Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Verkehrspolitik (Seite 25 von 29)

Wundersame Bahn (XVII)

Hinfahrt von Bonn nach Essen – 5 Minuten Verspätung geben Gelegenheit, das Baugeschehen rund um den Hbf. zu betrachten. Er ist jetzt auf beiden Seiten so eingemauert, dass garantiert keine bauliche Kapazitätserweiterung mehr möglich ist. Die Bahnsteige sind heute schon für die aktuelle Fahrgastbelastung zu schmal. Ja, Fahrgäste sind eine Belastung. Problemlose Fahrt nach Essen. Erst dort scheitert es an der U-Bahn. Die Anzeige zählt die Minuten nicht runter sondern rauf. Bei 10-Minuten-Takt war es zu verschmerzen. Danke Schwarze Null!
Rückfahrt nach Bonn: Weiterlesen

Fahrräder – es wird zuviel

Demnächst wird mir die Buslinie 550 weggenommen. Mit der erreiche ich von meiner Haustür aus meinen Hausarzt in Porz-Wahn. Wenn ich zur frühmorgendlichen Sprechstunde (ab 7 Uhr geöffnet, Herr Spahn!) losfahre, sehe ich gegenüber auf der Niederkasseler Strasse den täglichen Stau, Licht an Licht. Mein Bus hat eine eigene Spur, fährt zügig (!) daran vorbei, um diese Zeit antizyklisch.
So was ähnliches ist mir auf dem Fahrrad jetzt auch passiert. Weiterlesen

1€-ÖPNV-Ticket / Sonneborn

Mein geschätzter Mitautor Rainer Bohnet hat sich für den VCD öffentlich beschwert, die Stadtwerke würden für das 1€/Tag- bzw. 365€-Jahresticket zuwenig werben. Das stimmt, einerseits. 1.000 Bonner*innen sollen immerhin eins der 17.000 zur Verfügung stehenden erworben haben. Ich nicht. Seine Erfindung war Ausfluss eines Deals zwischen Stadt und Bundesregierung, um um Dieselfahrverbote herumzukommen, ohne die Autoindustrie zu belästigen. Weiterlesen

Abenteuer im VRS (III)

Vom Vorteil des menschlichen Fahrkartenverkaufs
Es war nicht der 1. April, sondern irgendeine nachrichtenarme Zeit, in der das Gerücht verbreitet und sofort wieder dementiert (was dafür spricht, dass viel Wahres dran war) wurde, dass die Deutsche Bahn Fahrkartenautomaten abschaffen wolle – aus “Kostengründen”. Da denkt der Fahrgast sofort: ich bin der Einzige, der den Betrieb stört.
Doch es gibt auch schöne Geschichten. Ich wollte kürzlich von einer Stadt in eine andere Stadt. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg erklärte mir auf seiner Homepage, das koste 8,20 €, unverschämt viel. Als “Handyticket” koste es knapp 1 € weniger. Hmm dachte ich, der ich kürzlich ein zeitgemässes Smartphone erworben hatte, das ist ja schon eine Differenz, die sich lohnt. Weiterlesen

Die grosse Nervosität um die Deutsche Bahn

Es war ein neuer Zug. Der einzige Grossaktionär beschimpfte seine eigene Firma. Die Bundesregierung persönlich, in Gestalt ihres zuständigen Staatssekretärs, schüttete Hohn und Spott über den Laden aus, in dem sie allein bestimmt, wo es langgehen soll. Immerhin: dieses Schlechtreden können wir hoffentlich als Indiz nehmen, dass von Privatisierungsplänen Abstand genommen wurde. Wenn die Verkäuferin selbst die Preise so versaut …
Es hat wohl einen anderen Grund. Weiterlesen

Abgehängtes Norddeutschland

Der beliebteste deutsche Politiker war sehr, sehr lange Bundesfinanzminister Schäuble. Er hat tiefe Spuren in unserem Land hinterlassen: die ökonomisch widersinnige “Schuldenbremse” (unter Mitwirkung der SPD; für die Jüngeren: das war mal eine Regierungspartei) und die herrschende Ideologie von der “Schwarzen Null”. Ich will jetzt hier nicht dozieren, wie ideologisch vernagelt hierzulande Volkswirtschaftslehre gepredigt wird. Im angloamerikanischen Raum, also den Herrschaftszentren des Kapitalismus, lachen sie nur noch sarkastisch darüber, wenn sie mit dem verzweifelten Kopfschütteln fertig sind.
Die Folgen erlebe ich z.B. als Bahnfahrer, Weiterlesen

Lernverweigerer gegen Kopfrechnen

Der “Obere-Mittelschichts”-Angehörige Friedrich Merz kann sich vorstellen, die CDU wieder “an die 40 %” heranzuführen und “die AfD zu halbieren”. Daran merken wir, dass Aufsichtsratsvorsitzende nicht selbst rechnen müssen, sondern rechnen lassen. Denn wenn Merz die 40% noch erreichen will, müsste er nicht die AfD sondern die Grünen halbieren. Dieses vordergründig witzig erscheinende Symptom zeigt vor allem, dass die konservative deutsche Rechte nicht integrieren, sondern nach Rechts will. Dort wird sie aber nicht auf eine Wand treffen, sondern in einen Abgrund streben.
Sie erwecken den Eindruck, als wollten sie auch genau dorthin. Parallel zu Merz’ missglückter Rechenaufgabe hörten wir das Politiker-“Volksempfinden” zu den Fahrverbots-Gerichtsurteilen. Weiterlesen

Die nächste Dimension der Dieselkrise

Der Dieselantrieb von PKW ist in Verruf geraten, weil Autokonzerne und GroKo Hand in Hand arbeiten  – bei Betrug, Vertuschung, mangelnder Aufklärung, Zeitspiel, falschen Angaben über die Nachrüstbarkeit, Zeitspiel, Kaufanreizprogrammen statt Schadenswiedergutmachung, Irreführung der Öffentlichkeit über “Tauschprämien”, die nichts anderes sind, als die üblichen Rabatte, erneutem Zeitspiel und nun wieder Verwirrspiel über die Machbarkeit und Finanzierung von Hardwarenachrüstungen. Sie haben damit jede ernsthafte Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit aufs Spiel gesetzt. Das kann weder aus Sicht des Klimaschutzes noch unter dem Gesichtspunkt sozialer Gerechtigkeit toleriert werden. Das betrifft auch und zuvörderst die hoch gelobte E-Mobilität. Weiterlesen

Lärm am Mittelrhein / Weinfolter in Oregon

Liebe Enkelkinder, liebe geplante Kinder, seid Ihr lärmempfindlich? Nee, ihr macht lieber welchen. Irgendwie muss ein Kind auf sich aufmerksam machen, andere Machtmittel hat es ja nicht. Erst wenn die Kinder aus dem Haus sind, mann und frau ihr Leben umstellen, überlegen, was sie schon immer wollten und nicht konnten, beginnt das Bedürfnis nach und der Genuss von Ruhe. Aber wie soll es dann jemals was werden mit einer Antilärm-Politik?
Bewohner*innen unseres schönen Mittelrheintals wissen was ich meine, also auch wir in Beuel. Jede Nacht, wenn sonst nur noch ein mildes Rauschen Weiterlesen

Deutsche Bahn hängt NRW ab

Die Deutsche Bahn Aktiengesellschaft stand schon immer auf Kriegsfuss mit Nordrhein-Westfalen. Hier wohnen einfach zu viele, in zu vielen Städten. Es gibt hier viel zu viele Hauptbahnhöfe. Das alles macht nur Arbeit und Ärger. Ein schönes Bahnland für eine Aktiengesellschaft wäre eins mit wenigen fetten Zentren und grossen unbewohnten Regionen drumrum (also sowas ähnliches wie Berlin). Da zwischen können dann ICEs, ohne in Wolfsburg o. ähnl. anzuhalten, hin und her brausen – also ungefähr das, was früher Flugzeuge, von denen ein gewisser Mehdorn schon immer am meisten verstanden hat, bedient haben. Natürlich keinesfalls zu niedrigeren Preisen, weil: Aktiengesellschaft!
Ein Bundesland wie NRW ist dagegen eine widersinnige Konstruktion. Weiterlesen

Helmverbot für Radfahrer!

Neulich auf dem Bröltalbahnweg
Eine meiner steilen Thesen lautet: wer Helm trägt, fährt auch so. Alle Menschen, die die Kennedybrücke überqueren, egal mit welchem Verkehrsmittel sie das tun, erleben den Beweis dafür im Alltag. Ich erlebte ihn soeben auf dem äusserlich beschaulichen Bröltalbahnweg. Heute nutzte ich ihn mit dem Fahrrad, um Lebensmitteleinkäufe zu transportieren. Ich nutze ihn im Alltag auch sehr gerne zu Fuss. Im Sommer spendet die üppige Grünvegetation angenehmen Schatten.
Ich war soeben von der Staatsanwaltschaft kommend östlich der St.Augustiner-Strassenunterführung auf den Weg eingebogen, als ich ein schulkindkleines Mädchen (mit Helm!) auf einem Tretroller vor mir sah, Weiterlesen

Luftreinhalteplan Bonn – machen Sie mit

Es sieht aus, wie ein kompliziertes Verfahren. Ist es aber nicht. Es ist Politik. Sie werden nicht agitiert, Ihr Auto abzuschaffen, oder kein Fleisch zu essen. Obwohl: lassen Sie sich davon auch nicht abbringen. Erfreulicherweise zwingt die EU ihre Mitgliedsstaaten, die Luft nicht rein, aber weniger dreckig zu halten. Dafür wurden Messwerte festgelegt, für Feinstaub z.B. oder für Stickoxide, die nicht zu oft überschritten werden dürfen. Wenn doch: Fahrverbote! Weiterlesen

Mit der Bahn zur Demo

Wundersame Bahn (XVI)

Ich war am Samstag in Hambach. Da rund 20.000 Menschen erwartet wurden, zog ich es vor, mit der Bahn zu fahren, weil ich mir sicher war, dass Busse und Pkw irgendwo jodwedeh (janz weit draußen) parken würden. Morgens um 9.02 von Bonn aus mit dem Zug nach Köln. Der war schon ganz ordentlich gefüllt, zahlreiche Reisende mit großen und kleineren Plakaten, viele Familien mit kleinen Kindern machten sich bei strahlendem Sonnenschein auf dem Weg zu jener Demo, die die Aachener Polizei, vermutlich in enger Absprache mit dem NRW-Innenminister Reul verboten hatte. Aus Sicherheitsgründen, so hieß es. Kurz vor Köln gibt es im Zug Weiterlesen

Modernste Strecken stehen bald still

Wundersame Bahn XV
Die Leistung, die die Bahn uns erbringt, ist Versorgung mit Mobilität. Das lohnt sich mal mehr, in und zwischen Ballungsräumen mit dichten Streckennetzen. Und mal weniger, dort wo es die Menschen umso dringender benötigen. Darum ist die Bahn für kapitalistische Privatisierung ungeeignet. Denn dann würde Mobilität nur dort angeboten, wo sie auch gut bezahlt wird.
Zur Kohl-Zeit, für die Jüngeren: das war noch vor Merkel, herrschte die Ideologie der neoliberalen Privatisierung vor. Damals wurde mit den ICE-Strecken begonnen zu planen und zu bauen, die nach heutigen Meldungen in allen Medien für halbe Jahre oder noch länger stillgelegt werden sollen, wg. Bauarbeiten. Nach der Logik aus der Kohl-Zeit: es ist rentabler, stillzulegen und zu sanieren, als bei laufendem Betrieb zu sanieren. Weiterlesen

Taumelnde Giganten – VerkehrsMachtOrdnung

Zwei Buchbesprechungen von Gert Samuel
Es besteht Hoffnung: Nicht nur in Schweden wird die Autogesellschaft in Frage gestellt. Die laufende Debatte über die Auswirkungen der Betrügereien der hiesigen großen Autokonzerne schafft auch Spielräume für das Nachdenken über und Forschen zu Alternativen zum Auto, für Perspektiven ohne Auto. Zwei Bücher dazu möchte ich kurz vorstellen:

1 Weert Canzler / Andreas Knie, Taumelnde Giganten. Gelingt der Autoindustrie die Neuerfindung?
Als Kern des Problems sehen Canzler und Knie die über viele Jahrzehnte versprochene Verfügung über ein Fahrzeug und die damit verbundene bisherige Komplizenschaft von Autoindustrie, Kunden und Staat. Weiterlesen

Urlaub im Rheinland

Heute werden Sie mal weniger von mir lesen. Etliche gute Freund*inn*e*n von mir kennen diesen Ausflug bereits. 10 Uhr Abfahrt von der Kennedybrücke, mit dem Fahrrad. Ich weiss ja nicht, ob Sies schon wissen, aber die rechte Rheinseite ist auch fürs Fahrradfahren die Schönere.
Sie sollten diese Strecke nicht sonntags fahren, zu voll. An Werktagen hat der Rheinuferverkehr aber – noch – ein normalmenschliches Mass. Die Zunahme des Fahrradverkehrs und anderer Alternativen zum Auto lässt allerdings Schlimmeres befürchten. Das Rheintal hat – neben dem Lärm für seine Anwohner*innen – den Vorteil, dass wir im Sommerhalbjahr zwischen den Verkehrsmitteln Bahn, Schiff und Rad beliebig variieren können. Denn – zumindest früher war das so – es könnte gelegentlich ja mal regnen. Weiterlesen

Die Verletzlichkeit der Infrastrukturen

Redundanzen sind nicht immer möglich, aber oftmals durchaus vorhanden. Im Verkehrswesen sowie in der Energiewirtschaft sind sie existenziell. Denn ohne Rückfallebenen bricht das komplette System einfach zusammen.

Am Beispiel der Eisenbahn kann man das sehr anschaulich erklären. So gibt es z.B. zwischen Köln und Düsseldorf insgesamt vier verschiedene Strecken. Die wichtigste ist die rechtsrheinische Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der die Fernzüge mit 200 km/h fahren und parallel zu ihnen die S-Bahnen in dichtem Takt verkehren. Eisenbahntechnisch gelten sie sogar als getrennte Infrastrukturen, weil dort die Entmischung der Verkehre praktiziert wird.

Weiter östlich gelegen liegt eine reine Güterzugstrecke von Köln-Kalk Nord kommend. Weiterlesen

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