Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: WDR (Seite 25 von 29)

Tatort / George Best – wäre heute alles nicht mehr möglich?

Gestern war wieder Münster-Tatort, wieder mit Rekordquote, was angesichts sommerlichen Wetters draussen durchaus noch eine Nachricht ist. Diese Prahl/Liefers/Urspruch-Nummer ist für die ARD und den WDR zu einer idiotensicheren Pointe geworden – egal wie gut oder schlecht, funktionieren tuts immer. Wir Zuchauer*innen lieben solche Rituale, unser Wohlbefinden braucht sie. Seit letztem Jahr soll sich die ARD selbst verordnet haben, pro Jahr hächstens noch zwei “Experimental-Tatorte” zu senden (die unzähligen Wiederholungen nicht mitgezählt). Preisfrage: wäre der “Münster-Tatort” dann jemals entstanden? Das Schlüsselproblem vieler Tatorte ist eher, dass sie den Daily-Soaps immer ähnlicher werden, Weiterlesen

#metoo/WDR / Facebook / Saudi-Arabien

Um die #metoo-Affäre im WDR ist es ruhig geworden. Hoffentlich ist das gut für die betriebsinternen Untersuchungen. Peter Raue, Anwalt des einzigen namentlich bekannten Beschuldigten Gebhard Henke, wehrte sich bei Meedia gegen Kritik, das offensive öffentliche Auftreten sei ein taktischer Fehler gewesen. Die enthaltene Nachricht: Anwalt Raue und der WDR haben seine Fristsetzung einvernehmlich um eine Woche verlängert. Die ist allerdings schon vorbei.
Massenhafte Laber-Texte zum gestrigen Zuckerberg-Auftritt im EU-Parlament. Ich würde diese hervorheben: Sascha Lobo/Sp-on versucht sich als Facebook-PR-Berater; Jan Philipp Albrecht und Thilo Weichert im DLF-Interview.
Saudi-Arabien fährt derzeit eine sehr, sehr teure globale PR-Kampagne. Thomas Pany/telepolis blickt dahinter, und es ist sehr, sehr hässlich, was er sieht.

WM, Stars und die grosse Politik

Es ist mir immer noch merkwürdig und blümerant, wie beredt die deutsche Medienwelt zu ihrer eigenen Verstrickung in das Agieren der Herren Özil, Gündogan und Erdogan schweigt. Zweite und dritte Reihen der Berliner Politik veranstalten sogar Lärm über die türkische Herkunft der Herren, reflektieren aber in dummer und verdummender Weise Null den globalen Charakter dieses Business und die führende Rolle, die Deutschland dabei spielt. Weiterlesen

#metoo Charlotte Roche / Sarkozy & Ghadafi / C-Waffen

In Köln ist sie hinter der Bühne als “Zicke” verschrien. Was sie aber auf die öffentliche Bühne bringt, ist alles erstklassig durchgearbeitet und erfolgreich. Charlotte Roche ist darum für Gebhard Henke in der WDR-#metoo-Debatte eine sehr starke Kontrahentin. Sie sprach mit Zeit-online. Was sie dort schildert, entspricht einer vergleichbaren Geschichte einer – beruflich sehr erfolgreichen – guten Freundin von mir. Das späte Sprechen darüber ist ein Zeichen für die tiefe Schockstarre, in die Betroffene geraten, immer mit dem Risiko dauerhafter Traumatisierung. Darum ist das Sprechen wichtig. Alles muss raus. Und die Jungs, die das wagen, sind nicht mehr sicher. Im WDR, der auch nur ein Beispiel für überall ist, wird darüber kein Gras mehr wachsen.
Daran scheitert auch Nicolas Sarkozy, Weiterlesen

Seppelt – und nun ARD?

Dopingexperte Hajo Seppelt wurde von Russland das Einreisevisum und damit die Presseakkreditierung entzogen. Er kann also nicht zur WM anreisen und von dort berichten. Die Empörung der ARD ist darüber gross und vordergründig lautstark. Aber ist sie auch rechtschaffen? Wieviel Substanz hat sie im Kern?
Seppelt hat mit der ARD, vertreten durch WDR und RBB, ähnliche Verträge wie die Talkshowmaster. Er ist nicht Angestellter, sondern selbstständiger Dienstleister. In der Dopingdiskussion hat er sich einen hochangesehenen – und gefürchteten – Expertenstatus erarbeitet, auf den die ARD-Sportredaktionen nicht verzichten wollen, und die Intendant*inn*en ihn darum vertraglich gebunden haben. So weit, so gut. Weiterlesen

WDR – auch Anderes läuft schlecht

Die taz-Kollegin Anne Fromm, nicht zu polemischen Überspitzungen neigend sondern eher ein nachdenklicher Typ Medienredakteurin, beklagt heute zutreffend ein öffentliches Diskursversagen. Und macht gleich selbst einen strategischen Fehler: den politischen Kampfbegriff “Ankerzentren” übernimmt sie unreflektiert, für eine Sache, die sich von Internierungslagern nicht unterscheiden soll. Die Älteren erinnern sich vielleicht: beim WDR gab es in früheren Jahrzehnten nicht nur Einzelfälle, sondern ganze Redaktionen, die sowas aufarbeiteten, damit viel politischen Ärger auf sich zogen, aber den öffentlichen Diskurs so auch selbst wirkungsvoll prägten. Sie taten also das, wofür ihre Erfinder die öffentlich-rechtlichen Medien einst ausgedacht haben, Weiterlesen

Amri, “die Medien”, der WDR

In diesem Jahr wird sich das Attentat vom Berliner Breitscheidplatz bereits zum zweiten Mal jähren. Da es aber keine neuen “schönen” Bilder des Entsetzens mehr gibt, ist die Berichterstattung sehr, sehr abgeflaut. Damit, dass alles aufgeklärt wäre, hat das – selbstverständlich? – nichts zu tun. Vulgärer geht es kaum. Das gilt bis heute für alles, was Thomas Moser/telepolis bisher darüber herausgefunden hat. Das Vulgäre ist, dass dieser Mann gelobt und mit Preisen überhäuft werden muss, weil all die vielen Anderen, die “irgendwas mit Medien” machen, diese Arbeit nicht erledigen. Bzw. niemand da ist, der*die sie dafür bezahlen würde. Weiterlesen

#metoo: Missbrauch im Sport

Die #metoo-Debatte umfasst die gesamte Gesellschaft, alle Bereiche, in denen Macht eine Rolle spielt, also: alle. Der Sport hat in Bezug auf #metoo, sexuelle Belästigung und Missbrauch ein paar Besonderheiten: das “besondere Gewaltverhältnis”, weil hier ausgebildet, geschult, trainiert wird, nicht selten mit einem Alters- und Generationen-Gefälle. Und weil direkter körperlicher Kontakt, der in anderen Bereichen stärker kulturell geregelt und codiert ist, hier zur alltäglichen Sache gehört, also weniger Verdächtigungen, aber auch weniger Prävention ausgesetzt ist. Weiterlesen

#metoo/WDR: Henke gerät 0:2 in Rückstand

Noch gestern wäre das nicht möglich gewesen: ein glänzend in der Kulturszene vernetzter Staranwalt, eine öffentliche Unterschriftensammlung mit Starappeal, und Gebhard Henke wäre aus dem Gröbsten raus gewesen. Doch die Diskursmachtverhältnisse haben sich verschoben, und manche der Älteren wollen das nicht wahrhaben. Was für einige noch eine erotische Spielerei war, über die frau sich nicht so anstellen solle, Vieles ist doch früher viel schlimmer gewesen, das findet eine wachsende Zahl Andersdenkender nicht mehr lustig. Es wird also neu ausgehandelt, nichts bleibt wie es war. Weiterlesen

#metoo/WDR: was schiefgehen kann, geht schief

Das Brückentagswochenende ist vorbei, der Journalismus arbeitet wieder. So erfahren wir heute von Kai-Hinrich Renner/Funke-Mediengruppe ein paar Details zu Gebhard Henke, seinem Arbeitsgeber WDR und der dort grassierenden #metoo-Affäre.
Renner dreht einen Scheinwerfer zur Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln, wo Henke einen Lehrauftrag hat. Ausbildungsverhältnisse mit ihrem “besonderen Gewaltverhältnis” sind strukturell wie geschaffen für Machtmissbrauch aller Art. Das war schon zu meiner Schulzeit so. Und alle heutigen und ehemaligen Student*inn*en wissen dazu Geschichten zu erzählen. Fragen Sie mal Extradienst-Gastautor Dieter Bott, was er alles bei Adorno erlebt hat. Weiterlesen

#metoo: Peter Raue setzt WDR unter Druck

Dumm gelaufen. Langes Brückentagswochenende, und dann das. Rechtsanwalt Peter Raue ist nicht nur in Berlin und in der speziellen kulturpolitischen Szene total vernetzt – er kennt sich auch mit offensiver PR glänzend aus. Eine gute Wahl von Gebhard Henke, der ihn für die Wahrnehmung seiner Interessen mandatiert hat.
Henke ist, was seine künstlerische und Medienmacht betrifft, tatsächlich so eine Art deutsche Legoland-Ausgabe von Harvey Weinstein. Was in Hollywood Kino ist, das war in Deutschland Fernsehen – und beim Tatort, den Henke als ARD-Koordinator verantwortet, ist es das sogar heute noch. Hollywood liegt in Kalifornien, die Tatort-Produktionsmacht in Köln am Rhein. Stellen Sie sich das bildlich mal vor ….
Ob Henke in seinem Umgang mit Frauen auch ein kleiner Weinstein ist, Weiterlesen

#metoo & WDR: ein neuer Zusammenhang

Meine folgende Kommentierung stützt sich auf diesen Bericht der WAZ (Funke-Mediengruppe), dessen Richtigkeit ich voraussetze, aber nicht gegenrecherchiert habe. Autor Kai-Hinrich Renner habe ich bisher als recherchestarken Medienjournalisten wahrgenommen, auch wenn ihm gelegentliche Intrigen nicht fremd sind, klassische professionelle Deformation, in der Branche keine Ausnahme sondern Regel.
Arnim Stauth kenne ich als Journalisten schon einige Jahrzehnte, wir sind uns bei wenigen Gelegenheiten persönlich begegnet. Ich schätze ihn als Journalisten sehr, halte ihn für eine Spitzenkraft. Bis heute ragen seine seltenen Tagesschau-Beiträge positiv heraus: abweichende, kritische Meinungen werden bei ihm in der Regel auch in Kürzestbeiträgen nicht unterschlagen, wie wir es leider ansonsten meistens schon gewöhnt sind. Seine Reporterleistungen sind zu Recht mit Preisen bedacht worden. Solche Leute schmücken ihren Sender.
Solche Leute sind nicht selten auch komplexe “schwierige” Persönlichkeiten. Weiterlesen

FJS zur Grundsteuer / #metoo im WDR (Forts.)

Niklas Maak ist ein seriöser Journalist. Darum glaube ich ihm mal, wenn er Franz-Josef Strauss – den Heiligen der CSU – von 1970 zitiert: „Die Grundstückspreise steigen in einem Maße, dass es nicht zu verantworten ist, diese Gewinne unversteuert in die Taschen weniger fließen zu lassen.“ Ich kannte Strauss vor allem über Bernt Engelmanns Schwarzbuch, dieses Zitat kannte ich nicht. Ob es die CSU von heute noch kennt?
Maak beschreibt in der FAS die neoliberalen Horrorvisionen aus dem Büro der verstorbenen Stararchitektin Hadid – und die linken Alternativen, die eher in die Richtung der Vernunft des Mannes gehen, in dessen Richtung ich 1980 noch Gemüse geworfen habe.
Zur Vollständigkeit der #metoo-Debatte im WDR hier die Darstellung aus Sicht meiner Gewerkschaft. Ihr entnehme ich, dass ähnlich wie beim DFB und Freshfields eine parteiische Anwaltskanzlei mit weiteren Untersuchungen beauftragt wurde. Ich zweifle, ob das einer allgemein respektierten Wahrheitsfindung dient.

#metoo, WDR und Correctiv – noch viel Klärungsbedarf

Vor wenigen Wochen hatte ich hier anhand des Streits um einen Dokumentarfilm zum Thema Antisemitismus die Unternehmenskommunikation des WDR kritisiert, vor allem die innere und den Umgang mit Mitarbeiter*inne*n. Die derzeit an #metoo-Fällen im gleichen Sender geführte Debatte verstärkt diese Eindrücke.

Ich stimme den Ausführungen von Sonia Mikich im Spiegel-online-Interview immer noch weitgehend zu. Es ist auch richtig, wenn sich die Leitung des Senders Zeit nimmt: lieber gründlich aufklären als schnell (ganz wie ich das auch bei Skripal verlange).

Wenn die Darstellung von Correctiv allerdings zutrifft, Weiterlesen

Unsere Verantwortung für Bayer und Monsanto

Die EU-Kommission hat vor Wochen einen entscheidenden historischen Fehler begangen – sie hat der Fusion von Bayer und Monsanto zugestimmt. Gestern haben amerikanische Kartellaufsichtsbehörden den Weg für die Fusion frei gemacht. Diese Fusion könnte sich als eines der größten ökonomischen Verbrechen gegen die Umwelt und zur Zerstörung vieler bäuerlicher Existenzen und sozialer Gefüge in der Dritten Welt herausstellen – und wir haben nichts dagegen getan. Die Geschäftsmodelle von Monsanto sind darauf ausgerichtet, die Bauern der Welt mit gentechnisch verändertem Saatgut ökonomisch abhängig zu machen und letzlich zu versklaven. Zum Saatgut verkauft Monsanto noch Pestizide, Weiterlesen

#metoo im WDR / China in Pakistan

Es wäre eine Sensation, wenn es das in einem Unternehmen mit mehreren tausend Beschäftigten nicht gäbe: auch der WDR hat seine betriebseigene #metoo-Debatte. Ein nicht namentlich genannter Auslandskorrespondent hat sich bei Übergriffigkeiten gegenüber einer Praktikantin erwischen lassen, bzw.: die Dame hat sich gewehrt. Gratulation zu ihrem Mut. Medien sind geil auf “was mit Sex in Medien”, so lange es nicht der eigene Laden ist. Also ist Spiegel-online sehr interessiert. WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich traute sich zu einem Interview, blieb also nicht in Deckung. Weiterlesen

ARD-Presseclub / ZDF-Sportstudio / NRW-SPD / Bundesverfassungsgericht

Markus Beckedahl ist morgen um 12 Gast im ARD-Presseclub. Er ist einer der klügsten netzpolitischen Köpfe unserer Republik, Mitgründer von netzpolitik.org, Manager der re:publica. Und war sogar mal Mitglied der Grünen, in frühester Jugend, hier umme Ecke in Bornheim. Wahrscheinlich hat er Horst Becker nicht lange ausehalten ….;-) Die übrige Besetzung der ARD-Runde verrät erneut die Castingschwächen des Altmediums Fernsehen: Prominenz vor Kompetenz. Weiterlesen

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