Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Gastautor:innen (*) (Seite 43 von 65)

Ukraine-Konflikt deeskalieren

von Martin Singe
Gemeinsame Sicherheit mit Russland suchen!

Seit Wochen wird in den bundesdeutschen Medien ein Überfall Russlands auf die Ukraine herbeibeschworen. Russland hat seinerseits mehrfach betont, dass ein militärischer Einmarsch in die Ukraine nicht bevorstehe. Auch die Regierung der Ukraine beruhigt zumindest in jüngster Zeit die eigene Bevölkerung und spricht nicht mehr von einer verschärften Kriegsgefahr.
Dennoch werden hierzulande täglich Rufe nach Waffenlieferungen an die Ukraine lauter. Weiterlesen

Differenzierter Blick

“ARD-DeutschlandTrend”, zitiert nach tagesschau.de vom 3.2.22
Maßnahmen im Ukraine-Konflikt

Bislang zeigte sich die Bundesregierung zurückhaltend, was Lieferungen von Waffen aus Deutschland in die Ukraine angeht. Diese Haltung teilt auch eine Mehrheit der Bundesbürger: 71 Prozent hielten solche Waffenlieferungen momentan für falsch, 20 Prozent fänden sie richtig. Weiterlesen

Alles andere als ökologisch

von Hermann Wollner / Berliner Zeitung
Elon Musks Gigafactory ist ein Gigaproblem – Welche Auswirkungen hat die Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg auf Boden, Wasser und Luft? Analyse eines Experten aus wissenschaftlicher Sicht.

Das Wort „Gigafactory“ hat so etwas Visionäres und Mythisches, das muss doch etwas Innovatives sein, denkt so mancher. Dabei ist es ganz einfach: Giga kommt vom griechischen Wort für Riese und bezeichnet in unserer zahlenorientierten Zeit eine Zahl mit neun Nullen. Mit großen Nummern wird gegenüber dem Publikum geprahlt – hinsichtlich der Zahl der Arbeitsplätze, der gefertigten Fahrzeuge pro Jahr und deren PS-Stärke. Weiterlesen

„Einen gewissen verbliebenen Kredit“ (5)

Kontinuitäten und Brüche in der fotografischen Selbstdarstellung der Bundesrepublik

Alle Folgen dieses Beitrags: Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5

Bilder und Identitätsstiftung

Am Donnerstag, den 13. September 1979 fand im Kölner Gürzenich eine Pressekonferenz für eine Ausstellung statt, die am selben Ort einen Tag später eröffnet werden sollte. Es war die knapp zwei Jahre zuvor in Halle an der Saale gezeigte Ausstellung zum „Medium Fotografie“, die einen ersten Überblick zu dem gab, was von staatlicher Seite als Fotografie der DDR zu gelten habe – auch und gerade in einer nationalen Definition. Obwohl man den Zeitpunkt von Pressekonferenz und Eröffnung professionell und günstig gewählt hatte, waren die Pressekonferenz sehr schlecht – der Autor dieser Zeilen war der einzige westdeutsche Pressevertreter – und die Eröffnung nur mäßig besucht. Weiterlesen

„Einen gewissen verbliebenen Kredit“ (4)

Kontinuitäten und Brüche in der fotografischen Selbstdarstellung der Bundesrepublik

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Zwei etablierte Systeme von Kontinuität und Erneuerung

Die in den vorherigen Texten beschriebenen Kontinuitäts-Aspekte betrafen in erster Linie Vorgänge am Ende der 1940er und am Anfang bis zur Mitte der 1950er Jahre. Viele Entwicklungen der späteren 1950er bis in die 1960er Jahre hinein sind anderen Dynamiken gefolgt. Erst danach gab es – gerade aus dem Journalismus heraus – entscheidende Impulse zur theoretischen Reflexion eines eigenständigen, deutschen Bildjournalismus. Kaum waren diese Reflexionen – etwa durch die Arbeit von Karl Pawek oder Bertold Beiler – in der ästhetischen Theorie beider Länder anerkannt, setzten Prozesse der Internationalisierung und Mediatisierung der Fotografie ein. Weiterlesen

„Einen gewissen verbliebenen Kredit“ (3)

Kontinuitäten und Brüche in der fotografischen Selbstdarstellung der Bundesrepublik

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Fotografische Weltbilder in Ost und West

Wer die große Sammlung visueller Ikonen des 20. Jahrhunderts in Deutschland betrachtet, die Gerhard Paul seit 2008 herausgegeben hat, wird eine Leerstelle entdecken können: Auch wenn die erste Bildstrecke zur frisch gegründeten Bundesrepublik mit Fotografien aus Bonn aufwartet, so gibt es dort kein Bild, das den Gründungsakt symbolisiert – wie beispielsweise den Händedruck von Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl als Grundlage der DDR. Was zu sehen ist, passt zu Bonn und dem Bild dieser frühen Bundesrepublik, das sich durch die gesamte historische Darstellung aller Medien seit der deutschen Wiedervereinigung gefestigt hat: Weiterlesen

„Einen gewissen verbliebenen Kredit“ (2)

Kontinuitäten und Brüche in der fotografischen Selbstdarstellung der Bundesrepublik

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Das Streben nach Kunst

Publikationen der fotografischen Propagandisten der Nazi-Herrschaft in den ersten Nachkriegsjahren eint ein eigentümlicher Konsens in gemeinschaftlicher Weltflucht. Paul Wolff und Alfred Tritschler fotografieren Blumen und Gräser, Wolf Strache fotografiert Blumen und Gräser, Erna Lendvai-Dircksen fotografiert Blumen und Gräser, Walter Hege fotografiert Steine und Gräser, Albert Renger-Patzsch fotografiert Bäume und Steine. Ausnahmen dieser Regel gibt es: Weiterlesen

TV-Reform: Migrant*inn*enkanal, Frauenfussball

von Wilhelm Achelpöhler, Dr. Christoph Schottes, Dietrich Schulze-Marmeling, Dr. Wolfgang Storz, Claus Fokke Wermann, Detlef zum Winkel
Offener Brief an Malu Dreyer

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,
als Vorsitzende der Rundfunkkommission haben Sie dazu aufgefordert, Vorschläge zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu machen. Da hätten wir etwas für Sie. Wir vermissen Sendungen, die in der Vergangenheit von verschiedenen Anstalten ausgestrahlt wurden. Sie richteten sich an ausländische Arbeitnehmer – in deren Sprachen und oft auch mit kurzen Zusammenfassungen in deutsch. Wir hörten also griechische, spanische, italienische, türkische Berichte, Reportagen, Interviews und hatten das Gefühl, in einem mediterranen Café zu sitzen. Diese Sendungen waren auch bei deutschen Zuhörern beliebt. Weiterlesen

„Einen gewissen verbliebenen Kredit“ (1)

Kontinuitäten und Brüche in der fotografischen Selbstdarstellung der Bundesrepublik

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Vorbemerkung

Fotografie ist als Bildmedium an allen Manifestationen politischen Handelns beteiligt und geht dabei über die bloße Aufzeichnung eines Geschehens hinaus: Jedes Dokumentieren geschieht mit einer Absicht, und jedes Dokument wird intentional in der Distribution genutzt. Die folgende Beschreibung konzentriert sich auf produktive Aspekte fotografischen Handelns, auf die Protagonist*innen und deren redaktionelle Umfelder. Selbstverständlich kann auch auf diesem Gebiet nicht von einer Zäsur durch das Ende des Zweiten Weltkriegs ausgegangen werden, sondern sind Brüche wie Kontinuitäten zu konstatieren, sowohl in gestalterischen wie in ökonomischen Aspekten. Weiterlesen

UnGoogley

Von Alphabet Workers Union
Google-Auftragnehmerin wegen „unGoogley“ Verhaltens entlassen – Arbeiter:innen kämpfen gegen Vergeltungsmaßnahmen wegen Lohndiskussion

Die Alphabet Workers Union von CWA Local 1400 hat am Mittwoch (01.12.2021) Anklage gegen unlautere Arbeitspraktiken (ULP) erhoben und behauptet, dass Google bei Modis Engineering, einem Subunternehmer, gegen den TVC-Mitarbeiter Tuesday Carne wegen geschützter gewerkschaftlicher Aktivitäten Vergeltungsmaßnahmen ergriffen hat.

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“Ampel”: Welche Art Friedenspolitik?

von Susanne Willems
Der im Januar 2021 in Kraft getretene Atomwaffenverbotsvertrag setzt der EU Grenzen in der Atombewaffnung, weil Österreich Vertragsstaat ist. Die Atomkriegspolitik der NATO einzuschränken, war Aufgabe derjenigen, die die Koalitionsvereinbarung verhandelt haben. Wäre es so abwegig, sich vorzustellen, Christian Lindner und Alexander Graf Lambsdorff hätten sich in Erinnerung an Guido Westerwelle dessen Initiative als Außenminister vor zwölf Jahren zu eigen und den Abzug aller amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland zum Regierungsprogramm gemacht? Weiterlesen

Die Asyl- und Migrations-Ampel

von Prof. Dr. Helen Schwenken
Gelb-Grün nach Innen, Rot nach Außen

Ton und Inhalt des Koalitionsvertrags in den Themen Migration, Integration und Asyl sind gemischt. Er enthält einige erfreuliche Ankündigungen (umgesetzt sind sie damit noch lange nicht…), einige Nicht-Verbesserungen und weitere Verschärfungen. Zusammenfassen lässt sich der Koalitionsvertrag mit dem Bild der Ampel:
Auf Grün geschaltet ist die für einige Menschen, die endlich hoffen können, eine sichere Aufenthaltsperspektive oder endlich die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen (nach i.d.R. fünf statt bisher acht Jahren, S. 118). Weiterlesen

Andere Zeiten, anderes Koalieren

von Günter Verheugen
Wenn man die sozialliberale Koalition von 1969 vom ersten bis zum letzten Tag miterlebt hat, ist die Versuchung groß, die damalige Koalitionsbildung mit der Ampelkoalition von 2021 zu vergleichen. Einen besonderen Erkenntnisgewinn verspricht diese Übung aber nicht. Die zeitliche Distanz ist einfach zu groß. Hätte man 1969 einen historischen Anknüpfungspunkt vor ebenfalls 52 Jahren gesucht, wäre man im Jahr 1917 gelandet, das Jahr, in dem zwar die Konturen der späteren Weimarer Koalition sichtbarer wurden, sonst aber alles ganz anders war. Weiterlesen

Meine Bewertung der Ampel

von Gerhart R. Baum
Bemerkungen zum Jahreswechsel

Ich sehe die neue Koalition mit positiven Erwartungen. Die Verbindung von sozial, ökologisch und liberal entspricht meinen Grundüberzeugungen. Mit Erstaunen lese ich, dass der FDP Vorsitzende von einer öko-logischen Marktwirtschaft spricht. Unter dieses Motto hatte ich vor Jahrzehnten einmal einen Bundesparteitag gestellt, wohl vorbereitet von Peter Menke-Glückert. Er fand statt, hatte aber keine nachhaltige Wirkung. Weiterlesen

Eine Nebelkerze

von Peter Kramer
Mein Problem mit der “Impfpflicht”

In der Linkspartei gibt es zu dem Thema mal wieder von jedem etwas, aber für mich ist diesmal nichts dabei. Frau Wagenknecht ist unter die Impfskeptiker gegangen und die beiden Vorsitzenden fordern eine Impfpflicht. Das macht mich beides nicht glücklich.
Vorab, ich bin geimpft, halte das für einen wichtigen Baustein der globalen Pandemiebekämpfung und argumentiere auch gegenüber Impfskeptikern mit den üblichen Argumenten der Statistik. Weiterlesen

Soziale Rhetorik, neoliberale Praxis

von Stephan Pühringer, Karl M. Beyer, Dominik Kronberger und Jupp Legrand (Vorwort)
Eine Analyse der Wirtschafts- und Sozialpolitik der AfD
Vorwort

„Überall da, wo wir den Eindruck haben, dass der kleine Mann ungerecht behandelt wird, wollen wir uns dafür einsetzen, dass er gerecht behandelt wird“ – mit diesen Worten leitete der damalige AfD-Parteivize und heutige Ehrenvorsitzende Alexander Gauland 2016 den Versuch ein, die damals noch junge AfD von ihrem Image als neoliberale „Professoren-Partei“ zu befreien und sie als Kämpferin für soziale Gerechtigkeit zu präsentieren. „Wir müssen versuchen, soviel soziale Gerechtigkeit wie möglich umzusetzen. Die AfD darf nicht die Menschen am unteren Ende der sozialen Skala allein lassen“, gab Gauland im selben Jahr in einem Interview die Richtung vor. Weiterlesen

Herausragender Journalismus

von Jupp Legrand
Otto Brenner Stiftung zeichnet zum 17. Mal herausragenden Journalismus aus

Pitt von Bebenburg (FR) wird mit dem 1. Preis für seine Aufdeckung eines Polizei und Politskandals ausgezeichnet +++ Die Redaktion von „Monitor“ erhält den „Spezial-Preis“ für die Kontinuität ihrer investigativen Berichterstattungen +++ Auch Newcomer-, Medienprojekt-Preis und Recherche-Stipendien wurden vergeben
Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis für kritischen Journalismus 2021 der Otto Brenner Stiftung erhält Pitt von Bebenburg für eine Serie von exklusiven Recherchen, die er seit Juli 2020 in der Frankfurter Rundschau (FR) veröffentlicht hat. Weiterlesen

WM in Katar? Ohne uns!

von Initiative #BoycottQatar2022
Zwölf Monate des Protestes gegen Menschenrechtsverletzungen und elende Arbeitsbedingungen

Ein Jahr vor dem Eröffnungsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 bekräftigen wir unsere Kritik am Beschluss der FIFA, das Turnier in Katar auszutragen. Diese Entscheidung war 2010 falsch, als sie gefällt wurde, und sie ist heute genauso falsch. Sie dient lediglich finanziellen Interessen, nicht dem Fußball.
Mit der Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft erhofft sich Katar einen Imagegewinn mittels Sportswashing. Die FIFA dient ihr dabei als willfähriger Partner. Dieses Zusammenspiel wollen wir nicht hinnehmen. Weiterlesen

Schlechte Nachrichten für Rheinmetall

von Jacqueline Andres
Rheinmetall verliert vor Gericht in Italien

Rheinmetall hat vor Gericht verloren – das ist ein großartiges Ergebnis dank der Mobilisierung von Bürger*innen, Verbänden und Gewerkschaften. Der italienische Staatsrat, in etwa zu vergleichen mit dem Bundesverwaltungsgericht, hat am 10. November 2021 die Baugenehmigungen, die Rheinmetall Waffe Munition für den Ausbau ihrer berüchtigten Bombenfabrik auf Sardinien erhalten hat, als ungültig erklärt und aufgehoben. Weiterlesen

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