Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Lesebefehle (Seite 73 von 130)

FR zieht Ostern für sich vor

Update: mit Korrektur eines falsch gesetzten Links
Die Krise als GAU von Demokratie und Öffentlichkeit
Zum Start in den Tag verhalf mir Isolde Charim. Sie ist eine Altersgenossin und so kluge Frau, dass ich rätsele, warum sie noch in kaum einer der pilzartig sich ausgebreiteten deutschen TV-Trash-Talkshows zu sehen war. Es spricht eher für sie. Vielleicht lehnt sie solche Einladungen mit all ihrer Klugheit sogar ab. Es gibt derzeit wenig Motive, morgens das Bett zu verlassen Weiterlesen

CDU / Facebook / Russland / Brasilien

Albrecht von Lucke/Blätter analysiert die Lage der CDU. In diesen schnelllebigen Tagen scheint mir sein grundsätzlich kluger Text nicht mehr ganz auf der Höhe. Armin Laschet inszeniert seine “starker-Mann”-Seite, tritt, so dass es alle Medien auch mitkriegen, Konkurrent Söder ans Schienbein … und wäre in dem Moment unschlagbar, in dem er mit ihm ein Zweckbündnis eingehen würde, wie es die schlaue Merkel einst mit Stoiber tat (und wie er es mit dem kleinen Spahn schon getan hat). Offen muss bleiben, wie lange der Ausnahmezustand, der der CDU nützt, bleibt. Und wie lange der Nutzen anhält, wenn er beendet ist. Weiterlesen

Wie “nützlich” ist das Virus?

Ausnahmezustand mglw. rechtswidrig
Vor Wochen schon ahnte ich, dass das fiese Virus für die CDU arbeitet. Dafür bin ich alt genug, das gelernt zu haben. Alle Demoskop*inn*en geben mir Recht. Wer über den Ausnahmezustand bestimmt, ist halt im Vorteil, vor allem wenn ihm im Normalzustand Abwahl droht. Wäre nicht das erste Mal. Aber das ist natürlich eine “Verschwörungstheorie”. Entscheiden Sie selbst, wie sehr Sie daran glauben. Im Folgenden versuche ich mich wieder mit Fakten zu befassen.
In LeMonde diplomatique fand ich erneut Aufklärerisches über Viren und Virenpolitik. Weiterlesen

Das “Saigon” kämpft ums Überleben

In der Bonner Nordstadt gibt es das “Saigon” – seit über dreissig Jahren die erste Adresse für natürliche fernöstliche und vietnamesische Küche. Die kleinen, gebratenen Frühlingsrollen, die selbstgewickelten, vegtarischen Gemüserollen, Salate, Suppen und viele Gerichte mit Koriander, Minze und vielfältigen asiatischen Kräutern sind ein Gedicht. Und im Gegensatz zu manchem “Chinesen” gibt es weder Fleisch, das mit Glutamat weich gequält wurde, noch irgendwelche anderen Geschmacksverstärker und Tricks mit künstlichen Aromen. Schon Jahrzehnte, bevor vegan “in” wurde, hatte das “Saigon” einen veganen Kartenteil. Eine weitere Besonderheit des “Saigon”, das nun wie alle Gastrobetriebe in Bonn um die Existenz kämpft, ist die Geschichte ihrer Besitzerfamilie, über die ich hier schon einmal berichtet habe.  Weiterlesen

Kontrollverlust-Pandemie

Vernünftig und guter Stimmung bleiben – wer das heutzutage schafft, ist berechtigt sich Künstler*in zu nennen. Finde ich. Als ich diesen Blog startete, habe ich mir vorgenommen, solche Autor*innen zum Mitschreiben einzuladen, von denen ich persönlich weiss, dass sie noch alle Tassen im Schrank haben. Jetzt geraten wir in Lebenslagen, in denen wir uns selbst da nicht mehr sicher sein können. Darum seien Sie gewarnt: nicht alle Texte, die ich im Folgenden benenne, werden Ihre innere Stabilität stärken.
Am ehesten noch Margarete Stokowski/Sp-on, Weiterlesen

Pandemiezentren Iran Indien

Mein ehemaliger Mitbewohner und Extradienst-Autor Ali Mahdjoubi hat, wenn meine Erinnerung noch korrekt ist, fünf ältere Brüder. Die haben Medizin studiert. Nur Ali wich ab: er studierte Hydrogeologie in Baku, damals noch UdSSR. Alle flohen vor dem Mullahregime nach Europa. Alis Brüder stärken jetzt das Gesundheitssystem Deutschlands und Europas. Er selbst stärkt die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth durch seine vielsprachige Mitarbeit.
Sie alle fehlen jetzt dem Iran, in dem sich – schon vor dem Pandemie-Ausbruch – seit Jahren eine Gesundheitskatastrophe abspielt, Weiterlesen

Noch 300 Tage?

Kommt Ihnen schon Schwermut? Bei mir noch nicht. Obwohl: als “stabil” würde ich meine gute Laune nicht mehr bezeichnen. Die gegenwärtige Sonne, beim betont langsamen Einkaufen genossen, hilft sehr. Versuchen Sies. Und keine Hamster-Grosseinkäufe, sondern lieber öfter zu einzelnen Anlässen: das bringt mehr Bewegung und Licht. Und auch über mehr als 1,5 m Abstand lassen sich Kontakte pflegen und Scherze machen – so jedenfalls heute mittag im Momo und bei Edeka-Lange. Denn das Schlimmste kommt noch.
Die Wissenschaftskolleg*inn*en der Quarks-Redaktion (WDR) diskutieren diverse Szenarien des Ausnahmezustandes. Weiterlesen

Care-Revolution jetzt!

Furchtloses Japan
Wenn Roland Appel und ich Tarifparteien wären, wären gestern die Löhne für Pflegekräfte in Krankenhäusern und Seniorenheimen um 20% erhöht worden. Hätten die dann pleitegemacht? Hmm, könnte sein. Dann stimmt wohl was ganz Grundsätzliches nicht mit diesem System. Sie wissen schon: “Wertschätzung”, Beifall von Balkonen usw. So sickert nun ein schon länger aktives Bündnis in Massenmedien ein: Care-Revolution, hier z.B. in einem Interview in der SZ. Und ach’ du Schreck: da sind wieder Emanzen zugange, die Frauenrechte einfordern, die scheuen auch vor nichts zurück. Weiterlesen

Elitenproblem

Vom Fußballbusiness lernen, heisst die gesellschaftlichen Macht- und Besusstseinsverhältnisse verstehen. Frédéric Valin/taz hat sich dieser Aufgabe gestellt. Den Menschen, die in den jüngsten Schönwettertagen versuchten, die Frühlingsluft draussen zu geniessen, wurde allgemein vorgeworfen, “den Schuss nicht gehört” zu haben. Doch wie ist das bei dieser Elite zu bezeichnen? Und dabei handelt es sich nicht um einen einzelnen DFL-Geschäftsführer, sondern um eine milliardenschwere Businessstruktur, an der u.a. fast alle in Deutschland operierenden Medienkonglomerate beteiligt sind. Auch für sie wird es nicht gut ausgehen. Weiterlesen

Ein recht grosser Menschenversuch

Vernünftige Stimmen für Abwägung gegen “Durchgreifen” tauchen auf – leider nur publizistisch
In der Bundesliga der “Durchgreifer” hat – wie im Fußball – Bayern mit Markus Söder die Tabellenspitze breitarschig besetzt. Er repräsentiert eine politische Klasse, die sich immer noch von mittelalterlichen, in der Bevölkerung immer irrelevanteren Medien antreiben lässt. Ihre Macht beruht immer weniger auf Massenanhang, und immer mehr darauf, dass derangierte Politiker*innen ganz fest daran glauben, sie seien “Volkes Stimme”. Blödsinn. Aber wer sagts ihnen? Weiterlesen

Virus, Gehorsam, Grundrechte

Es kann und darf nicht ausbleiben diese Diskussion zu führen: wie verhält es sich zwischen Herrschenden und Beherrschten, während einer Epi- und Pandemie, und danach? Ich persönlich reagiere mit Aversionen, wenn die Obrigkeit mich zuhause arrestieren will, weil ich mich versuche verantwortlich zu verhalten. Ich halte Körperabstand und pflege Diskretion, versuche es zumindest, auch ausserhalb von Krankheitswellen und -ängsten. Andererseits: nicht alle tun das.
Da jetzt so viele zuhause sitzen, hier Empfehlungen, das Thema zu vertiefen. Weiterlesen

Bonn in der FAZ / Virusflucht – nach Wuhan!

Nach meiner ganz persönlichen Theorie gibt es die Virusmaschine Wieverfastelovend in Beuel nur deswegen, weil das die einzige Gelegenheit im Jahr ist, in die Tagesschau zu kommen. Aus diesem Grund soll auch nichts auf den Betonplatten die Sicht auf den Balkon versperren, von wo die hochwohlgeborenen Prinzessinnen und Kommunalpolitiker*innen bundesweit in die Kameras grinsen sollen. Seit einigen Jahren klappt das nicht mehr. Weiterlesen

Gegen die Unsichtbarkeit

Die guten Nachrichten kommen aus Afrika
Die guten Seiten der FAZ. An Gentrifizierung ist nicht alles schlecht. FAZ-QuARTErly bringt eine Reportage aus Durban, die beim Lesen mit Freude erfüllt.
Noch grossartiger, wenn es denn stimmt und fachlich seriös recherchiert ist: in Kongo wurde die letzte Ebola-Patientin geheilt entlassen. Eine Virus-Erkrankung mit katastrophal hohen Todesraten. Ich gestehe, ich traue dem Braten noch nicht, aber ich möchte es gerne glauben.

Den längeren Atem hat der Feminismus

Hierzulande gibt es kein anderes Thema mehr als das Virus, in den Medien und im Alltag. Er wird zum Anlass genommen, Regierungshandeln und Verantwortung zu simulieren, ohne Skrupel, Gewohnheiten und Gesetzmässigkeiten vormaliger Öffentlichkeit ausserkraft zu setzen.
Tomasz Konicz/telepolis beschreibt die komplizierte Dialektik zwischen Seuchenpanik und Klimaschutz. Geht es nach der Seuche in weit schlimmerem Ausmass weiter wie zuvor? Weiterlesen

Berg & Bragg – Lesezeit

Während da draussen Jens Spahn und seine Medien über Union Berlin herfallen, weil die ein paar Stunden für eine Entscheidung benötigten, werden Eintracht Frankfurt und der Zombieverein in Leipzig in Ruhe gelassen: die haben noch schnell Europaligatermine abkassiert, und potenzielle Viren aktiv weiterverbreitet.
Es ist Lesezeit. Weiterlesen

Attentats-Vertuschung / Feminismus weltweit

Thomas Moser/telepolis arbeitet sich nicht an der Spiegelstory vom Wochenende ab, verzichtet auf Rückzugsgefechte, sondern berichtet empörende Neuigkeiten aus dem Bundestags-Untersuchungsausschuss zum Breitscheidplatz-Attentat 2016 in Berlin. Je länger untersucht wird, umso mehr Unklarheiten steigen an die Oberfläche der Öffentlichkeit. Nachdem der mutmassliche Attentäter Anis Amri in Italien zügig erschossen worden war, stellt sich nun sogar heraus, dass seine Täterschaft immer weniger nachweisbar ist. Doch wer war es dann?
Christa Wichterich/Blätter gibt einen informativen Überblick Weiterlesen

Fußballfans machen fit

Das Beste an diesem Fußballwochenende waren die Fanproteste. Hier gibt es eine schöne 10-teilige Fotostrecke der SZ aus den Stadien, die mir heute morgen sehr geholfen hat, bester Stimmung in den Tag zu starten. Hier dazu die dpa-Meldung aus der FAZ. Der von der Financial-Times-Deutschland gekommene Spiegel-Kolumnist Thomas Fricke weiss sie intelligent und treffend gesellschaftspolitisch einzuordnen. Es sind leider nicht viele, die das können.

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