Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: CDU (Seite 39 von 46)

Katar und die deutsche Fußball-Nomenklatura

Vor einigen Tagen meldeten deutsche Wirtschaftsteile besorgt, der als jähzornig bekannte saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman habe angekündigt, deutsche Konzerne von saudischen Milliarden-Ausschreibungen und -Aufträgen auszuschliessen, weil wir hier alle zu saudikritisch und zu iranfreundlich sind. Liegt es vielleicht an den Lebens- und Machtverhältnissen in diesen Ländern? Die in beiden Fällen nicht mit Demokratie zu tun haben, aber im Iran mehr Widerspruchsgeist öffentlich werden lassen?
Ein weiterer Grund könnte die Liebe unseres Grosskapitals und unserer Regierung zu Katar sein. Weiterlesen

Welches Exempel wird am KFC Uerdingen statuiert?

Der KFC Uerdingen hat sich sportlich für die 3. Liga qualifiziert. Naja fast. Es fehlten 8 Spielminuten im Rückspiel in Mannheim, als er 2:1 führte, das Hinspiel war 1:0 ausgegangen. Dann kamen die Mannheimer Pyrotechniker und sorgten zielgerichtet für einen Spielabbruch. Die Täter waren vermummt und niemand hinderte sie an ihrem Tun, keine Polizei, keine Ordner*innen, keine Fans. So sah es für mich als TV-Zuschauer aus. Das Dritte übertrug live und der Reporter erging sich unaufhörlich in Aufregung über die „Wahnsinnigen“. Es wirkte ein bisschen wie die ukrainische Inszenierung um den nur angeblich ermordeten Journalisten: sehr billig und schlecht inszeniert. Weiterlesen

Linker Zerfall und Europas Selbstzerstörung

Die europäischen Länder, die heute von autoritären Regimes regiert werden, konnten alle nur in diese Situation geraten, weil ihre Linke abgewirtschaftet hatte. Mal war es der tiefe Fall sozialdemokratischer Parteien und Regierungen in neoliberale Korruption, mal die organisationspolitische Individualisierung aller Linken links von der Sozialdemokratie, ihr selbstreferentielles Abheben und Ausblenden von kollektiven gesellschaftlichen Verhältnissen – meistens eine Kombination und Mischung von alldem.
In Deutschland sind wir nun auch auf dem besten Wege dorthin. Weiterlesen

Seehofer: Symbolismus statt Problemlösung

Die Politik Horst Seehofers und der CSU wird mehr und mehr zu einer symbolischen Effekthascherei. Seine Motivation ist die Fortsetzung seines Konflikts mit Merkel mittels eines billigen Populismus und völlig unabhängig vom zu erzielenden Ergebnis. Er basht die Kanzlerin indirekt weiter, er betreibt ein unwürdiges Vorführen der Kanzlerin. Unterschwellig, hinterhältig, scheinloyal – obwohl er Minister ihrer Regierung ist.

Beispiel Nummer eins: „AnKer-Zentren“

Die Debatte um die sogenannten Zentren zur Konzentration von jeweils 1.500 Flüchtlingen ist reine Symbolpolitik. Das Asylrechtsverfahren war noch nie einfach. Das resultiert nicht nur aus der sich ständig ändernden Lage in den Herkunftsländern von Flüchtlingen, es resultiert vor allem auch aus der Notwendigkeit der Beachtung von international anerkannten Menschenrechten, Weiterlesen

Sonntagsfrage – deutsches Politik-Mikado

In der abgelaufenen Woche haben alle Marktforschungsfirmen gleichzeitig ihre Daten zur Sonntagsfrage („Was würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?“) auf den Markt geworden. Beruhigen Sie sich, zu Spannung besteht kein Anlass. Politisch hat sich seit der Bundestagswahl (fast) nichts bewegt – wenn wir den Daten trauen können. Die Parteipolitiker*innen tun das. Ob wir als Bürger*innen das tun sollten, würde ich bezweifeln. Weil das in-die-Welt-setzen dieser Daten allein aber schon ein politisches Faktum im öffentlichen Diskurs setzt, erwähne ich es hier. Leser*innen dieses Blogs sollen ja klüger, nicht dümmer, werden als die Andern.
Diese Daten sehen diese Woche so aus (in Klammern das Ergebnis der Bundestagswahl 2017): Weiterlesen

Beklopptes Berlin / Schulzes

In meiner politischen Jugend waren Berliner*innen immer die beklopptesten Paranoiden unter allen Bundesländern (neben dem Saarland, aber das wäre ein eigenes Kapitel). Zu erklären aus ihrem Sein: eingemauert, und aussen rum lauter kleine Honeckers. Näher an diesem Berlin als an uns im Westen lag das Uni-Kaff Göttingen, in dem der kleine Jürgen Trittin zu studieren anfing, und vergeblich versuchte über den „KB-Nord“ ein wichtiger Politiker zu werden. Dort entstand dann auch sein Musikgeschmack, über den sich vor lauter Begeisterung Berliner Jungs heute kaum noch einkriegen können.
Sonntagsfragen-Umfragen machen sie in dieser merkwürdigen Stadt, gut halb so gross wie das Ruhrgebiet, jeden Monat. Manfred Güllner (Forsa), ehemaliger städtischer Amtsleiter in Köln, heute Mitglied der FroGS (Friends of Gerhard Schröder), macht sie, Weiterlesen

Wie Merkel und Erdogan

Die Herren Grindel, Löw, Özil, Gündogan und eskortierende Medien sind dicke Geschäftsfreunde und spielen uns ein falsches Stück vor

Angela Merkel trifft Herrn Erdogan um einiges öfter, auch und gerade in seinen Wahlkämpfen, als die Herren Özil und Gündogan. Sie macht bei dieser Gelegenheit entschieden fiesere Deals, auf dem Rücken von Millionen Flüchtlingen, und zum Nutzen deutscher Rüstungskonzerne. Immerhin gibt es einige deutsche Medien, die darüber kritisch berichten. Ein Skandal, was es eigentlich ist, entsteht darüber leider nicht.
Jetzt haben sich die Herren Özil und Gündogan geschmacksverirrt und politisch desorientiert mit ihm ablichten lassen, wie es sonst Frau Merkel tat. Manche meinen, bei ihr gehört das eben zum Beruf, bei den Jungs dagegen nicht. Wer das meint, hat die Zusammenhänge von Fußball und Politik aber noch weniger verstanden, als Özil und Gündogan. Von Merkel und Erdogan ganz zu schweigen. Weiterlesen

PolitikFußball – eine Heuchelei-Epidemie

Wut und Zorn entstehen, wenn wir für total bescheuert gehalten werden – Ist Jogi Löw auch Erdogan-(Geschäfts-)Freund?

Gestern gab es ein regelrechtes Wettrennen, wer sich am vernehmbarsten über die deutschen Nationalspieler und Erdogan-Freunde Gündogan und Özil aufregte. Mitleid mit ihnen hege ich nicht, bei dem Schmerzensgeld. Lächerlich gemacht hat sich in erster Linie der Spielerberaterkonzern Family&Football, an dem u.a. die Brüder Ilhan Gündogan und Mutlu Özil beteiligt sind. Und die einen noch berühmteren Klienten haben, Weiterlesen

Söders Kreuz mit dem Kreuz

Der Freistaat Bayern hat durch ein Volksbegehren schon in den 60er Jahren die Konfessionsschule abgeschafft. Diesen Grad der bürgerlichen Emanzipation hat NRW bis heute nicht erreicht. Die höchstrichterliche Rechtsprechung besagt, dass jedermann weder in Bayern noch in NRW unter dem Kreuz vor Gericht stehen muss, Sie oder er kann – genauso wie Eltern in Klassenzimmern – die Entfernung des religiösen Symbols verlangen, weil Schulen im säkularen Staat frei von religiösen Symbolen erziehen sollten. Bürgerrechtsorganisationen wie die Humanistische Union mahnen seit Jahrzehnten den säkularen Staat an, der Voraussetzung für ein friedliches, diskriminierungsfreies Zusammenleben in einer modernen, multi-ethnischen und multireligiösen Gesellschaft ist, in der vor allem die Nichtgläubigen mit 46 % die größte Bevölkerungsgruppe stellen. Weiterlesen

Iran: Nuklearabkommen abhängig von EU, Rußland und China

USA verschärfen Sanktionsdrohungen gegen europäische Firmen – Weltweit fast einhellige Kritik am Ausstieg der USA aus dem Abkommen – Zustimmung nur in Israel und Saudiarabien

Nach dem am Dienstagabend von Präsident Donald Trump angekündigten Rückzug der USA aus dem Nuklearabkommens mit Iran und der Wiedereinsetzung umfassender Sanktionen gegen Teheran macht die dortige Regierung ihre weitere Bindung an das Abkommen von der Haltung der fünf anderen Vertragsstaaten Rußland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland abhängig. Am kommenden Montag wollen die Außenminister der drei EU-Staaten in Brüssel mit ihrem iranischen Amtskollegen zusammentreffen. Die Entscheidung Trumps zum Rückzug aus dem Abkommen stieß fast weltweit auf scharfe Kritik und wurde auch in Deutschland parteiübergreifend verurteilt. Unterstützung erhielt Trump lediglich aus Israel und Saudiarabien. Weiterlesen

Bonner fett im NSU-Skandal / Portugal

Ein Alter Herr einer Bonner Burschenschaft hängt fett im Skandal um die Mordserie der NSU-Nazis. Er war Agentenführer eines V-Mannes, der mit den Mordgesell*inn*en gut bekannt war. Diese „Arbeit“ verrichtete er noch für den Inlandsgeheimdienst („Verfassungsschutz“) des Mini-Bundeslandes Brandenburg, das ist ungefähr doppelt so einwohner*innen*stark wie Bremen, halb so viel wie der Stadtstaat Berlin. Seitdem hat er Karriere gemacht. Weiterlesen

Stadtrat: „Jamaika“ überlebt knapp

In der heutigen Sitzung des Stadtrates wurde Stadtdirektor Wolfgang Fuchs mit 40:37 Stimmen wiedergewählt. Die NRW-Gemeindeordnung bestimmt, dass nicht nur ungültige Stimmen sondern auch Enthaltungen bei der Ermittlung von Mehrheiten nicht mitgezählt werden. Nur dadurch erreichte er die notwendige Mehrheit. Die Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP hat mit dem OB zusammen nominell 51 Stimmen. Bei den Grünen hatte letzten Montag in ihrer Fraktionssitzung nur die Hälfte ihrer 16 Ratsmitglieder erklärt, für Fuchs stimmen zu wollen. Vertrauen oder gar Erfolgsorientierung ist damit heute sicher nicht gewachsen, Weiterlesen

General-Anzeiger – Verkauf aus Angst vor dem Tod

Der Bonner General-Anzeiger ist verkauft, für Branchenkundige keine Überraschung mehr. Die Rheinische Post übernimmt. In der Erbengemeinschaft der Familie Neusser, sofern sie nicht zuvor schon ausgezahlt wurden, können die Schampus-Korken knallen. Denn für sie privat ist das alles noch gerade rechtzeitig. Lieber vor dem Sterben abkassieren als umgekehrt.
In der guten alten Zeit der Pressevielfalt galten beide Blätter und Verlagshäuser als streng konservativ und CDU-orientiert. Sie erarbeiteten sich im Volksmund die Markenbezeichnung „General-Verschweiger“ und „Rheinische Pest“. Im kapitalistischen Konzentrationsprozess schwammen sie und ihre Verleger lange oben. Weiterlesen

Doppelbeitrag für Betriebsrenten abschaffen

Von Matthias W. Birkwald, MdB Die Linke

Seit Jahren machen entrüstete Betriebsrentner*innen auf eine gravierende Ungerechtigkeit aufmerksam: Mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) wurde 2003 in einer Nacht-und Nebelaktion von Horst Seehofer und Ulla Schmidt beschlossen, dass auf Bezüge aus der betrieblichen Altersversorgung (wie z.B. Direktversicherungen) Krankenkassenbeiträge gezahlt werden müssen. Dies gilt auch für Kapitalabfindungen. Im Unterschied zum so genannten halben Beitragssatz, den Rentner*innen für ihre gesetzlichen Renten zahlen müssen, muss bei Betriebsrenten seitdem der so genannte volle Beitragssatz gezahlt werden. Das heißt, sie müssen den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil bezahlen. Ihre Betriebsrenten wurden damit auf einen Schlag um ein Fünftel gekürzt! Diese Regelung traf sogar rückwirkend auch Verträge, die bereits vor 2004 abgeschlossen worden waren. Mit einer Ausnahme: Besserverdienende, die privat krankenversichert sind. Weiterlesen

Weltkulturerbe nach China – in NRW: Zombieauferstehung

Dollerer Konrast geht nicht: Andres Iniesta (33), von seinen Fans (mich inkl.) zum „Weltkulturerbe der Menschheit“ erklärt, wird nach China exportiert. Dorthin emigrieren Fußballunternehmer, um sich und ihren zahlreichen Familienangehörigen, Berater*inne*n und sonstigen Dienstleister*inne*n die Alterversorgung zu sichern. Iniestas Kollege Xavi macht das Gleiche in Katar. Schön ist das nicht. Atemberaubend schön war aber der Fußball, den diese Männer uns als Teil formidabler Mannschaften gezeigt haben – eine Ahnung davon, was alles menschenmöglich ist. Solche Ahnungen sind es, die uns Lebensfreude geben.
Dass Iniesta nach diesem zauberhaften 5:0 im Pokalfinale gegen den Real-Madrid-Besieger FC Sevilla geweint hat, Weiterlesen

Der Bonner Grünen-Beschluss zur Ratskoalition

Wie angekündigt hier der Beschlusswortlaut der gestrigen ausserordentlichen Mitgliderversammlung der Bonner Grünen:
Der Kreisverband von Bündnis 90/Die GRÜNEN Bonn fordert die grüne Ratsfraktion auf, die bestehende Koalition mit CDU und FDP nicht wegen einer Personalwahl scheitern zu lassen.

Begründung
Koalitionen können nur dann tragfähig wichtige Inhalte der beteiligten Parteien umsetzen, wenn die Verbindlichkeit zwischen den Vertragspartnern gewährleistet ist. Weiterlesen

EIL: Bonner Grüne wollen kein Koalitionsende

Der Kreisverband Bonn der Grünen führte heute eine ausserordentliche Mitgliederversammlung durch. Es ging um die Frage, ob die Personalfrage/Wiederwahl von Dezernent/Stadtdirektor Wolfgang Fuchs (CDU) ein hinreichender Anlass sei, die „Jamaika“-Rathauskoaltion aus CDU, Grünen und FDP von seiten der Grünen platzen zu lassen. Diese Frage, die letzten Montag noch von einer Mehrheit der Ratsfraktion der Grünen bejaht wurde (bzw. Teile der Mehrheit vertraten den Glauben, sie werde daran nicht platzen) – ich berichtete – wurde heute von geschätzt 80% der ca. 50 anwesenden Bonner Grünen-Mitglieder verneint.
Detailliertere Kommentierung und Beschlussdokumentation folgt.

Wenn Wunder möglich wären

Natürlich, Andrea Nahles wird gewählt werden. Aber was spräche denn für und was gegen Simone Lange als neue Chefin der SPD?

Wenn kein Wunder geschieht, dann wird nicht Simone Lange am Sonntag auf dem SPD-Parteitag als erste Frau zur Vorsitzenden der Partei gewählt, sondern Andrea Nahles. Wunder passieren äußerst selten, sonst wären es keine, und der Sieg der Fraktionschefin im Bundestag über die Oberbürgermeisterin von Flensburg gilt als sicher. Seit Wochen wird Andrea Nahles als „designiert“ bezeichnet, also „für das Amt vorgesehen“ – so wie ein US-Präsident nach der Wahl und vor der Vereidigung.

Vor einer Wahl hingegen ist eine solche Zuschreibung eigentlich eher unüblich, außer vielleicht in Nordkorea. Aber das ist vermutlich kleinlich. Der Ausgang der SPD-Wahl steht doch sowieso fest, oder?

Tatsächlich spricht vieles für Andrea Nahles. Weiterlesen

Auflösungserscheinungen der Bonner Parteien

Oberbürgermeister Sridharan (CDU) zieht, kaum bemerkt von der Öffentlichkeit, eine Furche durch die kommunalpolitische Landschaft unserer Stadt, dass ich mich frage, welche Vorstellungen von einer Wiederwahl in zwei Jahren er denn wohl hat. Die Durchstecherei, von wem auch immer, dass er an einer Wiederwahl seines Dezernenten und Parteifreundes Fuchs nicht interessiert sei, und ihm die Schuld an den Problemen im Bürgerservice und bei der Sanierung der Beethovenhalle allein in die Schuhe schiebt, war vor allem ein Dokument veritabler politischer Führungsschwäche. Selbstverständlich kann es Streit geben, auch innerparteilich, auch über Personalfragen. Wer Letztere jedoch über Pressebande spielt, weiss offensichtlich anders nicht mehr weiter. Weiterlesen

Termin beim Bürger*innen*amt – so klappts (II)

Heute war der Termin, von dem ich jüngst beschrieben habe, wie ich ihn mir verschafft habe. Das Erlebnis Bürger*innen*amt Beuel könnte im Vergleich zum „Dienstleistungszentrum Stadthaus“ nicht kontraststärker sein. Die Warteatmosphäre drüben auf der anderen Rheinseite stellt das Freitagschaos im DB-Reisezentrum oder beim Arbeitsamt (dort ist keins mehr, aber vielleicht im Jobcenter) weit in den Schatten. Wartezeiten von über einer Stunde sind keine seltene Ausnahme.

Wie anders in Beuel. Weiterlesen

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