Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Gesundheitspolitik (Seite 41 von 45)

Es fehlt was

Rezos Pressekritik
mit Update 4.6.
Der Kerl hats geschafft. Von 0 auf 1. Bis heute 1,8 Mio. Aufrufe, das schafft im Medienjournalismus sonst niemand. Mit weitem Abstand. Und mittlerweile nehmen ihn alle ernst. Willkommen. Der Durchschnitt wird durch ihn auch und gerade qualitativ steil nach oben gezogen. Ich habe mir gestern Abend die Stunde genommen. Nicht alles hat mich begeistert. Weiterlesen

Unwirkliche Sternstunde der Raumfahrt

am 30. und 31. Mai 2020 wurde eine neue Ära der bemannten Raumfahrt eingeläutet: Erstmals wurden von den USA aus Astronauten von einem kommerziellen Unternehmen ins All transportiert. Vielleicht  sollte ich vorausschicken, dass ich ein überzeugter Befürworter der unbemannten und bemannten Raumfahrt bin, denn ich sehe darin die einzige Möglichkeit für die Menschheit, das Sonnensystem zu verlassen, wenn die Sonne einst beschließen wird, zu Nova zu werden und die Erde zu verschlucken. Soweit dürfte es in etwa in 3-4 Milliarden Jahren sein Weiterlesen

Grüne Weicheier

Ein wichtiger Bonner CDU-Politiker des vorigen Jahrhunderts, Stephan Eisel, schreibt über die Absichten der Grünen OB-Kandidatin Katja Dörner: „In ihrer als allgemeinen Wohlfühlerklärung formulierten Kandidaturankündigung blitzt an einer Stelle ihr Politikverständnis auf. Sie schreibt: ‚Aber es ist Zeit, den Verkehr konsequent an Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auszurichten.‘ Autofahrer kommen nicht vor. Verkehrspolitik im Konfrontationsmodus statt Verkehrspartnerschaft, die alle (!) Verkehrsteilnehmer einbezieht.“ Schnüss-Autorin Gitta List „beunruhigt (das) nicht unbedingt“. Diese Ruhe teile ich nicht. Weiterlesen

Wer will berührt werden?

Gutes und böses Zweifeln
Wie verändert die Corona-Krise das menschliche Zusammenleben? Unbemerkt verändern sich „Frames“. Jahrzehntelang galt Zweifel und Skepsis als links, oder mindestens linksliberal. Jetzt soll es rechts sein. Wissenschaftsgläubigkeit galt – auch und vor allem für Grüne – als konservative Gleichschaltung zugunsten industriellen „Fortschritts“. Mühevoll wurden dagegen wortungeheuerliche Dämme wie Technikfolgenabschätzung gebaut. Jetzt gibt es scheinbar wieder „die“ Wissenschaft. Und wer dem widerspricht, was die meisten dafür halten, gilt zwar wie immer als Ketzer, aber jetzt als Rechter. Weiterlesen

Der Kerl will nicht still sein

Ein kleines Hoffnungszeichen für die Bonner Grünen
Meine Ferndiagnose: ADHS für Erwachsene plus die Männerkrankheit nicht-rechtzeitig-aufhören-oder-wenigstens-einfach-mal-die-Klappe-halten-können. Die Bonner CDU habe ich in ihrer Heterogenität in mehreren Jahren Ratskoalition näher kennen gelernt – anständige, ehrliche Leute und lernunfähige rechte Knallköpfe in einer Partei vereint. Gemeinsam ist ihnen der Konkurrenzneid auf die eigenen Parteifeinde – warum soll es ihnen besser gehen als mir bei den Grünen? – und, das ist das Besondere: seit der Europawahl im Vorjahr unter Schock. Und jetzt die Coronakrise: sie können ihr Glück der letzten Chance kaum fassen. Weiterlesen

Spucken

In Sachen Corona-Pandemie werden von Bundes- und Landesregierungen die widerständigen Proteste ernst genommen, die anhalten, obwohl oder weil – Masken hin, Desinfektion her – die „Lockerungen“ ausgiebig genutzt werden. Ob sich, da die Biergärten geöffnet sind, die U-Musik wieder einmal einer Krise bemächtigt? Klar ist: Alles ist politisch – sogar das deutsche Liedgut. Gottseidank: Der 30. Mai wäre schon einmal heil überstanden. Weiterlesen

Wie kommen sie durch?

Bonner/Beueler Kleinunternehmen in der Krise (im Radio)
Das DLF-Wochenendjournal (samstags 9:10 h, oder zum Nachhören) ist durchgehend guter Radiojournalismus, vielstimmig, informativ und atmosphärisch dicht. So auch heute: Stephan Beuting berichtete über Bonner Kleinunternehmen, teilweise sogar von unserer schöneren Rheinseite, wie sie durch die Coronakrise gekommen sind (Audio, 40 min.); einen der Porträtierten kenne ich persönlich. Beuting besuchte seine Protagonisten im Abstand von vier Wochen, um Stimmungsschwankungen einzufangen.
Es wird Sie nicht überraschen: die Stadtverwaltung Bonns schnitt in der Reportage nicht besonders gut ab. Weiterlesen

Kein New Age, please

Die Lehre aus der Coronakrise ist für Slavoj Žižek nur eine neue Form von Kommunismus
Zeit zum Nachdenken, Chance für die Entschleunigung, bewusster leben. Während der Coronakrise verging kaum ein Tag, an dem nicht die Chancen für einen anderen Lebensstil beschworen wurden, den das Coronavirus – neben den Schrecklichkeiten – doch biete.

Für derlei Ideen hat Slavoj Žižek wenig übrig. Am Schluss seiner jüngsten, gerade in den USA erschienenen Streitschrift verfällt der slowenische Philosoph in den Duktus eines Achtziger-Jahre-Altlinken, der die aufkommende Seuche der „Selbsterfahrung“ als Ablenkung von der harten Pflicht des Klassenkampfs geißelt. Weiterlesen

Auch Amazon eine Fleischfabrik?

Nichts ist älter, als die Nachrichten von gestern. Andererseits: gut abgehangen schmeckt besser. Die Fleischfabrik Amazon interessiert das dagegen nicht. Was ist das überhaupt, Amazon? Versandhaus? Buchladen? Fußballsender? Logistikzentrum? Big Data? Virus-Spreader? Sklavenhändler? Medienkonzern? Weltregierung? Es ist alles! (Ein Fehler ist eingebaut, raten Sie selbst.) Jedenfalls ist Amazon reich und mächtig genug, sich werbende Öffentlichkeitsarbeit schon wieder sparen zu können. Besser schlechte Nachrichten als gar keine, gilt für den Konzern nicht. Das Geschäft läuft mit dem Virus so gut, dass jeder Lärm darum vermieden werden soll. Am besten, die Öffentlichkeit bemerkt ihn gar nicht.
Es gibt tapfere Kämpfer Weiterlesen

Antischwule Steinzeitgesetze

Ich dachte bisher, politisch einigermaßen informiert zu sein, ungefähr zu wissen, wo und wodurch es heute noch Diskriminierungen gibt – Grüne und FDP haben es heute geschafft, mich mit der Realität zu überraschen. Oder besser: Eigentlich habe ich es den gerne von Rechtsextremisten diffamierten öffentlich-rechtlichen Medien zu verdanken. Denn obwohl ich heute zur Begleitung meiner eher handwerklichen Tätigkeiten auf „Phoenix“ die Bundestagsdebatte geschaltet hatte, hörte ich zwar, dass der Präsident über die Vertagung einer Debatte abstimmen ließ, aber mangels Tagesordnung und Vorlagen bemerkte ich gar nicht die Brisanz dessen, was da vertagt wurde: Weiterlesen

Das Virus der „Corona-Demos“

Ich hab mir die Kölner Demo der Corona-Gegner angeschaut und war entsetzt. Zum einen einige offensichtlich unbedarfte Bürger*innen, allerdings in der Minderzahl, ansonsten ein Konglomerat von Nazis, Esoterikern, Impfgegnern, Verschwörungstheoretikern, („gib Gates keine Chance“) und Wirrköpfen bis zu Hardcore-Nazis – der Kölner Stadtanzeiger berichtete über einen als KZ-Häftling verkleideten Extremisten, der ein Plakat mit dem Titel „Maske macht frei“ in die Höhe hielt. Ähnlich wie ein stadtbekannter Neonazi vor zwei Wochen in Berlin, der sich einen „Judenstern“ als Armbinde angelegt hatte. Weiterlesen

Rostock – Europa – China, und noch ein Sack MedienReis

Im 3sat-Magazin nano hatte ich schon einen Beitrag über die Schule gesehen. Allerdings fehlte die kritische Betrachtung, die Florian Rötzer/telepolis dazu liefert: ein Schulleiter in Rostock hat auf „Normalbetrieb“ geschaltet, mithilfe einer Firma, die Virustests verkauft, sie der Schule aber zu Marketingzwecken schenkt. Das kann, wie Rötzer vermutet, auch zu schweren sozialen Verwerfungen und dem Einsickern von Selektionsmechanismen und -zwängen führen. Da wäre mal wieder die Kunst des Abwägens (= Politik) gefragt. Gibt es die in Rostock?
Die „grosse“ Politik hat grössere Sorgen. Für EU-Europa geht es, Weiterlesen

0,01%

75% der Bevölkerung sollen die Coronapolitik der Bundesregierung „gut“ oder „sehr gut“ finden. Naja, ist halt immer eine frage der Alternativen. Gibt es ein besseres Angebot irgendeiner Opposition? Mir ist auch keins bekannt.
In den letzten Tagen fiel mir auf, dass die sich anmassend „Die Linke“ nennende Partei es immerhin sporadisch in den Schweinwerferkegel öffentlicher Aufmerksamkeit geschafft hat. Ob zum Nach- oder Vorteil möge jede*r selbst urteilen. Weiterlesen

Entsozialisierung, unsexy

Zieht ein neuer Generationenkonflikt herauf? Es gibt die These, dass die Coronaviruskrise bereits angelegte gesellschaftliche Entwicklungen beschleunigt, und wie durch ein Brennglas sichtbarer macht. Sie ist nicht Grund oder Ursache, sondern „nur“ Beschleuniger. Da ist wohl was dran. Ein Brennglas ist erneut das Fußballbusiness. Das testet, ob es auch ohne richtige Menschen (= Fans) funktioniert. Sie wünschen es sich so sehr, es könnte Kosten senken und Profite steigern. In allen anderen gesellschaftlichen Bereichen ebenso: Handel ohne Kaufhäuser, Parteien ohne Parteitage, Wahlen ohne Wahlkämpfe, Schule ohne Schule … Weiterlesen

Lebensverkürzer Sport

Ich wusste es schon vor meiner Pubertät, als ich noch aus der Naziherrschaft übrig gebliebene Klassen- und Turnlehrer in einem Jungengymnasium in Gladbeck geniessen musste: Sport ist Mord. Nun ist das endlich wissenschaftlich untermauert. Nicht so grobschlächtig, aber definitiv lebens(-erwartungs-)verkürzend. Je leistungsorientierter und leistungsstärker, umso mehr. Statistisch gesehen. Selbstverständlich ist jeder Einzelfall anders, wie es jeder Stoffwechsel und jeder Mensch ist. Weiterlesen

Keine Hilfen für Unternehmen ohne Auflagen

Kleine und mittlere Unternehmer und Selbständige bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Für Soloselbständige und Einzelunternehmer hat die Bundesregierung zwar schnelle Soforthilfen beschlossen, aber das Ganze hatte einen Haken: die zumeist 9.000 € durften nur für betriebliche Kosten verwendet werden. Das ist für viele Künstler, Soloselbständige und selbständige Dienstleister ohne Praxisräume oder Werkstätten ein Problem. Zum Beispiel für Journalist*innen. Viele arbeiten von zu Hause im Homeoffice, mindern aus wirtschaftlichen Gründen ohnehin ihre Fixkosten und kommen trotzdem in der Krise nicht über die Runden, denn Mieten für Wohnung, Raten des Autos, Internet und Weiterlesen

Die Krise als Sternstunde der Demokratie

In diesen Tagen wird häufig gesagt, die Corona-Pandemie sei die größte Zäsur für unser Land seit Gründung der Bundesrepublik. Wir erleben gegenwärtig eine Krise, die in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Vorbild ist, sagte Bundesfinanzminister Scholz im Deutschen Bundestag. Gemessen daran, ist die politische Debatte darüber, wie es nach der Krise weitergehen soll, ausgesprochen marginal. Einig scheint man sich zu sein, dass es vor allem darum geht, den „Normalzustand“ wieder herzustellen. Was darunter zu verstehen ist, darüber dürften die Vorstellungen jedoch weit auseinander gehen. Weiterlesen

Die egomanischen Vier

Gut gebrüllt Peter / Ex-Jungdemokrat Pascal dreht dagegen ein bisschen durch
Niederlande, Österreich, Schweden, und Dänemark sind die Letzten in EU-Europa, die die monetaristische Egomanen-Pose aufrechterhalten, zusammen mit den Rechten in FDP, CDU, AfD und denen nahestehenden deutschen Medien. Peter Kapern/DLF, den ich noch gut aus seiner Düsseldorfer Korrespondentenzeit kenne und schätzen gelernt habe, kommentiert das mit wünschenswerter Deutlichkeit. Nur seine Schlussthese würde ich relativieren: Weiterlesen

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