Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Berliner Zeitung (Seite 13 von 32)

Von Porsches und Pipelines

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen tollen Porsche 911 vor der Tür stehen, den Sie sich nur leisten können, weil Ihr russischer Kommilitone, den Sie damals an der Uni kennen gelernt haben, sich mit Ihnen die Kosten teilt. Einige Freunde und Bekannte sind neidisch, andere haben Ihnen mehr oder weniger deutlich bedeutet, dass sie wegen der ökologischen Folgen sauer sind, andere wiederum, amerikanische und englische Freunde aus der Schulzeit, beschimpfen Sie heftig, weil sie eigentlich damit gerechnet hatten, dass sie sich gemeinsam einen Lamborghini oder Ferrari teilen würden, der aber für Sie viel teurer wäre. Weiterlesen

And now s.th. completely different

Mal nichts zum Krieg, aber im weiteren Sinne Politik: Willemsen und Lakomy/Balthus

Hinter der digitalen Mauer der FAZ erinnert Harald Staun heute an Roger Willemsen. Warum? Weil der Rechtebesitzer an dessen Arbeit die TV-Werke Willemsens jetzt zugänglich mache – jedoch scheinbar nicht im Netz – Staun hat jedenfalls keinen einzigen Link gesetzt – sondern in irgendeinem Museum im deutschen Osten (Berlin). Pffft. Da denke ich als Leser und ehemaliger Fan von Willemsens Arbeit: verarschen kann ich mich selber. Weiterlesen

Wer sich mit Springer einlässt

Für den nimmt es in der Regel ein böses Ende. Was Roland Appel kritisiert “Merz entgleist gezielt in Rassismus”, passierte bei dem verzweifelt dilletierenden und erfreulich erfolglosen Sender “Bild-TV”. Die Bauklötzchen, die sie dort aufzutürmen versuchten, sind gar prächtig zusammengefallen. Komisch, dass es immer noch Leute gibt, die Merz für intelligent halten. Und wie lange werden die US-Investoren (KKR) im Springer-Verlag noch Geduld mit solchen Nichtskönnern haben? Weiterlesen

Unter der Decke

des Freiheitskampfes gibt es viele Widersprüche zu bedenken

Hatte ich Albrecht von Lucke/Blätter nicht schon mal als Kanzlerinnenberater vorgeschlagen? Als Kanzlerberater ginge er auch. In “Endspiel um die Demokratie: Von Gorbatschow zu Putin” schreibt er präzise auf, was das aktuelle Weltbild der Mehrheit in der Berliner Hauptstadtblase ist. Dort müssen sie jetzt wahrscheinlich eine Wahl wiederholen, weil sie “es” beim letzten Mal nicht gekonnt haben. Weiterlesen

Blackouts in der AKW-Debatte

Wie viel kostet Atomenergie wirklich? – Eine Laufzeitverlängerung der deutschen AKW soll den Zugang zu kostengünstiger Energie verbessern. Unser Autor meint: Die wahren Kosten werden nicht genannt.

In der Schweiz, nahe der deutschen Grenze zu Baden-Württemberg, soll ein Tiefenlager für sämtliche radioaktiven Abfälle gebaut werden, die im Land erzeugt wurden. So hat es die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) Mitte September 2022 bekannt gegeben. Bis das Lager gebaut sein wird, werden noch Jahrzehnte vergehen. Läuft alles nach Plan, soll die Einlagerung in Nördlich Lägern im Jahr 2050 beginnen; über 80 Jahre, nachdem das erste Atomkraftwerk (AKW) in der Schweiz Strom erzeugt hat. Im Jahr 2125 (!) soll es verschlossen werden. Für 100.000 Jahre soll das Tiefenlager dann, so sieht es der Plan vor, den strahlenden Atomabfall so sicher wie nur möglich vor den Menschen und der Umwelt abschirmen. Weiterlesen

Desperate Despots

Und der kapitalistisch induzierte Vertrauensverlust demokratischer Medien an den Beispielen Iran / spanischer Frauenfussball

Wladimir Putin ist, obwohl deutsche Medienkonsument*inn*en diesem Glauben anhängen könnten, nicht die einzige globale Gefahr. Johannes Varwick erklärt sie Ihnen im Junge-Welt-Interview. Und hier lesen Sie, wie “der Westen” als politische Projektion sich selbst in Gefahr begibt. Diplomatie als Waffe der Politik wird massiv abgerüstet, militärökonomisch dagegen läuft es prima. Warum, steht hier. Weiterlesen

Was in deutschen Trash-Shows keine Rolle spielt

Sie wissen ja, ich glotz’ sowas nicht. Dafür habe ich Autor*inn*en, die das für mich machen. Lebenszeit und Gesundheit opfern? Kommt für mich nicht infrage. Die wesentliche weltpolitische Ausgangslage hat Andreas Zumach eben beschrieben. Suchen Sie mal ein deutschsprachiges Medium, das das versteht oder gar transportiert. Fakten, Fakten, Fakten. Stefan Reinecke/taz charakterisiert den deutschen Laber-Trash zutreffend: Debatte um Panzerlieferungen nach Kiew: Deutsche Irrtümer – Die deutsche Debatte um Lieferungen von Kampfpanzern an die Ukraine wird mit vielen Emotionen geführt. Doch es fehlt strategischer Weitblick.” Weiterlesen

Die Selbsttötung der FDP

Vor vierzig Jahren hat die damalige F.D.P. die sozialliberale Reformkoalition verlassen und den politischen Liberalismus beerdigt. Am 18. September 1982 endete, was mit dem Versprechen Willy Brandts “Wir wollen mehr Demokratie wagen” 1969 begonnen hatte. Der wahre Erosionsprozess hatte schon viel früher begonnen, spätestens auf den Kieler Parteitag der F.D.P. 1977 wurde klar, dass der soziale, antiklerikale  Liberalismus Karl-Herrmann Flachs,  Lieselotte Funckes, Helga Schuchardts und Theo Schillers von Neoliberalen untergraben worden war. Vom programmatischen Ausbluten nach der “Wende” hat sich die FDP bis heute nicht erholt. Der Artikel wurde vom Autor mit zahlreichen Zwischenüberschriften und einigen erläuternden Ergänzungen gegenüber dem Original aktualisiert und ergänzt, an einigen Stellen auch gekürzt.  

Das Ende liberaler Reformen – die Geburtsstunde der Grünen.

Jungdemokraten hatten im “Leverkusener Manifest“ die Strategie der “Zwei Wege” formuliert. Weiterlesen

“Wir haben diesen Blick auf die Welt”

Die Bundesaussenministerin lässt sich in der FAZ-Paywall mit der Schlagzeile „Unsere Waffen helfen, Menschenleben zu retten“ profilieren. Da bin ich persönlich doch erleichtert, dass der Bundeskanzler persönlich zur UN-Vollversammlung anzureisen gedenkt. Ich gehöre nicht zu seinen Fans, war auch keiner, als ich ihn noch persönlich kannte. In der Regierungskoalition scheint er geradezu eine Speerspitze des Realismus zu sein. Was selten ist, ist wertvoll. Darum sollten Sie sein DLF-Interview von diesem Wochenende nicht versäumen. Weiterlesen

Bitterfeld und Hamburg

Beispiele zur Distanz des Politmedien-Karussells von der Gesellschaft

In Bitterfeld war ich in meinem Leben ein einziges Mal – durchgefahren. Am Bahnhof öffnete ich das Abteilfenster und blickte raus. Alle meine Vorurteile bestätigten sich optisch. Ein Privatbahnveranstalter bediente damals die Strecke Berlin-Köln auf Nebenstrecken durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen, in denen ich im Leben nie war und nie wieder hinkommen werde. Über Siegburg gelangte ich wieder nachhause. Weiterlesen

NDR und all die andern

mit Update nachmittags

Es wird wieder über “innere Pressefreiheit” diskutiert, wie schön. Allerdings diskutieren öffentlich vorwiegend Redaktionen aus Zeitungsverlagen die innere Pressefreiheit in öffentlichen Medien. So wie hier Michael Maier/Berliner Zeitung. Dabei versteigt er sich im Schlussabsatz zu einem recht absurden Vergleich. Wie konnte es bei ihm so weit kommen? Es liegt wohl daran, dass er als Person ein merkwürdiger Hybrid aus Verleger, Herausgeber, Chefredakteur und Redakteur ist. Bei seiner Berufsbiografie war es lange nicht leicht, den Überblick zu behalten. Weiterlesen

Was ist hier der “Irrsinn”?

Alles beschleunigt sich. Auch und besonders das Durchdrehen deutscher und europäischer Politik. Die Brit*inn*en, die den irren Boris Johnson loswerden wollten, haben sich Liz Truss eingefangen. ARD-Korrespondentin Annette Dittert/Blätter meint dazu: “Großbritannien: Vor dem Winter des Aufruhrs?”. Sie beteiligt sich an einem “Wording”, das auch hierzulande gepflegt wird: drohende “Volksaufstände”. Wenn die allerdings so penetrant “bestellt” werden wie gegenwärtig, werden sie ausbleiben. Niemand hat die Absicht, den Herrschenden einen Gefallen zu tun. Weiterlesen

Glück gehabt

Michael Kleff und ich hatten gestern was zu feiern. Das wurde im l’Olivo sehr ausführlich, unter günstigsten Wetterbedingungen – alle Schauer machten einen Bogen um Beuel. Kompetente, nette und perfekte gastronomische Gastgeber*innen. Und was das Beste war: es kamen nur sympathische Gäste. Die Lücke im Blogbetrieb füllten hochqualifizierte Gastautoren. Weiterlesen

Suffizienz statt Wachstum

Warum uns freiwilliger Verzicht so schwerfällt – Wir verbrauchen zu viele Ressourcen, das ist seit Jahrzehnten klar. Die grüne Lifestyle-Ökonomie wird uns nicht retten. Echte Änderungen müssen her.

Vor etwa 50 Jahren erschien ein Buch, das schnell zum Bestseller avancierte: „Small is beautiful“. Klein ist schön. Darin kritisiert der Wirtschaftswissenschaftler Ernst Friedrich Schumacher die Vergötterung des Gigantismus und entwirft das Modell einer buddhistischen Ökonomie. Unendliches Wachstum mit endlichen Ressourcen, das könne auf Dauer nicht funktionieren, schreibt Schumacher. Stattdessen plädiert er für eine Philosophie der Genügsamkeit; Konsum sei kein Selbstzweck, echter Wohlstand nicht am Kontostand ablesbar.

Das klingt plausibel. Nun verhält es sich jedoch so, dass wohl die wenigsten Menschen freiwilligen Verzicht üben. Auch in der Vergangenheit sind bescheidene Lebensweisen zumeist durch die Umstände, d. h. durch die Knappheit der Güter, erzwungen worden. Weiterlesen

Vergleiche

Macron – Baerbock / 90-Euro-Ticket / ARD & IFA, Berlin & Rheinland

Die EU, so wird bei jeder Gelegenheit betont, müsse “mit einer Stimme sprechen”. Je mehr das betont wird, umso weiter ist die Entfernung von der Wirklichkeit. Und es gibt bestimmt einen lateinisch-psychologischen Fachbegriff dafür: die, die so reden, sind in der Regel Verursacher*in des Problems, das sie öffentlich beklagen. Nehmen Sie z.B. hier den Monsieur Macron (Michaela Wiegel/FAZ) und hier unsere Frau Baerbock (Kathrin Merz, dpa/Berliner Zeitung). Ich kommentiere nicht. Den Vergleich schaffen Sie selbst. Weiterlesen

Winnetou-Opium

Wieder hab’ ich nicht aufgepasst. Die wollen mir meinen Winnetou wegnehmen? Wie gemein kann mann denn sein? “Der Schatz im Silbersee” war der erste Film, den ich als Kind im Kino gesehen habe, in der “Schauburg” in Gladbeck, seit vielen Jahrzehnten geschlossen. Erst danach habe ich die Bücher gelesen (nicht alle, aber einige). Und siehe: die waren – wie immer – besser als die Filme. Und nun haben kluge Menschen – weitgehend unbemerkt von breiter Öffentlichkeit – bewiesen, dass der Springerkonzern ganz Deutschland … nein, fast alle deutschen Billigmedien an der Nase herumführen kann. Weiterlesen

Mehrheit gegen Waffenliefern

Die einen machen es sich im unverstandenen Dissident*innen*tum bequem – keine*r versteht mich ausser ich. Die Anderen lassen sich den Wind der Medienoligarchen in den Rücken wehen, tun so, dass “alle” ihrer Meinung sind, und schliessen Hunderte-Milliarden-schwere Geschäfte ab – selbstverständlich nicht auf eigene, sondern öffentliche Kosten. Die Mehrheit steht offensichtlich kopfschüttelnd beiseite, und weiss gar nicht, dass sie Mehrheit ist. Eine unverstandene Minderheit fühlt sich nämlich nicht zum Handeln oder gar Aktivwerden verpflichtet. Weiterlesen

RBB-Virus im NDR

Im Kern geht es nicht um Verfehlungen einzelner Führungskräfte, sondern um die Qualität der Arbeit. Und wie sie durch verfehlte Machtstrukturen erschwert und behindert wird. Das ist die Gemeinsamkeit zwischen dem hochgejazzten RBB-Skandal und dem sich – noch – unmerklich erhitzenden Konflikt im NDR-Kiel. Weiterlesen

Bumerang

Der Antisemitismus, der über Indonesien nach Kassel zurückkehrte, ist der deutsche, meint Eyal Weizman

mit Update 31.8.

Ein spektakulärer Essay, der nach meinem ersten Lesegefühl gut an Robert Kriegs Text “konbit” anschliesst. Eyal Weizman schrieb ihn für die Berliner Zeitung Rassismus und Antisemitismus werden künstlich getrennt – Die Documenta 15 ist seit Monaten Streitthema. Dabei wird nicht nur indonesische Geschichte verkürzt, sondern auch das Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus.” Wer darüber nicht in selbstkritische Reflektion und Nachdenken gerät, der*dem ist intellektuell wirklich nicht mehr zu helfen. Weiterlesen

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