Wg. unaufschiebbarer Termine (EM-Finale, dritte Halbzeit, Sie wissen schon).
Wg. unaufschiebbarer Termine (EM-Finale, dritte Halbzeit, Sie wissen schon).
Das “Lügenblatt” (Dietrich Kittner) hat in diesem Jahr, erstmals in meiner 65-jährigen Lebenszeit, eine verkaufte Auflage unter einer Million. Es ist also nicht mehr so wichtig. Einerseits. Andererseits erlaubt es der Öffentlichkeit immer wieder einen gruselig-tiefen unverstellten Blick in die Denkwelt der deutschen Reaktion. Ich halte diesen Anblick in der Regel nicht aus. Dieter Bott überlebt es immer wieder: “Die Schleimspur von BILD”. Weiterlesen
In Beuel hats gebrannt: 50 Quadratmeter im Ennert. Das ist ein Problemumfang, wie vor einem Jahr die Hochwasserkatastrophe, die um uns in Bonn herum einen grosszügigen Bogen machte. Der “Brandgefahr” müssen wir dennoch konzentriert ins Angesicht sehen – klimapolitisch und demokratiehygienisch. Weiterlesen
Ich war 9, als die erste Fernseh-WM stattfand. Im sozialdemokratisch regierten Grossbritannien, vor Thatcher und weiteren Grausamkeiten, die das Land ruinieren sollten. Das zweite deutsche Gruppenspiel gegen Argentinien lief im Zweiten. Das ging auf unserem von den Grosseltern geerbten Fernseher nicht. Wir hatten nur ein Programm, mussten also runter zu unseren Vermietern, die übrigens lustigerweise Höttger hiessen. Es entstand eine regelrechte Pogromstimmung gegen Argentinier – es wurde viel gefoult, ein hässliches Spiel, das 0:0 endete. Weiterlesen
Tut mir leid, mir macht es auch keinen Spass. Es ist ziemlich ernst. Alle heutigen Texte berühren den Ukrainekrieg. Detlef zum Winkel rezensiert wütend eine taz-Frontreportage vom 23.7.: “Ukraine im Relotius-Stil”. Ursprünglich als E-Mail an Freund*inn*e*n und Kolleg*inn*en verfasst, bat ich ihn darum, seinen Text übernehmen zu dürfen, was er nach kurzer Überarbeitung bejahte. Weiterlesen
Meine heutigen Einträge beziehen sich auf Beueler Ereignisse. Die Fussball-EM z.B. ereignet sich in meinem Wohnzimmer, wie bei – morgen mutmasslich – über 10 Mio. Menschen, die die Spiele der DFB-Frauschaft sehen wollen. Ich guck’ auch die Anderen, weil es grosser, beneidenswert guter Sport ist, und alles, was beim Kommerzfussball der Herren nervt, weitgehend fehlt: “Begeisterung im Wohnzimmer”. Weiterlesen
ist Malaika Mihambo aus Heidelberg: “Sie hat schon wieder gewonnen” und keine*r hierzulande hats gemerkt. “Wir” sind Weltmeisterin. Aber merken tun die Leute wohl erst was, wenn die DFB-Frauen Mittwoch (Anstoss 21 h) ins Finale am Sonntag (Anstoss 18 h) kommen. Wenn sie ins Finale kommen, wette ich auf über 15 Mio. Zuschauer*innen. Bei Mihambo warens heute nacht knapp 250.000. Weiterlesen
Dafür dass sie in Umfragen wieder unter 20% rutscht, wird im Extradienst ganz schön viel über die SPD geschrieben. Günter Bannas’ “Ausschlusseritis” behandelt die Beziehung dieser Partei zu ihrem letzten Wahlsieger Gerhard Schröder „Ich bin und bleibe Sozialdemokrat.“. Ulrich Horn behandelt den aus-Versehen-Wahlsieger: “Scholz will seinen Opfern helfen” – mit der offenen Frage, ob es auch ihm selbst noch hilft. Weiterlesen
Wie habe ich ihn gestern herbeigesehnt, als ich in einer überfüllten Regionalbahn festsass. Vom Flughafen aus zwei lange Stopps vor Deutz, zwei weitere lange Stopps vor dem Hauptbahnhof. Nur noch atmen. Alles andere zwecklos. So schlimm war es “Von Berlin nach Nizza” nicht. Potenziell noch weit schlimmer war, was ich vorher im Bahnhof Beuel beobachtete: “Wie lange geht das gut?” Weiterlesen
Wegen dringender Termine muss der heutige Newsletter ausfallen. Morgen werden die Texte von Freitag und Samstag zusammen vorgestellt.
Wenn Sie so lange nicht warten wollen, gehen Sie bitte über die Startseite.
Freundliche Grüße
Martin Böttger
Reinhard Olschanski ist ein Moment aufgefallen “50 lange Sekunden – Erdogan lässt Putin warten”, der in mir zwei Überlegungen wachruft. Einerseits: wie schwach ist Russlands Regime-PR, die solche Bilder zulässt? Andererseits: wie gefährlich sind die Blasen, deren Leitmedium das vermaledeite Twitter ist, in denen das Relevanz hat? Weiterlesen
Hier im Rheinland sind für gleich Gewitter, und vor allem Niederschläge versprochen. Bisher sieht es mickrig aus. Die ersten sind östlich von Beuel achtlos an uns vorbeigezogen. Heute beginnt die Fussball-EM richtig interessant zu werden. Mit England-Spanien beginnt das Viertelfinale. Und ausgerechnet jetzt zieht die taz ihre hochkompetente Reporterin Alina Schwermer ab. Warum nur? Weiterlesen
Den NRW-Temperaturrekord stellte heute angeblich mit exakt 40,0 Grad Emsdetten auf. Das veranlasst mich, unserem Autor Hanspeter Knirsch, der dort lebt, alles Gute zu seinem in Kürze kommenden Geburtstag zu wünschen, zu dem sich auch Beueler Gäste auf den Weg machen werden. Hauptsache Ihr bleibt alle kühl. Meine Wohnung blieb heute über 10 Grad unter der Aussentemperatur. Das nenne ich grosses Glück. Weiterlesen
In Beuel hatten wir heute den ersten schwererträglich heissen Tag. Wenn Sie dies lesen, beginnen die Temperaturen nur leicht auf menschengerechte Temperaturen zu sinken. Um 1 Uhr werden die 20 Grad erreicht, der nächtliche/morgendliche Tiefstwert soll bei 17 liegen. Sollte es Ihnen gelingen zur Morgendämmerung aufzuwachen, scheuen Sie keine Mühen Ihre Wohnung auf Durchzug zu stellen. Bereits um 9 sollen es schon wieder 25 Grad sein. Wenn Sie nun nicht wissen, was Sie mit dem angebrochenen Abend noch anfangen sollen, hier mein Tipp. Weiterlesen
Ein lauschiges Abendessen an einem noch lauschigeren Sommerabend. Gäste aus Beuel und New York sitzen in der Rheindorfer Strasse zusammen, und verabschieden die Wirtsfamilie des l’Olivo zum Urlaub nach Sizilien. Ob es dort weniger heiss wird als hier? Immerhin mit Meeresluft. Wir jedenfalls haben es sooo gut im Rheinland. Wenn wir uns nicht aus Versehen verschlucken, und der Notarzt kommen muss. Alles gut ausgegangen. Niemand kam zu Schaden. Weiterlesen
Obwohl: doch. Was Eric Bonse schreibt und ich in “Berg & Bonse” zu lesen empfehle, betrifft im Kern die EU-Sanktionspolitik gegen Russland, die offensichtlich nichts (mehr?) “vom Ende her denkt”. Ein “Ende” kann niemand mehr denken. Es geht immer weiter, im Guten oder im Schlechten. Weiterlesen
Die Debatten sind hitzig und kontrovers. Wenn es um Krieg und Frieden, um Wohlstand oder Not geht, ist das der Sache angemessen. Nach Petra Erler und Antje Vollmer folgte heute ein Diskussionsbeitrag von Hanspeter Knirsch: “Macht und Ohnmacht in Zeiten des Krieges”. Wenn in den grossen Medien Widerspruch allenfalls als Alibi repräsentiert wird – in den Trashshows wird dafür immerhin mittlerweile ein Stuhl bereitgehalten – dann müssen halt andere die Lücke füllen. Machen wir gern, weil es wichtig ist. Weiterlesen
Diese Bezeichnung fand ich schon absurd, als ich die Grünen noch total bekloppt fand, das war die Mehrheit der 80er Jahre. Da war ein Rainer Trampert mir näher an der Wirklichkeit. Von dessen Weltsicht trennt*e mich einiges – aber seine analytische Härte und Schärfe machte seinerzeit auch Heiner Geißler zu schaffen. Helmut Kohl wurde – zu seinem Schutz – in keine “Bonner Runde” mehr geschickt. Das war damals, was heute durch Talkshowgelabere ersetzt ist. Antje Vollmers Frage “Wo sind die Realos?” ist beziehungsreich richtig gestellt. Weiterlesen
1974 wurde die West-BRD Weltmeister, nachdem sie 1972 bereits Europameister geworden war – im Fussball der Herren. Die Siegprämie war nach Kaufkraft berechnet ungefähr so hoch, wie es die Siegprämie für die Damen sein soll, falls die die gegenwärtige Fussballeuropameisterschaft 2022 gewinnen. Das ist die deutsche Interpretation von “Equal Pay”. Die Hälfte der 16 EM-qualifizierten Länder bzw. ihrer Fussballverbände hat es für sich beschlossen. Deutschland nicht. 16 Jahre Bundeskanzlerin haben dafür noch nicht gereicht. Weiterlesen
Das ist nun wirklich nichts besonderes. Leser*innen dieses Blogs, aber nicht nur die, wissen schon lange, dass es rassistisch grundierte Probleme in der Solidarität mit Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine gibt. Die, die davon betroffen sind, brauchen Hilfe. Das ist wichtig. „Blacks in Cologne“ bieten die an. Das ist super. Weiterlesen
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