Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Beuel & Umland (Seite 72 von 123)

Machtvakuum Europa – ein Desaster der Bundesregierung

Europa wird derzeit von Trump einerseits und gewissen Mittelmächten auf der anderen Seite vorgeführt. Europa ist außenpolitisch auf dem Abstellgleis, handlungsunfähig, nahezu am Ende. Die politisch Verantwortlichen sitzen vor allem in Berlin, aber auch in Brüssel und Paris. Europa wird zwischen den Interessen einer rücksichtslosen US-Rüstungspolitik und seiner verbündeten Kunden im sunnitisch-islamistischen Saudi-Arabien, eines größenwahnsinnigen Sultans Erdogan, einer korrupten schiitisch-islamistischen Mullahdiktatur und den Folgen US-amerikanischer Politik der verbrannten Erde im Irak und in Afghanistan zerrieben. Alle sogenannten “Friedensinitiativen” in Afghanistan und im Irak stehen derzeit zur Disposition. Der diplomatische und militärische Einfluss Europas geht weiter gegen Null. Und die derzeitige Bundesregierung ist außenpolitisch handlungsunfähig. Weiterlesen

In Beuel ist mehr bedroht als Fassaden

Die Sonnenseite der Stadt kann in wenigen Jahrzehnten zum Asi-Viertel werden
Das Märchen sagte, dass die Beuelerinnen die Scheisse und Sperma der Bonner aus deren Bettwäsche gewaschen haben. Während beim kurfürstlichen Bischof drüben am andern Ufer Orgien gefeiert wurden, wurde in Beuel immer die Drecksarbeit gemacht. “Und wenn sie nicht gestorben sind …” – sind sie aber.
Es ist irgendwie typisch bönnsch-naiv, wenn sich jetzt Anwohner*innen bei mir um die Ecke in der Rheindorfer Strasse um Fassaden sorgen. An dieser Stelle Beuels wohne ich jetzt seit 20 Jahren. Auch mir ist nicht verborgen geblieben, Weiterlesen

Wundersame Bahn XLII

Reisezentrum Dortmund Hbf. / Moskau-Nizza / Schlafwagen
Im Weihnachtsverkehr war bei mir nicht viel schief gegangen. Tipp: versuchen Sie es an Reise(stress)-Feiertagen mal mit dem an Werktagen unzumutbaren Regional-Express (RE). Da gibts Sitzplätze, und es ist billiger. Ein Erlebnis hat mich allerdings so beunruhigt, als wenn ich den Lauf der Welt nicht mehr mitbekomme. Dass die Bahn Personal vernichtet, ist Volkswissen solange ich lebe: menschenlose, vergammelnde Bahnhöfe in allen Dörfern und Kleinstädten. Neuerdings, also seit nur wenigen Jahrzehnten, sind auch Automaten “zu teuer”, werden nicht mehr gewartet (oder gar erneuert) und sogar abgebaut – neuerdings gibt es sogar Weiterlesen

66 – Gerüchteküche

Gestern Abend am Stammtisch machten Gerüchte die Runde. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bekannt gegeben, dass, nachdem “keine technischen Defekte” hätten festgestellt werden können, nun auch gegen den Fahrer ermittelt werde. Das klingt etwas unangemessen nach Richtungswechsel. Und ist in meinen Augen Produkt zu hastiger Öffentlichkeitsarbeit. Und technischer Unkenntnis der Lage im Wagenpark und in den Werkstätten Weiterlesen

Bohnet und Boell

Weil hier noch so wenig los ist, lesen Sie doch mal woanders.
Z.B. in unserer lokalen Monopolpresse dieses interessante Porträt von Extradienst-Autor Rainer Bohnet. Ich bewegte mich an ähnlichen Rändern des Sozialsystems wie er, aber mit mehr Glück und eigenem Kalkül.
Oder dieses exzellente Magazin der Böll-Stiftung zum Thema “Infrastrukturen”, das komplett online zugänglich ist. Es enthält u.a. eine sachliche Kritik der chinesischen Infrastrukturstrategien. Weiterlesen

Silvesterkrawall 19/20

Geschichte wird hier im Westen, in NRW und im WDR, gemacht
Der Silvesterkrawall 2015/16 war ein “Gamechanger” in der Flüchtlingsdebatte: vom “Wir schaffen das” zum “Wir können nicht alle aufnehmen”. Dass ein alljährlich wiederkehrendes Ereignis das werden konnte, hatte sehr wesentlich mit dem katastrophal missratenen Krisenmanagement der damaligen rotgrünen NRW-Landesregierung und der ihr unterstehenden Polizeibehörden zu tun. Öffentlich an die Laterne gehängter Sündenbock war der damalige liberal gesonnene Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers. Nichtöffentlich an die Laterne gehängt wurde der stellv. Regierungssprecher Rudi Schumacher – ich lege offen, mit beiden war ich gut bekannt und bedaure ihr Schicksal sehr. Durch das desaströse Landtagswahlergebnis hat es immerhin auch tatsächlich politisch Verantwortliche erwischt – allerdings nicht so menschlich unterirdisch wie diese beiden.
Das damalige Jahreswendekrisenmanagement hat sich nun der Westdeutsche Rundfunk zum Vorbild genommen. Weiterlesen

Warum wir Heiden Weihnachten feiern

Die Verabredung mit einer guten Freundin zum vorweihnachtlichen Essen am vergangenen Freitag entwickelte sich für mich wider Erwarten zu einem sehr persönlichen Erlebnis und einer Konfrontation mit meinem alltäglichen Handeln. Ich habe in meiner Zeit im Landtag NRW die rassistischen Anschläge auf Flüchtlinge und Migranten in Rostock, Hünxe, Solingen und anderswo erlebt, war für dieses Thema in der Grünen Fraktion zuständig und habe viele erfolgreiche, aber auch vergebliche Versuche erlebt, Migrant*innen zu helfen. Unvergessen der Petitionsfall einer zwölfjährigen aus Bonn, deren Großvater, bei dem sie lebte, seit 26 Jahren bei den Stadtwerken Bonn arbeitete, Weiterlesen

Beueler Tratsch

Bahnhof
Keine Warteschlange am Fahrkartenschalter. Darum ergab sich ein informatives Gespräch. Ausschlaggebend für seine Existenz ist ein Vertrag zwischen der DB und dem “Aufgabenträger” für den Nahverkehr in der Region. Dieser Vertrag läuft noch bis 2023. Ein Grund mehr, sich um mehr Mitsprache der Fahrgäste zu kümmern. In Mönchengladbach z.B. wurde das DB-Reisezentrum dichtgemacht, weil ein Privatbahnbetreiber den Zuschlag bekam. Der lässt Fahrkarten im Zeitungskiosk verkaufen, allerdings nicht für den DB-Fernverkehr. Schöne neoliberale Welt. Weiterlesen

Wasser

Seine Bedeutung kennt jedes Kind. Ohne Wasser geht der Mensch schneller tot als ohne Essen. Da liegt es für den Kapitalismus nahe, auch daraus ein Geschäft zu machen: totsichere Sache. Zu toppen wäre es nur noch dadurch, die Atemluft zu einem Handelsgut zu machen. Was selten ist, ist wertvoll. Sauberes Wasser und saubere Luft kann mann auch selten machen, indem grosse Teile davon vergiftet werden. Weiterlesen

Venusberg abtragen

Der Wetterbericht
In Beuel – Sie wissen ja: die Sonnenseite – sitzen die Menschen eine Woche vor Weihnachten bei 15 Grad am Rheinufer in Gartencafes. Wenn der Venusberg, statt ihn mit einer Seilbahn zu bespassen, abgetragen würde, könnten sie noch eine halbe Stunde länger sitzenbleiben. So versperrt er in diesen Minuten die Sonne.
In Australien werden sie uns beneiden. Auf dieser Wetterkarte können Sie dorthin navigieren. Dann entdecken Sie: Weiterlesen

Kölner Zeitungen will keine*r

Zunächst hört es sich wie eine gute Nachricht für die Beschäftigten an: DuMont will seine Kölner Zeitungen nicht, wie alle anderen (in Berlin, Hamburg, Sachsen-Anhalt) verkaufen. Mitarbeiter*innen von Stadt-Anzeiger und Express meinen sich jetzt auf Weihnachten freuen zu können. Aber Vorsicht.
Diese Nachricht bedeutet zunächst nur, dass niemand dem DuMont-Konzern diese Blätter abkaufen will. Wer heute überhaupt noch Geld mit Zeitungen verdient, glaubt, Weiterlesen

Epstein-Affäre / Libanon / Mensch&Tier / Napoli&Bonn

Die Affäre um den mutmasslichen (Kinder-)Postitutionsvermittler Jeffrey Epstein ist noch nicht ausgestanden, bei Licht besehen nichts davon, auch nicht sein “Selbstmord”. Aber es gibt zu viele Mächtige, die kein Interesse an der öffentlichen Ausbreitung der Sachverhalte haben. Darauf macht jetzt auch Boris Rosenkranz/uebermedien aufmerksam, leider nur hinter Paywall (gewöhnlich baut dieser Blog sie nach einer Woche ab, also pünktlich zu den scheinbesinnlichen Feiertagen). So viel ist erkennbar: Rosenkranz geht es um John Brockman, dessen Erwähnung von deutschen Leitmedien, die mit ihm gut im Geschäft seien, gründlich vermieden werde. Auf Wiederlesen zu Weihnachten. Ein Brockman-Porträt von Georg Diez/Spiegel von 2014 hier.
Thomas Pany/telepolis leuchtet die gesellschaftlichen Unruhen im Libanon aus, Weiterlesen

Ein Märchen vom Wohnungsmarkt

Brief an meinen Vermieter
von Walter Böttger (87)

Vor 12 Jahren, im August 2007, standest Du mit dem Makler der Deutschen Annington (heute: Vonovia) vor unserer Tür und sagtest den Satz: “Wenn Ihr hier wohnen bleibt, kaufe ich das Haus!” Wir antworteten mit grosser Erleichterung: “Wenn Du das Haus kaufst, bleiben wir hier wohnen!” Weiterlesen

Die Dritten

Hans Hoff ist ein fachkundiger Medienjournalist, der als “freier” Mitarbeiter gewiss unter dem Abkacken der einstmals branchenführenden Medienseite der SZ leidet. In gedruckten Medien herrscht ausserdem so viel “Platznot”, dass es Onlinemedien braucht, wenn es mal so richtig ausführlich was zu schimpfen gibt. Das hat er jetzt bei dwdl.de getan: über die “Dritten”. Programme, nicht Zähne, obwohl es da einen Sachzusammenhang gibt.
Ich stimme Hoff durch und durch zu, habe es selbst hier vor drei Jahren in ähnlicher Weise beklagt, nur nicht so gut geschrieben. Folgende wirre Ideen dazu: Weiterlesen

Wiedersehen mit Ulrik Le Fevre

Es gab auch ansehenswerte Fußballereignisse am abgelaufenen Wochenende. Höhepunkt war die launig-informative Rückschau auf die Tore des Jahres seit 1971 im NDR. Ich hoffe ein Mediathekangebot wird im Laufe des Tages noch nachgeliefert. Für Tore aus Uefa-Wettbewerben (Ricken, Ibrahimovic) gabs wohl keine Bildrechte, die bleiben bei irgendwelchen Gangstern der Uefa gebunkert. Das Prinzip der Publikumswahl von Toren des Monats mit dem Tor des Jahres als Hitparade der Gewinnertore hatte die ARD-Sportschau von der BBC abgeguckt. Bis zu 3 Mio. Postkarten gingen dazu in Köln ein. Und das häufigste Gewinnerteam, Weiterlesen

DB-Preiserhöhung: 16%

Die was-mit-Medien-Leute haben keine Zeit, überall Sparmassnahmen. Die meisten haben rechts in der Tastatur Rechnertasten. Es bleibt halt keine Zeit, die zu bedienen, wenn Mitteilungen der Deutschen Bahn AG abgeschrieben werden müssen. Ich meldete bereits, dass es sich bei dem “verstärkten Einsatz von ICEs” anstelle von ICs, wie er insbesondere auf der Strecke Köln-Hamburg geplant ist, um nichts anderes als eine Preiserhöhung handelt. Auf der von mir häufig genutzten Strecke Bonn-Essen bedeutet das Weiterlesen

SPD: Kurswechsel eines Papiertigers

Von der Volkspartei zur Sekte

Die SPD erfüllt alle Erwartungen. Ihre Funktionärskaste zeigte sich auf dem Parteitag gespalten. Der linke Flügel wollte den Koalitionsvertrag neu verhandeln und über diese Prozedur die Koalition platzen lassen. Der Plan schlug vorerst fehl, weil sich der rechte Flügel quer legte. Die SPD ist zu schwach, um den Koalitionskurs zu ändern. Ihr blieb nur übrig, sich selbst zu ändern. Doch auch dieses Vorhaben gelang ihr nicht so recht. Weiterlesen

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