von Benjamin Best über die Wettmafia versteckt. Ich bin mir nicht sicher, ob der Filmmacher ihm damit einen Gefallen getan hat. Von einer einst “10-köpfigen Sonderkommission” in Bochum ist nur noch ein Kriminalhauptkommissar, Michael Bahrs, übrig geblieben, der ermittelt. Das Bundeskriminalamt will sich vor laufender Kamera zur Sache nicht äussern. Die Botschaft des Films ist: weder Fußballverbände noch Sicherheits- und Ermittlungsbehörden wollen irgendwas von dem Thema wissen. Im Gegenteil: Weiterlesen

Sanders / Brandt&Petzold / Hochhäuser

Bernie Sanders hat wieder ein Buch geschrieben, und Frauke Steffens/FAZ rezensiert es. “Where do we go from here?” heisst es, und exakt diese Frage stelle ich mir auch bei dieser Rezensentin. Wo wird sie von der FAZ aus hingehen?
Matthias Brandt, der wichtige Jugendjahre auf dem Bonner Venusberg zugebracht hat, gibt heute Abend im “Polizeiruf 110” (Standort: München) seine Abschiedsvorstellung als “Meuffels”, “von Meuffels”! Ein Pflichttermin für TV-Glotzer*innen, zumal Christian Petzold wieder Regie geführt hat. Weiterlesen

Lange ZAPP-Pause / Eberhard Rondholz

Eine der miesesten Unsitten unserer, der öffentlich-rechtlichen Medien sind die Pausen. Weihnachtspause, Karnevalspause, Osterpause, Pfingstpause, Sommerpause, Herbstferienpause. Wenn jede dieser Pausen aus “technischen Gründen” auf vier Wochen ausgedehnt wird, ist ein halbes Jahr schon voll, bzw. leer. Hinter diesen “Pausen” verbirgt sich nicht, was wir darunter kennen. Sondern eine Sparstrategie der Senderführungen an der Stelle, die am wenigsten Widerstand leisten kann, weil sie abhängig sind: die sog. “freien” und damit schlechtestbezahlten Mitarbeiter*innen, die heute den Löwenanteil des gesendeten Programms herstellen. Weiterlesen

Godesberger*innen … ääh, Bad …, hört mal zu

Der Deutschlandfunk hat sich Eurer noch mal angenommen. Der Sender ist ja selbst im Rheinland zuhause, es hat aber nur noch zur Aufnahme ins Programm seiner kleinen Berliner Schwester, dem DLF-Kultur, gereicht. Dafür ist es aber gut geworden. Menschen in Deutschland, die noch nie was von Bad Godesberg gehört haben, geschweige denn dort gewesen sind, und das werden immer mehr, bekommen einen realistischen, und ja – durch die auftretenden Protagonisten – sogar einen sympathischen Eindruck von diesem südlichen Ende unserer Stadt.
In meinem Beueler Freundeskreis schütteln nicht wenige den Kopf Weiterlesen

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