Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DFB (Seite 14 von 20)

Da reden wir nicht drüber

von Glenn Jäger
Zu den Beziehungen Katars nach Südamerika und zur Vergabe der Fuball-WM 2022

Wenn im Juni 2019 in Brasilien die Copa America im Männerfußball steigt, ist als Gastland auch Katar mit dabei. Die Südamerikameisterschaft ist ein erster größerer sportlicher Testlauf für den Gastgeber der in vier Jahren beginnenden WM 2022. Für ein Land, das mit ungeheurem Reichtum vor allem aus Erdgas von sich reden macht; das nicht nur im eigenen Land Milliarden investiert und damit an wirtschaftlichem und politischem Einfluss gewinnt; das mit den Arbeitsbedingungen auf WM-Baustellen in die Schlagzeilen geriet; das als absolute Monarchie auf bemerkenswert wenig Kritik des Westens stößt; Weiterlesen

„Nachrichtenermittler“ Amri / ZDF-Sportstudio unrettbar?

Der mutmassliche Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz Weihnachten 2016 mit 12 Todesopfern, Anis Amri, konnte seiner Tat nicht rechtsstaatlich überführt und verurteilt werden. Er wurde (vorsorglich?) erschossen. Er konnte also nichts mehr gestehen und keine Mitwirkenden verraten. Was seitdem in zahlreichen Untersuchungsausschüssen und durch die Arbeit von Sonderermittlern zutage trat, klärte vor allem eins: unsere sogenannten „Sicherheitsbehörden“ sind nicht das, was sie vorgeben; sie schaffen nicht Sicherheit sondern gefährden sie. Hier berichtet Thomas Moser/telepolis Weiterlesen

Kinderhandel und Fankonflikte

Kindesmissbrauch, -misshandlung, Kinderarbeit sind Themen, die uns zu Recht schnell erregen, weil sie instinktive Schutzreflexe mobilisieren. Doch was, wenn die Täter diejenigen sind, die uns das alltägliche Fußballvergnügen organisieren? Bei T-Shirt-Erwerb mag so manche*r zum Boykott bereit zu sein. Beim Fußball ist es dagegen ganz realohaft egal, weil nicht zu ändern?
Diese abgebrühte Weltsicht bedarf der Überprüfung. Im Rahmen der Football-Leaks traten verbrecherische Praktiken mal wieder ans Licht. Weiterlesen

Was wird aus der Bundesliga?

Es war seit Jahren absehbar und ist nicht wirklich eine Neuigkeit, geschweige denn eine Sensation: die Fußball-Grossvereine, denen es gelungen ist eine globale Marke zu werden, kriegen den Hals nicht voll und wollen mit niemandem teilen. Auch nicht mit den Mafiosi von Fifa, Uefa und DFB. Im Kapitalismus gibt es immer eine Triebkraft zu Monopolen. Uns Fußballfans geht das schon lange am A…. vorbei. Wer uns nicht mehr braucht und will, der hat schon.
Wenn Sie genauer wissen wollen, worum es aktuell geht: Weiterlesen

Fahrrad in Peking / Fußball in Belgien

Kai Strittmatter gehört gewiss zur Elite deutscher Auslandskorrespondent*inn*en. Lange in China (1997-2005), dann lange in der Türkei (2005-2012), dann wieder in China. Alles von ihm, was zugänglich ist (d.h. online, oder wenn die SZ im Momo-Bistro zufällig mal ein paar Minuten frei ist), lese ich mit Gewinn. Besonders gut in Erinnerung habe ich diese ARTE-Sendereihe über Istanbul behalten, an der er mitgearbeitet hat. Das waren noch politisch hoffnungsvollere Zeiten in der Türkei. Heute schreibt Strittmatter in der SZ über das Fahrradfahren in Peking. Weiterlesen

Isses wieder Özil schuld?

Das Bild das die DFB-Trümmertruppe und ihre begleitenden Medien nach dem 0:3 gegen die Jugendmannschaft der Niederlande bieten, ist kaum besser als das Spiel. Wer hat beim 0:1 wo falsch gestanden? Warum hat Löw nicht früher ausgewechselt? Warum gilt bei ihm das Leistungsprinzip nicht? Richtiges Beispiel von Sp-on: bei den Niederländern stand der Reservekeeper von Barca im Tor; der erste Torwart von Barca dagegen bei Löw auf der Bank. Tja, alles gute Fragen. Doch der Kern ist: Weiterlesen

Allergie gegen Gegenwart

„Babylon Berlin“ – ein teures Symptom
Die Gazetten waren seit Jahren voll davon, die Produzent*inn*en konnten vor Angeberei, wieviele Millionen sie dafür zusammengekratzt hatten, kaum laufen. Ich hatte noch keine Sekunde davon gesehen, weil ich Pay-TV-abstinent und mit einer Rupert-Murdoch-Allergie ausgestattet bin. Gestern sah ich mit der Mehrheit der Zuschauer*innen erstmals was von „Babylon Berlin“. Mir war ja schon klar, dass die Voraus-Angeberei durch das tatsächliche Produkt kaum gedeckt werden kann. Darum war meine Enttäuschung gering. Weiterlesen

Der Untergang eines Weltbildes

Der mächtigste Mann der Welt als sein Repräsentant
Untergänge sind gefährlich, nicht nur für die Untergehenden, sondern für alle drumherum. Die Untergehenden in ihrer Panik versuchen verzweifelt sich irgendwo festzuhalten, und noch im Untergang möglichst viel mitzureissen.
Nur wenigen hierzulande ist bisher klargeworden, wie revolutionär der #metoo-Diskurs ist. Weiterlesen

EM und die Türkei / Peter Schaar

Die DFB-Spitze hat schwerer geschwitzt, als sie musste. Die Fußball-EM 2024 droht uns. Die Atempause für Grindel & Co. ist aber bereits zuende. Michael Horeni/FAZ, der schon bei Lanz einen guten Auftritt hatte, fasst alles Wesentliche zusammen. Timur Tinc/FR berichtet, wie wenig die Medienmachthaber in der Türkei aus der Niederlage zu lernen bereit sind.
Im FAZ Feuilleton bespricht Rainer Hermann ein Buch des lesenswerten Kolumnisten Yavuz Baydar, dessen Irrtümer über sein Land einen ähnlichen Verlauf nahmen, wie bei Jürgen Gottschlich.
Unbedingt nachhören oder -lesen sollten Sie das Gespräch der Alten Herren Weiterlesen

Kein Fettnäpfchen auslassen

Vielleicht will der DFB die EM gar nicht
Kleine Aufgabe für Ihre Fantasie, keine Angst, wird Sie nicht überfordern. Sie auf der Arbeit, gehören zu den ungewöhnlich talentierten, schaffen vieles von leichter Hand, für das andere schwer schuften müssen. Doch niemand schätzt sie. Sie sind jung und brauchen das Geld nicht, kündigen also. Sie sagen so ungefähr (jetzt folgt eine Geradeaus-Ruhrgebietsversion): „Ich hab‘ die Schnauze voll, leckt mich doch alle am Arsch!“ In Medieninterviews sagt Ihr Chef anschliessend, dass das letzte Grossprojekt schiefgegangen ist, unter dem das ganze Unternehmen jetzt schwer zu leiden habe, das habe an Ihnen gelegen. Weiterlesen

„United By Money“

Haltung zeigen – eine Überforderung für den modernen deutschen Fußball?
Zunächst ein helfender Hinweis für diejenigen unter Ihnen, die fussballdesinteressiert sind. Es ist nicht mehr „nur ein Spiel“. Und auch keine Nebensache mehr. Er ist harte gesellschaftspolitische Realität: ökonomisch, sozial, kulturell, politisch, und … ach ja: sportlich. Zur Einführung für Unkundige in das Thema empfehle ich diesen NDR-Film „Traumberuf Fußballprofi“, zu dem Sie folgendes wissen müssen:
Der Film ist angemessen kritisch, hatte aber bei seiner Konstruktion ein methodisches Problem. Weiterlesen

Türkischer Fußball / Aralsee – kommt er zurück?

Vielleicht wäre es das Beste, die nächste Fußball-EM würde ausfallen, bei diesen Bewerbern. Es sieht wohl so aus, als wenn der DFB gewinnt. Das Reich Erdogans wäre jedenfalls auch keine Lösung – Ronny Blaschke/DLF informierte über die dortigen mafiösen Zusammenhänge. Die hiesigen sind uns ja bestens bekannt. Die Uefa wird das selbstverständlich nicht abschrecken – im Gegenteil. Für die Ökonomie dieses Unternehmens ist die Nachricht des Tages, Weiterlesen

Zwischen Fanreportern und Spielverderbern

Fußballjournalismus auf dem Prüfstand
von Tonio Postel / Otto-Brenner-Stiftung

(Auszüge, ohne Fussnoten, aus dem OBS-Arbeitspapier 33)
6.2 Was getan werden könnte – Elf Vorschläge
Aus der bisherigen Darstellung über Aufgaben, Zustand und Möglichkeiten des kritischen Sportjournalismus lassen sich einige Handlungsvorschläge ableiten, die im Folgenden präsentiert werden. Die Entwicklung des Sportjournalismus ist jedoch nicht unabhängig von der Entwicklung der Fußballbranche selbst, sodass der erste Vorschlag auch diese Veränderungen mitdenkt:

1. Einbindung der Fans
Zunächst bleibt zu hoffen, dass der Profifußball nicht noch stärker temporären, wirtschaftlichen Interessen von „Heuschrecken“-ähnlichen Investoren geopfert wird, die nur auf eine maximale Rendite schielen. Denn das Opfer einer weiteren finanziellen Ausschlachtung der Vereine würde die Seele der Klubs aufs Spiel setzen: Die Gunst der „echten“, vielleicht weniger wohlhabenden Fans, Weiterlesen

Vielleicht auch ein Medienbarometer?

Das „Integrationsbarometer“
Vor einigen Wochen hatte Naika Foroutan bereits darauf hingewiesen, dass sich in Deutschland mehr Menschen für Flüchtlinge alltäglich-praktisch engagieren, als AfD wählen. Die „Stimmung“, die uns in erster Linie durch veröffentlichte Meinungen auf Kanälen aller Art vermittelt wurde und wird, ist anders. Da weht der Wind von weit rechts. Auch die Mitte und die Linke arbeiten sich daran ab, statt zu tun, was ihre demokratische Aufgabe wäre: im demokratischen Wettbewerb eigene Themen zu setzen und zu bearbeiten – nur das verspräche Erfolg.
Die den Diskurs immer noch privilegiert beherrschenden öffentlichen und privaten Medien müssen sich hierzu selbst befragen. Weiterlesen

Fernsehfuzzis wollen uns Fußball verleiden

Aufregung über die ARD und ihre Ansetzungen für Live-Übertragungen von der nächsten Runde des DFB-Pokals. Lieber Kirmesspiele als Sport. Und ein Förderprogramm für den von Verarmung bedrohten Multimilliardär Rupert Murdoch und sein Pay-TV Sky. Ich sag‘ dann mal Tschüs, DFB-Pokal.
Das ZDF machts auch nicht besser. Es hat für (unser!) teures Geld bei der DFL die Rechte an der Erstausstrahlung der Zusamenfassung des Samstagabendspiels gekauft. Morgen ist es Borussia Mönchengladbach gegen Schalke 04, die drittbeliebteste Mannschaft des Landes gegen die viertbeliebteste. Und was macht es damit? Es verklappt alles um Mitternacht. Eine „Samstagabendshow“ für Omma und Oppa – mglw. mit offenem Ende? – hat Vorrang im ZDF-Programm. Dann schlaft weiter!

Gelsenkirchen – bundesligagrau

Heute las ich irgendeinen Besinnungsaufsatz über die Geschehnisse in Chemnitz/Sachsen. Der Autor benutzte an einer Stelle, an der er das Elend von Ost und West gleichsetzen wollte, die Formulierung „und in Gelsenkirchen-Ost“. Klassischer Fall von keine Ahnung. Oststadtteile von Gelsenkirchen heissen Erle, Resse, Resser Mark und Bismarck. Da klappen bei ahnungslosen Leser*inne*n die Assoziationen nicht wie beabsichtigt. Der – von den Aufgezählten – Stadtteil mit dem meisten „Erneuerungsbedarf“ ist übrigens Bismarck. Da ist Mesut Özil aufgewachsen Weiterlesen

Löw, Bierhoff, DFB, Hauptstadtberlin – überall ein grosses Nichts

Gestern mittag wurde die Pressekonferenz der Herren Löw und Bierhoff in der Glotze live übertragen. Nein, nicht von Phönix. Eine ganze Stunde, ARD. Das ist der neue Nischensender für uns Alte, die wir nicht von einem Übermass analytischer Schärfe überfordert werden dürfen. Diese Sondersendung erwies sich in dieser Hinsicht als risikofrei. Da war nichts. Überhaupt nichts. Es war selbst ein Nichts.
Die Herren funktionierten exakt wie das, was wir uns heute unter Politiker*innen vorstellen. Weiterlesen

Fifa-Putsch, Dialog-Abbruch, Geldverbrennung und reaktionäre Diskurswende

Mit dem Aufregen habe ich schon aufgehört. Da das Fußballbusines aber immer mehr an gesellschaftlicher und politischer Relevanz gewinnt, müssen wir es wohl oder übel aufmerksam beobachten. Es gibt wichtige Hinweise und wir werden nicht dümmer dabei.
Es gibt Putschversuche in der Fifa. Ihr jetziger Präsident Gianni Infantino entwickelt sich zu einer Art Trump des Fußballs: abhängig von Strippenziehern im Hintergrund, die zu den reaktionärsten, noch feudalistisch organisierten Kreisen des globalen Grosskapitals zählen. Weiterlesen

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