Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Fernsehen (Seite 13 von 54)

Ende der Imperien

Niedergehende Imperien sind besonders gefährlich. Sie schlagen brutal um sich, mit abnehmender Rücksicht auf Verluste. Die USA sind so ein Fall, und das britische Empire erst recht. Letzteres wirkt auf mich dabei geringfügig sympathischer, wegen seines weit besser ausgeprägten Stilbewusstseins, und der weit grösseren Fähigkeit zur Selbstironie. ARTE bietet zwei Perlen, die parallel oder direkt hintereinander genossen werde sollten, um das zu verstehen.

Ich lobte hier schon aus meiner Erinnerung die britische Originalversion von House Of Cards. Wenn ich berücksichtige, dass die Reihe schon 1990 produziert wurde, komme ich nicht umhin ihre grosse prophetische Kraft zu würdigen. Weiterlesen

Karneval? Gibts schon in Klingsiel

Irgendwie verliert frau und mann das Zeitgefühl. Geht Ihnen das nicht auch so? Es ist Mitte Februar? Da war doch immer was …. Die modernen, Neuerungen jederzeit aufgeschlossenen Bürger*innen von Büttenwarder erinnerten heute im NDR-Fernsehen, die Älteren erinnern sich vielleicht: um diese Zeit war immer Karneval.
Wie es den Norddeutschen gelang, diese Zeit immer zur Hochsaison ihrer wunderschönen Küstenlandschaften zu machen, und Millionen Flüchtlinge aus dem Rheinland zu beherbergen (und sie weit weniger auszunehmen, als es ihnen geschah, wenn sie vorzogen zuhause zu bleiben), das sehen Sie hier (Video 25 min).

Begriffswelten

Das DLF-Medienmagazin @mediasres pflegt freitags die Diskussion mit einer*einem ausgewählten Hörer*in zu einem ausgewählten Medienthema. Dazu hatte es einen baden-württembergischen Hörer geladen, der aus der CDU ausgetreten und der AfD beigetreten ist. Der war aber gar nicht der, der meinen Blutdruck erhöhte. Weiterlesen

Melancholie

Eine Stunksitzung wie der WDR
Was für ein verkorkster Start in den Tag. Mit einem Surrogat von TV-Stunksitzung ins Bett gegangen. Im tiefgekühlten Schlafzimmer aufgewacht. Im Radio Laberüberschuss: Gesundbeterei des Distanzgebots. Auf den Onlineseiten nur schlechte Nachrichten. Wer den “Weltpokal” gewonnen hat; warum Aussenpolitik immer dümmer wird; überall nervtötende Popups, im Posteingang eine berechtigte Bürgerbeschwerde aus Beuel, obwohl ich Rentner bin, fern meines früheren Schreibtisches und Diensttelefons, die Stadt meldet keine Coronadaten, und mein Stimmungsaufheller Küppi war weit nach 10 immer noch nicht mit seinem Freitagsauftritt fertig (und dann darf auch noch Somuncu mitspielen, der über seine eigenen Scherze lachen muss). Wie soll das ein guter Tag werden? Weiterlesen

Enissa zeigts dem WDR

Und Rupert den Präsidenten / weitere Infos zu Welthandel, Impfpolitik, Northstream2
Sie steigt weiter in meiner Hochachtung: Enissa Amani. Jetzt hat sie dem doofen WDR und der nicht minder doofen Plasberg-Firma kurz mal eben auf eigene Produktionskosten vorgemacht, wie Leute, die Ahnung von der Sache haben, über Rassismus und Sprache schwätzen können. Makaber, wie wenig schwer das ist. Und für unser Haushaltsabgabengeld bekommen wir so ein Minimum an Intelligenz nicht geliefert? Sogar der billige Spiegel hats schon gemerkt.
Ich schäm’ mich so, weil ich “meinen” WDR mal so heiss geliebt und verehrt habe. Weiterlesen

Schaubildnummer

Es erinnert mich ein bisschen an das wehmütige Ende meiner WG. Die alten Freunde Jürgen Becker, Wilfried Schmickler und Uwe Lyko sind aus den WDR-Mitternachtsspitzen ausgezogen. Mir sind Gerüchte zu Ohren gekommen, dass es doch nicht ganz freiwillig war, aber was solls. Die Jungs müssen das nicht mehr machen, sie können auch anders. Ich bin allen dreien im wahren Leben begegnet, und weiss was für anständige Kerle sie sind, menschlich und politisch. Mir fehlen sie. Jetzt kommt die Prüfung, ob der WDR ohne sie glücklich werden kann.
Was die Einschaltquoten der ersten Ausgabe ohne die Jungs betrifft, und anderes interessiert die Senderführungen kaum, ist das Ergebnis ein klares Ja. Weiterlesen

Böhmi gut in Form

Fluchtursachenhersteller profitieren bei Flüchtlingsabwehr doppelt mit
Die Lokomotive deutscher Spitzentechnologie, der Rheinmetallkonzern, hat diese Woche verkündet, sich vom Autozuliefern ab- und noch mehr der Mordtechnologie zuzuwenden. Jeder setzt seine Signale in dieser Zeit, wie er es für richtig hält. Rheinmetall und seine Aktionäre wissen warum. Deutsche Regierungen wenden sich, nachdem sie sich gegen Trump zusammenreissen mussten, so devot dem neuen US-Präsidenten zu, dass sie jeden Preis zu zahlen bereit sind – zu entrichten als Aufrüstung ihrer unproduktiven Rüstungsinvestitionen. Es gibt neben Organisierter Kriminalität nichts, was vergleichbare Extraprofite möglich macht. Weiterlesen

House Of Cards – das Original

… kommt bald wieder / Outing eingemauert / Musik öffentlich-rechtlich abgeschaltet
Grösste Freude dieses Jahres: ARTE wird ab dem 12.2. das britische Original des US-amerikanischen Streaming-Busters “House Of Cards” in seine Mediathek heben. Es ist bemerkenswert anders, nämlich wärrie brittisch. Nur Alte werden sich erinnern. Was heute undenkbar erscheint, war Anfang der 90er noch möglich: die ARD übernahm die Miniserie in ihr Hauptprogramm nach der Tagesschau um 20.15 h, unter dem damaligen verdeutschten Titel: “Um Kopf und Krone”. Es ging um nicht weniger als die Macht im Empire. Ian Richardson setzte in der diabolischen Hauptrolle Massstäbe, die – meiner persönlichen Meinung nach – später auch Weltstar Kevin Spacey nur mit Mühe erreichte. Weiterlesen

Ist der Zerfall aufzuhalten?

Zuhause eingesperrt erfreue ich mich an den Erfolgen von Borussia Mönchengladbach und Rot-Weiß Essen. Gleichzeitig weiss ich: es ist nichts wert, es ist bedeutungslos, wenn es sich nicht in öffentlicher Gesellschaft ereignet. Die TV-Glotze ist eine Simulation, schlimmer als Cola Zero oder alkoholfreier Wein. Nervenzerfetzend brüllende Live-Reporter versuchen die Turnhallenatmosphäre zu übertönen.
Die Wirklichkeit sieht so aus. Weiterlesen

Freiheit ist teilbar

Eine Filmrezension: PAPST JOHANNES PAUL II., FREIHEIT IST TEILBAR,

ARTE-Doku, Frankreich 2020. Regie: Christiane Ratiney

Am 16. Oktober 1978 wurde Kardinal Karól Wojtyla als erster Nichtitaliener seit mehr als 450 Jahren und als erster Slawe in der Geschichte zum Papst gewählt. Dies wurde weit über die katholische Kirche hinaus als epochales Ereignis wahrgenommen. Sein mediales Auftreten und vor allem seine rege Reisetätigkeit (er legte mit Abstand die meisten Reisekilometer aller Päpste zurück) bescherten ihm eine globale Aufmerksamkeit wie keinem seiner Amtsvorgänger. Mit über 26 Jahren war das Pontifikat von Johannes Paul II. das zweitlängste der Kirchengeschichte. Weiterlesen

Die globale Impfpolitik

Es ist nicht alles schlecht beim öffentlich-rechtlichen TV. Solange sich Menschen noch öffentlich ärgern, wenn es schlecht ist, ist noch nicht alles verloren. Denn es zeigt, dass es vielen noch wichtig ist. Es gibt auch Gutes. Gestern Abend z.B. im Schatten des überteuerten ARD-Fussballs versendete der NDR “Panorama – Die Reporter” zum Thema “Wem gehört der Impfstoff?”. Von der Wichtigkeit her, wäre die umgekehrte Programmierung die Richtige gewesen: Impfpolitik nach vorne, Fussball nach hinten. Aber wem sagichdas?
Vorweg eine gute Nachricht für eine mit mir gut befreundete Leserin: es gibt gute Nachrichten aus Dessau. Weiterlesen

Die WDR-Deals mit Plasberg

mit Update mittags
Enissa Amani macht sie ganz alleine nass – Volkssport “WDR einschüchtern”: leichtes Opfer, grosse Resonanz, und dieses Mal nicht von Rechts
“Mach’ ihn nass! Mach’ ihn nass!” lauteten die Anfeuerungsrufe von Mannschaftskameraden auf den Fussballplätzen meiner Kindheit. Nun muss ich voller Bewunderung feststellen: eine einzelne Instagramerin hat den ganzen grossen WDR so nass gemacht, wie ich es gerne getan hätte. Aber ich war schon zu zynisch abgebrüht, um es noch zu wollen und zu können.
Derzeit geht ein Wind der Aufregung durch die alten Medien Radio und TV über eine “Talkshow”, die ich noch kein einziges Mal geguckt habe, weil ich zu wissen glaubte, dass sie unwichtiger Programmtrash ist. Weiterlesen

Rundfunk-Reste

Manche meinen, Radio stürbe noch schneller als lineares TV. Die Zukunft seien Podcasts. Ich bin Ü60, also ein fauler Sack. Radio hat mich sozialisiert, insbesondere was das Politische betrifft, selbstverständlich auch die Musik. Mein Erzieher war der WDR, bei dem bin ich aber ausgezogen, wie es heute üblich ist, in fortgeschrittenem Alter. Irgendwann wollen die ja sogar das ganze UKW abschalten. Ich höre immer noch Radio, mit einem Sony-Receiver, den ich Anfang der 80er Jahre für viel Geld auf Rat meines technikaffinen jüngeren Bruders bei Radio Pawlak in Essen erworben habe. Japanische Wertarbeit – das Ding läuft immer noch tadellos. Wenn die UKW plattmachen, bin ich wahrscheinlich raus. Weiterlesen

Frau Merkel, gucken Sie mal …

9 Minuten Frontal21/ZDF gucken spart Sie eine halbe Milliarde …
Klar, Sie haben keine Zeit. Ein Krisenstress nach dem andern. Gut, dass das bald vorbei ist. Und dass die CSU eine Landplage ist, da sind wir uns wahrscheinlich seit Jahren einig. In Koalitionen ist es Sitte – oft gut so, oft aber auch ein Jammer – dass jede Koalitionspartei ihre Minister*innen für die jeweils ausgehandelten und parteilich zugeordneten Ressorts selbst auswählt. Im Grundgesetz Art. 64 steht dagegen: “Die Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers vom Bundespräsidenten ernannt und entlassen.”
Frau Merkel, Sie haben garantiert schon einmal selbst darüber nachgedacht. Weiterlesen

Fuck The Algorithm

Niklas Maak/FAZ kommentiert eine neue Bewegung: Fuck the Algorithm! Inspirierend. Denn die deutschen Medienbürokraten legen sich derzeit vor ebendiesen Algorithmen auf den Rücken. Journalistische Formate und Marken, die die Existenzberechtigung öffentlicher Medien begründen (Zapp, Sport inside, Sportclub u.v.a.) , werden nämlich der Zufallsentdeckung durch Sofakartoffeln entzogen, und sollen dem Regime ebendieser Algorithmen unterworfen werden. Weiterlesen

Schwabenfeindlichkeit

Die Nestbeschmutzer-“Tatorte” sind immer die Besten
Die Hauptstadt Berlin am Ostrand unserer Republik ist verdächtig. Dort soll die Schwabenfeindlichkeit a.o. verbreitet sein. Wenn es nicht so schrecklich illegal wäre, dann hätte Berlin gestern abend gewackelt und gebrummt von all den Tatort-Partys, die da gefeiert worden wären, wenn es nicht so furchtbar illegal wäre. “Schuld” wäre der ARD-Tatort aus Stuttgart gewesen, ein Gesamtkunstwerk von Dietrich Brüggemann: Buch, Regie und Musik. Er gehört in die Reihung der wenigen Tatorte, die im Gedächtnis einen gemütlichen Platz finden. Weiterlesen

Beim Ableben

mit Update 14.1.
“Sport inside” (WDR) und “Zapp” (NDR)
Es begleitet mich schon mein ganzes Leben. Jeder Relaunch, jede Programmreform enteignen mich einer wertgeschätzten journalistischen Leistung. Und zwar nicht nur bei Privatprodukten, die von Werbung abhängig sind, sondern gerade bei den öffentlichen Medien, die schon von mir finanziert werden. Dazu habe ich zwei neue Verlustmeldungen.
Der NDR ist ja angeblich “schuld”, dass der WDR zahlreiche seiner journalistischen Leistungen kürzt oder ganz beseitigt. Das schafft der WDR aber auch ganz alleine. Weiterlesen

“Als wir träumten”

Die DDR hat uns Gutes hinterlassen
Z.B. Charly Hübner und Andreas Dresen. Hübner glänzte in “Für immer Sommer ’90”, das er mitentwickelt, sich also selbst auf den Leib geschrieben hat. Allerdings nicht allein: es ist ein starkes Ensemblestück mit recht zahlreichen der starken DDR-Frauen, die sich im Business durchzusetzen wissen. Hübner ist der klassische Fall eines Erfolgs-Ossis. Er muss nicht auf Rollenangebote warten, noch nicht einmal in der Pandemie. Er macht sie sich selbst und kommt damit durch, in deutschen TV-Anstalten. Das ist an sich schon eine Kunst, weit vor Beginn der eigentlichen Dreharbeiten. Weiterlesen

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