Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Gesundheitspolitik (Seite 39 von 45)

Die Krise und die Zukunft der EU

von Peter Wahl
Zeit für eine europapolitische Grundsatzdebatte

Es sollte ein Neustart für die EU werden. Nach zehn Jahren Dauerkrisen – Finanzcrash, Euro- und Griechenlandkrise, Flucht und Migration, Orban und Salvini, Handelskrieg mit Trump und Brexit – sollten mit der neuen Kommission endlich bessere Zeiten anbrechen. Und das mit einer Frau an der Spitze, auch noch einer Deutschen! „Green Deal,“ „Apollo-Moment Europas“ – von der Leyen tat das, was sie schon als Ministerin am besten konnte – alle Register politischer Schaumschlägerei ziehen. Weiterlesen

Krimidemie / CDU – nach der Krise ist vor der Krise

Der geschätzte Kollege René Martens/MDR-Altpapier setzt sich mit der Polizeigläubigkeit der überwiegenden Mehrheit deutscher Billigmedien angemessen kritisch auseinander. Einerseits prägt das das Bild der Menschen von der Wirklichkeit mit, aber geringer, als die meisten was-mit-Medien-Leute glauben. Denn der Journalismus hat noch weniger Kredit beim Publikum, als er selbst glaubt. Der jüngere Teil des Publikums weiss, dass er sich ein Bild von der Wirklichkeit da draussen selbst zusammensetzen muss. Das Problem sind die (zahlreicheren!) Alten, gedanklich oder auch körperlich weniger mobilen, die sich das Bild von da draussen vor der intellektuell noch immobileren Glotze machen zu müssen glauben … Weiterlesen

Gastronomen sind irre

Je teurer, umso unrentabler?
Der DLF wiederholte gestern ein WDR-Feature von Maike von Galen (geb. Jansen in Bonn): „Die Rechnung bitte! – Ein Blick in die deutschen Sterneküchen“. Produziert 2019, also Präcorona. Schon ohne Coronakrise mussten Gastronom*inn*en, Köch*inn*e*n, Sommeliers, Servicekräfte (positiv) bekloppt sein, wenn sie in dieser Branche ihren Lebensunterhalt bestreiten wollten. Die Coronakrise wird die ökonomische Auslese der betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter beschleunigen und brutalisieren. Weiterlesen

Wahrnehmungsstörung

Unser Körper und das blamable Gedächtnis unserer Stadt
Selbstbewusste Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind, sind schwieriger über den Tisch zu ziehen, auszubeuten, und zu unterdrücken. Da trifft es sich für den Kapitalismus gut, dass so viele sich an Fältchen und Speckpölsterchen an sich selbst so dermassen stören, dass sie bereit sind, Stunden über Stunden, in der Summe viele Wochen, damit zu verbringen, diese Probleme an sich selbst zu bearbeiten. Der Kapitalismus, schlau wie er ist, macht auch das zu einem blähenden Geschäfts- und Profitzweig.
Anja Schrum/DLF-Kultur hat sich das mal näher angesehen. Weiterlesen

„Unvereinbar mit einer Demokratie“

Die nächsten Lockdowns, das Medienversagen und die Überreichen
Klaus Weinert/telepolis legt nahe, dass wir, die Logik der Covid-19-Bekämpfung hochrechnend, in Kürze die nächsten, und grundsätzlich regelmässig „Lockdowns“ erleben müssen. Ich gebe zu, selbst den Verdacht nicht loszuwerden, dass es starke gesellschaftliche Kräfte gibt, die es auf diese Kollateralwirkung abgesehen haben. Ökonomische Schäden werden einkalkuliert, sind als Disziplinierungsmittel sogar willkommen, Weiterlesen

Weltbühne

von Günter Bannas

Als so herausfordernd hat Angela Merkel die nun auf sie zukommende Aufgabe charakterisiert, dass sie sich sogar einen Hauch Selbstkritik erlaubte. „Die Pandemie hat offengelegt, wie fragil das europäische Projekt noch ist. Die ersten Reflexe, auch unsere eigenen, waren eher national und nicht durchgehend europäisch. Das war, so gut manche Gründe dafür auch gewesen sein mögen, vor allem unvernünftig.“ Von diesem Mittwoch an muss sich die Kanzlerin als europäische Vernunft- und Gefühlspolitikerin bewähren. Weiterlesen

…und dann kam Corona

von Adam Isacson
Zum Verhältnis von Militär und Zivilgesellschaft in Lateinamerika

Die Beziehung von Militär und Zivilgesellschaft ist in Lateinamerika schon immer kompliziert gewesen. Fast überall hat das ernsthafte Auswirkungen auf die Menschenrechtslage. Nach den Militärdiktaturen der 1960er- bis 1980er-Jahre gab es in der Region entscheidende Fortschritte in Richtung Demokratie und Freiheit. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren jedoch schon zunehmend verlangsamt, besonders im Jahr 2019 gab es Rückschläge – und dann kam Corona. Weiterlesen

Überladene Projektionsfläche

Soll Fridays For Future jetzt auch noch einen Kanzler Söder verhindern?
Mir wird es langsam ärgerlich. Der gute Beobachter und scharfe Analytiker Albrecht von Lucke/Blätter schreibt ein weiteres Mal die bereits gegenwärtige Unmöglichkeit von Grün-Rot-Rot herbei, wünscht nebenbei einen weiteren Sieg der SPD-Rechten innerhalb ihrer Partei, weil nur das die „Mitte“ überzeugen könne. Und weil er selbst keine eigene strategische Idee mehr hat, fantasiert er der Fridays For Future-Bewegung die Aufgabe zu, Weiterlesen

Vorerkrankt: DFB, DFL, FR, Guardian

Über die weltabgewandte Corona-Politik des Fußballbusiness, speziell des deutschen, habe ich hier schon hinreichend abgeledert. Warum tun die das? Weil sie schon vor dem Virus schwerwiegend desorientiert, in Teilen sicherlich auch kriminell, agierten, mit einem Gefühl der Unverwundbarkeit, gespeist aus unendlichem Profitwachstum. Und jetzt stehen sie da, mit ihrer Karre vor die Wand gefahren.
Die aktuelle DFB-Führung, mit dem bislang integren Fritz Keller an der Spitze, versucht sich im Aufräumen. Weiterlesen

Wie das Corona-Virus die UNO stärkte

Eine utopischer Rückblick im Juni 2045 auf die 20er Jahre dieses Jahrhunderts
Vor 100 Jahren wurde die UNO gegründet. Am 26. Juni 1945 verabschiedeten 50 Staaten nach vierwöchigen Verhandlungen in San Francisco die Gründungscharta der Vereinten Nationen. Am 24. Oktober 1945 trat die Charta in Kraft. Schon in ihrer Präambel wird – erstmals in der Völkerrechtsgeschichte – die Existenz „individueller Menschenrechte“ mit universeller Gültigkeit betont, die dann drei Jahre später in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der UN-Generalversammlung genauer ausformuliert wurden. Und in Artikel 2, Absatz 4 der UNO-Charta findet sich – ebenfalls erstmals in einem völkerrechtlichen Dokument – das Verbot der Ausübung und Androhung zwischenstaatlicher Gewalt. Weiterlesen

„Erlernte Hilflosigkeit“

2013 muss in der Redaktion der „Zeit“ eine Granate eingeschlagen haben, und zwar in den Fluren, in denen ihre „Atlantiker“ sitzen. Selbst mit teuersten Medienanwälten konnten sie sich dieser empirisch gesättigten Studie des Kommunikationswissenschaftlers und Medienkritikers Uwe Krüger aus Leipzig nicht erwehren. So einen Hammer hat Krüger jetzt nicht rausgehauen. Sondern „nur“ einen Kommentar zur vorherrschenden deutschen Corona-Berichterstattung für die Frankfurter Hefte geschrieben. Ich schliesse mich seiner Sicht an.
Zu den Tiefenwirkungen der Coronakrise hatte die Jungle World der Vorwoche einen wichtigen Schwerpunkt: Weiterlesen

Es geht auch anders

Interview mit Martín Rodríguez von Wolfgang Ecker
Uruguays Schlachthofbeschäftige setzten im April mit einem Streik Schutzmaßnahmen gegen Corona durch

Wenn es ein Land weltweit gibt, wo die Fleischindustrie „systemrelevant“ ist, dann dürfte es das südamerikanische Uruguay sein. Die Viehzucht (v.a. Rinder und Schafe) ist der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes, Fleisch das Hauptexportprodukt und gleichzeitig das wichtigste Nahrungsmittel für die gut drei Millionen Einwohner*innen. 14.500 Menschen arbeiten in Uruguay in der Fleischindustrie. Rund 4000 davon sind in der Gewerkschaft FOICA-Cerro organisiert. Anfang April setzten sie mit einem einwöchigen Ausstand durch, Weiterlesen

Internationale Kunst und Bonner Kleingeister

Es lohnt sich immer – aber am kommenden Freitag 26. Juni 2020 lohnt es sich gleich mehrfach, zwischen 17 und 20.30 h das Beueler Rheinufer aufzusuchen. Dort wird im Rahmen einer kleinen Feier eine Skulptur enthüllt, die der UNO wie auch der Stadt Bonn gewidmet ist. Das Kunstwerk ist ein Symbol für Nachhaltigkeit und Universalität, aber auch ein Statement für Women Power. Eine Schenkung des US-Künstlers Barton Rubenstein an Deutschland und die UN-Stadt Bonn als Auszeichnung für das Engagement für den Umweltschutz und das Pariser Klimaabkommen. Das Seltsame daran, Weiterlesen

Laschet: Vom Treiber zum Getriebenen

Es kam, wie es kommen musste. Zu Beginn der Corona-Krise profilierte sich NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) als Vorreiter für die Öffnung des Lockdown. Als sie einsetzte, war die Erleichterung groß. Dann aber wurden ihre unangenehmen Begleiterscheinungen sichtbar. Vorreiter Laschet befindet sich plötzlich auf dem Rückzug. Seine guten Sympathiewerte sind über die Öffnung rapide gesunken. Weiterlesen

Notarzteinsatz am Gleis

Wundersame Bahn XLIV
Ist Bahnfahren gefährlich? Eine Mehrheit scheint das zu meinen. Sonntags, an den Nachmittagen und Abenden, bricht die Deutsche Bahn gewöhnlich so zusammen, wie Freitagsnachmittags. Das war vor Corona. Jetzt glauben die meisten, Autofahren sei sicherer. Haben wir gelacht. Aber der angenehme Nebeneffekt ist halt – es ist nicht mehr voll. So auch gestern zwischen Bonn und Essen. Weiterlesen

Villa – das „Trüffelschwein“

Emanzipatorische Potenziale, die uns Alten entgehen
Susie Orbach war nicht nur Therapeutin der eingeheirateten Windsor-Schwiegertochter Diana Spencer. In erster Linie war und ist sie eine führende Kritikerin und Therapeutin gegen die Essstörungs-Pandemie. Den meisten Feministinnen ist sie ein Begriff wie Judith Butler. Und heterosexuelle Männer, die mit solchen Frauen zusammenleben, haben auf diesem Wege auch von ihr gehört. So auch ich, und zwar schon Anfang der 90er Jahre. Die Zeit ist jedoch erfreulich über Lady Orbach hinweggegangen. Das repräsentiert, neben Anderen, Paula-Irene Villa.
In diesem aussergewöhnlich bedeutungsvollen DLF-Kultur-Gespräch belehrt Villa Weiterlesen

Gönnerhaft

Von Günter Bannas
Die Karten sind neu verteilt. Vor zwei Monaten hatte die CDU einen neuen Vorsitzenden wählen wollen. Das Coronavirus kam dazwischen. Nun nimmt der innerparteiliche Wahlkampf wieder Fahrt auf – unter neuen Umständen. In allen Umfragen liegt die Union nun bei knapp 40 Prozent, was dem Kampf um den CDU-Vorsitz eine zusätzliche Brisanz und Dynamik gibt. Im Wettstreit um die Kanzlerkandidatur hat – laut Demoskopie – Markus Söder die CDU-Bewerber abgehängt. Weiterlesen

Eine Regierung in Militäruniform

von Luiz Ramalho
In Brasilien steigt der politische Einfluss der Generäle kontinuierlich

Bei der diesjährigen digital geführten Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 18./19. Mai erschien für Brasilien auf dem Bildschirm weder der Staatspräsident, Ex-Hauptmann Bolsonaro, noch ein ziviler Gesundheitsminister, sondern ein General. Das ist aber nichts Besonderes für die gegenwärtige brasilianische Regierung. Ihr gehören mehr Generäle an als allen Kabinetten während der Militärdiktatur (1964-85).
General Eduardo Pazuello war vier Wochen zuvor zum Staatssekretär im Gesundheitsministerium ernannt worden, nachdem der damalige Gesundheitsminister Mandetta, selbst ein rechtskonservativer Politiker, an Bolsonaro gescheitert war, da er sich an die Pandemiestrategie der WHO halten wollte. Weiterlesen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Beueler-Extradienst | Impressum | Datenschutz

Theme von Anders Norén — Hoch ↑