Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: TV (Seite 80 von 90)

Kenia, Somalia – spektakulär sehenswert (30 Min.)

Sabine Bohland, Assia Shibane und Peter Mungai haben unbemerkt von breiterer Öffentlichkeit letzten Samstag in der ARD eine spektakuläre Weltspiegel-Reportage abgeliefert. Jeder vernünftige Mensch ist zur Sendezeit (Sa. 16.30 h) im Stadion seines Vereins oder seiner Fußballkneipe. Aber siehe, Gutes ist möglich: der Film soll ein Jahr in der Mediathek verfügbar bleiben.
Die Macherinnen porträtieren einen Sozialarbeiter, der in den Vororten von Nairobi gegen die Vergiftung des Zusammenlebens durch den islamistischen Terror kämpft. Seine einfachen Antworten, warum er sich bis zur körperlichen Erschöpfung so aufreibt, müssen jede*n hierzulande beschämen. Sein Beispiel macht gleichzeitig Hoffnung, was alles möglich ist, wenn noch mehr mitmachen.

Medien und Handlungsunfähigkeit

In den USA gehört es schon zum Allgemeinwissen, und auch wir haben frühzeitig mit Hilfe der Otto-Brenner-Stiftung auf ähnliche Konstellationen hierzulande hingewiesen. Die politische Satire ist zur Einwechselspielerin für geschwächten und ermüdeten Journalismus geworden. Bei beiden stellt sich immer akuter die Frage: mit welchen Folgen?

Die jüngste heute-show war ein gutes Beispiel. Ich teile die gefühlsmässige Ablehnung von Extradienst-Gastautor Dieter Bott gegen den demonstrativen politischen Nihilismus von Oliver Welke. Dennoch war das Agendasetting der Redaktion und des Autor*inn*enteams hochpolitisch und auf der Höhe der Zeit: Weiterlesen

Woanders is’ auch ……..

… nicht besser. Tomasz Konicz deutet die aktuellen Entwicklungen des globalen Kapitalismus als mögliche Crashvorboten. Könnte sein. Hoffen wir mal, dass er ein Spinner ist …..
Deutschland
Jakob Augstein, auch über ihn kann mann viel Kritisches meinen und schreiben, aber im deutschen Bürgertum kennt er sich aus.
Heribert Prantl beschreibt das deprimierende Bild unserer kommenden Regierung, das sogar mutwillig auf Blender wie Macron verzichtet. Sollen wir über diesen Unterschied nun froh sein, oder ist das nur eine besonders fiese Form, uns Geringschätzung zu übermitteln? Ähnlich arm: die Oppositionssprechblasen in der Tagesschau.
New York Weiterlesen

GroKo – individuelles Fehlverhalten Einzelner?

Die unbedarfte Zuhörerin der Nachrichten und Tagesschau reibt sich verwundert die Augen: “Die SPD habe sich mit einer guten Einigung beim Familiennachzug durchgesetzt” erklärte der Spitzenkandidat und Parteivorsitzende Martin Schulz. Dabei hat die GroKo nichts anderes beschlossen, als die bereits aus den Sondierung bekannten 1.000 Personen pro Monat. Darüber hinaus nur Ausnahmen in Einzelfällen – das waren im gesamten Jahr 2017 ganze 60 Personen. Bravo, SPD – da habt Ihr eine Menge durchgesetzt!
Die zweite Erfolgsmeldung des gestrigen Tages war eine “Soforterweiterung” des Pflegepersonals um 8.000 Stellen und deren tarifliche Besoldung. Was steht dahinter? Weiterlesen

Monitor: werden wir bald verstrahlt? Oder jetzt schon?

Die Monitor-Redaktion ist glücklicherweise eine Perle in der Bürokratie der öffentlich-rechtlichen Medien geblieben. Heute lief bereits die Vorberichterstattung zu ihrer Recherche zum belgischen Pannenreaktor Tihange.
Auch die anderen Themen, u.a. deutsche Waffen im türkischen Krieg gegen die Kurden, Gegenwehr gegen die gute Idee einer Bodenwertsteuer u.a. sind gut gewählt und deuten auf Sehenswert hin.
Wenn Sie heute Abend 21.45 h keine Zeit haben; es gibt zahlreiche Wiederholungen (ARD-Nachtprogramm 5.00 h; WDR 9.20 h, mehrere Termine auf Tagesschau24) und den Segen der Mediathek.

DIE HÄME – als tiefere bedeutung

BETR: scherz ironie satire – und die „witzelsucht“ ––„die zeit“—– und DIE HÄME –als tiefere bedeutung
OLIVER WELKE—im duett mit OLIVER KAHN (Paywall) ——und der ORDEN wider den TIERISCHEN ERNST –heute am 29.jan 18 in der ARD

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„ES HERRSCHT GENERELL eine seltsame SHOW- und WITZEL-SUCHT unter den männlichen sport-moderatoren“
schreibt die aktuelle „zeit“ am 25.jan 18

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„ ALLERDINGs scheinen sich OLIVER KAHN und OLIVER WELKE so gut zu verstehen ; wie das nur ZWEI HALBSTARKE
Können; DIE SICH ÜBER DIE SCHWÄCHEN DER ANDEREN AMÜSIEREN———
Und da war die übertragung eines FUSSBALLSPIELS wie ein FUSSBALL-SPIEL damals auf dem SCHULHOF:
die kleinen werden VON DEN GROSEN NUR GEDULDET —–und wenn sie was falsch machen;dann LACHT MAN SICH HALT KAPUTT—„
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Saudi Aramco / Autoritätsverfall / Massentierfrass / ARD, Wedel, Wilhelm

“Fliegen werden keine Feinschmecker” schrieb mein jüngerer Bruder hier kürzlich. Darum werden sich, sollte man meinen, genug Fliegen finden, die geil auf Minderheitsaktien von Saudi Aramco wären, dem Staatskonzern Saudi Arabiens. Schliesslich finden sich genug insektenähnliche Wesen, die dort Waffen hinliefern und mit denen “Freundschaftsspiele” austragen wollen. Wird ausgerechnet der Finanzmarkt jetzt zur emanzipatorischen Kraft, die den saudischen Mörder-Machos Grenzen zeigt? Das wäre mal ein guter Witz.

Tom Strohschneider amüsiert sich im Oxiblog darüber, wer z.Z. über den allgemeinen Autoritätsverfall lamentiert. Dieter Bott hat eben schon hier die heute-show dabei erwischt. Schuld daran ist der Popanz ’68er – wer sonst?

Susanne Aigner beschreibt anlässlich der Grünen Woche das Dilemma der Landwirtschaft, zwischen Agroindustrie und Verbraucher*innen*wünschen. Ein wichtiger Aspekt scheint ihr gedanklich durchgerutscht zu sein. Weiterlesen

Titanic-Leser fordert Humorkritik an heute-Show

LIEBER STEFAN GÄRTNER
Sehr geehrte titanic-redaktion

Heute nacht -27.jan-18 um null uhr 45 –nach dem bericht über den parteitag der grünen—-wird die HEUTE SHOW von gestern 26.jan wiederholt –in der ZDF videothek ist sie noch mehrere wochen präsent.
ich bitte SIE und die titanic-redaktion –„HUMORKRITIK „— um eine ausführliche würdigung der HEUTE SHOW,die sich selber sowohl „nachrichtensatire“ wie auch „comedy“nennt—ihre einschaltquote übertrifft bereits „die tagesschau“ und ihre ironie –und häme—befriedigt offenbar ein weitreichendes politische bedürfnis der jungen leute Weiterlesen

Männer, ihr dürft weiter Sex haben

Wer weiss, ob dereinst unsere Zeit als neues “Zeitalter der Aufklärung” in die Geschichte eingeht. Die Aufklärung der Männer, wie Sex geht. Sicher, nicht wenige habens weder zuhause noch in der Schule gelernt. Es gab weitere Optionen; die besten waren erste, zweite, oder dritte Freundin, spätestens die Ehefrau. Wenn nicht, war immer schlecht.

Dank #aufschrei und #metoo ist es jetzt endlich, und ganz anders als ’68, das ja an der Mehrheit der Bevölkerung wirkungslos vorüber ging (Geht doch rüber; lieber mal arbeiten gehen – das waren die milden Reaktionen; “rüber” war die DDR) in der öffentlichen Debatte allgemein angekommen.
Allein dafür ist den Initiatorinnen zu danken, sie haben sich bleibende Verdienste erworben.
Meinen Impuls ausgelöst, das hier aufzuschreiben, hat dieses Vice-Interview mit den drei #aufschrei-Initiatorinnen.
Und diese hässliche aber nützliche Zusammenstellung von uebermedien.de.

Viele arme Männer sind nun ganz bös verunsichert, was der Unterschied zwischen einer Vergewaltigung, Nötigung und Sex sein soll. Muss ich einen Vertrag schliessen? Muss ich sprechen? Weiterlesen

Gutes Fernsehen – kommt es wieder? Im Stream?

Harald Staun und Hernan D. Caro (klingt nach Pseudonym) haben in einem Beiboot der FAZ eine lesenswerte Reportage zur Fabrikation deutscher TV-/Streaming-Serien veröffentlicht. Ungefähr in die dort beschriebene Richtung wird es gehen. Ich möchte nur ein paar kleine Abweichungen artikulieren.

Ich gehöre zu den Verehrern Dominik Grafs. Schon seine ersten Gehversuche im Vorabend-TV (“Auf Achse” mit Manfred Krug; “Der Fahnder” mit den verstorbenen Klaus Wennemann und Dieter Pfaff, sowie Dietrich Mattausch) sind heute noch vorzeigbar, ja entschieden geniessbarer als der Müll, der heute produziert wird. Andere eher schräge Sachen von ihm sind geradezu grossartig: der Jubiläumsfilm zum Grimme-Preis “Es werde Stadt“, der beste Film, der jemals über Marl gemacht wurde, oder seine Erinnerung an Michael Althen. Aber “Im Angesicht des Verbrechens“, vom deutschen Feuilleton fast einhellig militant verteidigt, war missraten, langweilig und klischeebeladen. Weiterlesen

Deutschland – mittendrin statt nur dabei

Der wackere Willi Winkler (SZ), der vor einigen Wochen an einen grösseren Karton voller alter BND-Akten gekommen ist, erzählte heute eine weitere Geschichte aus diesem Bestand. Sie wirkt vordergründig wie eine Agentenschnurre aus alter Zeit, könnte aber mit ihrer politischen Substanz den Nagel nicht aktueller auf den Kopf treffen.

Nachdem sich die hiesige Öffentlichkeit soeben über das Kidnapping eines vietnamesischen Geschäftsmanns durch seine Regierung erregt hat, erzählt Winkler von einem deutschen Raketenexperten, den sich 1963 der israelische Geheimdienst Mossad geholt hat. Die politische Geschichte hinter dieser Räuberpistole ist, dass Deutschland sich schon damals in den 60ern mit Mordwaffen- und Technologieverkauf an beide Seiten des Nahostkonflikts bereichert hat.
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Weiterführendes zur SPD, (noch) nicht von ihr ….

Uli Kelber gibt heute in seinem GA-Interview die Richtung vor, die realpolitisch für die SPD gangbar ist. Das Strategieproblem: es gibt keine alternativen Optionen.
Albrecht von Lucke (Blätter) hatte letzten Donnerstag bei Illner unbarmherzig und brutal in den Wunden gerieben: Juso Kühnert müsse geradezu hoffen, beim Parteitag zu unterliegen (was gelungen ist), sonst würde er als “Boris Johnson” der SPD enden. Wenn die SPD-Koalitionsgegner*innen Neuwahlen provozieren würden, bliebe “nur noch eine Volkspartei übrig”, die die enttäuschten FDP- und SPD-Wähler*innen, also jene, die eine Partei wählen, weil sie wollen dass sie regiert (warum tun sie es sonst?), aufsaugen würde. Eine direkte Strategie zur Enthauptung der SPD und zur Stärkung Merkels (und vielleicht einer Schwarz-Grün Mehrheit, wie die rechten Realos bei den Grünen erhoffen).

Majid Sattar (FAZ) hat all das aufgeschrieben, worüber SPD-Führungsmitglieder bei Strafe der Exkommunikation nicht öffentlich sprechen dürfen. Irgendwann kommt immer alles raus.

Albrecht Müller, Planungsstabchef bei Bundeskanzler Willy Brandt, und heute leider viel zu verbittert, hemmungsloser Wagenknecht-Fan, sieht, dass die Koalitionsfrage nicht die Entscheidende ist; der politische Inhalt ist das Problem.

Sturm über Bonn / ARD-Geld für Ösi-Milliardär?

Der Soziologe Stefan Selke, er lehrt in Baden-Württemberg, hat aber einige Jahre hier in Bonn studiert, beschreibt die fragile zivilisatorische Firnis während des Sturms Friederike in der abgelaufenen Woche in Bonn bei telepolis. Ich war an diesem Tag auch in Bonn, nicht am Hauptbahnhof, aber bewegte mich im ÖPNV über die Kennedybrücke, und hatte eher gegenteilige, angenehme Erlebnisse. Vielleicht lags auch einfach an dem guten Mittagessen im Pastis.
Im Alltag, also gerade nicht in Krisen-Ausnahmesituationen, mache ich jedoch ähnliche Beobachtungen wie er. Als Kunde und Gastronomiegast merke ich seit langem, dass ich mit normal-höflichem Verhalten schnell von den Dienstleister*inne*n im Service ins Herz geschlossen werde – weil es so selten ist. Weiterlesen

Erklärt Trump China den (Wirtschafts-)Krieg?

Sicher, es ist interessegeleitet, wenn Handelsblatt und FAZ am gleichen Tag ins gleiche Horn tuten. Aber das macht es nicht zwangsläufig falsch. Die Pflichtlektüre der ökonomisch herrschenden Klasse ist gezwungen, ein Minimum an qualitativer Information nicht zu unterschreiten. Fürs offene Belügen sind andere Medien für gänzlich andere Zielgruppen zuständig.

Das Handelsblatt scheint auf dem Transfermarkt der Journalistinnen sogar eine guten Griff getan zu haben, und hat mit der vielsprachigen Ruhrgebietspflanze Sha Hua eine junge Leistungsträgerin als Peking-Korrespondentin ins ferne, fremde China entsandt. ARD und ZDF haben dieses Talent weglaufen lassen. Da fragt man sich als Finanzier dieser Sender, wie blöd man eigentlich sein kann. Aber ich schweife ab.

Frau Hua versorgt uns mit einem Bericht über diesen drohenden Wirtschaftskrieg. Und ihr Kollege Menzel liefert gleich noch dazu, wie China auf dem globalen E-Automarkt alle andern “Autoländer” abhängt. Weiterlesen

Geslomkat

Was sagt uns das über die Branche? Über die Medien? Und über die Politik?
Marietta Slomka ist zweifellos eine Frau, die sich ihren Job als Moderatorin des ZDF-heute-Journals mit guten Leistungen verdient hat. Aber warum erregt das nicht nur Aufsehen, sondern wird sogar als Markenzeichen/”Branding” veredelt, wenn die Frau einfach ihre Arbeit macht?
So ähnlich scheint sie es auch selbst zu sehen, hier im Meedia-Interview. Langes Interview, lesenswert, aber nicht spektakulär. Warum sollte handwerklich gut erledigte Arbeit das sein?

Doitsche Waa-fen, doitsches Geheheld …..

….. morden mit in ahaller Welt”, zu singen nach der Komposition von Joseph Haydn (“Lied der Deutschen”). Das hat vorgestern eine ARD-Dokumentation erneut bestätigt. Im Abspann werden Sie staunen: produziert hat sie der Bayrische Rundfunk. Düsseldorf, Sardinien, Südafrika, überall ist Rheinmetall und verkauft auch überall hin: Saudi-Arabien, Iran, Emirate, Ägypten – alles wird sofort ausprobiert. Allerdings hat es bei den Filmmachern noch nicht ganz dafür gereicht, auch die exportintensive bayrische Rüstungsindustrie ins Visier zu nehmen. Aber das kann ja noch kommen, wenn die absolute CSU-Mehrheit erst weg ist. Guter Journalismus ist offensichtlich in CSU-Herrschaftsgebieten möglich.
Da deutsche Politiker*innen ihr Handeln in diesem Bereich so geheim halten, wie die Rüstungsindustrie: haben Sie irgendwas mitbekommen, welche Rolle das Thema in den Koalitionsverhandlungen spielen soll? Könnte doch sein, dass es vorkommt; das eine oder andere Kind im Jemen könnte überleben ….

Emcke: Zugehörigkeit

Gestern vormittag, mein Festplattenrecorder fing es für mich ein, wurde Carolin Emcke vom Schweizer Fernsehen (SRG), das dort bald abgeschafft werden soll, eine knappe Stunde interviewt. Hier hat sie mein Gastautor Dieter Bott vor längerer Zeit gewürdigt. Das SRG-Interview ist sehens- und hörenswert für alle, die politisch noch alle Tassen im Schrank haben, hier in der 3sat-Mediathek.
Ihr Schlüsselbegriff: das Gefühl der Zugehörigkeit. Die Rechten bieten das ihrem Publikum an. Ein linkes Angebot dieser Art gibt es derzeit nicht. Der Grüne Vorsitzkandidat Robert Habeck versucht es, in Kontinuität zur gut dastehenden “Jamaica”-Verhandlungsdelegation, intelligent zu performen. Das wird aber durchkreuzt durch die Strategie seiner innerparteilichen Freund*inn*e*n, nicht mehr alle in eine Parteiführung mitmehmen, sondern dort die ganze – eingebildete – Macht erobern zu wollen.

Ich habe mich selbst zu prüfen versucht, wann und wo ich mich politisch zugehörig gefühlt habe.
Das erste Mal war es wohl, als ich als 15-jähriger mit einem “Willy-wählen“-Button am Jacket in die katholische Messe – noch von den Eltern erzwungen – gegangen bin; dort wo seinerzeit noch flammende Hirtenworte für die CDU zum Vortrag gebracht wurden. Weiterlesen

SZ – FAZ – WDR – Schwarze DLF Zwischentöne

Anne Fromm, taz-Medienredakteurin, hat regelmässig einen polemisch stark zurückgenommenen aber dafür recherchestarken Auftritt. Sie informiert uns über Umbauten, Kontroversen, Prozesse in der Redaktion der Süddeutschen Zeitung (SZ). Ich war Abonnent des Blattes und fühlte mich von seinem Verlag beleidigt, als er die journalistisch erstklassige NRW-Ausgabe einstellte. Seitdem beobachte ich – als Gastleser im Beueler Momo-Bistro – kontinuierliche Qualitätsverluste im Gleichschritt mit den Verlusten bei der verkauften Auflage. In der Redaktion gab und und gibt es immer Bürgerkriege zwischen konservativen Neoliberalen und fortschrittlichen Bürgerrechtsliberalen, zwischen Rechercheur*inn*en und Kommentierer*inn*en. Wobei, darauf weist Anne Fromm hin, die weibliche Hälfte weit unterquotiert ist.

Bürgerkriege gibts auch in der FAZ-Redaktion. Zwischen modernen und reaktionären Neoliberalen, der Rest wird zum Feuilleton geschickt. Wie sehr das nach dem Tod von Herausgeber Schirrmacher Weiterlesen

Monitor: EU-Kapitalverbrechens-Ökonomie

Sicher haben Sie wie ich am Donnerstagabend das ARD-Politmagazin Monitor verpasst. Nachschauen lohnt sich – sie wollen es garantiert nicht wissen, weil es Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt. Nichtwissenwollen ist wie mitschuldig, solange wir noch Demokratie haben.
Die Story geht so: unsere EU-Freunde in Rumänien bauen preisgünstige Waffen, Mordwerkzeuge. Sie verkaufen die an unsere US-amerikanischen Freunde. Alle Beteiligten wissen, dass die das Zeug gar nicht gebrauchen können, weil es den bei ihnen gebräuchlichen technischen Standards nicht entspricht. Sie geben das Zeug an unsere Freunde in Syrien weiter, die gegen das Assad-Regime kämpfen – sollen. Aber die verkaufen das Zeug weiter, an den IS und kommen so an Dollars, an die sie sonst nie gekommen wären. Der IS bringt damit massenhaft Leute um. Dann flüchten die hinterbliebenen Familienangehörigen dieser Mordopfer und sitzen irgendwann in einem Wartebereich des BAMF.
Das ist uns zu teuer. Darum spendieren wir über die EU hohe dreistellige Millionenbeträge an die kriminelle Vereinigung “Libysche Küstenwache“, deren Leute bisher schon ganz gut mit Menschen- und Sklavenhandel verdienen, aber gedanklich immer offen für das Erschliessen neuer Geschäftsfelder sind. Da die EU das Geschäftsfeld Flüchtlinge-Einfangen eröffnet hat – offensiv reingehen!
Manche wissen eben, wie Wirtschaft geht.

Und jetzt suchen Sie mal in der aktuellen Sondierungsvereinbarung die Stelle, was eine zukünftige Bundesregierung gegen diesen mörderischen Irrsinn unternehmen will.

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