Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Autor: Gastautor:innen (*) (Seite 61 von 71)

Aufnahme der Geretteten der Sea Watch 3

Offener Brief an den Bundesinnenminister
von Ullrich Sierau u.a. (s. unten)

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister Seehofer,

am Freitag, den 14. Juni 2019, haben wir, die Städte Berlin, Detmold, Flensburg, Freiburg, Greifswald, Hildesheim, Kiel, Krefeld, Marburg, Potsdam, Rottenburg am Neckar und Rostock, gemeinsam das Bündnis Städte Sicherer Häfen gegründet. Wir sind die ersten zwölf Kommunen, die sich aus der Gruppe der nunmehr 60 Sicheren Häfen (1) zusammengeschlossen haben. Damit wiederholen wir Ihnen gegenüber unsere Bereitschaft, aus Seenot gerettete Menschen zusätzlich (über den Königsteiner Schlüssel hinaus) bei uns aufzunehmen. Weiterlesen

Aktivismus auf Google?

Interview von Luciana Musello und Mirjana Jandik (Übersetzung + Erläuterungen unten) mit der uruguayischen Feministin und Wissenschaftlerin Helena Suárez Val
Feminicidio Uruguay und andere Initiativen der Region zeigen, wie Aktivist*innen sich Tools zur digitalen Kartographie aneignen, um damit politisch aktiv zu werden. Dabei unterscheidet sich diese Art der Kartographie ganz wesentlich von traditioneller Expert*innen-Kartographie. Einfach zu benutzende und weit verbreitete Tools wie Google Maps ermöglichen es einer großen Anzahl von Menschen, Geschichten zu schaffen und zu erzählen. Davon profitieren Aktivist*innen wie Helena Suárez Val. Weiterlesen

Brasilien: Fake-News und Sexualität

Interview von Gaby Küppers mit dem brasilianischen Sozialaktivisten und ehemaligen Abgeordneten Jean Wyllys

Jean Wyllys von der brasilianischen Linkspartei PSOL hat sein drittes Mandat als Abgeordneter in der Nationalversammlung nicht mehr angetreten. Ende 2018 warf er nach Todesdrohungen das Handtuch und ging nach Berlin ins Exil. Der bekennende Schwule mit schwarzen Wurzeln war befreundet mit der am 14. März 2018 ermordeten Marielle Franco, der schwarzen, feministischen, lesbischen Stadträtin aus Rio de Janeiro, und engagierte sich für die gleichen Themen. Er wolle kein toter Märtyrer werden, sagt der 45jährige und fügt zur Aufmunterung ein abgewandeltes Zitat an: „Ich bin kein Held, denn das ist ein sehr schlecht bezahlter Job“. Weiterlesen

Surveillance Capitalism – Überwachungskapitalismus

Essay von Shoshana Zuboff

Ich wende mich hier und heute nicht nur als Denkerin, Wissenschaftlerin und Autorin an Sie, sondern auch als Staatsbürgerin und – nicht zuletzt – auch als Mutter. Über die vergangenen beiden Jahrzehnte habe ich die Entstehung und Ausbreitung einer beispiellosen Mutation des Kapitalismus beobachtet, die ich als “Überwachungskapitalismus” bezeichne. Und ich mache kein Hehl aus meiner Besorgnis hinsichtlich seiner Auswirkungen für unsere Ökonomien, für die Aussichten von Marktdemokratie und Privatsphäre, ja hinsichtlich seiner Bedeutung für die Zukunft des Kapitalismus selbst. Weiterlesen

Buchkritik: “Energiewende in der Wüste”

von Gert Samuel
Rot-Weiß Essen kickte im Mittelfeld der Regionalliga West, ohne Chance auf einen Aufstieg in die 3. Bundesliga. Dennoch wird dieser Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet mehr Fans in Essen und bundesweit haben als der Essener Energieriese mit den drei Buchstaben.
Abhilfe tut da Not, gerade in Zeiten von (verschlafener) Energiewende und Forderungen nach einem schnellen Ausstieg aus der dreckigen Braunkohlenutzung. Weiterlesen

Offener Brief zum “Geordnete-Rückkehr-Gesetz”

von Amnesty International, Pro Asyl u.a.
An die Abgeordneten des deutschen Bundestages (Auszug)

1. Kein verfassungswidriger Ausschluss von Sozialleistungen

Das Bundesverfassungsgericht hat bereits 2012 in einem Grundsatzurteil festgestellt, dass das Recht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum migrationspolitisch nicht zu relativieren ist. Nichtsdestotrotz plant die Bundesregierung u.a. folgende Leistungskürzungen: Weiterlesen

In der Tradition der Militärdiktatur

von Wolfgang Meier
Trotz polternder Äußerungen ist von Bolsonaro keine grundlegend neue Amazonienpolitik zu erwarten

Bei den meisten Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen schrillten nach der Wahl Jair Bolsonaros zum neuen brasilianischen Präsidenten die Alarmglocken. Im Wahlkampf hatte der Rechtskandidat mehrfach behauptet, die in Amazonien lebenden Indigenen hätten zu viel Land, das der wirtschaftlichen Entwicklung aller Brasilianer*innen zugute kommen sollte. Viele befürchteten Angriffe auf die Indigenen und neue gigantische Großprojekte, die die Entwaldung Amazoniens beschleunigen würden. Mitunter entstand dabei der Eindruck, als ob in Brasilien bisher eine nachhaltige Politik betrieben worden wäre, die nun durch Bolsonaro akut bedroht sei. Weiterlesen

Zwischen „Flüchtlingskrise“ und „Migrationspakt“

Mediale Lernprozesse auf dem Prüfstand
von Michael Haller / Otto-Brenner-Stiftung

„Die ‚Flüchtlingskrise‘ in den Medien“: das war 2017 Titel einer OBS-Studie, die auf große Resonanz stieß, über deren Ergebnisse heftig gestritten wurde und die zeitweise politisch instrumentalisiert wurde. Studienautor Michael Haller war zu dem Ergebnis gekommen, dass der tagesaktuelle Informationsjournalismus seiner Aufgabe bei der Berichterstattung über die „Flüchtlingskrise 2015/16“ nicht gerecht wurde: Weiterlesen

Venezuelas Bevölkerung muss über die Erneuerung entscheiden

Interview von Britt Weyde mit dem venezolanischen Soziologen Edgardo Lander

Edgardo Landers Urteil auf der Pressekonferenz in Berlin ist niederschmetternd: „Die tiefe soziale Krise zeigt sich in allen wirtschaftlichen Indikatoren, die heute schlechter als vor Beginn des bolivarischen Prozesses sind. Aktuell beträgt das Bruttosozialprodukt etwa die Hälfte dessen, was es noch vor vier, fünf Jahren betrug. Eine derartige Rezession findet normalerweise in Folge eines schweren Krieges statt. Diese Regierung kann nicht als ‚linke Regierung‘ bezeichnet werden.“ Der renommierte Intellektuelle, der in den Anfangsjahren der Regierung von Hugo Chávez zu dessen Beraterstab gehörte, Weiterlesen

BDS entgegentreten

von 16 Grünen-MdBs (Namen s.u.)
Erklärung zur Abstimmung nach § 31 GO-BT zu ZP 11 „Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen“ der Abgeordneten

Wir können dem Antrag von CDU/CSU, SPD, FDP und der Mehrheit der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen nicht zustimmen.

Verschiedene Umfragen aus den vergangenen Monaten haben gezeigt, dass antijüdische Vorurteile, Einstellungen und Haltungen in den Staaten der Europäischen Union stark ansteigen. Weiterlesen

Ein europäisches Imperium im Zerfall

von Wolfgang Streeck
Was ist die Europäische Union? Der Begriff, der mir als erstes dafür einfällt, ist der eines liberalen, oder besser gesagt, neoliberalen Imperiums: ein hierarchisch strukturierter Block aus nominell souveränen Staaten, dessen Stabilität durch das Machtgefälle vom Zentrum zur Peripherie aufrechterhalten wird.
Im Zentrum der EU steht Deutschland, das mehr oder weniger erfolgreich versucht, sich hinter Kerneuropa, das es zusammen mit Frankreich bildet, unsichtbar zu machen. Deutschland möchte nicht als das gesehen werden, was die Briten einen Continental Unifier nannten, Weiterlesen

Ein Europa für Alle: Deine Stimme gegen Nationalismus!

von ProAsyl
Sonntag, 19. Mai 2019: Großdemos in den Städten Europas

Die Europawahl am 26. Mai 2019 ist eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union. Nationalisten und Rechtsextreme wollen mit ihr das Ende der EU einläuten und Nationalismus wieder groß schreiben. Ihr Ziel: Mit weit mehr Abgeordneten als bisher ins Europaparlament einzuziehen. Wir alle sind gefragt, den Vormarsch der Nationalisten zu verhindern!

Wir halten dagegen, wenn Menschenverachtung und Rassismus gesellschaftsfähig gemacht, Hass und Ressentiments gegen Flüchtlinge und Minderheiten geschürt werden. Weiterlesen

Start Me Up!

Politische Wirksamkeit in der Post-Parteiendemokratie
Von Clemens Holtmann

In ganz Europa geht die Ära der klassischen Parteiendemokratie zu Ende. Diejenigen, die für einen politischen Aufbruch kämpfen, versammeln sich in Protestbewegungen statt in Parteien. Ihre tatsächliche Wirksamkeit ist jedoch gering. Verändern könnten das neue, projektbasierte Start-Up-Parteien.

Klassische Parteien sind tot. Sie wissen es nur noch nicht. Oder wollen es nicht wissen. Das Zucken wird weniger, der Atem flacher. Weiterlesen

Agenda-Setting bei ARD und ZDF?

von Jupp Legrand / Otto-Brenner-Stiftung
„Weniger Migration, mehr Habeck“ betitelte die FAZ im Januar 2019 einen Artikel, der die Kriterien der Gästeauswahl und Themensetzung der Polit-Talkshows bei ARD und ZDF analysierte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der öffentlich-rechtliche Rundfunk bereits eine unruhige Zeit hinter sich – war doch seine journalistische Themensetzung selbst zum journalistischen Thema geworden. Unmittelbar nach der Bundestagswahl 2017 wurde zunächst das „Kanzlerkandidatenduell“ zwischen Angela Merkel und Martin Schulz heftig kritisiert, bevor sich bis Mitte des Jahres 2018 die Kritik auf die politischen Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen insgesamt ausweitete. Weiterlesen

Queering weltwärts?

Vom Versuch, Meistererzählungen zu dekonstruieren: Rezension zu „weltwärts – sexwärts?!“
von Laura Held

Dieses kleine, im Kölner Wissenschaftsverlag erschienene Buch hat es in sich. Direkt eine Warnung: Es ist nicht leicht zu lesen. Aljoscha* Sanja Bökle widmet sich mit großer Theoriefreude und unbeirrbarem Enthusiasmus einem bisher sehr wenig untersuchten Thema im Rahmen der internationalen Freiwilligendienste: den vielfältig miteinander verwobenen Feldern ,race‘ (der Begriff, die kursive Schreibweise und Anführungszeichen werden so von der Autor*in gewählt), Geschlechterverhältnisse, Gender, Sexualität(en) und Begehren. Weiterlesen

Diese Erfahrung hat mir die Augen für Rassismus geöffnet

Eine Gesprächsrunde über Einsätze als Nord-Süd-Freiwillige in Argentinien und Ecuador; Interview: Wiebke Adams

Alle drei haben ein Freiwilliges Soziales Jahr in Lateinamerika gemacht. Lea war 2013/2014 über weltwärts im Norden von Argentinien und betätigte sich dort in einer NGO, die zum Thema „Indigene Rechte“ arbeitet. Marie war 2012/2013 selbstorganisiert in Ecuador in einer indigenen Gemeinde. Und ich war 2013/2014 in einer NGO in Argentinien, die sich mit Umweltschutz beschäftigt. Anscheinend haben uns diese Erfahrungen geprägt, Weiterlesen

LVR als Filmproduzent

Schutz und Therapie: Ein Blick hinter die Mauern des LVR-Maßregelvollzugs – Kurzfilm gibt Einblick in das Leben im Maßregelvollzug / Film wurde im Forensischen Dorf der LVR-Klinik Düren gedreht / Ehemaliger Patient führt durch den Film und die Klinik – Dokumentation einer Mitteilung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR)

Mirko H. ist vierzig Jahre alt. Er wohnt allein in einer kleinen Wohnung in der Nähe von Bonn und arbeitet als Hausmeister. Ein ruhiges, durchschnittliches Leben. Für Mirko ist diese Normalität eine enorme Errungenschaft, denn vorher war er mehr als zehn Jahre lang im Forensischen Dorf der LVR-Klinik Düren untergebracht. Weiterlesen

Freiwilligendienste – Weltreisen für das Gute?

von Informationsstelle Lateinamerika (ila)

„Man geht heute mit 18 Jahren in einen Slum, das ist einfach so. Das macht sich gut im Lebenslauf. Das ist auch ganz oft der Moment beim Vorstellungsgespräch, wo der Personaler hellhörig wird und noch mal nachhakt: ‚Ach, Sie waren im Slum? In welchem waren Sie denn? Mensch, in dem Slum war ich auch!‘ Und schon hat man ’ne persönliche gemeinsame Basis!“ Kabarettist Christian Ehring hat’s erfasst. Der Gewinner des Kleinkunstpreises 2019 gibt den Vater aus der oberen Mittelschicht, der seinen lethargischen Nachwuchs dazu drängt, seinen Lebenslauf zu pimpen: Weiterlesen

Die 15-Minuten-Recherche (5)

von Wolfgang Hippe
Eine Meldung oder ein Interview, ein Statement oder ein Satz als Anlass zu einer kleinen Recherche. Voraussetzung: Man muss mindestens ahnen, wonach man suchen will. Damit verbunden ist kein Anspruch auf Vollständigkeit. Kurzum: es geht nicht um „Wahrheit“.

Über finanzielle Risiken der Menschenrechtspolitik – Infos diesmal in nur fünf Minuten Weiterlesen

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