Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Fußball (Seite 36 von 77)

Wie Jogi Löw den Fußball verdreht

Ich darf ja nicht auf diesem Blog über den 1.FC Köln schreiben – also schreibe ich über Fußball-Politik. Es gibt einen ehernen Grundsatz in der Politik: Wenn Du Differenzen z.B. als Innenminister mit Deiner Bundeskanzlerin hast, dann klär das intern. Seehofer hat Merkel stattdessen auf einem Parteitag vorgeführt. Sie war damals so etwas wie die „Vorgesetzte“ von Landesfürst Seehofer. Etwas ähnliches hat Jogi Löw gerade mit seinem Vorgesetzten und Arbeitgeber, dem DFB-Präsidenten Fritz Keller gemacht. Weiterlesen

Was und wo ist der Sinn?

Immer grundsätzlichere Fragen zum Fußballentertainment
Ein Freund, der in den USA die europäische Champions League sehen konnte, beschwerte sich bei mir, das Spiel von Borussia Mönchengladbach bei Real Madrid (0:2) sei „ziemlich schlecht“ gewesen. Obwohl der Kollege noch etwas älter ist als ich, hat er den Sinn des globalen Profifussballs immer noch nicht begriffen. Wie schön oder hässlich das Spiel war, war für mich persönlich uninteressant. Ich kann die Uefa-Champons-League ja nicht sehen – die Pay-TV-Kneipen sind geschlossen.
Was bleibt also interessant daran? Weiterlesen

Kleine Freuden

mit Update nachmittags
Der erste „Lockdown“ war irgendwie netter. Das Wetter war (viel) schöner, mann und frau konnten mehr rausgehen, es gab mehr menschlichen Kontakt. Und die Infektions- und Todeszahlen waren niedriger. 7-Tage-Inzidenz in Bonn steht heute auf 162,7, die Infektionsfälle stiegen von 47 auf 74 (von Montag zu Montag). Was bleibt an kleinen Freuden?
Die Mahlzeiten. Weiterlesen

Organisationssoziologie: Selbstzerstörung

Das Bündnis mit „Bild“ ist der sichere Tod
7,2 Millionen Mitglieder sind eine Macht. Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat sie einst besessen und ausgeübt. 1978 lud er eine alte Nazi-Grösse in sein WM-Trainingslager im faschistisch regierten Argentinien ein. Der ehemalige Wehrmachtssoldat und Bundeskanzler Helmut Schmidt mischte sich so wenig ein, wie der liberale Aussenminister und Fußballfan Hans-Dietrich Genscher. Der DFB kam schadlos damit durch. Im Bündnis mit Helmut-Kohl-Finanzier Leo Kirch und dem Bundeskanzler der rot-grünen Koalition Gerhard Schröder wurde dann bei der Fifa die WM für 2006 gekauft, die die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Stadion mitfeiern durfte Weiterlesen

Diegos Magie

Aus Anlass des Todes von Diego Armando Maradona (unter Fans: „Gott“) wiederholte ARTE gestern Abend „Maradona, der Goldjunge“ von Jean-Christophe Rose. Der Film ist schon 14 Jahre alt, funktioniert aber heute immer noch, als würdiger Nachruf. Ob Sie Zugang zu dem Film finden, können Sie schnell feststellen: wenn die ersten 2 Minuten, noch vor dem Vorspann, Sie nicht zu Tränen rühren, können Sie ja wieder abschalten (Mediathek: ein halbes Jahr!). Sie sehen in einer bombastisch inszenierten kommerziellen Abschiedszeremonie im Körper einer millionenschweren Medienfigur: einen kleinen Jungen, weinend. Seine Magie war – neben seiner grossen Fußballkunst – sein Leben als Drama.

Gündogans

… drehen grössere Räder als Fußball
Oops, der Bruder von Fußballstar Ilkay Gündogan, Ilkan schreibt persönlich in der taz. Zielgruppengerecht – und auch inhaltlich absolut richtig – wendet er sich gegen das vorgestrige Geschwätz der TV-Nasen Schweinsteiger und Opdenhövel, Letzterer Gladbach-Fan wie ich, und daher – ebenso wie der DFL-Stratege Seifert – zum fremdschämen. Wie kommt es zu der PR-Offensive der Familie Gündogan? Läuft sein Vertrag bei ManCity bald aus? Nein, es geht um Grösseres. Weiterlesen

Politische Menschen

Walter Benjamin / Pauline Schäfer / Marcus Thuram
Der fabelhafte Rudolf Walther/taz weist auf eine aus seiner Sicht nicht minder fabelhafte Walter-Benjamin-Biografie hin, die mit vielen Jahren Verzögerung und zu einem für den Verlag fabelhaften Verkaufspreis (58€) endlich auf deutsch erschienen ist: Howard Eiland, Michael W. Jennings: „Walter Benjamin. Eine Biografie“. Aus dem Englischen von Ulrich Fries und Irmgard Müller. Ich bin nur wegen dieses fabelhaften Textes, Weiterlesen

Zu früh gestorben

mit Update mittags
„Gott“ und George bei Zeigler
Eine würdige Würdigung des verstorbenen Diego Armando Maradona gelang gestern Arnd Zeigler/WDR. Zu Beginn seiner Sendung schimpfte er über die Metadebatte derjenigen, die sich in den asozialen Netzwerken über die Trauernden belustigen. Ab Minute 20 machte er mit altem Archivbildmaterial die Magie spürbar, die von Fußballern wie Diego und dem ebenso zu früh verstorbenen George Best zu ihrer Zeit ausgegangen ist. Beide Genies verstarben exakt am 25. November – George vor 15 Jahren.
Die Verehrung der beiden hat selbstverständlich auch einen sehr nüchtern zu betrachtenden Kern. Weiterlesen

Blaschke

Er erklärt den Zusammenhang von Fußball und Geopolitik
Ronny Blaschke ist ein Ausnahme-Sportjournalist. Von 1:0-Berichterstattung hält er sich ebenso fern, wie von Kollegen, die sich selbst – wie alle Fußballfans – für den besten Bundestrainer halten. Im besten Sinne ist er ebenso ein Fallensteller für all die, die ihre Distinktion daraus beziehen, dass sie mit Fußball nichts zu tun und nichts von ihm wissen wollen. Wer nichts wissen will, versteht dann irgendwann „die Welt“ nicht mehr – auch keine Lösung. Zwei Blaschke-Beispiele. Weiterlesen

Saarländer / Neuigkeitenzimmer

Der weltweit vielleicht berühmteste Saarländer ist – wahrscheinlich nicht Oskar Lafontaine, und auch nicht Weltmeistertrainer Helmut Schön, sondern – Etepe Kakoko, Platz 4 bei Afrikas Fußballer des Jahres 1973. Arnd Zeigler/WDR wies gestern (ab Minute 19:45) auf den berühmten Mann hin, der nach seiner Vorstellung bei der WM 1974 zunächst recht erfolgreich beim VFB Stuttgart spielte und 1982-84 für den 1.FC Saarbrücken. Weiterlesen

Bingewatch-Tipp / Bewerbungs-Interview

„The Pleasure Principle“ / Max Eberl
Beim Zappen geriet ich Donnerstagsabends hinein und glotzte mich fest. Die internationale Koproduktion „The Pleasure Pinciple“, jüngst von ARTE ausgestrahlt, zeigte hierzulande unverbrauchte neue Gesichter, eine heisse Story, die durch den Wechsel der Schauplätze Ukraine, Tschechien und Polen jede Langeweile vermied. Die Geschichte bebildert den harten, gefährlichen Kampf der Frauen im postsowjetischen Wolfsrudelkapitalismus Weiterlesen

Aufhören

Ein guter Zeitpunkt für den Profifussball
„Die Mannschaft“ des Deutsche Fußballbundes (DFB) hat gestern auch für die Dümmsten bewiesen, dass sie das Geld, das TV-Anstalten und Sponsoren für sie bezahlen, nicht wert ist. Ihre Bosse wollten einfach nicht bemerken, was in der realen Welt da draussen gerade los ist. Es ehrt die gestern untergegangenen Spieler eher schon wieder, dass sie anders als ihre Funktionäre sich augenscheinlich vom realen Leben noch beeindrucken und beeinflussen lassen.
Sie sollten jetzt alle das tun, was vernünftige Menschen, u.a. die Ultrafans nun schon ein dreiviertel Jahr tun: Weiterlesen

Gnadenlose Profitgier unter Corona

Das, was Kritiker*innen des Fußball-Konzeptes im Frühsommer befürchtet haben, ist eingetroffen. Die Corona-Zahlen steigen exorbitant, die Intensivbetten und Testkapazitäten sind am Limit. Es ist klar, dass mögliche Impfstoffe, sollten sie denn wirklich zugelassen sein, für zwei Jahre knapp sind und erst Pflegepersonal, Hochgefährdete und Alte geimpft werden sollten – möglichst überall, nicht nur in reichen Ländern. Da stellt sich Thomas Bach, IOC-Präsident in Japan vor die Presse und verkündet die Olympischen Spiele in Japan für 2021. Weiterlesen

Zwiespältige Borussia-Freude

Das grösste Arschloch unter den Fußballprofis weltweit, Sergio Ramos, der mit seinen Foulspielen schon Champions-League-Finals entschieden hat (Liverpool-Fans werden sich ungern erinnern), hat gestern in wenigen Spielminuten zwei Elfmeter hintereinander verschossen. Gegen wen? Gegen unseren Torwart, Yann Sommer. Dass es borussiatypisch kein vollständiger Triumph wurde, lag an einem Gegentor – wiederum borussiatypisch – in der 89. Minute. Wenn der Yann traumatisiert ins Mannschaftstraining zurückkehrt, ist es Zeit für eine diplomatische Demarche bei der Schweiz. Weiterlesen

Was Besonderes?

Hat TV-Fußball schon lange nicht mehr zu bieten
„Es gibt immer einen Markt für das Besondere“, hat mir Alexander Kluge in einem langen, spannenden Telefongespräch in den 90er Jahren erklärt. Umgekehrt heisst das: für das Langweilige, das Erwartbare, das immer Wiederkehrende, kannst du nicht auch noch Geld verlangen. Ob die bei der DFL und dem DFB das kennen? Sie werden jetzt endlich dazu gezwungen.
Medienmeldungen witzeln heute, dass gestern in der Glotze mehr Leute „Bares für Rares“ als ein Länderspiel des DFB (1:0 gegen Tschechien) gewählt hätten. Nicht berücksichtigt wird, Weiterlesen

Trump&Murdoch sind auseinander

Und: Fußball als Event verschwindet
In ihrer Paywall berichtet die FAZ über das Zerwürfnis zwischen dem 89-jährigen Medientrump Rupert Murdoch und seinem langjährigen im Vergleich zu ihm geradezu jugendlichen Donald. Für was-mit-Medien-Leute, sofern sie Kompetenz besitzen, ist das keine Überraschung. Es wundert eher, wie lange Murdoch ihn stark machte. Ein Murdoch-Biograph soll behauptet haben, der Greis sei noch imstande gewesen, Trump realistisch für einen „Idioten“ zu halten – spätestens seit dessen desaströsem Umgang mit der Coronakrise. Mr. Murdoch gehört mit seinen 89 klar der „Risikogruppe“ an, und dürfte Weiterlesen

Gute Schulden / Neue Viren / Kinderfussball

Globaler Schuldenweltmeister sind die USA. Und werden es auch bleiben, egal wie die Wahl ausgeht. Sie können unbegrenzt weiter Schulden machen. Warum? Weil die Welt ihnen vertraut. Vertraut? Einem Land, in dem so viele Trump wählen? Berechtigte Fragen. Doch beim Kapital geht es nicht um Moral, sondern einzig und allein um die Frage, ob ich Kapital, das ich denen leihe, jemals wiedersehe. Wer diese Frage bejaht, hat Vertrauen. Wer dieses Vertrauen besitzt und darüber verfügen kann, kann unbegrenzt Schulden machen, völlig unabhängig von allen Grundrechenarten.
Für die USA gilt das, so lange sie Weltmacht sind und ihre Währung Leitwährung der globalen Ökonomie. Ulrike Herrmann/taz hat das schon lange begriffen, Weiterlesen

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