Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: NRW (Seite 20 von 49)

Olympische Filosofie

Es soll wichtige NRW-Landespolitiker*innen und nicht wenige Oberbürgermeister*innen, darunter den aus Bonn, geben, die sich vom Witwer Guido Westerwelles für die Olympia-Mafia IOC in Geschenkpapier einwickeln lassen. Wie immer auf unsere Kosten. Enteignung öffentlicher Kassen zugunsten privatem Profits. Das ist ein schlichtes, aktuelles kapitalistisches Geschäftsmodell, das weltweit niemand so auf die profitable Spitze zu treiben weiss, wie die Fifa und das IOC.
Dass die NRWler*innen so doof waren und sind, sich derart billig einwickeln zu lassen, liegt sicherlich auch daran, Weiterlesen

Die SPD und der politische Selbstmord

Sozialdemokraten und wirtschaftliche Kompetenz gehen nicht zusammen. Das war nicht immer so. Zwar hat die CDU/CSU seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland alles daran gesetzt, gemeinsam mit der “Bild”-Zeitung das Vorurteil “die Sozis verstehen nichts von der Wirtschaft” und “Sozis können nicht mit Geld umgehen” zu kommunizieren. Aber es gab immer wieder prominente Sozialdemokraten, die diesem Stigma erfolgreich getrotzt haben. Karl Schiller, als Wirtschaftsminister der Großen Koalition zeitweise Superminister für Wirtschaft und Finanzen, und natürlich Helmut Schmidt, der Kanzler der Wirtschaftskompetenz, der nicht nur dem Erdnussfarmer und US-Präsident Jimmy CARTEr (1976-1980) die Leviten lies und ebenso gerne die ökonomischen Weltzusammenhänge erklärte, wie auch dem Rest der Welt. Weiterlesen

Nächster Failed State: Libanon

Was könnte der östliche Mittelmeerraum alles sein, wenn es dort nur ein kollektives Sicherheitssystem gäbe? Ein Tourismusparadies, mit fantastische Küsten und Kulturgütern der Menschheit. Ein kulinarischer Himmel, ein unerschöpflicher Quell von Geschichte und Geschichten. Eine ökonomische Blüte stünde bevor durch den unerschöpflichen Rohstoffreichtum des östlichen Mittelmeers, sowie die zukünftige Herrschaft erneuerbarer Energien. Alle Sozialprobleme wären lösbar, durch eine gerechte Verteilung der Reichtümer, geregelt von multikulturellen Demokratien.
Träumen ist erlaubt. Weiterlesen

Krimidemie / CDU – nach der Krise ist vor der Krise

Der geschätzte Kollege René Martens/MDR-Altpapier setzt sich mit der Polizeigläubigkeit der überwiegenden Mehrheit deutscher Billigmedien angemessen kritisch auseinander. Einerseits prägt das das Bild der Menschen von der Wirklichkeit mit, aber geringer, als die meisten was-mit-Medien-Leute glauben. Denn der Journalismus hat noch weniger Kredit beim Publikum, als er selbst glaubt. Der jüngere Teil des Publikums weiss, dass er sich ein Bild von der Wirklichkeit da draussen selbst zusammensetzen muss. Das Problem sind die (zahlreicheren!) Alten, gedanklich oder auch körperlich weniger mobilen, die sich das Bild von da draussen vor der intellektuell noch immobileren Glotze machen zu müssen glauben … Weiterlesen

Bundesregierung zu Diensten der Arbeitgeber

Während über die Situation der Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie breiter diskutiert wird, beschloß der Deutsche Bundestag die Umsetzung der neuen EU-Entsenderichtlinie, die auch für die Fleischindustrie gilt.
Wer nun angenommen hätte, die Bundesregierung würde angesichts der laufenden Diskussion und ihrer vollmundigen Versprechen endlich für “gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort” sorgen, sieht sich getäuscht. Die Entsenderichtlinie, eigentlich eine gute Sache, ermöglicht auch rumänischen Werkvertragsarbeitern bei richtiger Auslegung eine Arbeit zu deutschen Löhnen am Bau oder auch in den Schlachthöfen. Weiterlesen

Armes NRW

Mehr als eine Woche lang stand in den Kreisen Gütersloh und Warendorf der Lockdown in Rede. Auch wenn er nicht gleich angeordnet wurde, als bei Tönnies das Virus zuschlug: Umsichtige Politik hätte einen Lockdown zumindest in Betracht ziehen müssen. NRW-Ministerpräsident Laschet wehrte ihn zunächst ab. Der Regierungschef tat sich schwer, die Freiheitsrechte erneut einzuschränken. – Doch NRW ist nicht allein auf dieser Welt. Ganz gleich, ob es den Lockdown ausruft oder nicht: Weiterlesen

Laschet: Vom Treiber zum Getriebenen

Es kam, wie es kommen musste. Zu Beginn der Corona-Krise profilierte sich NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) als Vorreiter für die Öffnung des Lockdown. Als sie einsetzte, war die Erleichterung groß. Dann aber wurden ihre unangenehmen Begleiterscheinungen sichtbar. Vorreiter Laschet befindet sich plötzlich auf dem Rückzug. Seine guten Sympathiewerte sind über die Öffnung rapide gesunken. Weiterlesen

Laschet wird nicht Bundeskanzler

Schlachterei statt Schule / NRWs “Flughafen/Philharmonie/S21” sind die Brücken
Die Umfragen für ihn sind ja sowieso schon schlecht. Aber das will nichts heissen. Solche Daten sind wie Sand im Wind. Schlimmer sind die Fakten. Die deuten darauf hin, dass Armin Laschet nicht Bundeskanzler werden kann. Weil er es nicht kann. Weiterlesen

Bochum-Nacht im DLF

Ich war mir nicht sicher, ob es ihn überhaupt wirklich gab, oder ob er nur eine Fiktion, eine Erfindung irgendeiner satirischen Schule, meinetwegen einer Bochumer Schule, war. Aber es hat ihn wohl wirklich gegeben: Wolfgang Welt. In vielerlei Hinsicht ein Geistesverwandter, das Ruhrgebiet hinterlässt tiefe Spuren in den Menschen, vielleicht mehr noch in denen, die es fliehen. Dem Herrn Welt war das wohl nicht vergönnt, er ist dort allzu früh gestorben.
Mein Fiktionsverdacht rührt daher, Weiterlesen

Tönnies, Westfleisch und wo war Laumann?

Nun also Tönnies. Gewundert hat mich das nicht. Als ich mich Anfang 2003 mit dem Thema “Situation rumänischer Werkvertragsarbeiter in der Fleischindustrie” befasste, spielte Tönnies bereits eine gewisse Rolle in diesen Recherchen.
Doch einen Strafprozess gab des damals zunächst nur gegen einen kleineren Werkarbeits-Vermittler aus Versmold und gegen eine seiner Auftraggeber, die damalige Firma D+S Fleisch. Deren beide Geschäftsführer wurden ebenso verurteilt, Weiterlesen

Ach Laumann, wo warst du?

Als ich heute morgen in den Nachrichten hörte, Karl-Josef Laumann fordere den Bundestag jetzt zu mehr Eile auf, schoss mir so viel Adrenalin ein, dass ich schnell wach war. Der Herr Laumann war von 2005 bis 2010 und wieder seit 2017 der in NRW verantwortliche Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Er gehörte auch der Bundesregierung an, 2013-2017 als beamteter (!) Staatssekretär für Gesundheit. “Was hat der Kerl die ganzen Jahre gemacht?” fragte ich mich, und war wach. Weiterlesen

Rassismus in Deutschland ist real und strukturell

Haben Sie schon mal erlebt, dass jemand Ihre Begleitung anspricht und Sie behandelt, als wenn Sie Luft wären? Diese durchaus gemäßigte Variante von Rassismus war das “erste Mal” zum Selbsterleben für mich. Auf der Beerdigung meines Vaters sprach mich eine befreundete ältere Schwäbin, der ich und meine Freundin beim Leichenschmaus gegenüber sassen, im breitesten Schwäbisch an: “Spricht Sie Deitsch?” wollte sie von mir wissen, – weil meine Gefährtin durnkelhäutig war. Dass die nicht nur in Düsseldorf geboren und ein wesentlich besseres Hochdeutsch sprach als die schwäbische Tante, kam in ihrer Vorstellungswelt nicht vor. Nun mag man einwenden, Weiterlesen

Bonner SC schafft Klassenerhalt

Sensation in der 4. Liga/Regionalliga West: da wo ernsthaft und professionell Fußball gespielt wird, aber kein TV-Milliönchen mehr ankommt, bleibt der Bonner SC dabei. Sportlich wäre er hochgefährdet: zwar hat er 2-3 Punkte Vorsprung vor den Abstiegsrängen, aber auch schon 2-3 Spiele mehr absolviert, als die Konkurrenten in der Tabelle dahinter. Nun soll der Westdeutsche Fußballverband den Viertligisten übermittelt haben: Abbruch. Der BSC knapp am rettenden Ufer. Weiterlesen

Wäscherprinzessin ist Grüne

Mehr Macht, Einfluss und Berühmtheit in Beuel geht nicht. Die Beueler Grünen wählten eine Wäscherprinzessin zu ihrer Spitzenkandidatin zur Wahl der Bezirksvertretung am 13. September. Gut, es ist schon was her. Lara Mohn war Prinzessin der Session 2009/10. Heute geht sie einer ernsthaften Beschäftigung bei der Welthungerhilfe nach. Für die Devise “Global Denken – lokal handeln” bringt sie damit gute fachliche Voraussetzungen mit. Bei der heutigen offiziellen Nominierung Weiterlesen

Grüne Weicheier

Ein wichtiger Bonner CDU-Politiker des vorigen Jahrhunderts, Stephan Eisel, schreibt über die Absichten der Grünen OB-Kandidatin Katja Dörner: “In ihrer als allgemeinen Wohlfühlerklärung formulierten Kandidaturankündigung blitzt an einer Stelle ihr Politikverständnis auf. Sie schreibt: ‘Aber es ist Zeit, den Verkehr konsequent an Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auszurichten.’ Autofahrer kommen nicht vor. Verkehrspolitik im Konfrontationsmodus statt Verkehrspartnerschaft, die alle (!) Verkehrsteilnehmer einbezieht.” Schnüss-Autorin Gitta List “beunruhigt (das) nicht unbedingt”. Diese Ruhe teile ich nicht. Weiterlesen

Der Kerl will nicht still sein

Ein kleines Hoffnungszeichen für die Bonner Grünen
Meine Ferndiagnose: ADHS für Erwachsene plus die Männerkrankheit nicht-rechtzeitig-aufhören-oder-wenigstens-einfach-mal-die-Klappe-halten-können. Die Bonner CDU habe ich in ihrer Heterogenität in mehreren Jahren Ratskoalition näher kennen gelernt – anständige, ehrliche Leute und lernunfähige rechte Knallköpfe in einer Partei vereint. Gemeinsam ist ihnen der Konkurrenzneid auf die eigenen Parteifeinde – warum soll es ihnen besser gehen als mir bei den Grünen? – und, das ist das Besondere: seit der Europawahl im Vorjahr unter Schock. Und jetzt die Coronakrise: sie können ihr Glück der letzten Chance kaum fassen. Weiterlesen

Entsozialisierung, unsexy

Zieht ein neuer Generationenkonflikt herauf? Es gibt die These, dass die Coronaviruskrise bereits angelegte gesellschaftliche Entwicklungen beschleunigt, und wie durch ein Brennglas sichtbarer macht. Sie ist nicht Grund oder Ursache, sondern “nur” Beschleuniger. Da ist wohl was dran. Ein Brennglas ist erneut das Fußballbusiness. Das testet, ob es auch ohne richtige Menschen (= Fans) funktioniert. Sie wünschen es sich so sehr, es könnte Kosten senken und Profite steigern. In allen anderen gesellschaftlichen Bereichen ebenso: Handel ohne Kaufhäuser, Parteien ohne Parteitage, Wahlen ohne Wahlkämpfe, Schule ohne Schule … Weiterlesen

Keine Hilfen für Unternehmen ohne Auflagen

Kleine und mittlere Unternehmer und Selbständige bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Für Soloselbständige und Einzelunternehmer hat die Bundesregierung zwar schnelle Soforthilfen beschlossen, aber das Ganze hatte einen Haken: die zumeist 9.000 € durften nur für betriebliche Kosten verwendet werden. Das ist für viele Künstler, Soloselbständige und selbständige Dienstleister ohne Praxisräume oder Werkstätten ein Problem. Zum Beispiel für Journalist*innen. Viele arbeiten von zu Hause im Homeoffice, mindern aus wirtschaftlichen Gründen ohnehin ihre Fixkosten und kommen trotzdem in der Krise nicht über die Runden, denn Mieten für Wohnung, Raten des Autos, Internet und Weiterlesen

Die Krise als Sternstunde der Demokratie

In diesen Tagen wird häufig gesagt, die Corona-Pandemie sei die größte Zäsur für unser Land seit Gründung der Bundesrepublik. Wir erleben gegenwärtig eine Krise, die in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Vorbild ist, sagte Bundesfinanzminister Scholz im Deutschen Bundestag. Gemessen daran, ist die politische Debatte darüber, wie es nach der Krise weitergehen soll, ausgesprochen marginal. Einig scheint man sich zu sein, dass es vor allem darum geht, den „Normalzustand“ wieder herzustellen. Was darunter zu verstehen ist, darüber dürften die Vorstellungen jedoch weit auseinander gehen. Weiterlesen

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