Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: NDR (Seite 8 von 11)

Die Sache von Männern und Frauen

Facebook frisst Afrika / Politik und Fußball
Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den TV-Sender Pro7. Zu Glanzzeiten seines früheren Besitzers und späteren Gross-Pleitiers Leo Kirch (Spender und Buddy von Helmut Kohl) war Pro7 dafür bekannt, US-Kino-Blockbuster als Erster ins deutsche TV zu bringen. Heute, mit dem Grossaktionär Silvio Berlusconi, dümpeln sie bei einem Marktanteil von 4,1%, schwächer als die FDP. In solcher Lage ist es Höhepunkt des Schaffens, wenn ein toller PR-Coup gelingt, der nicht nur 2 Mio. TV-Glotzer*innen, sondern bisher zusätzlich noch weit über 2 Mio. Youtube-Clicks brachte. Weiterlesen

Nachrichten mit Perspektive

von Leif Kramp und Stephan Weichert / Otto Brenner Stiftung
Lösungsorientierter und konstruktiver Journalismus in Deutschland
Zusammenfassung der Befragung, Handlungsempfehlungen und Fazit

Die Welt ist besser, als es die Medien den Menschen glauben machen wollen. Diese Erkenntnis drängt sich als Hauptmotiv derjenigen auf, die in Deutschland bereits konstruktive oder lösungsorientierte Berichterstattung regelmäßig praktizieren. Mit zwölf ausgewiesenen Expertinnen und Experten haben wir intensive Gespräche über Potenziale, Risiken und gelebte Praxis des vergleichsweise jungen Paradigmas für den Journalismus gesprochen. Nachfolgend werden die Analysebereiche zusammengefasst, um darauf aufbauend ein prägnantes Fazit zu ziehen. Weiterlesen

Virus bekämpfen oder System retten?

Ist es Ihnen wie mir aufgefallen? Wenn den Pressekonferenzen von Wissenschaftler*inne*n und Politiker*inne*n genau zugehört wurde, hat niemand versprochen, das Virus aus der Welt zu schaffen. Medikamente oder gar Impfstoffe gibt es irgendwann, vielleicht nächstes Jahr, oder noch später. Die Einschränkungen von Grundrechten und sozialen Lebensgewohnheiten wurden in erster Linie damit begründet, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.
Den Zustand des Gesundheitssystems haben im Grossen und Ganzen exakt diejenigen zu verantworten, Weiterlesen

Das Virus in der Nebenrolle

Hierzulande drängt die Politik zwar nicht das Virus selbst, aber langsam seine Bedeutung zurück – wg. angeblicher “Sehnsucht nach Normalität”. Die Medienmacht, die das übermittelt, unterschlägt dabei geflissentlich, dass jede’ Jeck unter Normalität was anderes versteht. Es bedürfte also einer Klärung des Inhalts von Normalität. Es gibt Weltgegenden, die sich gerne darüber den Kopf zerbrechen würden. Sie kommen nur leider nicht dazu.
Zuvörderst ist da der Südrand der arabischen Halbinsel zu nennen, seit Jahrzehnten ein Seuchenherd sondergleichen. Weiterlesen

Namedropping & Tearsdropping

mit Heinrich Heine im Anhang
1. HEUTE mittwoch am 1.april 2020 bei meinem regelmässigen
früh-morgendlichen EINKAUF -immer genau der strasse entlang, die von der
frühlings-sonne beschienen wird — keine paare und nur wenige passanten
passierend (ein doppltes PP = für “PFUI Peufel” für den verblödeten
botho strauss) die ihre hunde gassi führen, Weiterlesen

Die falsche Wahl

“Gesundheit oder Freiheit?”
Wer so fragt, hat jedenfalls Freiheit nicht im Sinn. Er legt vielmehr offen, worauf er hinaus will. Das macht Yuval Noah Harari in der NZZ deutlich. Er verfügt über intime Sachkenntnis des Ausnahmezustandes – in Israel gibt es nichts Anderes. Seine Abhandlung behandelt erfreulicherweise einen grösseren Horizont. Harari hat ein weit grösseres Blickfeld als die hiesigen “Alphajournalisten” Weiterlesen

Wie fest ist der Grüne Aggregatszustand?

Es soll Leute geben, die es geradezu genial finden, dass die Grünen einen so verflüssigten Eindruck machen. Flüsse enden nicht an einem Ziel. Sie fliessen in Meere und Ozeane. Und kommen in glücklicheren Teilen der Welt als Regen zurück. Dort nähren sie Mensch und Natur. Grössere Teile versickern und kehren über Flüsse dahin zurück, wo sie hergekommen sind. Ist es das, was die Grünen wollen? Sich im wiederkehrenden Kreislauf zu integrieren, ohne zu stören?
Da es mir hier um Politik geht, halte ich das nicht für die optimale Idee. Weiterlesen

Pausieren tut Satiren gut

Es hat etwas von Galeerenarbeit, im Wochenrhythmus Lustiges produzieren zu müssen. Die Nasen, die das auf Bühnen und vor Kameras spielen, haben es noch am besten: alles wirkt, als sei es von ihnen, Ruhm und Gagen werden von ihnen abgesahnt. Richtig grosse Künstler*innen sind jedoch die, die ihnen die Texte und Ideen liefern. Und die sind es auch, denen eine Pause besonders gut tut.
Ich lästere gerne über diese Pausen, weil sie den geizigen Sendern Geld und Kreativität sparen. Für Ideengeber*innen und Texter*innen können sie eine Wohltat sein. Weiterlesen

Aufschneider

Marketing oder Journalismus?
Diese Frage stellte ich mir heute morgen am Beispiel der Geschichte von der angolanichen Milliardärin dos Santos. Die SZ und der mit ihr keine Werbetrommel meidende “Rechercheverbund” mit NDR und WDR bläst eine viele Jahre alte Story noch einmal unter Einsatz einer maximalen Menge Dampf (“Luanda-Leaks”) auf, was bei der nicht angeschlossenen FR auch billiger zu haben ist. SZ, NDR und WDR machen sich zu willigen PR-Sprecher*inne*n Weiterlesen

Wiedersehen mit Ulrik Le Fevre

Es gab auch ansehenswerte Fußballereignisse am abgelaufenen Wochenende. Höhepunkt war die launig-informative Rückschau auf die Tore des Jahres seit 1971 im NDR. Ich hoffe ein Mediathekangebot wird im Laufe des Tages noch nachgeliefert. Für Tore aus Uefa-Wettbewerben (Ricken, Ibrahimovic) gabs wohl keine Bildrechte, die bleiben bei irgendwelchen Gangstern der Uefa gebunkert. Das Prinzip der Publikumswahl von Toren des Monats mit dem Tor des Jahres als Hitparade der Gewinnertore hatte die ARD-Sportschau von der BBC abgeguckt. Bis zu 3 Mio. Postkarten gingen dazu in Köln ein. Und das häufigste Gewinnerteam, Weiterlesen

Bahnscham / Krimineller Vorsatz / 1 ist einstellig

In meiner heutigen Morgenlektüre war die SZ positiv verhaltensauffällig, ganz ohne Paywall. Da gibt es einmal eine Bahngeschichte, wie sie selbst Helmut Lorscheid und mir nach 92 Folgen “Wundersame Bahn” noch nicht passiert ist. Die Kolleg*inn*en von extra3 hatten mal eine ähnliche Geschichte von der Zonengrenze. Aber dass das auch in Deutschlands Grosskapitalshauptstadt und Flugliniendrehkreuz passiert, mit ICEs, dem teuersten Prestigeprodukt der Deutschen Bahn AG, spricht dafür, dass es sich nicht um ein etwas neckisches Beispiel norddeutscher Provinzialität, sondern etwas grundsätzlich Deutsches handeln muss.
Wie bei der Deutschen Bank. Weiterlesen

Der Spiegel – “kein guter Ort”

Juan Moreno hatte ich vor vielen Jahren als Autor der SZ sehr geschätzt. Lange hatte er eine wöchentliche Kolumne in der SZ-Wochenendbeilage. Parallel moderierte er gewöhnlich häufiger bei Funkhaus Europa (heute: WDR Cosmo). Wie konnten die ihn nur gehen lassen? Vermutlich machte irgendwann der Spiegel ein Angebot, das mann nicht ablehnen kann.
Und dort erlebte er dann diese Relotius-Sache. Und hat jetzt dazu ein bestverkaufendes Buch auf den Markt gebracht, und, wie es heute zu den Pflichten von Bestsellerautor*inn*en gehört, kein Mikrofon und keine Talkshow ausgelassen. Weiterlesen

Krieg der Enten gegen die Möwen

Jan Haft, so eine Art amtierender deutscher Meister des Naturfilms, hatte 2017 beim NDR, der Redaktion, die auch die unübertreffliche mare-TV-Reihe betreut, ein Werk über die “Naturwunder des Nordens”, die norwegischen Fjorde abgeliefert. Ich kannte den Film noch nicht. Heute wurde er auf ARTE wiederholt, und ist einen Monat bis 15.11. mediathekverfügbar. Er ist nicht nur ökologisch-aufklärerisch, sondern auch ein Festmahl für die Augen. Und mglw, haben sie augenblicklich Appetit auf Fisch und Meeresfrüchte. Oder haben Lust nach Norwegen zu reisen (habe ich 2012 getan, vorsicht, sehr kostspielig dieses reiche Land!).

Die Ex-DDR und der Journalismus

Fangen wir mit den Schönsten an. Eva-Maria Hagen (85) und Corinna Harfouch (65) haben Geburtstag. Wie konnte ein System untergehen, das so schöne Frauen hervorgebracht hat? Jegor Jublimov/Junge Welt widmet den Damen ein verdientes journalistisches Ständchen.
Frau Harfouch hatte mich als TV-Glotzer gefangengenommen. In den dienstäglichen Polizeiruf 110-Wiederholungen des MDR (die DDR-Version, immer 22.50 h) habe ich sie als junges Ding wiederentdeckt, als ich schon hin war; das erledigte ihr Gespräch mit Alexander Kluge, gedreht mit unbeweglicher Standkamera (kein Videolink auffindbar; die Faszination der beiden war wohl gegenseitig). Und ich frage mich: Weiterlesen

Medienperlen des Feiertages

Foroutan zum “Wir” / Metz&Seesslen über “Heimat” / Zapp zum Wessi-Medienkolonialismus
So ein Feiertag ist für Medienjunkies wie mich hart. Nichts mag ich mehr anmachen oder lesen, weil überall der ähnlich verquaste vorproduzierte Krempel rauskommt – wie nicht mehr ganz frisches Hackfleisch, kaum noch geniessbar. Darum hier meine Diätvorschläge, damit Sie gesund bleiben und nicht rammdösig werden.
Arno Widmann/FR hat Naika Foroutan ausführlich interviewt. Was sie zu sagen hat wäre geeignet für Bundespräsidentenreden. Statt würdevoll beklatscht würde danach kräftig diskutiert Weiterlesen

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