Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Junge Welt (Seite 10 von 18)

Indien / Russland /Tschad / G7

… und ein zartes deutsches Fortschrittssignal
Vor wenigen Tagen lieferte die indische Schriftstellerin und politische Aktivistin Arundhati Roy eine ungeschminkte Beschreibung der katastrophalen Pandemie-Lage in Indien. Die deutschen Veröffentlichungsrechte an dem Text hat sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH gesichert und sie flugs in ihrer Paywall eingemauert (daher kein Link). Für das Modi-Regime blieb das beschriebene fürchterliche Geschehen erfreulicherweise – anders als in Madrid – nicht ohne Folgen. Regionalwahlen haben es mehr als erwartet ausgebremst. Weiterlesen

Katastrophengold

Karin Leukefeld lernte ich in Bonn als Ökologiereferentin beim Bundesvorstand der Grünen kennen. Ein gewisses scheinradikales Sektiererinnentum war ihr nicht fremd, womit sie mir damals repräsentativ für ihre Partei zu sein schien. Es waren die 80er Jahre, ich schmunzelte darüber. Seit 2000 arbeitet sie als Korrespondentin aus dem Nahen Osten, und nicht alle sind amüsiert, dass sie auch nach Syrien einreisen darf. Ihr JungeWelt-Stück zum Beiruter Hafen dagegen hätte jede*r andere deutsche Korrespondent*in genauso liefern können. Tun sie aber nicht. So what? Weiterlesen

Solidaritäten

Krankenpflege – Behindertenbewegung – Ruhrpott
Jan Latza und Harald Weinberg/Junge Welt liefern unter dem Titel „Gepflegter Widerstand“ eine Analyse tariflicher und gewerkschaftlicher Kämpfe in der Krankenpflege. Kompliment, das liest sich informativ und politisch instruktiv. Und ist in seiner Wichtigkeit nach heutiger Kenntnis kaum noch zu überschätzen.
Politisch weit komplizierter, und nicht weniger wichtig ist der Diskussionsbeitrag von Taleo Stüwe/Jungle World: „Die Pro-Choice-Bewegung vermeidet die Auseinandersetzung mit pränataler Diagnostik – Keine Angst vor Komplexität Weiterlesen

Diskriminierung & Klassengesellschaft

zerlegt die Partei „Die Linke“, u.U.
Wenn ich richtig lese, zerlegt sich die anspruchsvoll sich selbst „Die Linke“ nennende Partei an dem Scheinwiderspruch „Identitätspolitik versus Klassenpolitik“. Wie es sich für ein deutsche Partei im deutschen parlamentarischen System gehört, führt sie darüber keinen öffentlich Aufmerksamkeit erobernden Diskurs, sondern instrumentalisiert das Thema für den innerparteilichen Machtkampf, der ausserhalb ihrer selbst kaum jemand interessiert. Dieser Machtkampf wird derzeit, wie in jeder Partei von den anstehenden Kandidat*inn*en-Nominierungen für die kommende Bundestagswahl dominiert. Weiterlesen

Demonstrationen

Über regimekritische Demonstrationen in Russland wurde im hiesigen eingebetteten Journalismus am Wochenende ausführlich berichtet. Russland hat ca. 1,5 mal so viele Einwohner*innen wie Deutschland. Hiesige Demonstrant*inn*en würden sich über ähnlich grosse Medienaufmerksamkeit sicher sehr freuen. Bei „einigen Hundert“, selbst bei „mehreren Tausend“, gelingt ihnen das in der Regel nur, wenn sie was kaputtmachen, oder andere Gesetze brechen. Andernfalls fallen sie aus der Themenliste. Also den Verhältnissen in Russland gar nicht so unähnlich – im Ergebnis. Die Triebkräfte und Motive sind selbstverständlich zu unterscheiden. Weiterlesen

Not In My Name

Baerbock & Bayer-Baumann / American Agitator / Bild bei den MPs / Laschets reaktionäres Backoffice / Widerstand gegen Femizide
Annalena Baerbock tritt gelegentlich in Medien für Menschenrechte ein – die in Russland. Schön wäre, wenn sie das universell, und damit glaubwürdig, täte. Doch der Weg dahin scheint weit zu sein. Es ist ja eigentlich schon skandalös genug, dass multinationale Konzerne mit rheinländischem Unternehmenssitz, wie Bayermonsanto (Leverkusen) und Telekom (Bonn, als Konzernmutter von T-mobile) sich nicht schämen, für die Stürmer aufs Kapitol gespendet zu haben. Noch unschöner für mich als Mitglied der Grünen ist, wenn der taz-Leistungsträger in Landwirtschafts- und ernährungsindustrieller Berichterstattung Jost Maurin genüsslich einfliessen lässt, dass sich Frau Baerbock mit Bayermonsanto-Boss Werner Baumann getroffen habe. Weiterlesen

ZeroCovid weit weg

Und: ZeroSicherheit durch „geheime Nachrichtendienste“
In Bonn ist die 7-Tage-Inzidenz wieder über 100: 104,2. Auf hohem Niveau wird in Deutschland übers Impfchaos gezetert. Für die Impfwilligen und -bedürftigen ist es in der Tat nervenzehrend. Woanders auf der Welt, bei der übergrossen Mehrheit, können sich die Leute über das deutsche Gezeter nur wundern. Mein Vater (88) hat in Essen jetzt einen Termin Ende Februar zugeteilt bekommen, nachdem sich meine Schwester online einen Tag lang darum bemüht hat. Ich (Ü60) habe noch nicht einmal Krankenkassen-Coupons für FFP2-Masken – aber ich jammere nicht.
Nur, dass Sie mal andere Eindrücke bekommen, solche die unser hohes Niveau kennzeichnen: der Bericht von Norbert Suchanek/Junge Welt der von Rio aus über die Lage in Manaus/Amazonas berichtet. Weiterlesen

USA / Russland

Wolfgang Michal/Freitag hält das Geschwätz von der notwendigen „Versöhnung“ für ein Stillstands-Plädoyer. nur wenn eine Seite gewinne, werde es Bewegung geben: „War der Trump-Putsch vom 6. Januar ‚der vorläufig markanteste Auftritt einer globalen Bewegung‘, die weit Größeres vorhat (wie die Zeit befürchtet), oder war es das letzte Gefecht der Unbelehrbaren vor der unweigerlich beginnenden sozial-ökologischen Transformation?“ Weiterlesen

Wie gefährlich ist Antifaschismus?

Und: Anderer Sorgen um die Grünen
Relevante Teile der CDU glauben bis heute, Antifaschismus sei irgendwas mit DDR, und muss daher – „alle Wege führen nach Moskau“ – bekämpft werden, koste es, was es wolle. Eine Sicht, die nicht 1945 endete, sondern wiederbelebt wurde, im einsetzenden Kampf gegen das Gespenst des Kommunismus. So sind wir da gelandet, wo die heutige Bundesrepublik Deutschland ist. Meine Titelfrage gilt eher der Gefahr für die Antifaschist*inn*en selbst. Die ist nämlich bis heute nicht gering. Weiterlesen

Macht und Herrschaft

Selten habe ich ein Wissenschaftler*innen-Interview gehört, in dem so freihändig mit Begrifflichkeiten, wie Gesellschaft („Gesellschaft als Risiko“), „Wir“ und „man“ hantiert wurde, wie heute im DLF mit Armin Nassehi. Den in diesem Interview gewürdigten Ulrich Beck habe ich seinerzeit gegen doktrinäre Kritik verteidigt. Sein Werk „Risikogesellschaft“ war für mich ein Prototyp gelungen angewandter Dialektik. Davon konnte linke Politik, wenn sie nicht von gestern sein wollte, nur profitieren. Weiterlesen

Weltweit grösster Generalstreik

mit Update 12.12.
Jede Menge umfallende Reissäcke – aber die wichtigste Nachricht wird eingemauert
Es gibt Dinge, die mich mittlerweile so anöden, dass ich sie nicht mehr sachlich kommentieren kann. Die deutsche Coronapolitik gehört dazu. Dass sich SPD und Grüne im Zwergstaat Sachsen-Anhalt von der CDU über den Tisch ziehen lassen, als Vorzeichen für eine künftige Bundesregierung. Oder die Verteilung der TV-Gelder in der Deutschen Fußball-Liga. Ich mag nicht in die Fäkalsprache abrutschen …
Derweil findet in Indien, unbemerkt von deutscher Öffentlichkeit, der grösste politische Generalstreik der Weltgeschichte statt. Weiterlesen

Selbstaufgabe und Deals

Für Medienpolitik interessiere ich mich seit meiner politischen Jugend in den 70er Jahren, weil ich ihr damals mehr Macht zuordnete, als anderen Fachgebieten. Wer Informationen und Meinungen steuert, der kann auch alles andere steuern. Im Vergleich zu heute war die Machtlandschaft damals recht übersichtlich. Obwohl: manches scheint sich auch nie zu ändern. Z.B. darf Clemens Tönnies sich in einem Sonntagsblatt des Springerkonzerns als Märtyrer der Coronakrise selbstdarstellen. In Gelsenkirchen hat dieser Konzern immer die Vereinsvorsitzenden mitgewählt. Weiterlesen

Gesundheit – paradox und ambivalent

Warnhinweis: wenn Sie schlechter Stimmung sind, lesen Sie lieber woanders weiter. Entgehen würden Ihnen dann folgende Hinweise auf zwei exzellente Texte, eine wichtige Nachricht, sowie eine lesenswerte Analyse des Trumpismus.

Der erste exzellente Text ist von meinem Journalisten-Freund Wolfgang Storz/bruchstuecke: „Vermessen – vom unheilbaren Glauben, alles sei berechenbar“. Es geht um das menschliche Bedürfnis nach messbarer Selbstoptimierung, und wie Digitalkonzerne darauf ihr Kapital schürfen. Weiterlesen

Brechende Narrative

Viel mehr Infizierte / Kampfflugzeuge für Islamismus / Dreifachagenten aus dem Kanzleramt
Um Zweifel an herrschenden Lehren zu entwickeln, sind „Verschwörungstheorien“ nicht erforderlich. Fakten sammeln reicht aus. Bitte sehr:
Eine Studie des Helmholtz-Zentrums München mit bayrischen Kindern zählte sechsmal mehr Corona-Infizierte, als statistisch nach amtlichen Zählungen zu erwarten gewesen wäre. Überraschung? Nee, nur wer den offiziellen Erzählungen glaubt. Gerade bei den Jungen gilt: viele haben es, übertragen es mglw. auch, ohne was zu merken, symptomfrei. Keine Politik der Welt, auch chinesische, hat eine Chance, das „unter Kontrolle“ zu bekommen. Weiterlesen

Gefährliches Tauwetter

Und: die fremden Medien-Onkel (und -Tanten)
Als Fahrradfahrer mag ich Tauwetter weit lieber als Schnee und Eis, bin also im Rheinland richtig. Zweifellos ist dennoch das Tauwetter weit weg, an den Polen, wo mich selbst Kreuzfahrtschiffe nie hinlocken könnten, gefährlich. Nicht weniger, wenn es in Grönland, Sibirien und Kanada Permafrostböden auftaut und Unmengen an klimaschädlichem Methan freisetzt. Kurzfristig noch gefährlicher ist es, wenn „eingefrorene Konflikte“ wieder heisslaufen. Weiterlesen

Fadenalge

weiter unten: Achse Bonn-Wuppertal? / Riesen-Blinder-Fleck bei Lucke
Mein Namensvetter, der SonnebornMartin, ich wusste es schon immer, kann nicht nur lustig. Er ist auch ein grosser politischer Kopf. Durch eine Verlinkung der nachdenkseiten wurde ich darauf aufmerksam. Es geht um den kriegerisch wiederaufgeflammten Konflikt Armenien-Aserbaidschan. Denkende Köpfe sehen klar, dass es sich um eine Stellvertreter-Auseinandersetzung zwischen Russland und der Türkei handelt. Doch die Sache ist grösser. Weiterlesen

Lernen von alten Kadern

Knut Mellenthin, fleissiger Autor der Jungen Welt, es überrascht mich nicht, was über seine politische Jugend herauszufinden ist. Ein prägender Funktionär des „Kommunistischen Bundes“ („KB-Nord“) ist auch er gewesen. Eine Organisation, die noch weit übersichtlicher war, als meine Jungdemokraten, sich aber entschieden häufiger in Fraktionen und Zellen gespalten hat. Respektvoll beobachte ich, wohin die daraus hervorgegangenen Individuen aus der Sekte in die politische Welt hinausgezogen, und wo sie gelandet sind. Weiterlesen

Bielefeld-Verschwörung – skrupellos

Bekanntlich lässt der Bielefelder als solcher nichts unversucht, zu beweisen, dass es seine Stadt tatsächlich gibt. Ich bin ja der festen Überzeugung, dass die Bielefeld-Verschwörung vom Stadtmarketing ausgedacht wurde. Wie sonst sollen sie auffallen? Obwohl: nach meiner Zählung halten die ICEs dort sogar öfter, als in Wolfsburg.
Jetzt behauptet ein Fritz Tietz in der Jungle World, Bielefeld sei in die Bundesliga aufgestiegen. Er selbst sei persönlich dabei gewesen, als das zum ersten Mal passiert sein soll: 1971. Ich erinnere mich gut an die Saison, die mit dem gebrochenen Torpfosten am Bökelberg, nach dem uns der DFB die Meisterschaft zu stehlen versuchte. Weiterlesen

Sie verstehen nicht

Gesine Dornblüth (DLF) / Kölner Schulbürokratie / Kanzlerkandidaten-Warn-APP
mit Update 26.8.
Als Leser*in dieses Blogs wissen Sie, dass ich Stammhörer des DLF-Wochenendjournals bin. Heute melde ich dazu jedoch weniger Begeisterung als Entgeisterung. Gesine Dornblüth, 30 Jahre lang Russland-Korrespondentin („Das Land liebe ich. Putins Politik ist für mich inakzeptabel.“) konnte bei ethnologischer Forschung in Deutschland beobachtet werden. Wie kann es nur sein, dass hierzulande Leute den Putin gut finden (ich nicht; mein Lieblings-Wladimir ist Kaminer) und die Politik der EU und der Nato gegenüber Russland zu feindselig (die Hälfte im Osten, ein Drittel im Westen, ich auch) finden? Weiterlesen

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