Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Lesebefehle (Seite 71 von 129)

Virtuelle Bratwurst

Rette-sich-wer-kann in Politik und Fußball / Wie Tsipras: der Genosse Sanchez soll hängen (gelassen werden)
Für das Virus sind alle gleich? Der Mensch wäre nicht Mensch, wenn er dieser Natur nicht ein Schnippchen schlagen würde. Er verwandelt das Virus mit schlichtesten Mitteln zu einem Turbo zur Spreizung und Beschleunigung bestehender Klassenverhältnisse. Und wiederum lässt sich das am Beispiel des Fußballs lernen. Der heimliche RWE-Fan Friedrich Küppersbusch brachte seine Liebe heute virtuos in seiner taz-Kolumne (“Und was machen die Borussen”) unter: in der Vierten Liga versuchen sie sich mit virtuellen Stadionwürsten zu retten. Hauptgedanke ist sicherlich, auf die Weise Aufmerksamkeit für seine Not zu erregen, eine Chance die vielen anderen nicht vergönnt ist. Weiterlesen

Ich bin nicht allein

Natürlich weiss ich das von den Extradienst-Leser*innen, etliche schreiben mir ähnliches Unbehagen, mit nicht wenigen spreche ich am Telefon, oder bei Spaziergängen. Ausgerechnet auf einem lange Monate scheintoten Blog, Carta, zu Lebzeiten von Robin Meyer-Lucht ein meinungsführendes digitales Medium mit zahllosen wichtigen Diskussionsbeiträgen, finde ich meine aktuellen Gedanken nun wieder. Weiterlesen

Neuordnung unserer Beziehungen

Nicht nur in aufeinander hockenden Familien und Haushalten sortiert sich derzeit einiges um, mit offenem Ausgang. Noch mehr gilt das für die grosse Welt da draussen. Noch vor der Krise hatten die (engagiertesten) Hörer*innen des Deutschlandfunks das Thema “Dekolonisiert Euch!” zum redaktionellen Schwerpunktthema gewählt. Viele fragen sich gewiss “häh?”. Nun ja, auch wenns in der Schule oft weggelassen wird, war Deutschland Kolonialmacht und Völkermörder, schon vor den Nazis. Weiterlesen

Afrika / Brasilien / “Spanische” Grippe / Neustart?

Als Frame in unserer Erinnerung hat sich eingeprägt, dass jede Epidemie vorzugsweise “die Schwarzen” in Afrika dahinrafft, die nur durch tapfere weisse “Albert Schweitzers” gerettet werden können. Und so entstand die deutsche “Entwicklungshilfe” – jedenfalls in meinem Kindskopf in den 60er Jahren. Und jetzt sterben (weisse) Europäer*innen und US-Amerikaner*innen, während die “Gelben” Chines*inn*en vorgeben, selbige Gefahr schon hinter sich zu haben? Tiefe Weltbilder stürzen ein, und müssen revidiert werden. Ein Fortschritt. Mann soll ja die guten Seiten sehen und erkennen. Weiterlesen

Germany first?

“Ein geschlossenes Kommunikationssystem”
Italienische Bürgermeister sollen eine ganzseitige Anzeige in der FAZ gestaltet haben. Digital existiert sie nicht, ich habe sie nicht gefunden (Hinweise auf den Originaltext willkommen!). Existiert sie also überhaupt? Die Berichte über sie sind zahllos, Ausdruck alltäglicher politischer Deutungskämpfe. Sicher ist nur: der darbenden FAZ und ihrer Kasse tut sie gut. Ich kann also auch nur deuten: natürlich haben die Signori und Signoras (sind welche dabei?) recht. Das europäische Agieren der Bundesregierung wird sich bitter rächen, ökonomisch und sozial (dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv). Weiterlesen

Die falsche Wahl

“Gesundheit oder Freiheit?”
Wer so fragt, hat jedenfalls Freiheit nicht im Sinn. Er legt vielmehr offen, worauf er hinaus will. Das macht Yuval Noah Harari in der NZZ deutlich. Er verfügt über intime Sachkenntnis des Ausnahmezustandes – in Israel gibt es nichts Anderes. Seine Abhandlung behandelt erfreulicherweise einen grösseren Horizont. Harari hat ein weit grösseres Blickfeld als die hiesigen “Alphajournalisten” Weiterlesen

Kafka lebt / Mani Breuckmann auch

Franz Kafka, hier schon Extradienst-Gastautor, hätte es sich vielleicht ausdenken können, was Thomas Moser/telepolis in Berlin erlebt hat. Moser hat gerade Zeit, weil Untersuchungsausschüsse zu NSU-Verbrechen oder dem Berliner Attentat von 2016 derzeit stillgelegt sind. Und dass Berliner Polizisten wenig Ahnung von Verhältnismässigkeit haben, ist bekannt; und dass sie das mit der Bundesregierung zunehmend gemeinsam haben Weiterlesen

Vernünftige Stimmen mehren sich

Es mutet an wie Zellteilung auf Zellteilung: Immunabwehr gegen die Demokratie-Gefahren des Virus. Jetzt sind es nicht nur Verfassungsjurist*inn*en und Staatsrechtler*innen, sondern auch eine wachsende Zahl von Publizist*inn*en und eine minimale Dosis von besorgniserregend altgewordenen liberalen Politiker*inne*n.
Meine Empfehlungen: Weiterlesen

DLF & FAZ verbreiten Verschwörungstheorien

Durchgestochenes Regierungspapier – Fetter Rüstungsauftrag & Krieg in Mali
Wenn in einer Regierung wie der gegenwärtigen Bundesregierung so ein Inhalt aufgeschrieben wird, und die Autor*inn*en ernsthaft Vollprofis sind, dann ist es Absicht, wenn dieser Inhalt durchgestochen wird. Ein also nur angeblich “geheimes Papier” der Bundesregierung kalkuliert nach Auskunft von DLF-Hauptstadtstudiochef Stephan Detjen (Audio, 4 Min.) diverse Szenarien des Ausnahmezustandes durch. Und Überraschung! Weiterlesen

Verfassungswidrige Eingriffe in Grund- und Freiheitsrechte?

Die Corona-Krise ist eine Blaupause, um tief in Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger einzugreifen. Definitiv müsste benannt werden – was nicht geschieht – dass die Hilfsmaßnahmen aufgrund der Corona-Krise nicht verfahrenskonform mit der Geschäftsordnung des Bundestages, sondern – konsensual unter allen Bundestagsfraktionen, unter denen es in dieser Frage keine wirkliche Opposition gibt – unter Umgehung der Geschäftsordnung beschlossen worden sind. Und am Rande der Verfassung handeln derzeit auch Teile der Exekutive in Nordrhein-Westfalen und Bayern. So ist  etwa der “Bußgeldkatalog” des Innenministers NRW Weiterlesen

Spuren von Journalismus, kritischem

WAZ und SZ haben heute die Paywall weiter hochgezogen. Bei den besitzenden Milliardär*inn*en ist Panik ausgebrochen, 80% Anzeigenrückgang. Journalismus scheint nur noch Geld zu kosten, keins mehr einzubringen. Komisch, ne? Der Anstieg von Digitalabos, der aus den gleichen Häusern gemeldet wird, klingt dagegen wie das Pfeifen im Wald. Da haben die superreichen Besitzer*innen wohl nicht gut und früh genug nachgedacht. Eine der vielen spannenden Fragen: was davon wird nach der Krise übrig bleiben?
Das weiss ich auch nicht. Ich weiss aber, wo ich noch was zum Lesen finde. Weiterlesen

FR zieht Ostern für sich vor

Update: mit Korrektur eines falsch gesetzten Links
Die Krise als GAU von Demokratie und Öffentlichkeit
Zum Start in den Tag verhalf mir Isolde Charim. Sie ist eine Altersgenossin und so kluge Frau, dass ich rätsele, warum sie noch in kaum einer der pilzartig sich ausgebreiteten deutschen TV-Trash-Talkshows zu sehen war. Es spricht eher für sie. Vielleicht lehnt sie solche Einladungen mit all ihrer Klugheit sogar ab. Es gibt derzeit wenig Motive, morgens das Bett zu verlassen Weiterlesen

CDU / Facebook / Russland / Brasilien

Albrecht von Lucke/Blätter analysiert die Lage der CDU. In diesen schnelllebigen Tagen scheint mir sein grundsätzlich kluger Text nicht mehr ganz auf der Höhe. Armin Laschet inszeniert seine “starker-Mann”-Seite, tritt, so dass es alle Medien auch mitkriegen, Konkurrent Söder ans Schienbein … und wäre in dem Moment unschlagbar, in dem er mit ihm ein Zweckbündnis eingehen würde, wie es die schlaue Merkel einst mit Stoiber tat (und wie er es mit dem kleinen Spahn schon getan hat). Offen muss bleiben, wie lange der Ausnahmezustand, der der CDU nützt, bleibt. Und wie lange der Nutzen anhält, wenn er beendet ist. Weiterlesen

Wie “nützlich” ist das Virus?

Ausnahmezustand mglw. rechtswidrig
Vor Wochen schon ahnte ich, dass das fiese Virus für die CDU arbeitet. Dafür bin ich alt genug, das gelernt zu haben. Alle Demoskop*inn*en geben mir Recht. Wer über den Ausnahmezustand bestimmt, ist halt im Vorteil, vor allem wenn ihm im Normalzustand Abwahl droht. Wäre nicht das erste Mal. Aber das ist natürlich eine “Verschwörungstheorie”. Entscheiden Sie selbst, wie sehr Sie daran glauben. Im Folgenden versuche ich mich wieder mit Fakten zu befassen.
In LeMonde diplomatique fand ich erneut Aufklärerisches über Viren und Virenpolitik. Weiterlesen

Das “Saigon” kämpft ums Überleben

In der Bonner Nordstadt gibt es das “Saigon” – seit über dreissig Jahren die erste Adresse für natürliche fernöstliche und vietnamesische Küche. Die kleinen, gebratenen Frühlingsrollen, die selbstgewickelten, vegtarischen Gemüserollen, Salate, Suppen und viele Gerichte mit Koriander, Minze und vielfältigen asiatischen Kräutern sind ein Gedicht. Und im Gegensatz zu manchem “Chinesen” gibt es weder Fleisch, das mit Glutamat weich gequält wurde, noch irgendwelche anderen Geschmacksverstärker und Tricks mit künstlichen Aromen. Schon Jahrzehnte, bevor vegan “in” wurde, hatte das “Saigon” einen veganen Kartenteil. Eine weitere Besonderheit des “Saigon”, das nun wie alle Gastrobetriebe in Bonn um die Existenz kämpft, ist die Geschichte ihrer Besitzerfamilie, über die ich hier schon einmal berichtet habe.  Weiterlesen

Kontrollverlust-Pandemie

Vernünftig und guter Stimmung bleiben – wer das heutzutage schafft, ist berechtigt sich Künstler*in zu nennen. Finde ich. Als ich diesen Blog startete, habe ich mir vorgenommen, solche Autor*innen zum Mitschreiben einzuladen, von denen ich persönlich weiss, dass sie noch alle Tassen im Schrank haben. Jetzt geraten wir in Lebenslagen, in denen wir uns selbst da nicht mehr sicher sein können. Darum seien Sie gewarnt: nicht alle Texte, die ich im Folgenden benenne, werden Ihre innere Stabilität stärken.
Am ehesten noch Margarete Stokowski/Sp-on, Weiterlesen

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