Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: ZDF (Seite 11 von 26)

Kraftvoll ergreifen

„Kommunikative Chance“ – manche tun es (Polizei, Klimaaktivist*inn*en, Mieter*innen), andere lernens nie (Regierungen, Parteien, Immobilienbesitzer*innen) – Best of 14. Januar 2023

Die – mglw. gut ausgehende Geschichte zuerst. Anfang November erschien im Berliner Lokalteil der taz diese Schmonzette – dachte ich – über einige ehemals „alternative“ Immobiliendealer*innen: „Verdrängung in Berlin-Kreuzberg: Linke Vermieter – Ausgerechnet eine linke Eigentümergemeinschaft plant den Verkauf ihres Mietshauses an einen Investor. Die Mie­te­r*in­nen protestieren.“ Meine Hypothese damals: die kennen sich alle untereinander, und sind mutmasslich über viele Jahre fundamental verfeindet. Egal wer lügt und gewinnt, und wer verliert – es wird schon keine Falschen treffen. Und damit vergass ich die Sache. Weiterlesen

Sperrmüll

Die moralische Insolvenz des Profifussballs hat ganz materialistische Folgen in der Medienindustrie

Heute morgen war vor meiner Haustür Sperrmüll. Ziemliches Getöse wie immer, mit dem abschliessenden Lärm der Müllabfuhr. Auch in München-Unterföhring steht noch was auf dem Bürgersteig herum: ein Pay-TV-Sender, zufällig der grösste Finanzier der Deutschen Fusballliga (DFL), die den Spielbetrieb der ersten und zweiten Bundesliga betreibt und sich daran ungehemmt zu bereichern versucht. Profifussball und Pay-TV sind in Deutschland zwei Geschwister, die beständig die Demokratie belästigen, nerven und auszusaugen versuchen. nach dem Motto „Fussball first“ – Pandemie, Krieg, Sklavenarbeit, Menschenhandel, alles egal. Weiterlesen

„Experten“-Unwesen

Wie viel Abdankung von Journalismus ist noch zu ertragen?

Der Sportjournalismus ist nur die Avantgarde der Abdankung. Wirtschafts- und Politikjournalismus werden ihm folgen. Auch in diesen „wichtigen“ Branchen arbeiten längst mehr und besser bezahlte Menschen in PR-Abteilungen und Denkpanzern („Thinktanks“), als in unabhängigen Redaktionen. Auch ich selbst habe nie mehr Geld in so kurzer Zeit verdient, wie 2005/2006 als ich mich aus kurzzeitiger Arbeitslosigkeit heraus als Medienberater selbstständig machte. Aber aus aktuellem Anlass noch mal kurz zurück zum Sport. Weiterlesen

Der Kapitalwert sinkt

Das Fussballbusiness in der Moral-Rezession

Der dickste Fisch ist die Champions League der Uefa. Doch er ist nicht mehr frisch und stinkt. Darum hat Sky keine Lust mehr mitzusteigern. Der russisch-ukrainisch-US-amerikanische Oligarch Len Blavatnik (Dazn) hat freie Bahn. Sky hat früher Rupert Murdoch gehört, einem ähnlich widerlichen Oligarchen-Typus. Der hat den Laden aber rechtzeitig verkauft, an den US-Konzern Comcast. Und dort haben sie wohl noch mal alles nachgerechnet. Weiterlesen

Wiedersehen mit Orkun Ertener

mit Update 7.12.

Ich war Fan der ZDF-Serie „KDD – Kriminaldauerdienst“. Sie wurde 2007-10 versendet. Im gleichen Polizeimilieu ist auch – die ebenfalls herausragende – ZDF-Reihe „Nachtschicht“ von Lars Becker angesiedelt. KDD wurde wöchentlich ausgestrahlt, und wg. mangelnder Einschaltquote nicht verlängert. „Nachtschicht“ erscheint immer nur mit einer neuen Folge im Jahr montags zur Primetime und hat keine Quotenprobleme. Beiden gemeinsam ist die inhaltliche Inspiration durch einen strippenziehenden sich voll mit seinem Ding identifizierenden Macher, ein herausragend gecastetes Ensemble, von denen jede*r Einzelne gerne dabei ist. Stimmigkeit in allen Teilen. Gutes Krimi-Fernsehen. Weiterlesen

Qualität und Mauern

mit Update 28.11. spätabends

Seine Selbstreferentialität treibt den Journalismus schnell an seine Grenzen

Die „heute-show“ ist selbst Teil des Systems und enthält sich in der Regel der Systemkritik. Sie dreht einfach nur, was alle machen, noch ein Stück weiter. In besseren Momenten (hier ab Minute 31; ich war Freitag schon eingeschlafen, habs aber gestern beim Zappen auf Phönix gesehen) schafft sie Kenntlichkeit. Und wer sein Thema da hineingeschafft hat, kann nicht alles falsch gemacht haben. So erklärt auch René Martens/MDR-Altpapier regelmässig Medienfehler in der Klimaberichterstattung und holt einige kritische Stimmen aus ihren Paywalls hervor. Weiterlesen

Strukturelle Gewalt

Der Oligarch und Faschist Elon Musk hat dem Oligarchen und Faschisten Donald Trump ein für ihn wichtiges Agitationsmedium wieder freigeschaltet. Trump darf seine Tiraden, Drohungen und Verbalinjurien ab sofort wieder auf dem asozialen Medium „Twitter“ ohne Einschränkungen verbreiten. Wie weit dessen intellektueller Dreck und seine strukturelle Gewalt wirklich Verbreitung finden wird, liegt an denen, die die Absonderungen von Verachtung für Menschlichkeit und sozialen Zusammenhalt, Sitte und Anstand,  gegenseitiger Achtung und Menschenwürde wieder zulassen. Weiterlesen

WM-Economy / NRW-Grundwasser

Viele Extradienst-Leser*innen interessieren sich nicht für Fussball. Das ist nachvollziehbar. Als Staatsbürger*in einer bürgerlichen Demokratie müssen Sie sich aber leider für Politik interessieren. Wenn Sie bisher alles über Fussball in den Medien gemieden haben, habe ich einen Kompromissvorschlag für Sie: Markus Völker/taz hat einen intelligenten Schnelldurchlauf verfasst, was es mit dieser vermaledeiten Qatar-WM von der Entstehung bis heute auf sich hat: „Ein Sündenfall für zwei – Die WM ist für Katar ein Baustein seiner Machtstrategie und die Fifa das ideale Umfeld, um seine Möglichkeiten voll auszuspielen. Alles ist käuflich.“ Das ist das Basiswissen, über das Sie als Staatsbürger*in verfügen sollten. Weiterlesen

Land unter

Wie frei dürfen Medien drehen?

Um meine letzte Frage selbst zu beantworten: „Dürfen“ tun sie alles. Sie dürfen nur nicht erwarten dafür ernstgenommen zu werden. Dieser Tage sah ich auf Phönix in einzelne Folgen der Dokumentarfilmreihe „Land unter“ hinein. Aussergewöhnlich sehenswert, eine niederländische Produktion von Kadir van Lohuizen, Twan Huys und Martijn Blekendaal. Ich warf meine Blicke in die Folgen „Miami & New York“ sowie „Pazifikinseln“. Ich fasse zusammen: vorbereitet auf das, was kommt, ist niemand. Weiterlesen

Echos

Auf Buhrow, Qatar-WM, Inlandsgeheimdienst/NSU + immer noch keine Mediathekperle

Seit 2013 ist Tom Buhrow „der am meisten überforderte Intendant“ des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Die Amtszeit eines WDR-Intendanten beträgt sechs Jahre. 9 Amtsjahre hat er jetzt. 3 könnten theoretisch noch folgen. Nach seinen jüngsten Eingebungen kriegt sich die Medienbranche kaum noch ein – zwischen Begeisterung (FAZ, Friedrich Merz, Christian Lindner) bis zu reserviert-diplomatischer Positionierung (ZDF, andere ARD-Intendant*inn*en). Die beste Buhrow-Kritik lieferten politisch Gerhart Baum (FAZ-Paywall) und sprachlich Willi Winkler (SZ-Paywall). Eine gute verdauliche Zusammenfassung gibt es hier. Weiterlesen

Maßlos

Nachdem Roland Appel den strategielosen Aktionismus von kleinen Teilen der Klimabewegung kritisiert hat, wandte er sich heute der „Gegenseite“ zu. Es sind alte Reflexe, die immer wieder mobilisiert werden, in der ersten Reihe ein Stück Dreck, das der weise Dietrich Kittner „Lügenblatt“ nannte, das heute bereits Sterben geht, aber noch möglichst viel mitreissen will. Roland Appel kritisiert die „Maßlose Gewerkschaft der Polizei“. Weiterlesen

Er gibt auf

mit Update 4.11.: Subversion des ZDF

Buhrow? Oder der WDR? Oder beide?

Das Schmerzlichste an meinem Verlust des WDR war seine fast vollständige Aufgabe publizistischen Ehrgeizes, seine Angst Ärger zu provozieren, vor einer Imagination von Publikum. Denn er kennt es nicht wirklich. Am wenigsten sein Intendant, der – das Sein bestimmt das Bewusstsein – in der Welt der Tycoons und der Schönen verkehrt und von ihnen ernstgenommen werden will, was aber zuverlässig misslingt. Weiterlesen

Hinterm Wald ist der Osten

mit Update 31.10.

Fast hatte ich es schon wieder vergessen. Wissen Sie es noch? Der deutsche Osten ist total gruselig. Und die, die noch dageblieben sind, sind alle ziemlich von noch hinterm Wald. Den Beweis hat jetzt der Polizeiruf 110 erbracht. Ist das nicht dieser DDR-Krimi? Haha, ja, der hiess auch so. Läuft dienstags im MDR. Also der hier, oder der hier z.B. Die sind Original DDR. Und der MDR – ist der nicht selbst Ossi? Weiterlesen

Heuchel, heuchel …

mit Update 28.10.

Die SWMH stellt sich selbst ein Bein – „wertegeleitete“ Medien und die „WM der Schande“

SWMH ist der Verlagskonzern, dem die Süddeutsche Zeitung gehört. In der beklagt Redakteur Moritz Baumstieger, dass die ARD die vierteilige Doku-Reihe der Sport-inside-Redaktion (WDR) „Katar – WM der Schande“ nicht zur Primetime ausstrahle. Sein Verlag hat seinen Beitrag in die Paywall eingemauert. So what? Weiterlesen

Der Cracker ist tot

Robbie Coltrane ist gegangen – er gab mir den Glauben an gutes TV zurück

Für mich war die Hauptrolle seines Schauspielerlebens Dr. Eddie Fitzgerald. Das ZDF strahlte diese Filme gegen die sonntägliche ARD-Talkshow aus, die damit für mich auf immer gestorben war. Diesem Fitzgerald hätte ich seinerzeit nicht noch weitere knapp 30 Lebensjahre prognostiziert. Er sah sehr krank aus, und gerade darum finster entschlossen, die verbliebene Zeit exzessiv zu geniessen. Vorbildlich. Weiterlesen

„Kritikloser Systemtransfer“

Wie die Öffentlich-Rechtlichen in den Osten kamen – Seit 32 Jahren gibt es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Ostdeutschland. Die Politikwissenschaftlerin Sylvia Dietl zieht ein kritisches Fazit.

Am 3. Oktober 1990 wurden Hörfunk und Fernsehen der DDR in sogenannte Einrichtungen überführt, um am 1. Januar 1992 schließlich in das öffentlich-rechtliche System der BRD integriert zu werden. Die Politikwissenschaftlerin Sylvia Dietl studierte damals an der Universität Mannheim. Für sie ist der Tag der Deutschen Einheit bis heute ein „historischer Wendepunkt, ein Tag der Freude“.

In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Transformation und Neustrukturierung des DDR-Rundfunks im Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands“ ist ihr Fazit trotzdem kritisch. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Anstalten kommen nicht gut weg. Im Gespräch erklärt die Autorin, warum das so ist und bietet geschichtliche Hintergründe zu aktuellen Korruptionsdebatten. Weiterlesen

Wer sich mit Springer einlässt

Für den nimmt es in der Regel ein böses Ende. Was Roland Appel kritisiert „Merz entgleist gezielt in Rassismus“, passierte bei dem verzweifelt dilletierenden und erfreulich erfolglosen Sender „Bild-TV“. Die Bauklötzchen, die sie dort aufzutürmen versuchten, sind gar prächtig zusammengefallen. Komisch, dass es immer noch Leute gibt, die Merz für intelligent halten. Und wie lange werden die US-Investoren (KKR) im Springer-Verlag noch Geduld mit solchen Nichtskönnern haben? Weiterlesen

Selbstbesoffen

mit Update 21.9.

Wieviele sind „alle“? 5 von 83? Ich hatte in Mathe ’ne 5, aber so doof bin ich auch wieder nicht. Nach Ansicht der was-mit-Medien-Leute in Deutschland haben alle, aber wirklich alle auf der ganzen Welt, die ein TV haben, um Elizabeth Windsor getrauert, und wollten demzufolge „alle“ den zu ihrer Bestattung veranstalteten Karnevalszug von London sehen. Und das den ganzen Tag. Was für ein Eigentor. Weiterlesen

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