Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Genuss (Seite 30 von 57)

Stimmungsverbesserung

Gestern belästigte ich Sie mit schlechten Nachrichten. Darum im Folgenden ein Wiedergutmachungsversuch. Bitte schicken Sie die Kinder ins Bett, denn weiter unten geht es um Sex. Da ihre Kinder schon Bescheid wissen, würden sie sich von derartiger Langeweile gequält fühlen.
Also zunächst für die ganze Familie: Stefan Niggemeier/uebermedien hat sich den Spass gemacht, Sekundenbruchteile zusammenzuschneiden, die er in den ARD-Tagesthemen fand, wenn eine oder mehrere Personen gerade nutzlos im Studio herumstanden, und nicht wussten, welches Gesicht sie dazu machen sollten. Weiterlesen

Schönheit und das Kapital

Digitale Bildbearbeitungen fingen als kreative Kunst an, und sind bei der Zurichtung konkurrenzfähiger Jugendlicher gelandet
Feine Recherche von Tate Ryan-Mosley bei MIT Technology Review/heise: Warum Schönheitsfilter ein Massenexperiment an Mädchen und jungen Frauen sind – Der am weitesten verbreitete Einsatz von Augmented Reality ist nicht in Spielen zu finden: Es sind die Gesichtsfilter in den sozialen Medien. Das hat Folgen.” Weiterlesen

Nur Vögel kennen keine Grenzen

Ziel der Dritten Berlin Britzenale soll es sein, multimediale Kunst am Stadtrand zu zeigen. Ort des Ganzen ist ein eigentlich kunstferner Ort: 62 Parzellen der Kleingartenanlage „Morgentau“ an der Neuköllner Blaschkoallee
Ein Tempeltor aus weißen Pyrophor-Steinen, eine himmelblaue Hollywood-Schaukel und ein Pflanzenkleid mit grünen Kugelaugen in einem Baum. Wer an diesem Wochenende eine der Parzellen in der Britzer Kleingartenanlage „Morgentau“ im Südwesten Berlins betritt, kommt ins Stutzen. So richtig scheint das Ensemble nicht zu einem Schrebergarten zu passen. Zu allem schillernden Überfluss bekommen Be­su­che­r:in­nen dazu auch eine Portion Götterspeise serviert. Weiterlesen

Zwei grosse Erzähler

Alt, weiss und sehr altersweise: Pleitgen und Zander
Die hier zu würdigenden Herren stammen aus der Zeit, als ich mich noch am Westdeutschen Rundfunk gerieben habe. Der Eine, Fritz Pleitgen, war 1995-2007 der Boss, und hat in der Zeit “Modernisierungen” eingeleitet, wegen derer ich als Hörer von dem Sender abgefallen bin; bedeutender für die Nachwelt war sein vorheriges und parallel praktiziertes Leben als neugieriger Journalist.
Der Andere, Hans Conrad Zander, ist in diesem Blog bereits als Gastautor aufgetreten. Ihn habe ich in diesem WDR für mich entdeckt. Weiterlesen

Die Helfer des Morgens

Zurheide, Mai & Dietmar
Jürgen Zurheide ist der seltene Fall eines “freien” Journalisten, der die Freiheit vom Angestelltendasein berufslebenslang geniesst und davon profitiert. Wie er das gemacht hat? Das kann ich auch nicht erklären. Gewiss gehört dazu, eine gute Mikrofonstimme zu haben und damit gut umgehen zu können. Politischer Durchblick, besser als Andere informiert sein, und gerne Schichtdienste übernehmen, auf die die Festangestellten keine Lust haben. Das sind die Tricks, von denen ich weiss.
Samstagsmorgens z.B. Wer hätte da Lust von 6 bis 9 zu moderieren, also um 4 im Sender zu sein, um alles adäquat vorbereiten zu können? Weiterlesen

2290 Jahre Fahrradfahren

Der DGB hat sich im Sommerloch mal nützlich gemacht. Er publizierte die Anwendung der Grundrechenarten auf die Fahrradkuriere von Lieferdiensten mit dem Vorstandsgehalt einer der asozialen Plattformen, in diesem Fall Delivery Hero, das hier angeblich unter dem Namen Foodpanda auf den deutschen Markt wolle. Auch die Restaurantbesitzer*innen, die ernsthaft erwägen, diese Blutsauger an sich ranzulassen, können beim DGB ausrechnen, wie lange sie arbeiten müssen, um auf das Jahreseinkommen ihres Geschäftspartners zu kommen. Weiterlesen

Ausgeträumt

Kunst oder Event? / Katastrophenbilder und die Sicherheit der Schlafmützen
Helge hat Ärger. Und davon viel. Ob sein Management den durch Ungeschicklichkeit bei Vertragsverhandlungen mitverursacht hat, muss an dieser Stelle offenbleiben, keine Ahnung. In der Sache aber ist er ein Held. Kunst ist nicht die Petersilie auf der Suppe. Wann wird mann jeh verstehn? Ich erinnere mich an einen vergleichbaren Fall mit Volker Pispers, einen hochpolitischen Erster-Klasse-Kabarettisten. Weiterlesen

Optimierbar?

Die Dialektik von optimierter Kompetenz und lustvollem Genuss
Nein, es ist keine Religion, und sollte auch keine werden. Das wird schnell klar in dem DLF-Kultur-Feature von Tina Hüttl: “Ernährung als Statussymbol – Du bist, was du isst”. Ideolog*inn*en und Missionar*inn*en sollte mann und frau von seinem*ihrem Essen und Trinken fernhalten, wenn es ein Genuss werden soll. Doch damit es das wirklich werden kann, sind hohe Investitionen erforderlich: in Erzeuger*innen, Verarbeiter*innen, empathischen Service und Wohlfühlambiente. Dahinter steckt sehr viel Wissenschaft und Arbeit. Wer geniessen will, muss das wertschätzen. Weiterlesen

Die Optimierungs-Falle

Die grassierende sich ausbreitende Sucht nach Selbstoptimierung macht vor niemandem halt, ist ein roter Faden der gesellschaftlichen Entwicklung in allen vom Neoliberalismus dominierten reichen Staaten und Ländern. Meagan Day/Jacobin berichtet über eine neu erschienene Meta-Studie zu dem Thema. Die Selbstoptimierer*innen quälen nicht nur sich selbst, sondern als Sozialwesen und Massstabsetzer*in auch alle ihre Mitmenschen. Und setzen falsche, menschenfeindliche Kriterien für die weitere gesellschaftliche Entwicklung. Eine Falle, die gesellschaftliche und individuelle Emanzipation verhindert, entsprechende Wege in solche Richtungen verbarrikadiert. Weiterlesen

Shared Space

Es ist imgrunde wie mit den Wölfen. Knapp 50 Jahre, nachdem “Der weisse Hai” (im Original “Jaws”) die Kinos unsicher gemacht hat, gibt es die süssen Tierchen jetzt wirklich in der Nähe, wo Spielberg den Film seinerzeit gedreht hat. Nora Sobich hat darüber für DLF-Kultur eine unterhaltsame Reportage gemacht, die sie von mir aus gerne noch mal als Beitrag für mare-TV drehen dürfte. Leitende Erkenntnis: die Erde gehört nicht dem Menschen allein. Weiterlesen

Die endgültige EM-TV-Kritik

Und: Wundersame Bahn LXVII / Otto wird 73
Über den Hampelmann Seehofer ist jedes Wort zu viel. Gestern hat er das Risiko einer EM in Pandemiezeiten erkannt. Oder war es vorgestern? Der Minister ist für beides zuständig: Sicherheit und Sport. Und er ist aus Bayern, dessen Landeshauptstadt München schon vor Jahren einen Ausrichtervertrag mit der fiesen, bösen Uefa abgeschlossen hat. Dazu gibt es nichts mehr zu kommentieren. Aber 2024 soll mit der selben gemeingefährlichen Partnerin, repräsentiert ausschliesslich durch Männer, eine EM in Deutschland stattfinden. Wer wird ihr dann unsere Sicherheit ausliefern? Und unser Steuergeld?
Stattdessen möchte ich Ihnen diese TV-Kritik von Dietrich Leder/Medienkorrespondenz ans Herz legen. Weiterlesen

Berliner Mauerbau

Vor Jahren hatte mich bereits der Berliner Tagesspiegel mit seiner Paywall-Politik als digitaler Leser vertrieben. Nun habe ich mich auf Empfehlung von Extradienst-Gastautor Ludger Volmer gerade bei der Berliner Zeitung warmgelesen, da überrascht sie mich äusserst unangenehm mit einer Ausweitung ihrer Bezahlmauer, ironischerweise sogar in ihrer Rubrik “Open Source”. Die FAZ hat ihre Mauer anlässlich des Halbjahrsbeginns ebenfalls noch weiter hochgezogen. Solchen Verzicht auf digitale Aufmerksamkeit muss mann sich halt leisten können. Weiterlesen

Enteignen

Omma, gib Dein Häuschen ab – das gehört jetzt alles dem Sozialismus! So ähnlich wollen CDU und FDP in Berlin jetzt wahrscheinlich in den Berliner Wahlkampf ziehen. Gewinnen werden sie ihn damit nicht. Beine stellen tut sich der rot-rot-grüne Berliner Senat immer noch selbst. Jetzt muss er sich zu über 340.000 Unterschriften verhalten, das doppelte des erforderlichen Quorums, die die Enteigung des Konzerns Deutsche Wohnen fordern, der sich bereits vorsorglich unter die Fittiche der noch grösseren aber kaum weniger berüchtigten Vonovia begeben hat. Weiterlesen

Mediathekperle: Kein Straf-Jazz

Macht Helge sie alle platt?
Die Erstausstrahlung hatte ich verpasst. Wie wahrscheinlich die meisten. In meinem Alter ist Mitternacht zu spät. Und nach einmal Schlafen hat mann dann auch schon wieder vergessen, es in der Mediathek zu suchen. Jetzt habe ichs doch gesehen: wie Helge Schneider Ina Müller an die Wand getalkt hat. Ich hatte schon 2009 gewarnt, dass Ina in der ARD zu lieb wird. Wenn dann noch Wechseljahre und Altersmilde dazukommen … Weiterlesen

Der Frittenkrieg

von Gaby Küppers
Kolumbien und die EU auf dem Schlachtfeld der WTO

Der Frittenkrieg begann in Kolumbien weit vor der heftigen Rezession des Kartoffelabsatzes infolge der Corona-Pandemie und noch viel früher als die tödliche Repression, mit der die kolumbianischen Sicherheitskräfte in diesen Tagen auf massive Proteste aus der Bevölkerung antworten. Es ist ein von langer Hand geplanter Krieg, der mit starkem Geschütz geführt wird. Mit juristischem Geschütz, in Stellung gebracht vor der Welthandelsorganisation WTO. Genau genommen geht es nicht einmal um die Kartoffeln, sondern um Absatzmärkte. Das wiederum ist bei Kriegen fast immer der Fall. Weiterlesen

Ösis total abgedreht: “Hotel Rock’n Roll”

Vermutlich haben Sie gestern, wie fast alle, den Fussball der guten Deutschen gegen die bösen Ungarn geguckt. Da haben Sie was verpasst. Die Ösis sind zwar fussballerisch, seit sie 1938 ihrer ungermanischen Talente beraubt wurden, stark limitiert. Aber beim Filmen bleiben sie stark überlegen. Sie sind halt verrückter und können weit besser spinnen. Der Beweis gestern auf 3sat: “Hotel Rock’n Roll” (2016). Weiterlesen

Ein liberaler Sozialdemokrat

Dr. Herbert Schnoor ist tot. Er war SPD-Innenminister in Nordrhein-Westfalen und er war durch und durch Demokrat, Antifaschist und liberal. Im Rahmen der sozialdemokratischen Parteidisziplin, versteht sich.  Herbert Schnoor hat früh erkannt, dass sich die Polizei in einer demokratischen Gesellschaft demokratisch verhalten muss. Unter seiner Schirmherrschaft entwickelte der Bonner Polizeipräsident Kniesel (FDP) die Deeskalationsstrategie, die von den Friedensdemonstrationen 1981 bis in die 90er Jahre einen friedlichen Ablauf sämtlicher Demonstrationen in der damaligen Bundeshauptstadt garantierte. Freilich nicht ohne den politischen Gegenpart, den unvergessenen Manfred “Mani” Stenner vom Bonner Friedensbüro. Aber auch die Bürger*innen merkten etwas, ich konnte das als NRW- und Baden-Württemberg-Doppelstaatsbürger klar erkennen. Weiterlesen

Von der Zierpflanze zum Grundnahrungsmittel

von Laura Held & Gert Eisenbürger
Der schwierige Siegeszug der Kartoffel in Europa

Die Kartoffel, diese merkwürdig geformte Knolle, hat ganze Großreiche ermöglicht, weil sie die Grundversorgung der (armen) Bevölkerung auch auf kargen Böden sicherstellte, vom Inkaimperium über Preußen und Russland bis Britannien. Doch es brauchte zwei Jahrhunderte, bis sich die Knollen aus den Anden in Europa durchsetzen konnten. Weiterlesen

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