Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: FAZ (Seite 24 von 50)

Nicht gefallen lassen

Zu meinem täglichen Nachtprogramm gehört als kulturpolitisches Leitmedium das DLF-Magazin Fazit. Ohne das schlafe ich nicht ein. Und die senden nicht nur werktags, sondern auch sonn- und feiertags, Weihnachten, Neujahr, Silvester, egal. Das allein nötigt mir schon Respekt ab. Qualitativ hat dem letzte Nacht Idil Baydar die Krone aufgesetzt. Sie sollten es nicht nur lesen, sondern auch hören: klare Aussprache, klare Kante, und das unter Umständen, die den meisten von uns, wären wir ähnlich betroffen, Angst machen würden. Das ist es ja, Weiterlesen

Ihr und wir

Von Günter Bannas
Auf diese Idee ist noch keine Partei gekommen: eine Liebeserklärung in einen Geburtstagsglückwunsch zu verpacken, der einer Koalitionsaussage nahekommt. Mit „Liebe CDU, alles Gute zum Geburtstag!“ wurde ein Text von Annalena Baerbock und Robert Habeck überschrieben, veröffentlicht als offener Brief in der FAZ, der Zeitung, die (gefühlt) in jedem CDU-Büro zur Pflichtlektüre gehört, und der über den Gratulanten mindestens so viel aussagt wie über den nun 75 Jahre alten Jubilar. Nicht um die „Zerstörung der CDU“ geht es, sondern um Gemeinsamkeiten. Weiterlesen

Wer berät Sigmar Gabriel?

Der schmerzfreie Gerhard Schröder hatte gestern – mal wieder – einen grossen Auftritt als, so sieht er sich selbst, Weltmann von Format. Malte Kreutzfeldt/taz, in seiner Jugend Pressesprecher von Attac, also das, was Schröder als Juso war, meint, er habe “Die Linke” gespalten (was die FAZ nun überhaupt nicht interessiert), und die SPD würde sich seiner schämen. Doch wen interessiert das noch? Ist das wichtig?
Noch weniger wichtig ist nur Sigmar Gabriel. Seine Tragik: Weiterlesen

Krimidemie / CDU – nach der Krise ist vor der Krise

Der geschätzte Kollege René Martens/MDR-Altpapier setzt sich mit der Polizeigläubigkeit der überwiegenden Mehrheit deutscher Billigmedien angemessen kritisch auseinander. Einerseits prägt das das Bild der Menschen von der Wirklichkeit mit, aber geringer, als die meisten was-mit-Medien-Leute glauben. Denn der Journalismus hat noch weniger Kredit beim Publikum, als er selbst glaubt. Der jüngere Teil des Publikums weiss, dass er sich ein Bild von der Wirklichkeit da draussen selbst zusammensetzen muss. Das Problem sind die (zahlreicheren!) Alten, gedanklich oder auch körperlich weniger mobilen, die sich das Bild von da draussen vor der intellektuell noch immobileren Glotze machen zu müssen glauben … Weiterlesen

Vorerkrankt: DFB, DFL, FR, Guardian

Über die weltabgewandte Corona-Politik des Fußballbusiness, speziell des deutschen, habe ich hier schon hinreichend abgeledert. Warum tun die das? Weil sie schon vor dem Virus schwerwiegend desorientiert, in Teilen sicherlich auch kriminell, agierten, mit einem Gefühl der Unverwundbarkeit, gespeist aus unendlichem Profitwachstum. Und jetzt stehen sie da, mit ihrer Karre vor die Wand gefahren.
Die aktuelle DFB-Führung, mit dem bislang integren Fritz Keller an der Spitze, versucht sich im Aufräumen. Weiterlesen

Villa – das “Trüffelschwein”

Emanzipatorische Potenziale, die uns Alten entgehen
Susie Orbach war nicht nur Therapeutin der eingeheirateten Windsor-Schwiegertochter Diana Spencer. In erster Linie war und ist sie eine führende Kritikerin und Therapeutin gegen die Essstörungs-Pandemie. Den meisten Feministinnen ist sie ein Begriff wie Judith Butler. Und heterosexuelle Männer, die mit solchen Frauen zusammenleben, haben auf diesem Wege auch von ihr gehört. So auch ich, und zwar schon Anfang der 90er Jahre. Die Zeit ist jedoch erfreulich über Lady Orbach hinweggegangen. Das repräsentiert, neben Anderen, Paula-Irene Villa.
In diesem aussergewöhnlich bedeutungsvollen DLF-Kultur-Gespräch belehrt Villa Weiterlesen

Westfälischer Feudalismus am Ende

Oder “nur” der Rassismus? – Ein Fenster der Gelegenheit für Fortschritt
Clemens Tönnies ist nicht zu beneiden. Nicht nur, weil bekennende Rassisten nicht zu beneiden, sondern nur zu bekämpfen sind. Normalmenschlich ist der Existenzkampf, in den er sich selbst manövriert hat, nicht durchzuhalten, und schon gar nicht zu gewinnen. Gut so. Die Postcorona-Verteilungskämpfe werden so hart, dass sie nicht nur den Klassenkampf von oben, sondern auch die klasseninternen Ressourcenkämpfe so verschärfen, dass sie eine Figur wie Tönnies als Sündenbock ausstellen “müssen”, so eine Art Amthor im XXL-Format. Weiterlesen

Amthor – wie blöd kann mann sein?

Bemitleidenswert-witziger Satirepopanz in unbekömmlicher politischer Höhenluft
Konrad Adenauer forderte stets – Peter Zudeick erinnerte jahrelang daran – : “Man muss doch auch mal das Positive sehen!” So gesehen frage ich mich; was hat der Herr Amthor denn wohl Positives verbrochen, dass er jetzt so vom Spiegel an die Laterne gehängt wird? Der Spiegel hatte (und hat?) stets positive und nicht selten exklusive Verbindungen zu deutschen Geheimdiensten. Und hat sich nun was über den Herrn Amthor durchstechen lassen. Weiterlesen

SPD / Wissenschaft / Essbares Andernach

Nachgedacht habe ich mehrmals darüber, ernsthaft erwogen habe ich es aber nie: Mitglied in der SPD zu werden. Es sein gelassen zu haben – nie habe ich es bereut. Wenn jetzt in den letzten Tagen SPD-Innenminister und -senatoren als Rassismus-Experten aufgetreten sind, ist das nur eine Camouflage für eine ganz andere “Hauptsache” gewesen. Die Jungs ertragen auch heute noch keine Frau an der Spitze ihrer Partei. Fragen Sie mal Frau Nahles. Sie haben bis heute nicht begriffen, dass eine Frau keine schmückende Dekoration ist, sondern ein Subjekt. Wie Schwarze. Weiterlesen

Es fehlt was

Rezos Pressekritik
mit Update 4.6.
Der Kerl hats geschafft. Von 0 auf 1. Bis heute 1,8 Mio. Aufrufe, das schafft im Medienjournalismus sonst niemand. Mit weitem Abstand. Und mittlerweile nehmen ihn alle ernst. Willkommen. Der Durchschnitt wird durch ihn auch und gerade qualitativ steil nach oben gezogen. Ich habe mir gestern Abend die Stunde genommen. Nicht alles hat mich begeistert. Weiterlesen

Lübcke-Mord – Geheimdienst wieder dabei gewesen?

weiter unten: CDU-Intrigen / Bangladesh und die Texilkonzerne
mit Update 4.6.
Heute ist der finstere Jahrestag des Mordes an Walter Lübcke. Viele schöne Worte werden in Politik und Medien darüber vergossen. Wie wäre es mit Taten? Andreas Förster/FR, einer der Journalist*inn*en, die ihr Handwerk noch ernstnehmen, erinnert an die lobenswerten Aktivitäten Lübckes in Thüringen. Er stellte sich dort auf die richtige Seite der Barrikaden gegen die Neonazis. Und gelangte so in ihr Visier, Weiterlesen

(Medien-)Genusshinweise

Zunächst für die Grundlage Ihrer philosophischen Bildung: aus seinem Bildungsprogramm wiederholte der NDR eine alte und eine junge Folge von “Neues aus Büttenwarder”. Zwar mag “Der Bär steppt” ein Klassiker sein, aber mich als von Trüffeln Drogenabhängiger spricht “Trüffel” (ohne Jan Fedder, mit Axel Milberg) mehr an. Wie gut, dass ich gerade heute ein grosszügiges baugleiches Gericht im l’Olivo genossen hatte und mich mit vollem Bauch weiterbilden durfte. Der NDR hält die wiederholten Folgen ein Jahr in seiner Mediathek verfügbar.
Weniger kulinarisch, dafür aber handwerklich solide Krimiunterhaltung lieferte letzte Nacht Weiterlesen

Digital Services Act krempelt Internetplattformen um

Edit Policy: Die Europäische Kommission arbeitet momentan an einer Grundüberholung der Regeln für Internetplattformen. Das neue Gesetz wird das Internet verändern.

Dieses neue EU-Gesetz wird das Internet verändern: Unter dem Namen Digital Services Act arbeitet die Europäische Kommission derzeit an einer Grundüberholung der Regeln für Internetplattformen. Während in der letzten Legislaturperiode vor allem auf Druck der Unterhaltungsindustrie die begrenzte Haftung von Onlineplattformen für illegale Inhalte ihrer Nutzer*innen unter Beschuss stand, ist die Debatte inzwischen einen Schritt weiter. Weiterlesen

Die egomanischen Vier

Gut gebrüllt Peter / Ex-Jungdemokrat Pascal dreht dagegen ein bisschen durch
Niederlande, Österreich, Schweden, und Dänemark sind die Letzten in EU-Europa, die die monetaristische Egomanen-Pose aufrechterhalten, zusammen mit den Rechten in FDP, CDU, AfD und denen nahestehenden deutschen Medien. Peter Kapern/DLF, den ich noch gut aus seiner Düsseldorfer Korrespondentenzeit kenne und schätzen gelernt habe, kommentiert das mit wünschenswerter Deutlichkeit. Nur seine Schlussthese würde ich relativieren: Weiterlesen

NYC / Mbembe

mit Update: dt. Übersetzung des Offenen Briefes zu Mbembe s.u.
Eine Überraschung ist es nicht. Das Corona-Virus ist nicht klassenblind, sondern verstärkt alte Erkenntnisse zu inhumaner Selektion, führt sie radikaler vor Augen, vor allem denen, die sie in der Vergangenheit krampfhaft zu schliessen versuchten. New York City steht im Zentrum weltweiten Medieninteresses, seit es diese Stadt gibt. Also war und ist es auch ein Aufmerksamkeits-Hotspot in der Corona-Krise. Weil diese Stadt viel über die Welt sagen kann. Lesen Sie Frauke Steffens/FAZ. Update 21.5.: leider ist der Text nachträglich in die FAZ-Paywall eingemauert werden. Zeitungen verlegen heisst in Deutschland: Informationen verknappen.
Ein FDP-Abgeordneter im NRW-Landtag wollte Schützenkönig werden. Weiterlesen

Die Sache von Männern und Frauen

Facebook frisst Afrika / Politik und Fußball
Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den TV-Sender Pro7. Zu Glanzzeiten seines früheren Besitzers und späteren Gross-Pleitiers Leo Kirch (Spender und Buddy von Helmut Kohl) war Pro7 dafür bekannt, US-Kino-Blockbuster als Erster ins deutsche TV zu bringen. Heute, mit dem Grossaktionär Silvio Berlusconi, dümpeln sie bei einem Marktanteil von 4,1%, schwächer als die FDP. In solcher Lage ist es Höhepunkt des Schaffens, wenn ein toller PR-Coup gelingt, der nicht nur 2 Mio. TV-Glotzer*innen, sondern bisher zusätzlich noch weit über 2 Mio. Youtube-Clicks brachte. Weiterlesen

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