Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: USA (Seite 66 von 84)

Zur dreifachen Krise des Journalismus

von Armin Wolf
Festrede zur Verleihung des Otto-Brenner Preises am 19.11.2018 in Berlin

Vielen Dank für die Einladung! Ich fürchte allerdings, ich werde Ihnen in den nächsten zwanzig Minuten keine große Freude machen. Ich bringe nämlich schlechte Nachrichten.

Ich möchte über die Krise des Journalismus reden. Die wäre ja schon dramatisch genug, vor allem für uns Journalisten und Journalistinnen, aber ich fürchte, sie ist vor allem ein Symptom für etwas noch viel Bedrohlicheres, für eine Krise der Demokratie. Weiterlesen

Familie Saud

Warum legt sich der Macho Trump vor der Familie Saud so freiwillig auf den Rücken? Sicher, es ist wegen des Geldes. Seine Administration ist so desolat, die können auch ihn kaufen. Neben dem Materiellen gibt es aber gewiss auch Bewunderung. Die haben ihren viel desolateren Laden (bzw. Land/Staat) – scheinbar! – viel besser im Griff als er selbst. Wie machen die das nur? Er sollte Rainer Hermann/FAZ lesen. Wir müssen dankbar sein, dass es arg wenige Journalist*inn*en wie ihn gibt, die sich so gründlich mit den Ränkespielen dieser mafiösen Feudalfamilie beschäftigen. Wie lange wird das überleben? Nur, so lange “Wir” (= unsere freigewählten Regierungen) mitmachen.

America – an Arabian Colony

Nun ist es raus. Untersuchungsausschüsse und Sonderermittler können nachhause gehen. Der Präsident persönlich hat bekanntgegeben, dass er Amerika, mit allem was wir bisher darüber dachten und glaubten, für 450 Mrd. $ an einen saudi-arabischen Kronprinzen verkauft hat. So erfahren wir es heute, mal wieder, von Frauke Steffens/FAZ. Meine US-amerikanischen Freundinnen und Freunde meinen ja, von der GOP (“Grand Old Party”) der Republikaner sei nichts mehr übrig geblieben. Steffens zitiert noch ein paar gesunde Reflexe. Letzte Zuckungen? Weiterlesen

Da reden wir nicht drüber

von Glenn Jäger
Zu den Beziehungen Katars nach Südamerika und zur Vergabe der Fuball-WM 2022

Wenn im Juni 2019 in Brasilien die Copa America im Männerfußball steigt, ist als Gastland auch Katar mit dabei. Die Südamerikameisterschaft ist ein erster größerer sportlicher Testlauf für den Gastgeber der in vier Jahren beginnenden WM 2022. Für ein Land, das mit ungeheurem Reichtum vor allem aus Erdgas von sich reden macht; das nicht nur im eigenen Land Milliarden investiert und damit an wirtschaftlichem und politischem Einfluss gewinnt; das mit den Arbeitsbedingungen auf WM-Baustellen in die Schlagzeilen geriet; das als absolute Monarchie auf bemerkenswert wenig Kritik des Westens stößt; Weiterlesen

US-Demokraten / Qatar-Airways

Frauke Steffens/FAZ rückt heute die Midterm-Elections-Ergebnisse in ein angemessen differenziertes Licht. Wie immer gibt es nach einer Wahl Deutungskämpfe. Was wollten die Wähler*innen damit sagen? Während rechts Trump und seine Kombos kommandieren, gibt es bei den Wahlsieger*inne*n der US-Demokraten ein breites Spektrum unterschiedlicher Meinungen.
Ich gehöre zu den Menschen, die weder gerne Autofahren noch gerne Fliegen. Nicht aus ökologischem Gewissen, sondern aus Bequemlichkeit. Weiterlesen

Maas muss liefern

Abrüstungspläne mit China – Es ist richtig, China bei der Abrüstung und Rüstungskontrolle einzubinden. Das gilt aber auch für andere Länder.

Absichtserklärungen, durch Abrüstung und Rüstungskon­trolle, verstärkten Klimaschutz sowie Präventionsmaßnahmen in anderen konfliktrelevanten Politikfeldern die globale Sicherheit zu erhöhen, sind immer zu begrüßen. Das gilt auch für die entsprechende „gemeinsame Initiative mit China“, die Bundesaußenminister Heiko Maas bei seinem Besuch in Peking angekündigt hat. Weiterlesen

Sprechen über Sprachlosigkeit

Donald Trump ist es tatsächlich gelungen, die US-Gesellschaft zu spalten. Das gilt auch für persönliche Beziehungen.

Alle, die aus den USA berichten, schreiben es, wieder und wieder. Alle, die sich für die USA interessieren, lesen es. Wieder und wieder. Aber es gibt Dinge, die lassen sich offenbar nicht angemessen beschreiben. Nur erleben. Ich merke, dass auch mir die Worte fehlen, um zu schildern, wie tief die Spaltung der Gesellschaft in den Vereinigten Staaten mittlerweile ist. Wie spricht man über Sprachlosigkeit? Weiterlesen

Stadt Bonn abhängig von Trumpisten?

Zunächst das Positive: Frauke Steffens/FAZ analysiert gründlich die Wahlergebnisse und Strategien der US-Demokrat*inn*en. Mehrere inhaltlich klar positionierte Kandidat*inn*en für Senatssitze und Gouverneursposten sind aus fast aussichtsloser Ausgangslage nur knapp an Sensationen gescheitert. Das ist u.a. dem nur äusserst gering demokratischen US-Wahlsystem geschuldet. Trotzdem wurden viele wichtige Fortschritte erreicht. Wenn Sie nur geringfügig an den USA interessiert sind, müssen Sie das lesen.
Aber jetzt zu uns. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es hierzulande nicht wenige Sympathien für das Trump-Regime gibt, Weiterlesen

Analysen zu den US-Midterms

Brauchen wir noch Texte, die seitenlang die reaktionäre Perfidie des Trump-Regimes beschreiben? Roland Benedikter/telepolis tut es trotzdem. Es gibt etwas an der Diktion dieses Textes, das mich sehr stört. Er wendet sich in seiner objektiven Wirkung zu Trump-Propaganda, denn er spart jede Gegenbewegung, jeden Widerstand, oder auch nur Möglichkeiten dazu aus. In der “Logik” dieses Beitrages können wir uns nur noch auf den Rücken und unsere Kehle freilegen. Das ist nicht hilfreich.
Mehr geholfen fühle ich mich bei Beiträgen im Freitag. Weiterlesen

Zugelobter Film – Gerechter Preis

Die deutschen Zeitungen haben sich in Vor- und Nachbesprechungen mit Lobeshymnen überschlagen, dabei ist es nur ein überdimensionierter Werbespot der New York Times (NYT): der Dokumentarfilm “Mission Wahrheit” von Liz Garbus. Er wurde gestern von ARTE ausgestrahlt, bleibt dort einen Monat in der Mediathek und wird heute Abend zu späterer Stunde im WDR-TV wiederholt. Trotz Überlänge wird er nicht langweilig, gestern nickte ich nicht weg. Donald Trump hält die Erregungskurve hoch. Für Menschen, die nichts darüber wissen, aber über heutigen Elite-Journalismus in den USA mehr erfahren wollen, ist er informativ.
Wichtige, von Trump unabhängige, aber für heutige Medienarbeit elementare Fragen spart der Film – und vielleicht auch die NYT? – planmässig aus. Weiterlesen

Ein Faschist ist US-Präsident

Wer im Angesicht des Elends von Armutsflüchtlingen in Südamerika voll Hohn mit Gewaltanwendung droht, Militär an die Grenze schickt und gegen jedes amerikanische Recht behauptet, dass das Militär auf Steinewerfer schießen solle, wer den Mob im Land aufhetzt, Flüchtlinge als “Terroristen” diffamiert, behauptet, sie kämen gar nicht aus Südamerika, sondern dem Nahen Osten, rassistische Kategorien herauf- und herunterbetet, der hat sich aus der demokratischen Gesellschaft als Diskursforum der “Polis” verabschiedet. Seit dem Gesellschaftsmodell der Griechen, auch dem Roms, selbst der Winkelzüge des Vatikans und der Alleinherrscher des Mittelalters galt der Versuch, über eine gemeinsame “Realität” zu disputieren, als Errungenschaft der Zivilisation. Seit der Aufklärung gilt dass Philosophen, Journalisten und auch Politiker – selbst solche, die sich im Klassenkampf gegenüberstehen, sich von verschiedenen Realitäten aus über dieselben Sachverhalte verständigen können. Mit Donald Trump kann man das nicht, Weiterlesen

Warum die SPD nicht funzt

Die SPD-Spitze hat gerade beschlossen, dass sie keine Diskussion über die Koalition führt. Nahles hat bekannt, dass sie nicht einmal über die Frage eines möglichen Endes der GroKo nachgedacht und schon gar nicht debattiert haben. Früher hätte man als Journalist gedacht, natürlich haben sie das, Nahles wills nur nicht sagen. Heute denken wir: Das ist eine politische Bankrotterklärung der SPD. Die SPD-Spitze kann meterlange Listen von “Sachthemen” vom “gute Kita-Gesetz” bis zur Migration verweisen, in denen ein Klein-Klein abgearbeitet wird, während sie wesentliche Probleme wie den Diesel-Skandal mit dem ungeheuerlichen Gesetz zur Uminterpretation von Stickoxid-Grenzwerten mit der CDU gemeinsam unter den Teppich kehren will. Die SPD-Spitze möchte einen “Fahrplan” verkaufen, aber sie merkt gar nicht, dass niemand weiss, wohin die Fahrt gehen soll. Weiterlesen

USA-Midterm / Unbewohnbare Städte

Morgen nacht laufen die Midterm-Elections in den USA: es ist die Mitte der aktuellen Präsidentenamtszeit. Vermutlich werden wir von unseren Medien aus diesem Anlass mit viel hektischer Oberflächlichkeit gefüttert. Das Abgeordnetenhaus, ein Drittel des Senats, sowie zahlreiche Gouverneur*inn*e*n werden gewählt. Bei den Demokraten haben sich in den Vorwahlen bemerkenswerte Individuen durchgesetzt, die früher chancenlos waren. Dennoch macht das manipulationsanfällige Wahlsystem grundlegende politische Umstürze unmöglich. Einen sehr guten hintergründigen und gleichzeitig kompakten Überblick zum besseren Verständnis der morgigen Wahlergebnisse gibt der Themenschwerpunkt der Jungle World “Wahlkampf in den USA – Rechter Terror vor den Midterm-Wahlen”. Ich empfehle besonders Weiterlesen

FAZ wütend wie Rummenigge

Immerhin beschäftigt sie in ihrer Sportredaktion noch Journalist*inn*en, die recherchieren dürfen. Aber bei der aktuellen Welle der Football-Leaks sind sie nicht dabei. Dafür aber die verhassten Öffentlich-Rechtlichen vom NDR, FAZ-Möchtegern-Herausgeber Michael Hanfeld muss wieder in verfügbare Tischkanten beissen. Es ist, als wenn die Andern ihm eine lange Nase drehen. Das führt zu einem abgedrehten Kommentar von Michael Ashelm, der besorgniserregende Ähnlichkeiten mit der Verfassung von CDU/CSU und SPD aufweist; Weiterlesen

Jemen – Chance auf Kriegsende?

Mit Update
Eine politisch elektrisierende Nachricht, deren Wahrnehmung hierzulande jedoch von jedem umfallenden Reissack übertroffen wird: Martin Gehlen meldet in der FR eine Chance auf das Ende des völkermörderischen Jemen-Kriegs. Wie es bei Kriegen oft ist, könnte vor dem Ende noch ein besonders mörderisches Gemetzel drohen. Nach Gehlens Darstellung spielt die Affäre um die Ermordung Jamal Kashoggis in der politischen Meinungsbildung der USA eine so grosse Rolle, dass sie eine politische Wendung herbeigeführt haben könnte.
Schön wärs. Auch wenn es furchtbar weitergehen könnte. Weiterlesen

Kriegsspiel in großem Stil – Der neue Kalte Krieg

Nato-Manöver in Norwegen – Das Manöver „Trident Juncture“ ist die aufwendigste Militärübung seit dem Fall der Mauer. Russland wird als fiktiver Gegner genannt.
Die Nato hat in der Nacht zum Donnerstag in Norwegen ihre größte Kriegsübung seit dem Fall der Berliner Mauer begonnen. Mit dem zweiwöchigen Manöver „Trident Juncture“ soll nach Auskunft von Nato-Militärs „die Zusammenarbeit beim Einsatz in großen Schlachten geübt“ sowie „Entschlossenheit gegenüber Russland demonstriert“ werden. Beteiligt sind 50.000 Soldaten aus allen 29 Mitgliedstaaten sowie aus den skandinavischen Nato-Partnerländern Schweden und Finnland.

Die Bundeswehr stellt mit 10.000 Soldaten das zweitgrößte Kontingent nach den USA. Weiterlesen

Saudi-Arabien: The Business-Show must go on

Volker Perthes sagte heute im DLF: “Aber mittlerweile ist der Fall Jamal Kashoggi zum Auslöser geworden, um sich Saudi-Arabien und seine Politik sehr viel deutlicher anzugucken.” Machen wir.
In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad tagt derzeit unter dem Vorsitz des hochwohlgeborenen und auftragsmordverdächtigen Kronprinzen Mohammed Bin Salman die “Future Investment Initiative” (FII). Der Kronprinz hat ganz richtig analysiert, dass die Mutter aller Weltprobleme die unübersehbar riesige Menge an grossem Kapital ist, die heimatlos um die Welt irrt und nicht weiss wohin. Der Kronprinz in seiner ganzen Barmherzigkeit bietet diesem Kapital eine Heimstatt an, beim Umbau der Wirtschaft seines Landes. Denn eines Tages,vielleicht noch zu Lebzeiten des jungen Prinzen, ist das Öl alle. Weiterlesen

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