Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Lesebefehle (Seite 50 von 133)

GESCHAFFT! “BILD” UNTER 1 MIO.

Pandemie-Drahtseilakte überall: u.a. in Frankreich und Berlin
“Enteignet Springer!” hatten die 68er gefordert. Wäre besser gewesen für diese Republik. Ich war 11, und hatte andere Interessen: Borussia Mönchengladbach war erstmals Dritter geworden, hinter Nürnberg und Bremen, vor dem FC und dem Konzern aus dem süddeutschen Raum. Im Müngersdorfer Stadion war der FC 5:2 abgeledert worden, durch Tore von Wimmer (2), Meyer (2) und Netzer; im Kölner Tor: Toni Schumacher aus Bonn, der echte. So dauerte es bis zum 4. Quartal 2021 zum vorentscheidenden Auflagen-KO der Dreckschleuder aus dem Springerkonzern. Weiterlesen

Kritik der Pandemiepolitik

Karl-Heinz Roth kreuzte in meiner politischen Jugend nicht meinen Weg. Wahrscheinlich hätten wir uns heillos gestritten. Sein Doktorvater Hans-Josef Steinberg ist mir in Erinnerung geblieben. Der gebürtige Kölner wurde der zweite Präsident der Uni Bremen. Als kämpferischer Sozialdemokrat musste er seine Uni gegen Diffamierungen als “rote Kaderschmiede” verteidigen, während ihm die ortsansässigen Linkssektierer das Leben ebenfalls nicht leichter machten. Steinberg kenne ich aus der damaligen Berichterstattung im Kritischen Tagebuch des WDR, das 2003 einen politischen Tod gestorben ist. Ich nehme an, der Doktorvater Steinberg und der Doktorand Roth haben sich auch fleissig gestritten. Weiterlesen

Monopole: Türsteher & Gas

mit Update 26.1.
Ich wollte schon mehrere Tage selbst drüber schreiben. Nun hat es endlich ein Anderer getan. Alexander Fanta. der häufig für netzpolitik.org schreibt, kommentiert bei uebermedien die Zusammenarbeit von Metaverse (former known as Facebook) und dpa, zwei Konzerne, die wahrlich rührend darum bemüht sind, nur Wahrheiten zu Ihnen und mir durchzulassen und uns vor Unwahrheiten zu behüten (“Gatekeeper”). Das ergibt sich schon daraus, dass beide an allen Daten von Ihnen und mir interessiert sind, weil die das Gold unserer Tage sind, die sie dann gewinnbringend weiterverwerten und -verkaufen wollen. Weiterlesen

Agrarökonomie

Anlässlich der alljährlichen “Wir haben es satt!”-Demo, die sich auch von Pandemie und ausfallender Grüner Woche nicht abhalten liess, erschienen einige lesenswerte Abhandlungen zu den Produktionsverhältnissen dessen, was wir täglich zu uns nehmen. In diesem Fall drohen keine genussbeeinträchtigenden Bilder, aber eine Menge genussfördernder politischer Gedanken. Weiterlesen

Beendete Träume

Burmester zu G&J / Trittin zum Mali-Einsatz
Die von mir verehrte Silke Burmester hat noch mal für die taz zur Tastatur gegriffen. Es geht um ihren in RTL versenkten Traum von einem Journalismus, den sie auf das einst grosse Hamburger Verlagshaus Gruner & Jahr projizierte. Ihre Bitterkeit kommt daher, dass sie über Jahrzehnte versucht hat, diesen Traum zu leben. Zu meinem grossen Bedauern hat sie ihn aufgegeben. Es ist leider Realismus. Weiterlesen

Gepickte Rosinen

Extradienst-Leser*innen könnten glauben, dass ich den Spiegel gar nicht lese, weil ich ihn so sch…..lecht finde. Im Grossen und Ganzen stimmt das ja auch. Aber für Sie lese ich ihn trotzdem, und habe zwei Rosinen gefunden, noch nicht einmal von Gastkolumnistinnen, sondern von Redaktionsmitgliedern.
Das ist zum einen Frankreichs Atompolitik. Weiterlesen

Die fremde Macht

Der Philosoph Markus Gabriel sieht eine Allgegenwärtigkeit von Kunst
Ausbeutung des Elends – Überfällige Warnung. Als Ai Weiwei vor ein paar Jahren die Steinsäulen des Berliner Konzerthauses mit Hunderten orangefarbenen Rettungswesten umhüllte, war das Geschrei groß. Es muss schon jemand sehr von der Macht der Kunst überzeugt sein, wenn er das Schicksal der Mittelmeerflüchtlinge mit einer Installation wenden will.

Wenn Markus Gabriel der „Macht der Kunst“ nun ein eigenes Bändchen widmet, geht es ihm nicht um die von dem chinesischen Künstler strapazierte Rolle der Kunst als politisches Werkzeug. Weiterlesen

Hardcore-Realo

Gute Wissenschaftler*innen haben oft ein grosses “Problem”: sie verabscheuen schmissige Polemik. Sie differenzieren. Und sie forschen und – manche – lehren lieber, als bei Markus Lanz im Feldbett zu campieren und täglich leicht verdauliche Parolen in die Nacht zu posaunen. Das führt dazu, dass die vielen schlechten Politiker*innen sie gar nicht erst ignorieren. Weil sie sie nicht kennen. Und das auch nicht ändern wollen. Keine Lust, keine Zeit, nicht wichtig. Friedens- und Konfliktforscher*innen wissen ganz genau, was ich meine. Weiterlesen

Brutkasten des Misstrauens

Das deutsche Bürgertum ist rechtsoffen. Das ist keine neue Nachricht aus der Coronakrise, sondern seit über 200 Jahren bekannt. Als in Frankreich eine blutige Revolution tobte, um bürgerliche Freiheitsrechte zu erobern, herrschte rechts des Rheins, also hier in Beuel, Untertanengeist. Neben Rheinländer*inne*n, die sich an den von BonapARTE mitgebrachten Rechten erfreuten, liessen sich allzu viele Andere von den Fürsten nationalistisch aufwiegeln, um gegen den Franzmann in den Krieg zu ziehen. 1848 noch mal sowas Ähnliches, 1871 und 1914 noch furchtbarer, mit dem verbrecherisch-mörderischen Gipfel 1933/39/45. Danach nahm sich das westdeutsche Bürgertum die FDP. Weiterlesen

Ist das Sozialismus?

Ein China-Korrespondent der SZ, Christoph Giesen, gab Nils Zurawski/telepolis ein lebensnahes plastisches Interview über sein Leben und seine Arbeit in China. Nun bin ich selbst gegenüber der deutschen China-Berichterstattung, an der Giesen durchaus führend mitarbeitet, recht reserviert. In diesem Fall bin ich geneigt, seine Interviewaussagen als glaubwürdig zu betrachten. Zumal sie nicht den geringsten Anlass bieten, die Ausfahrt eines Kriegsschiffes in diese Richtung als “diplomatische Mission” zu bezeichnen. Weiterlesen

Sprachfaulheit / Interviewkünstler

Auftritt: Harald Schmidt
Schrieb ich eben über das Wegsparen von Journalismus und Recherche? Es ist noch schlimmer. Die Handwerker der Sprache haben keine Lust, Kraft oder Intelligenz – oder alles zusammen – an ihre handwerkliche Basis noch ganze Gedanken zu verschwenden. Ich denke dabei immer zuerst an den Inlandsgeheimdient, der sich so verfälschend selbst bezeichnet, dass es alle nehmen. Eric Wallis/uebermedien nimmt als Beispiel Teslas Grossfabrik im Brandenburger Wasserschutzgebiet. Weiterlesen

Morsche Achse

Und: Reiche Kirchen / Armselige ARD
Wie lange geht das noch gut? Am 10. April ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich; zwei Wochen später die wahrscheinliche Stichwahl. Fällt der Vorsitz im EU-Rat dann an die Faschisten? Das wäre wohl die Zeit, in der ich zu Peter Wahls EU-kritischer Position überlaufen muss. Der gegenwärtige Publizitätslärm um die Beurteilung von Atom und Gas durch die EU-Kommission (“Taxonomie”) scheint mir der Vorhang zu sein, der vor was anderes geschoben wird. Weiterlesen

Die Neue Welt

Sie wird längst gebaut, aber nicht öffentlich diskutiert
Ein klassisches Medienversagen, zumindest im deutschsprachigen Raum. In Frankreich sieht es, zumindest in seinen “Eliten”, vielleicht besser aus. Deutschland kloppt sich lieber über Impfpflicht.
Wolfgang Storz/bruchstuecke erörtert die Problematik globaler Lieferketten: “Dem Weltmarkt ausliefern, macht abhängig”. Die beschriebenen Probleme sind alle bekannt, werden aber, wie Storz richtig beklagt, öffentlich kaum diskutiert. Weiterlesen

Ignorierte Pandemie: Depressionen

Zum Glück nicht mehr vollständig ignoriert. In Deutschland war ein Schlüsselereignis der Tod von Robert Enke. Als sei ein Knoten geplatzt, wagten nicht wenige Erkrankte plötzlich öffentlich darüber zu sprechen. In meiner Kindheit rangierte die “Klapse” noch unter Gefängnis und Zuchthaus. Und noch in der Neuzeit der BRD nannte der hochgeschätzte Herbert Knebel eins seiner unübertroffenen Kabarettprogramme: “Ich glaub, mich holnse ab“. Carina Schroeder/DLF-Kultur hat sich des Themas ernsthafter angenommen. Weiterlesen

Wundersamer ÖPNV

Licht und Schatten der “Smartness”
Recht verzweifelt mutet es gelegentlich an, wenn der öffentliche Personen-Nahverkehr versucht, sich ein “modernes” Antlitz zu geben. Aus der Warte eines alten Mannes möchte ich ihm zurufen: Attraktivität lässt sich durch Einfachheit und Kostengünstigkeit (mit dem Fernziel Kostenfreiheit) schneller und effektiver gewinnen, als durch findige IT-Ingenieur*inn*e*n und Marketing-Fuzzis. Ich bin aber weder technik- noch fortschrttsfeindlich. Es gibt zweifellos auch Techniken, diesem Ziel näher zu kommen. Weiterlesen

Internationalismus

Und: Provinzperlen
Mit diesem Texterwerb aus dem Guardian hat die Blätter-Redaktion einen guten Griff getan. Kwame Anthony Appiah, ein britischer Philosoph mit ghanaischer Familiengeschichte schreibt über “Die Schattenpandemie – Corona und die Not des globalen Südens” (Übersetzung von unserem alten Bonner Friedenskämpfer Karl D. Bredthauer). Aus meiner Sicht Pflichtlektüre für alle die was-mit-Medien oder Politik machen, und die Pandemie, und alles was sie zutage fördert, ernsthaft und nicht nur symbolisch bekämpfen wollen. Weiterlesen

#metoo – wie fing es an?

Das Machtgefälle und die Gewalttätigkeit zwischen den Geschlechtern fingen angeblich irgendwann mit der Sesshaftwerdung des Menschen an: das Bild vom Jäger und seiner umsorgenden Frau. Das Christentum übersetzte es sich als Ende des Paradieses, der Ungleichheit von Adam und Eva, und ihren ungeratenen mörderischen Kindern Kain und Abel. Nicht alles daran ist falsch. Das Label #metoo umfasst darüber hinaus das komplexe Zusammenspiel von Geschlechterkrieg und Medienmacht, und ist darum um viele Jahrtausende jünger. Weiterlesen

Feiertags-Gefahren

Heute und morgen ist die Gefahr familiärer Gewalttaten besonders gross, wie immer, wenn viele auf engem Raum aufeinanderhängen. Präziser formuliert: die Gefahr geht von den Männern aus, die Gefahr gilt für die Frauen und Kinder. Die #metoo-Entwicklung der letzten Jahre hat in der öffentlichen Wahrnehmung endlich ein feministisches Gegengewicht entwickelt. Im taz-Interview von Sophie Karsten berichten die Journalistinnen Ann-Katrin Müller (ehemalige Bonnerin) und Pascale Müller über ihre #metoo-Recherchen. Und verschweigen die Probleme dabei nicht. Weiterlesen

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