Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Politik (Seite 131 von 447)

Politikum Fleisch – Politikum Bier

mit Update nachmittags

Gerne schieben die Mächtigen uns Konsument*inn*en die Verantwortung zu. Auch am Klimawandel sollen “wir” schuld sein. Weil “wir” angeblich alle SUV fahren und Fleichfressen wollen. Laut eines im Fussballwesen prominenten Westfalen sind “wir” sogar daran schuld, dass das saudi-arabische Mörderregime die Welt mit Geld zuscheisst: “Das ist offensichtlich die Art von Fußball, die viele Menschen inzwischen möchten.” Da hat er wohl die deutschen TV-Quoten nicht gelesen. Nun meldet das Statistische Bundesamt, dass 2,2 Mio. Schweine der Schlachtung entgangen seien. Bzw. sie sind nicht “produziert” worden. Weiterlesen

Neues von den Oligarch*inn*en

Benko, Bertelsmann, Becker

An Hamburgs Hafenkante wächst ein Turm heran. Ob ihm – ökonomisch und metaphorisch gemeint – die Vollendung gelingt, ist zweifelhaft geworden. Ökonomisch könnte er einstürzen, wie die Kinder-Bauklötzchen. Und einen Bundeskanzler darunter begraben. Bauherr ist der Signa-Konzern des österreichischen Oligarchen René Benko. Dessen Geschäftsmodell ist einfach, nur viel grösser,  wie bei allen Immobilien-Spekulant*inn*en: Einsammeln von Kapital zum Zwecke seiner Wäsche auf dem dafür idealtypischen deutschen Immobilienmarkt. Zur politischen Absicherung werden Ex-Politiker beschäftigt, die nach der anstrengenden Ausübung von Staatsämtern endlich mal “richtiges Geld verdienen” wollen. Weiterlesen

Berlin – wie Wolfsburg

Wundersame Bahn CLXIII

Unter uns Bahnreisenden ist “Wolfsburg” ein stehender Begriff. Dort vergessen gelegentlich Lokführer*innen anzuhalten, unter dem Beifall der übergrossen Mehrheit der Mitreisenden. Journalist*inn*en mit und ohne Bahnkenntnis nehmen solche Storys voller Begeisterung auf. Peter Neumann/Berliner Zeitung kann diese Haltung offensichtlich nicht teilen: Zu viele Fahrgäste befürchtet: Züge an die Ostsee fahren in Berlin ohne Halt durch – Böse Überraschung: Immer wieder lässt die Bahn den Halt am Gesundbrunnen aus – und viele Menschen einfach stehen. Ein Reisender aus Berlin berichtet.” Weiterlesen

USA is out

Best of 6. August 2023: WM, Grüne/Ampel, Niger, Mediathekperlen

Die DFB-Fussballerinnen müssen sich nicht schämen. Die Weltmeisterinnen sind auch raus. Ich genoss das Elfmeterschiessen zum Mittagessen im l’Olivo auf meinem – lautlosen! – Tablet. Die kranke Elfmeterregel der Fifa liess gleich mal die Luft raus. Die Torhüterinnen fliegen zwar meistens in die richtige Ecke, weil sie so lange stehenbleiben müssen, schaffen es aber bei platzierter Ausführung nicht mehr rechtzeitig in die Flugbahn des Balles. So bleibt ihnen nur psychologische Kriegsführung, deren gesprochene Seite uns TV-Glotzer*inne*n verschlossen bleibt. Weiterlesen

“Rattenhaftes Gesicht”?

Das „eher rattenhafte“ Gesicht des Herrn Putin oder wie der Historiker Ash eine Quelle fälschte – Russland, Ukraine, der Bergedorfer Gesprächskreis Nr. 101 von 1994

2022 tauchte im Hamburger Abendblatt eine Erinnerung an das (angeblich unerträgliche) Benehmen von Putin im Jahr 1994 in Hamburg auf. Das Hamburger Abendblatt bot auch ein Foto des damaligen unbekannten stellvertretenden Bürgermeisters von Sankt Petersburg auf. So sah er also aus, dieser Putin, damals 1994. Timothy Garton Ash, der von so vielen geschätzte und auch so häufig zitierte britische Historiker, Schriftsteller und Publizist, traf im gleichen Jahr Putin in Sankt Petersburg. 2023 erinnerte er sich rückwirkend an dessen „eher rattenhaftes Gesicht.“ (Es ist laut le Express Teil seines neuen Buches „Homeland“.) Weiterlesen

Das Beste von gestern

Gelegentlich habe ich die Boulevardisierung der Frankfurter Rundschau (FR) durch die Ippen-Gruppe gegeißelt. Davon nehme ich auch nichts zurück. Doch gelegentlich sind noch publizistische Perlen zu entdecken. Johannes Varwick ist so eine sichere Nummer, ein Friedensforscher, der Widerworte und Stigmatisierung nicht scheut, weil er sich seiner Vernunft sicher sein kann. Von solchen Leuten kann es gar nicht genug geben. Weiterlesen

Beschleunigung

Was geht schneller: Beethovenhalle sanieren oder Linie 66 beschleunigen? – Wundersame Bahn CLXII

In der Politbranche, der ich selbst in meinem Berufsleben angehörte, hiess eine Weisheit, “Grausamkeiten” immer am Beginn einer Wahlperiode zu begehen, auf dass sie zum Wahltermin nicht mehr in Erinnerung seien. Ich wäre allerdings auch dafür gewesen, die einfachen Dinge, die jede*r im Alltag schnell bemerkt, und deren symbolischer Wert darum nicht zu unterschätzen ist, sofort anzupacken. In der Kommunalpolitik ist nun Halbzeit. Weiterlesen

Planetare Gefahr: absteigende Mächte

Die Welt zieht an ihnen vorbei, auch an Deutschland – das macht wütend

Wenn es nur der Fussball wäre, wäre die Welt sicherer. Er bildet aber nur ab, was viele politisch bis heute nicht erkennen wollen – ein massives Systemversagen demokratischer Publizistik. Aber tun Sie bitte nicht so, als müssten Sie wehrlos und doof bleiben. Wer einen deutschen Pass besitzt, lebt beispiellos privilegiert gegenüber der Mehrheit der Weltbevölkerung. Will eine “Mehrheit”, dass es so bleibt? Deutsche Parteien und Regierungen als demokratisch gewählte Repräsentant*inn*en erwecken diesen Eindruck. Sie bejubeln AfD-artige EU-Asylpolitik (FDP) und bezeichnen sie sogar als “historisch” (eine sozialdemokratische Bundesministerin). Weiterlesen

Loriot beim DDR-Fernsehen

Wie der Komiker Loriot einmal das DDR-Fernsehen besuchte – Das „Kulturmagazin“ des DDR-Fernsehens wurde sogar in West-Berliner Zeitungen gelobt. Unser Autor war dort Moderator. Hier erzählt er, was er mit Loriot als Gast erlebte.

Vermutlich wäre Vicco von Bülow aus allen Wolken gefallen, hätte ihm jemand prophezeit, dass das Bundesministerium der Finanzen seinen 100. Geburtstag zum Anlass nehmen würde, seinen Künstlernamen nebst Markenzeichen zu versilbern. Numismatiker aber dürfen sich freuen. Für den Herbst dieses Jahres ist eine 20-Euro-Sammlermünze angekündigt, die auf der Bildseite jenen „Rosenkavalier“ zeigt, auf den Autogrammsammler hoffen durften, wenn Loriot in ihrem Beisein seinen Namenszug auf ein Blatt Papier setzte. Weiterlesen

Ohne Hoffnung keine Demokratie

In der Berliner Zeitung erschien eine dpa-Meldung von Christoph Driessen, die auf der Ebene der Oberflächenbeschreibung eine weitgehend zutreffende Diagnose wiedergibt: Krisen: Forscher bescheinigt Deutschen posttraumatische Belastungsstörung – Corona, Krieg, Inflation, Klimawandel: Die Krisen nehmen einfach kein Ende. Ein Sozialforscher attestiert den Deutschen einen Zustand akuter Erschöpfung.” Im Detail wird ein Spin – von dpa? oder von Hurrelmann? oder beiden? – sichtbar, der Teil des Problems ist. Weiterlesen

Muss Scheuer zahlen?

Ausnahmsweise verdient Verkehrsminister Wissing ein Lob. Es ist sinnvoll und notwendig, durch ein Rechtsgutachten untersuchen zu lassen, ob sein Vorgänger Scheuer persönlich für den Schaden von 243 Mio. € verantwortlich gemacht werden kann, den er mit seinem Maut-Projekt angerichtet hat. Weiterlesen

Gedenktag und Staatsvertrag

Der 2. August ist der internationale Tag des Gedenkens an den Genozid an Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus. 2015 wurde dieses Datum vom Europäischen Parlament festgelegt. Jährlich wird eine offizielle Gedenkfeier am ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau veranstaltet. 2023 fand diese ausnahmsweise bereits am 27. Januar statt, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers statt, diesmal in Berlin. Am 2. August dieses Jahres werden daher nur einige regionale Veranstaltungen stattfinden. Weiterlesen

Seidenstrasse im Himalaya

Und: Eigentor Propaganda

Nicht immer wird alles Gute von Paywalls vermauert. Z.B. Christoph Heins/FAZ Straße durch den Himalaja: Desaster, Moloch, Lebensader – Die Chinesen haben verstanden: Asien braucht Infrastruktur, vor allem Straßen. Eine davon verbindet das Himalaja-Königreich Mustang mit Nepals Metropole Pokhara. Wenn China die Grenze öffnet, bleibt nichts, wie es war.” Bildhaft werden hier die Ambivalenzen einer Geostrategie deutlich. Weiterlesen

Die Rache der Mapi León

Schon vor der gestrigen 1:2-Niederlage gegen das starke Kolumbien klagte die deutsche Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg über die vielen Verletzungsausfälle auf der Position der Linksverteidigerin. Das ist für den spanischen Trainer Jorge Vilda politisch verboten. Denn er und sein Männer-Fussballverband leisten es sich, die Linksverteidigerin María Pilar León Cebrián und 14 weitere – vorwiegend katalanische und baskische – Weltklassespielerinnen zuhause zu lassen. Und also freute sich Japan soeben über ein konterstark herausgespieltes 4:0 gegen eine seelenlos wirkende spanische Auswahl bei der WM in Australien. Weiterlesen

Sinkender Flugzeugträger

Dochdoch, die Brit*inn*en haben uns vieles geschenkt. Nicht nur verschossene Elfmeter und moralischen Trost für verlorene Finals in Wembley.. An erster Stelle die Befreiung vom Faschismus (Mitwirkung), öffentliche Medien (führend), James Bond, Monty Python (einst von George Harrison gerettet, und der ist auch schon tot), Popmusik u.v.m. Mit dem Humor haben sie es ehrlich versucht – ist in diesem Land hier leider nicht wirklich gelungen. So grosszügig können Kolonialverbrecher sein, das haben sie “uns” wiederum voraus. Aber was bleibt – neben den Barnaby-Wiederholungen? Weiterlesen

Ethische Elastizität

Die Ippen-Gruppe, in der die einst respektierte Frankfurter Rundschau erscheint, muss was machen. Ihr Milliardärsbesitzer verschaffte ihr schädliche Bekanntheit, als er lieber eine “Investigativredaktion” in die Wüste schickte, als sie was über sexistische Übergriffe im Springerkonzern veröffentlichen zu lassen. Die Leute haben woanders bessere Jobs gefunden. Den Schaden hatte der Verlag. Die Clickbaiting-Strategie der Online-FR bewegt sich derweil auf Bild-Niveau, für Herrn Ippen offensichtlich nicht nur ein Vorbild an Reichtum. Bedauernswert die qualifizierten Journalist*inn*en, die bei ihm unter Wert arbeiten müssen. Nun haben sie sich ein Nachveröffentlichungsrecht der US-Fachzeitschrift Foreign Policy verschafft. Das ist zweifellos interessant. Weiterlesen

Außenpolitik mit Realitätsverlust?

Es ist gerade einmal zwei Monate her, da reiste der Bundeskanzler in den Niger. Begleitende Presseberichte stellten den Niger als instabilen, aber gutwilligen Partner dar. Im Gegensatz zum islamistisch und mit Hilfe russischer Wagner-Söldner umkämpften Mali, in denen letztere völkerrechtswidrige Massaker und andere Verbrechen begingen, erklärten das Auswärtige Amt, das Bundeskanzleramt und alle Beteiligten den Niger als Partner mit Zukunft. Bis vor 48 Stunden. Weiterlesen

Schönen Gruß aus Italien

Melonis Ehemann basht Lauterbach, weil der vor den Auswirkungen des Klimawandels in Südeuropa warnt

„Oh, che freschezza“ – heute ist es etwas abgekühlt hier in der Toskana und eine Frau unten auf der Straße hat gerade die „freschezza“, die Frische begrüßt.

Lauterbach hat recht, wenn er darauf hinweist, dass der Klimawandel für Südeuropa noch viel dramatischer wird als für Mittel- oder Nordeuropa – wir spüren es hier selbst täglich. Melonis Ehemann, ein Fernsehmoderator auf einem dümmlichen Privatsender, hat sich mit seinem Lauterbach-Bashing wohl redlich die Silberne Zitrone des italienischen Tourismusverbandes sowie auch die der italienischen Klimaschützer verdient. Weiterlesen

Gelegenheiten erkennen

Jüngst scholt ich einen Jacobin-Autor für die missratene Dramaturgie seines Beitrages. Nun habe ich Klaus Dörre/bruchstuecke gefunden, der da beginnt, wo Brentler (Jacobin) aufgehört hat. Sein “Wir kämpfen den Kampf unseres Lebens – und sind dabei zu verlieren” hört bei dieser Erkenntnis nicht besserwissend auf, sondern diskutiert diverse Politikoptionen konstruktiv. Was Dörre schreibt, ist keine gelungene Agitation, auch noch keine Strategie. Aber Beitrag zu einem (wissenschaftlichen) Fundament dafür. Mann ist ja schon dankbar, wenn sowas überhaupt noch öffentlich erscheint. Weiterlesen

“Triumphaler Sommer”

Ein “triumphaler Sommer” für die NATO? – Wie sich die Amerikaner und die NATO die Lage in der Ukraine schönreden

Ein triumphaler Sommer für das Bündnis – Mit dieser Einschätzung endet ein Meinungsartikel von David Ignatius, Redakteur und Kommentator bei der Washington Post vom 18. Juli, mit dem begründet wurde, dass in Sachen Ukraine alles eigentlich sehr gut läuft. Der gesamte letzte Absatz lautet wie folgt: Weiterlesen

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