Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Afrika (Seite 15 von 25)

Desolate Lage in Südafrika?

Birgit Morgenrath hat sich an politisch gleicher Stelle wie ich engagiert, begann nur ein paar Jahre später damit: im Engagement gegen Rassismus bei der Anti-Apartheid-Bewegung der BRD (AAB). Nun hat sie beim DLF ein wichtiges Feature zur heutigen gesellschaftlichen und politischen Lage in Südafrika (45 Min.; Manuskript nachlesbar) abgeliefert. Es löste bei mir auf für Features mustergültige Weise einen Denkprozess, eine kleine Selbstprüfung aus, der sich Morgenrath bei der Produktion vermutlich auch selbst unterzogen hat. Weiterlesen

Menschen aus Libyen herausholen

Mirco Keilberth/taz beschreibt den aktuellen Stand der Hölle in Libyen. Wer die bedrohten, eingesperrten, versklavten und misshandelten Menschen da nicht herausholen will, hat seine Humanität bereits irgendwo an der Garderobe abgegeben, Bei der 5-Minuten-Recherche zu diesem Thema stiess ich auf einen schon fast einen Monat alten Offenen Brief an die politisch verantwortlichen Institutionen unseres Landes, dessen Inhalt leider aktuell geblieben ist. Er ist nebenbei ein beeindruckendes Zeugnis der Vielfalt und des Umfangs der Flüchtlingssoldarität. Weiterlesen

Notstände: Wohnungen, Pharma-Gifte

Der Fortschritt ist eine Schnecke. In wenigen Problembereichen bewahrheitet sich das so brutal, wie in der Wohnungspolitik. Der wirtschaftspolitische Blog WiSo hat richtig erkannt, dass öffentliche Wohnungsunternehmen, da, wo sie nicht voreilig verkauft wurden, Teil der Lösung sein müssen. Patrick Schreiner beschreibt unterschiedliche Beispiele: Berlin, Dresden, Bersenbrück, Osnabrück, Kiel, Laatzen, München. Zum bei ihm nicht erwähnten Bonner Wohnungsunternehmen Vebowag bitte hier entlang.
Es gehört zum Volkswissen über die USA, dass junge, schwarze Männer dort vorzeitig erschossen, auf jeden Fall aber millionenfach eingesperrt werden. Nun gibt es eine Wende bei den Weissen. Weiterlesen

Die Lobbyistin

Erneut hat sich die Bundeslandwirtschaftsministerin heute morgen im Deutschlandfunk für die Gentechnologie ausgesprochen. Neue Methoden wie die Gentechnikschere könnten schneller und besser als Züchtungen dazu beitragen, Pflanzen hitze- und trockenheitsresistent zu machen und zur “Erntesicherung” beizutragen. Hinter dieser auf den ersten Blick einfachen Meldung stecken massive Lobbyinteressen und fatale Irrtümer der Landwirtschafts- und Chemiepolitik der Großen Koalition. Zum einen akzeptiert dieses Konzept bereits den stattfindenden Klimawandel und trägt in erschreckendem Maße den Versäumnissen der Koalition bei der Einhaltung der Klimaziele Rechnung. Man hat sich offensichtlich mit der Naturzerstörung abgefunden und kümmert sich jetzt nur noch darum, resistentere Pflanzen zu züchten. Weiterlesen

Freiwilligendienste – Weltreisen für das Gute?

von Informationsstelle Lateinamerika (ila)

„Man geht heute mit 18 Jahren in einen Slum, das ist einfach so. Das macht sich gut im Lebenslauf. Das ist auch ganz oft der Moment beim Vorstellungsgespräch, wo der Personaler hellhörig wird und noch mal nachhakt: ‚Ach, Sie waren im Slum? In welchem waren Sie denn? Mensch, in dem Slum war ich auch!‘ Und schon hat man ’ne persönliche gemeinsame Basis!“ Kabarettist Christian Ehring hat’s erfasst. Der Gewinner des Kleinkunstpreises 2019 gibt den Vater aus der oberen Mittelschicht, der seinen lethargischen Nachwuchs dazu drängt, seinen Lebenslauf zu pimpen: Weiterlesen

Will Wadepuhl Weltherrschaft?

Gegen USA und Russland – diesmal in Libyen?
Ich hatte mich schon gewundert, warum die seit dem Sturz Ghadafis andauernden mörderischen Bandenkriege in Libyen wieder Aufmerksamkeit in der deutschen Öffentlichkeit bekommen. Es hängt wahrscheinlich mit dem Vorsitzamt im UN-Sicherheitsrat und einer entsprechenden deutschen Interessenoffensive zusammen. Das muss nichts Schlimmes sein, kann aber. Das verdeutlichte heute der Herr Wadepuhl, mit dessen Interview ich aus dem Bett fiel. Weiterlesen

Mahgreb und Nahost – jenseits von Terror und Krieg?

Nein, Außenpolitik sollte nicht nach moralischen Gesichtspunkten geführt werden. Da hat Jean-Claude Juncker recht, wenn er sagt, wenn wir nur noch mit lupenreinen Demokraten reden wollten, würde es sehr schnell einsam um die EU – und sogar intern mit Ungarn und Italien. Das mag sein – der Ägyptische Militärherrscher Al-Sisi hat sich gegenüber dem Westen auf der Nahost-Konferenz der EU verboten, dass man seine Auffassung von Menschenrechten beurteilen werde. Peinlich, mit wem man da zusammensaß. Dabei wird immer klarer, wie moderne IT-Techniken die Menschen- und Bürgerrechte unter den Bedingungen der arabischen Despoten zerstören. Weiterlesen

Gut geschmiertes Erfolgsmodell

von Thilo F. Papacek
Der brasilianische Baukonzern Odebrecht hat über Jahrzehnte Politiker*innen in zwölf Ländern Lateinamerikas bestochen

Seit fünf Jahren ermittelt die brasilianische Bundespolizei im Fall Lava Jato (Autowaschanlage). Der Korruptionsfall um den brasilianischen staatlichen Erdölkonzern Petrobras und den Bauriesen Odebrecht weitete sich bald auf andere lateinamerikanische und afrikanische Länder aus. Der Fall demonstriert, wie Korruption demokratische Entscheidungsmechanismen untergräbt.

Eine Strafzahlung von 228 Millionen US-Dollar soll es nun sein. Weiterlesen

Algerien

Das Land hat es nach langer Zeit mal wieder in die Tagesschau geschafft. Seine Verwüstungen durch Kriege und Bürgerkriege liegen weit kürzer zurück als hierzulande. Die Traumatisierungen sind alle noch da. Aber die Demografie unterscheidet sich stark zu uns, und die Ökonomie auch. Das heisst: der “Babyboom” ist hier vorbei, und dort aktuell. Was wir hier Wirtschaftskrise nennen, würden sie sich dort wünschen.
Thomas Pany/telepolis war der Erste, Weiterlesen

Brexit – Global Britain – Krone der Irrationalität

Ob, wie und wann der Brexit vollzogen wird, steht einen Monat vor dem angepeilten Termin immer noch nicht fest. Allein dieses Szenario ist ein Synomym für Chaos und Irrationalität. Und wie sich der Brexit für Großbritannien und die EU konkret auswirken wird, ist derzeit spekulativ. Völlig unverantwortlich wird die Sache, wenn man befürchten muss, dass an der Grenze zwischen Nordirland und Irland wieder ein gewaltsamer Konflikt entstehen kann. Weiterlesen

Zumach hat Ärger / Ein einziges Loch: Stuttgart / SPD in Amerika

Extradienst-Autor Andreas Zumach hatte hier bereits ärgerlichen Stress berichtet, den er sich mit seinem politischen und journalistischen Engagement eingehandelt hat. Für einen, der seine politische Sozialisation bei der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste bekommen hat, muss das eine bittere Erfahrung sein. Es ist kein Einzelereignis geblieben, sondern gestaltet sich als Erlebnisserie, jetzt am Beispiel des Göttinger Friedenspreises, dessen Jury-Vorsitzender er ist. Er bittet um Hinweis auf einen Kommentar von Micha Brumlik, den die taz in ihrem norddeutschen Lokalteil versteckt hat.
Stuttgart ist ein schlimmes Loch, in erster Linie für seine Einwohner*innen, Weiterlesen

Neokolonialismus in Afrika – heute

Der Kameruner Achille Mbembe ist ein Wissenschaftler, dem es langsam gelingt, auch in den Öffentlichkeiten der Kolonialmächte wahrgenommen zu werden. Die ebenfalls recht interessante Autorin Ursula Menzer widmete ihm heute in ihrem Beitrag im Rahmen der DLF-Reihe Essay und Diskurs “Subsahara-Afrikas postkolonialer Diskurs” angemessene Aufmerksamkeit.
Was dabei ein bisschen philosophisch und historisch wirkt, was es objektiv nicht ist, das lässt sich ganz praktisch und konkret an der Politik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Afrika studieren. Weiterlesen

Sind Männer doch Schweine?

Frankreich – gutes Essen, weltbester Wein, das Verstehen gut zu leben, die tollen Kinofilme, das revolutionäre Bewusstsein, das uns die Menschen- und Bürger*innen*rechte schenkte. Gut, auch das Land der Klassengesellschaft, der Eliteschulen und eines brutalen verbrecherischen Kolonialismus, der bis heute nicht überwunden ist. Nicht zu vergessen: das Land starker und schöner Frauen, die uns durch Literatur und Kino eingeprägt wurden.
In diesem im Grossen und Ganzen schönen Land wurde nun die Existenz einer Männersekte “LOL” aufgedeckt, Weiterlesen

Sahara als Kriegsgebiet / Agrardaten / Kneipensterben

Bernd Schröder/telepolis schreibt über die Ölförderversuche im Sudan und Südsudan. Ob es eine gute Idee war, das Ganze zu zwei Staaten zu spalten? Der Süden hat die meisten Ölquellen, der Norden Meereszugang und Pipeline. Um solche Pipelines gib es überall auf der Welt maximale Erregung, da wissen wir was von in Deutschland (dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv).
Ganz in der “Nähe”, im Nachbarland Zentralafrikanische Republik spielt sich ein Krimi um Gold und Diamanten ab. Weiterlesen

Northstream2 / Nigeria / Venezuela / Tatort

Zum ersten Mal las ich heute substanzielle Argumente gegen das Northstream2-Projekt. Sie betreffen jedoch nicht deutsche Interessen, sondern russische. Was Ute Weinmann/Jungle World schreibt, wird als öffentliches Thema die Putin-Administration nicht amüsieren. Im Kern ist ihre These, dass unter ihrem Deckmantel die Ausplünderung des Staates, in diesem Fall des Staatskonzerns Gazprom, durch (regimetreue) Oligarchen fortgesetzt wird, wie zu “besten” Jelzin-Zeiten.
Von hiesiger Öffentlichkeit unbemerkt ist im bevölkerungsreichsten Land Afrikas, Nigeria, Weiterlesen

Sudan – voller Sprengstoff

Vom Sudan wissen die meisten, dass der Nil durchfliesst, und dass es dort ziemlich heiss sein muss. Besserinformierte wissen immerhin, dass es dort eine irgendwie islamische/islamistische Regierung gibt. Nur noch wenige wissen, dass es mittlerweile zwei Sudans gibt – ein Südsudan hat sich/wurde abgespalten. Gegen den Präsidenten des Nordrest-Sudan wurde sogar international prozessiert. Doch ohne grosses öffentlichen Aufheben drum zu machen, hat die Bundesregierung längst die Beziehungen zu dessen Regierung verbessert. Weiterlesen

Der verratene Markt

Werte und Sinn einer wahrhaft freien Marktwirtschaft

Die Kernfrage bei der Bewertung dieser philosophisch-politischen Frage ist der Gegensatz zwischen Humanismus und funktionalem Liberalismus. Letzterer wurde und wird insbesondere von neoliberalen Kräften genutzt. Dabei dominiert das reine Nutzendenken, das man bei den diversen Freihandelsabkommen, wie z.B. beim TTIP, beobachten kann. Das Ziel solcher Abkommen ist der Profit der wohlhabenden Staaten, während die armen Staaten Afrikas überwiegend zu den Verlierern gehören.

Die Globalisierung muss neu gedacht und gestaltet werden. Weiterlesen

In aller Unschuld

Die „New York Times“ steht unter Druck, weil sie ein Foto veröffentlichte von den Opfern der jüngsten Terrorattacke in Nairobi. Der Vorwurf: Wären die Betroffenen Weiße, wäre das Foto nicht gezeigt worden

Das Foto verstört. Leichen sind darauf zu sehen, zusammengesunken auf den Stühlen eines Cafés. Auf dem Tisch vor einem der Toten steht ein aufgeklappter Laptop. „Aus dem Leben gerissen“: Die abgedroschene Formulierung kommt mir plötzlich gar nicht mehr so abgedroschen vor.

Die Ermordeten sind Opfer der jüngsten Terrorattacke in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Weiterlesen

Jemen / Russland / Indien / Pakistan / Ägypten / Gabun / Italien

Jemen
27mal an 365 Tagen soll die Tagesschau im letzten Jahr über die nach Urteil der Uno “schlimmste humanitäre Katastrophe”, den Jemen-Krieg, berichtet haben. Dafür ist es aber deutschen Konzernen umso besser als gelungen, sich am dortigen Massenmord aktiv zu beteiligen. Wenn die Bundesregierung vornerum eine Exportstoppshow spielt, wird hintenrum von ausländischen Produktionsstandorten geliefert, und simsalabim – keine*r ists gewesen. (der letzte Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv).
Russland
Während hierzulande über Ukraine, Sanktionen und Northstream2 gestritten wird, ärgern sich die Russ*inn*en über das Gleiche wie wir: die Rente. Weiterlesen

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