Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Newsletter (Seite 42 von 53)

Wie in meiner Lego-Stadt

Als wir 1962, ich war 5, in eine grössere Wohnung zogen, bekam ich nicht nur einen grossen Sandkasten, sondern beim nächsten Weihnachtsfest eine beleuchtete Lego-Stadt ins Kinderzimmer gestellt. Da, wo bei anderen die Modelleisenbahn entstand oder eine Autorennbahn hingestellt wurde (die bekam ich später). In dieser Lego-Stadt war ich quasi wie Gott. Ich entschied alles: was wie gebaut wurde, wie der Strassenverkehr geregelt wurde, wer welche Autounfälle hatte, und wer an der Tankstelle zuerst drankam. So fühlt sich mutmasslich die Emir-Fanilie Al Thani in Qatar bei der WM, oder nächstes Jahr im Champions-League-Achtelfinale. Ihr Spielzeug sind Fussballmannschaften, von Wanderarbeitern errichtete Stadien u.v.m.: “Qatar gegen sich selbst”. Weiterlesen

Klimakrise

Das derzeit politisch wichtigste Ereignis ist zweifellos die UNO-Klimakonferenz in Ägypten. Das kommentiert Achim Brunnengräber in einen Text mit CC-Lizenz aus der Berliner Zeitung: “Auf nationale Bemühungen kommt es an!”. Unter dem Text finden Sie einen Link zum DLF-Interview von Luisa Neubauer. Unvergesslich, wie der frühere Bundesumwelt-, Bundeswirtschafts- und Bundesaussenminister den weiterhin regierenden ägyptischen Militärdiktator titulierte. Deutsche Aussenpolitik war schon immer wertegeleitet. Weiterlesen

Maßlos

Nachdem Roland Appel den strategielosen Aktionismus von kleinen Teilen der Klimabewegung kritisiert hat, wandte er sich heute der “Gegenseite” zu. Es sind alte Reflexe, die immer wieder mobilisiert werden, in der ersten Reihe ein Stück Dreck, das der weise Dietrich Kittner “Lügenblatt” nannte, das heute bereits Sterben geht, aber noch möglichst viel mitreissen will. Roland Appel kritisiert die “Maßlose Gewerkschaft der Polizei”. Weiterlesen

Veto

Heute sind alle Politikebenen vertreten – von oben bis unten. Heiner Jüttner analysiert in “Mit ständigem Veto?” die UNO-Reformdebatte und die spezielle deutsche Rolle darin. Sie ähnelt in ihrer Empathiefreiheit den Führungsansprüchen in der EU (Mehrheitsprinzip, kein Veto mehr für einzelne Regierungen). In Heiners Worten “ein Zeichen von Selbstüberschätzung und ver­kennt die realen Gegebenheiten und Interessenlagen”. Ein Zeichen, das sich in deutscher Politik ausbreitet wie ein Virus. Weiterlesen

Deutsche Bombe

Wäre es dem deutschen Faschismus “rechtzeitig” gelungen, in die Verfügungsgewalt über die Atombombe zu kommen, wären wir alle nicht (mehr) auf der Welt. Wie ein roter Faden zog es sich durch mein politisches Leben, dass es auch zukünftig nicht dazu kommt: zu einer deutschen Atombombe. Könnten wir garantieren, dass sie nicht doch noch in faschistische Verfügungsgewalt geräte? Nein, könnten wir nicht, keineswegs. Darum kommt Detlef zum Winkels Warnung genau richtig: “So erkennt man Psychopathen”. Weiterlesen

Macht

So hiess einst die taz-Kolumne der guten Bettina Gaus. Sie wusste, was leider nur wenig verbreitet ist: über reale Macht wird (leider) selten in demokratischen Wahlen entschieden. Wie war es nun gestern bei der erneuten Wahl Lula da Silvas in Brasilien? Das ist eine der Fragen, die in “Staatsmänner” und den dort empfohlenen Texten verhandelt wird. Lula hat keine Parlamentsmehrheit und viele Feinde im In- und Ausland. Die Freundinnen und Freunde im Ausland müssen wissen: auch ihre Arbeit geht jetzt erst richtig los. Weiterlesen

Zeitenwende

Ist die Zeitumstellung nicht eine Super-Ausrede? Ist sie nicht letztendlich an allem schuld? Wie konnte es sonst passieren, dass Roland Appel nicht, wie sonst immer, um ca. 2 Uhr, sondern schon gestern um 21.30 h einen Text fertigstellte? “Die das Kind mit dem Bade ausschütten” beschäftigt sich ein weiteres Mal mit den deutschen China-Beziehungen, die sich, wie alles andere auch, nicht für banale und binäre Schwarz-Weiss-Zeichnungen eignen. Weiterlesen

Führungsunfähigkeiten

Günter Bannas zieht in “Hafenfeste” eine Kontinuitätslinie deutscher Chinapolitik bis in die 60er Jahre zurück. In dieser Kontinuität verband sich aussenpolitischer Realismus mit strategischer Vorsicht = immer im Kielwasser der Linien der US-Politik. Im Zweifel hatte der ökonomische Vorteil Vorrang, egal, wer gerade regierte. Wer will, kann die, die das heute ändern wollen, “mutig” nennen. Mir würden allerdings auch andere Adjektive einfallen. Weiterlesen

Vernunft und Geld

Wie kann das zusammenkommen? Ich weiss es doch auch nicht. Im Kapitalismus eine unlösbare Aufgabe? Entscheiden Sie selbst. Der Extradienst kann nur Anhaltspunkte liefern. Dass Vernunft hierzulande noch nicht ausgestorben ist, zeigt “Kuba-Krise in Zeitlupe?”, eine Stellungnahme der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) auf der Basis der Arbeit ihrer Studiengruppe „Europäische Sicherheit und Frieden“. Sie hätte mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdient, als sie bisher hat. Weiterlesen

Vielfalt

In unserem stetigen Bemühen, für Meinungsvielfalt zu sorgen, steht heute Peter Wahls Beitrag: “Von der Kunst, sich selbst ins Knie zu schießen – Das Brüsseler Management der Energiekrise und sein geopolitischer Kontext”. Wenn Sie wissen wollen, warum Sie ein Vielfaches für ihre Gasheizung bezahlen, aber derzeit noch Geld dazu kriegen würden, wenn Sie jetzt einen vollbeladenen Tanker kaufen, dann erfahren sie in diesem Text fast alles, was politisch dazu gehört. Weiterlesen

2 Weichenstellungen in 2 Wochen

Karin Knöbelspies lieferte heute einen “Bericht aus Brasilien” aus dem wahren Leben des brasilianischen Wahlkampfes. Sonntag ist die Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten Lula da Silva und dem Faschisten Jair Bolsonaro. Ob es Montag Gewissheit gibt? Sicher ist nichts. Während ich dies schreibe, sitzen Nora Guthrie und Michael Kleff im Flieger von Beuel nach New York, auf dem Weg zu den Midterm-Elections am 8.11., also in exakt zwei Wochen. Danach gibt es mglw. Gewissheit, ob der Trump-Alptraum noch gewaltiger und gewalttätiger zurückkehrt – oder hoffentlich erledigt ist. Weiterlesen

Erregung erregen

Heute habe ich Sie alleine mit Texten beballert. Roland Appel arbeitet noch an einem Text über China (Parteitag und die Folgen). Wenn er fertig wird, stelle ich Ihnen den Text morgen vor. Mein wichtigster Text war heute “Von ‘Win-Win’ zu ‘Loose-Loose'”. Er bezieht sich auf einen meiner Meinung nach sehr wichtigen und richtigen Text von Alfred McCoy bei TomDispatch/overton zum Zusammenhang zwischen Klimakrise und dem aktuellen Kalten und partiell bereits heissen Krieg. Weiterlesen

Kompetenz

Was muss passieren, dass ein Westfale so gesprächig wird wie ein Rheinländer. Inkompetenz treibt noch jeden auf die Palme. Fussballlehrer sind geplagt von Fussballjournalisten, die nur an Intrigen und Tratsch über berühmte Tuppesse interessiert sind, fachlich aber ahnungslos – das würde ja Arbeit machen. Oder Politjournalist*inn*en, die das Publikum für zu blöd halten, als dass es Informationen über der Zustandekommen von Politik verkraften könnte. Weiterlesen

Das Schweigen

Petra Erler schreibt über “Das Schweigen der Zwerge” zum Attentat auf die Northstream-Pipelines. Bei der Gelegenheit habe ich mal nachgeschaut, was sich damals um den Film “Das Schweigen”, aus Schweden übrigens, abgespielt hat. Geschichte wiederholt sich bekanntlich als Farce. Wer objektive Ermittlung ablehnt, führt objektiv Verschwörungserzählungen herbei. Die können eine Funktion als Teil politischer Strategien und Strippenzieherei haben und erfüllen. Weiterlesen

Poisoned

“Krieg vergiftet alle” war eine Lehre des Historikers Howard Zinn. Reinhard Olschanski studiert weiter die Ereignisse des Ukrainekrieges in “Spezialoperationsrecht verhängt”, die russische Seite habe “schmerzliche Entscheidungen” angekündigt. “War poisons everybody” ist das Originalzitat von Zinn, und bezieht sich auf eine Untersuchung von Prof. Ivan Katchanovski von der University of Ottawa (Kanada), die das fürs heute wissenschaftlich untermauert. Weiterlesen

Millionen verbaggert – für nix

Während Sie heute Abend “Olaf in der Elbe” meistgelesen (in den letzten 48 Stunden) haben, hat NDR-Reporter Srefan Buchen gestern in Panorama 3 nachgelegt. Da ist Sand, wo keiner sein soll. Für Containerschiffe bedeutet das akute Unfallgefahr, was für den Hamburger Hafen ein zusätzliches Desaster wäre. Diese politische Erbschaft von Olaf Scholz ist nicht die einzige, die den Stadt”staat” massiv belastet. Weiterlesen

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