Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Die Grünen (Seite 26 von 52)

Wirsch

Von Günter Bannas
Neulich wurde digital ein Disput zwischen dem Soziologen Armin Nassehi und Robert Habeck, dem Ko-Vorsitzenden von Bündnis90/Die Grünen, ausgetragen. Thema der gestreamten Veranstaltung: Was die „grüne Erzählung von Veränderung“ sei. Habecks Plädoyer: Die Grünen müssen „die Fixierung auf das eigene Milieu überwinden“. Sie müssten „strategische Allianzen“ bilden, in neue, christliche und liberale Wählerreservoirs eindringen – wie das auch dem Begriff „Bündnis“ in ihrem Parteinamen entspreche. Nassehi hingegen: Weiterlesen

Mobbing?

Ja, ist es denn die Möglichkeit? Bei den Grünen? Sogar in Bonn?
1962-1976 bin ich zur Schule gegangen. Mobbing gab es in jeder Schule, in jeder Schulklasse, ebenso Schlägereien auf dem Schulhof, mehrmals täglich. Es hiess nur damals noch nicht so. Jetzt dagegen ist nichts los, alles was Spass macht, verboten. Was soll eine Tageszeitung machen, wenn nichts passiert? Jetzt erzählen Geheimdienste schon Revolverpistolen von monatealten Morden. Jeder Knochen, der rumliegt (oder geworfen wird), wird abgenagt. Mann und Frau weiss am Anfang ja nie, wieviel Fleisch an der Geschichte ist. Also wird telefoniert. Es sind immer genug dabei, bei den Telefonnummern, die weiteres Futter liefern. In der Kommunalpolitik immer. Mobbing ist überall, alte Rechnungen auch.
Darum hier und jetzt mal: Isch! Weiterlesen

Reisende nicht aufhalten

“Grausamkeiten” lieber direkt am Anfang
An digitalen Methoden und Simulationen politischer Willensbildung und traditioneller Versammlungsdemokratie nehme ich nicht teil, weil ich es nicht muss. Ist mir nicht sexy genug. Den General-Anzeiger lese ich nicht als Abonnent, weil deutsche Milliardär*inn*e*n kein Recht auf mein knappes Geld haben, sondern in Gastronomien, die härter dafür arbeiten müssen, aber jetzt leider alle geschlossen sind. Der kostenlos zugängliche digitale General-Anzeiger meldet nur so viel: Weiterlesen

Am anderen Ufer

Im linksrheinischen Bonn ist ein Sack Reis umgefallen
In der Bezirksfraktion der Grünen. Ich nahm wahr, dass einige der jungen Grünen sich überrascht zeigten. Ich wusste das schon vor geschätzt 30 Jahren. Aber da waren die ja noch nicht auf der Welt.
Wenn Sie Zeit und Geld haben (oder ihre Daten zu verschenken an die Rheinische Post Mediengruppe, der der Bonner GA gehört), springen Sie über die Paywall und lesen hier die langweiligen Details. Neuigkeit nach meiner Schnelllektüre war keine dabei. Alle, die die Dame kennen, wussten das. Weiterlesen

Männer-Projektionen

Ohne Kompass is’ immer schlecht
Nix is so schläsch, dattet nich für irjntwat joot es – bald ist das nicht mehr zu hören, am Ende der WDR-Mitternachtsspitzen. Wird aber als Lebensweisheit überdauern. So auch in diesem Fall: dem Blick der Männer auf dieses rätselhafte Etwas, das wir u.a. “Frauen” nennen. Jahrtausende haben die meisten von ihnen immer das getan, was mann ihnen sagte. Doch seit gut 100 Jahren lässt das immer mehr nach. Wir sind noch mittendrin.
Horand Knaup zeichnet in einem Buch, aus dem bruchstuecke.info das entsprechende Kapitel jetzt online gestellt hat, die Emanzipationsgeschichte der Frauen im Parteien- und Parlamentssystem der BRD bis in die Gegenwart. Weiterlesen

Klimaneutral 2035 – es geht!

Und: Schadenfreude über Steingarts Windei – Wichtig dagegen: Daten-Macht im Internet
Ein deutsches Forschungsschiff ist aus der Arktis zurück. Seine Besatzung scheint fürs Leben gezeichnet von der sinnlichen Wahrnehmung des Klimawandels. Ist er überhaupt noch aufzuhalten? Das ist eine akademische Fragestellung der Älteren. Die Jüngeren müssen es – und wollen es. Es ist möglich. Sogar im Land des Braunkohle-Grossverbrauchers Deutschland. Wolfgang Pomrehn/telepolis klagt es wöchentlich in seiner Energie- und Klimawochenschau. Und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH hat eine Studie vorgelegt, wie es geht. Weiterlesen

Physik und Politik

Realitätsblinde Realos
Unsere Republik durchzieht eine zweite Welle. Es ist nicht das Virus, das war schon da und bleibt, sondern eine zweite Panikwelle von Politik und Bürokratie. Sie sind völlig überrascht vom Einbruch des Herbstes, und der Tatsache, dass der mächtigste Mann der Welt immer noch keinen Impfstoff gegen Covid-19 erfunden hat. Und auch sonst keine*r. Wer konnte schon damit rechnen?
Heute mittag hörte ich im WDR5-Mittagsecho einen vernünftigen Arzt, der sich ähnlich wie ich über diese Panik ärgerte. Der WDR bietet leider kein Online-Archiv, in dem ich das Gespräch wiederfinde. Ist nicht schwer, der DLF kann das. Aber das WDR5-Mittagsecho soll ja sowieso abgeschafft werden.
Es gibt noch andere Quellen der Vernunft. Weiterlesen

Grenzen des Opportunismus

Derzeit stürzen sich die meisten Medien mit Begeisterung auf die angebliche Karrieregeilheit mancher Fridays-For-Future-Aktivist*inn*en, die, in der Regel für die Grünen, im nächsten Jahr für den Bundestag kandidieren wollen. Hatten sie etwa erwartet, dass die jungen Leute sich von dieser Sünde fernhalten wollen? Natürlich nicht, niemand hat das erwartet. Wäre auch schlecht, wenn es so wäre. Alle anderen Parteien müssen sich eher fragen lassen, warum es niemand bei ihnen versucht.
Im Rahmen linker Besserwisserkultur hatte ich das Schlimmste befürchtet, Weiterlesen

Derangierte Rechte

Die Rechte war noch nie eine faire Verliererin. Es gibt untrügliche Anzeichen, dass es für sie wieder abwärts geht. Das ist eine gute Nachricht. Nur wenige Medien finden es attraktiv, sie zu verbreiten. Ihr oberster Befehlshaber scheint nur noch mit verabreichten Drogen selbstständig gehen und sprechen zu können. Das macht Mobilisierung schwierig, vielleicht unmöglich. Die FAZ vermauert einen entsprechenden Bericht ihrer Korrespondentin hinter ihrer Bezahlwand, die taz lässt ihre Korrespondentin Dorothea Hahn zu uns durch, hat sie allerdings von ihrer Startseite schnell wieder verschwinden lassen. Weiterlesen

Fortschritt

Bonns Grünen-Fraktion gibt sich ein neues Statut und eine neue Führung
Ist es ein gutes oder schlechtes Zeichen? Die Stadtratsfraktion der Bonner Grünen nahm sich drei Stunden Zeit, um ihr neues Fraktionsstatut zu beschliessen. Ausser die Beschliessenden selbst interessiert das eigentlich niemanden. Es gab aber eine bedeutsame Veränderung. In den vergangenen sechs Jahren seit 2014 waren die sog. sachkundigen Bürger*innen nach §58 Abs. 3 NRW-Gemeindeordnung bei den Grünen, wie bei allen anderen Parteien, Fraktionsmitglieder minderer Klasse. Sie sollen nun, wo die Grünen als grösste Ratsfraktion besonders viele von ihnen benötigen, wieder bei allen wichtigen Wahlen und Abstimmungen mitbestimmen können. Weiterlesen

Ein Guter weniger

Otfried Nassauer ist tot. Taz-Chefradakteurin Ulrike Winkelmann widmet ihm einen kleinen netten Nachruf. Dem habe ich hinzuzufügen, dass ich Otfried in den 80ern als langjährigen Vertreter der Grünen im Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung kennen gelernt hatte. Im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger*innen und Nachfolger*innen in diesem Amt war er jederzeit ein fachkundiger, politisch seriöser und bündnispolitisch geschäftsfähiger Partner, und wurde dabei zu einem Freund, mit dem mann und frau gelegentlich auch “Pferde stehlen” konnte. Nach dem Hauptstadtumzug habe ich ihn nur noch selten getroffen, aber oft gelesen. Ein schwerer Verlust, gerade jetzt, wo eine desorientierte interventionistische grüne Aussenpolitik droht.
Grüss den Mani, lieber Otfried.

Langer Lauf

Von Günter Bannas
Am Anfang war Mülheim an der Ruhr, 1994. In Bonn regierte Helmut Kohl mit der FDP. Joschka Fischer trimmte seine Partei auf SPD-Koalitionskurs. So wie Kohl mit den Grünen, wollte auch Fischer mit der CDU nichts zu tun haben. „Rot-grünes Chaos“ stand gegen „Der Alte muss weg“. Tertium non datur? Am Rande des Ruhrgebiets aber geschah Ungeheuerliches. Im Stadtrat wurde ein schwarz-grünes Bündnis geschmiedet, das erste in einer deutschen Großstadt. Weiterlesen

Erntedankfest der Grünen

Keine Sensationen gestern Abend im Beueler Brückenforum. Die Bonner Grünen versammelten sich zum ersten Mal nach dem grössten Wahlsieg ihrer Geschichte. In einem Saal, der zu weniger virenbelasteten Zeiten über 1.000 Menschen fassen kann, versammelten sich über 100 Grünen-Mitglieder an weiträumig platzierten Tischen. Die Liturgie war vom ehrenamtlichen Kreisvorstand optimal konfiguriert. Streit und Stimmungskiller gab es nicht.
Während die neugewählte Oberbürgermeisterin Katja Dörner eine lässige Dankesrede absolvierte, Weiterlesen

Es ist eine OBine!

“Haben wir immer so gemacht” ist in Bonn abgewählt
Die klare Sprache der Stichwahl um das Amt der Oberbürgermeisterin übertrifft alle Erwartungen, jedenfalls soweit sie mir bekannt waren. Die Bürde des Amtes, das sich Katja Dörner erobert hat, hat umso mehr Gewicht. Da sie weniger zart gebaut ist, als sie wirkt, besteht Hoffnung für die Entwicklung der Stadt.
Das Stichwahlergebnis zeigt die radikale Entsolidarisierung im rechten politischen Spektrum Bonns. Nach den Ergebnissen des ersten Wahlgangs sowie der Ratswahl vor zwei Wochen, fühlten sich die meisten CDU-Politiker*innen von den Wähler*inne*n ungerecht behandelt, Weiterlesen

Sein Beitrag

Von Günter Bannas
Vor dreißig Jahren war Wolfgang Schäuble maßgeblich mit dabei, die Vereinigung Deutschlands zu gestalten und zu organisieren. Der zwischen der (westdeutschen) Bundesrepublik und der DDR ausgehandelte „Vertrag über die Herstellung der Einheit Deutschlands“ trug seine Unter- und Handschrift. Dass der Bundestag mit knapper Mehrheit Berlin als Sitz von Parlament und Regierung bestimmte, ist auf ihn zurückzuführen – auf sein taktisches Wirken als Innenminister und auf seine Rede im Bonner Wasserwerk. Welch ein Leben in der Politik, für die Politik! Bonn und Berlin, Deutschland und Europa. Höhen, Tiefen, Wiederaufstieg. Waren es zwei Leben oder drei oder vier? Weiterlesen

Stress in Beueler Gewerbegemeinschaft

Ein offener Brief des Ex-Vorsitzenden der Beueler Gewerbegemeinschaft Paul Arens wehte heute durch die Printausgabe des Bonner General-Anzeigers. Online habe ich den Text nicht vorgefunden, darum keine Verlinkung. Arens kritisiert, etwas spät, nämlich erst nach dem Wahlsieg der Grünen bei der Kommunalwahl und vor allem in Beuel, die personifizierte Interessenkollision, die der gescheiterte Beueler CDU-Spitzenkandidat Werner Koch an der Spitze der Gewerbegemeinschaft darstellt.
Einerseits hat Arens mit seiner Kritik völlig Recht. Andererseits überzeugt sein Vorgehen nicht. Weiterlesen

Die Grünen wachsen in die Schlüsselrolle

von Ulrich Horn
Die Pandemie beschleunigt den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Politik sieht sich nicht mehr nur vor der Aufgabe, die Lebensbedingungen zu verbessern. Das Leben selbst und das Überleben sind zu ihren Themen geworden. Die Jugend hat ihr politisches Gewicht entdeckt und macht es wirksam geltend. Es zeichnen sich neue Bündnisse ab. Die Kommunalwahl in NRW macht deutlich: Die Mehrheit der Wähler sucht nach Kräften, die den Wandel gestalten und Sicherheit gewährleisten können. Weiterlesen

Verewigung der Unmenschlichkeit?

Menschenwürde, Hilfsbereitschaft, Solidarität und Hilfe in Not sind Werte, zu denen ich erzogen worden bin. Nicht nur von meinen Eltern, von einer Bundesrepublik der 60er Jahre, die Kerzen für die unterdrückten “Brüder und Schwestern” in der DDR in die Fester stellte. In der Schule, in der die DGRS – Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – Filme ihrer Arbeit zeigte und anschließend die Schüler*innen nötigte, am kommenden Tag Spenden ihrer Eltern mitzubringen. Ich dachte immer, in einer freiheitlichen Gesellschaft des Grundgesetzes zu leben – später habe ich dann gelernt,
Weiterlesen

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