Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: ARD (Seite 18 von 32)

Lügt Laschet?

Und: ARD bald wie DFB? / Rashford gegen Rassisten und Heynckes’ Klartext
Der Laschet guckt immer so lieb, gut antrainiert, empfehlenswert auch für andere Politikdarsteller*innen. Aber Ulrike Herrmann/taz meint, er lüge, sobald er den Mund aufmacht. Tja, ist es nicht eine Volksweisheit, dass die das alle tun? Insofern: alles normal. Wer liest denn ernsthaft das CDU-Wahlprogramm? Hat das jemals bei einer Bundestagswahl eine Rolle gespielt? Und wenn Merz was anderes sagt, als Laschet? Dann ist das kein Widerspruch, sondern ein Ergebnis von Marktforschung. Viele glaubten ja, die Grünen hätten das alles schon gelernt … Weiterlesen

Boah

Der deutsche Fußball und seine Reporter
Die Fußball-EM bescherte wider Erwarten doch eine Überraschung. Gemeint ist nicht, dass die deutsche Mannschaft so früh ausschied. Damit war zu rechnen. Das Unvermutete geschah nach der Niederlage gegen England: Fußballreporter kritisierten Bundestrainer Löw. Die Kritik beschränkte sich nicht auf die aktuelle Leistung der Nationalmannschaft. Bemängelt wurden auch schwere Fehler und Versäumnisse der vergangenen Jahre. Weiterlesen

Weltspiegel

Manches ändert sich nicht. Z.B. das Managementdenken in den Führungsetagen in der ARD: Kostenreduzierung, Audience Flow, Revier- und Schubladendenken, Quotenfixierung: der Rückstand der Einschaltquoten gegenüber dem ZDF “muss” aufgeholt werden. Diese verquere Philosophie führt dazu, dass er immer grösser statt kleiner wird, zwangsläufige Folge von Kleinmut und Ideenlosigkeit. Besonders unwitzig: Digitalisierung, Streaming und Bedeutungsgewinn von Mediathekangeboten werden von den Boss*inn*en als Vorwand instrumentalisiert, Programmangebote zu verschlechtern. Darauf muss mann*frau erst mal kommen. Immerhin gibt es immer noch innere Widerstandspotenziale, von denen, ohne die ARD nichts wäre. Sie müssen nun erneut den “Weltspiegel” verteidigen. Die Medienkorrespondenz dokumentiert.

Ein episches Schachspiel

Schön wars nicht. Dem Halbfinale zwischen den Weltklasseteams von Italien und Spanien wurde mehr entgegengefiebert, als der reale Kampf ihm dann gerecht werden konnte. Erstmals übte Italien nicht die Kontrolle aus, sondern das überwiegend ballbesitzende Spanien. Zwar denkt der*die Zuschauer*in, die täten damit “mehr für das Spiel”. Entscheidend schien, je länger das Spiel dauerte, dass das nicht ballbesitzende Team mehr laufen muss, und zwar freudlos, ohne Ball. Anlaufen, Defensivreihen verschieben, das kostet Kraft. Weiterlesen

Polit-Magazine / Wohnungskonzerne

Daniel Bouhs/uebermedien analysiert die Kampflage der Politikmagazine in der ARD und im ZDF. Wie immer sehr sachlich, und mir ein bisschen zu brav. Die von ihm erwähnte Weigerung der Programmdirektionen, Abrufzahlen dauerhaft transparent zu machen, diesen Schluss überlässt er uns als Leser*innen, ist Teil von deren Machtstrategie. Wo kämen sie denn hin, wenn die öffentlich diskutiert, veri- und falsifiziert werden könnte? Wofür sind sie denn Chefs? Einen guten Vorschlag hat Bouhs immerhin, den ich gerne weiterdenke. Weiterlesen

Guckt die ARD sich selbst zu?

Bei Medienheuchelei überkommt mich immer wieder körperlicher Schmerz, verbunden mit Gewaltfantasien gegen die, die mich für doof genug halten, ihre Verkündigungen zu fressen. Was will die ARD mit ihrem “Dududu!” zu dem Herrn Schweinsteiger als Botschaft senden? Der Kerl hat seine ganze arrangierte Hochzeit lukrativ an die Medienmeute verkauft. Was erwartet diese Programmgruppe, die sich nahezu zu einer Medienpartnerschaft mit dem Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum verheiratet hat? Weiterlesen

Was für eine Diskussionskultur!

Der WDR dokumentiert eine Publikumsdiskussion über Rosa von Praunheims Film “Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt.” Vor 50 Jahren! Welch eine Ereignis!  Rosa v. Praunheim, Martin Dannecker, diskutieren mit Wilderich Ostman von der Leye (SPD) , der jugendlichen Anke Brunn (SPD) und Dr. Emmy Diemer Nicolaus (FDP)  und mit einem Psychologen, der seine Homophobie und sein reaktionäres Weltbild hinter einer scheinintellektuellen Psychologisierung der Situation zu verbergen versucht. Fast alle rauchen im Studio wie die Teufel, aber man hört einander zu und bildet ganze Sätze.  Jede*r darf Gedanken zuende formulieren, ohne von Mitdiskutant*innen unterbrochen zu werden und – heutzutage undenkbar – geht aufeinander und seine bzw. ihre Argumente ein. Weiterlesen

Berliner Mauerbau

Vor Jahren hatte mich bereits der Berliner Tagesspiegel mit seiner Paywall-Politik als digitaler Leser vertrieben. Nun habe ich mich auf Empfehlung von Extradienst-Gastautor Ludger Volmer gerade bei der Berliner Zeitung warmgelesen, da überrascht sie mich äusserst unangenehm mit einer Ausweitung ihrer Bezahlmauer, ironischerweise sogar in ihrer Rubrik “Open Source”. Die FAZ hat ihre Mauer anlässlich des Halbjahrsbeginns ebenfalls noch weiter hochgezogen. Solchen Verzicht auf digitale Aufmerksamkeit muss mann sich halt leisten können. Weiterlesen

Netz- und Impf-Milliardäre

Und Politmagazine-Plattmacher
Die “Nur-keine-Eile”-Mentalität, die Ulrich Horn zurecht beklagt, ist ein roter Faden, den ich hier weiterspinne. War es in diesem oder im vorigen Jahrtausend, in dem alle, die es wissen wollten, auch wissen konnten, dass sich im Netz demokratiegefährdende Macht- und Datenmonopole bildeten? Kaum 30 Jahre später, wollen sich die von uns Gewählten endlich drum kümmern. Zunächst nur zwei grüne Europaabgeordnete aus NRW, die Bonnerin und zeitweilige Extradienst-Gastautorin Alexandra Geese und Sven Giegold. Stefan Krempl/heise-online berichtet über eine von den beiden ausgerichtete Digitalkonferenz. Weiterlesen

Mediathekperle: Kein Straf-Jazz

Macht Helge sie alle platt?
Die Erstausstrahlung hatte ich verpasst. Wie wahrscheinlich die meisten. In meinem Alter ist Mitternacht zu spät. Und nach einmal Schlafen hat mann dann auch schon wieder vergessen, es in der Mediathek zu suchen. Jetzt habe ichs doch gesehen: wie Helge Schneider Ina Müller an die Wand getalkt hat. Ich hatte schon 2009 gewarnt, dass Ina in der ARD zu lieb wird. Wenn dann noch Wechseljahre und Altersmilde dazukommen … Weiterlesen

Freiheitsrecht weggeschenkt

Mehrmals habe ich schon betont, dass das Gerede von der “vierten Gewalt”, womit die Medien und ihre Freiheit gemeint sind, im Grundgesetz keine Grundlage findet. Umso bedeutsamer ist aber zu betonen, dass die Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit zu den unveräusserlichen Grundrechten gehört. Wie ist es nun zu bewerten, wenn von uns als Gesellschaft beauftragte und durch unsere Haushaltsabgabe finanzierte öffentlich-rechtliche Medien dieses geschützte Grundrecht aufgeben? Ohne uns zu fragen, was wir davon halten. Weiterlesen

Unser täglich’ Zensur durch Kommerz

Wer bis 2021 auf RTL Formel 1-Rennen geschaut hat, weiss, was ich meine: während die RTL-Kommentatoren sich Mühe geben, beispielsweise einen spannenden Kampf um Platz drei zwischen Sebastian Vettel und Valtteri Bottas zu kommentieren und analysieren, zeigt das Fernsehbild minutenlang irgendeinen Neunt- oder auch schon mal Siebzehntplazierten. Warum ist das so? Herrin der Bilder ist nämlich nicht RTL als Sportpresse, sondern eine Formel-1-eigene Bildagentur und eine dazu gehörige Bildregie, die entscheidet, welche Bilder gezeigt und vermarktet werden. Weiterlesen

NDR bringt ARD in Gefahr

mit Update nachmittags
Extradienst-Leser*innen wissen, wie ich mich über den WDR ärgere. Aber woanders is auch scheisse. Das beste Bild geben noch die ARD-Sender ab, die einst CSU-Burgen waren. Sowohl der Bayrische als auch der weit im Osten liegende sog. “mitteldeutsche” Rundfunk (MDR) vermitteln noch am ehesten den Eindruck eine strategisch denkende Führung zu haben. Die im vorigen Jahrhundert von der CDU, mit ihrem “CDF” in der Hinterhand, als “Rotfunk” diffamierten WDR und NDR entwickeln sich immer stärker in Richtung SPD: zu einer Ruine. Wie komm’ ich drauf? Weiterlesen

Märchen statt “Humorkrimi”

Verschönern Sie sich Ihr Wochenende mit Denys Arcands “Der unverhoffte Charme des Geldes” (ARTE)
“Wenn die Programmplanung das alleine entscheiden könnte, würde jeden Abend eine Abfolge ‘Tagesschau’, ‘Tatort’, Talkshow, ‘Tagesthemen’ gesendet, und zwar nur diese Sendungen. Weil alles andere irritiert und ist lästiger, also, irgend so einen Dokumentarfilmer auf dem Hals zu haben, der mal jahrelang an einem Produkt arbeitet, das ist einfach lästig. Also, das läuft im Grunde wie geschmiert. Und es ist ein bisschen eine mentale Prostitution von allen Beteiligten, weil jeder etwas davon hat: die Moderatorinnen werden bekannt, die Produktionsfirmen verdienen gut, die Gäste werden prominent, wenn sie es nicht schon sind – also, das ist so ein System, eine Versicherung auf Gegenseitigkeit, die ziemlich gut funktioniert. Weiterlesen

Minister in seiner Westentasche

Kein Dämon und kein Hexenwerk – it’s the economy, stupid! / Straftäter Benko im TV
Sollen wir in Bonn nun stolz sein, dass wir ihn aus dem Viktoria-Carré vertrieben haben? Oder ist das skurril, weil unser Kaff für so einen zu klein und pissig ist? Wahrscheinlich stimmt beides. Die journalistischen Corsettstangen des WDR, Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann haben sich den verurteilten Straftäter René Benko gestern Nacht in der ARD zur Brust genommen. Immerhin 1,2 Mio. sollen kurz vor Mitternacht geguckt haben. Ein optischer Aufruf zum Klassenhass, berechtigtem. Gucken Sie hier. (ein Jahr Mediathek) Weiterlesen

Wie ein Tukur-Tatort

Es ist so lange her, ich habe schon vergessen, wann mich die ARD das letzte Mal so positiv überrascht hat. Gestern geschah es endlich wieder. Die TV-Kritker*innen überschlagen sich vor Begeisterung. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. “Heute stirbt hier Kainer” (Video 1:30 h, 3 Monate Mediathek) ist ein grosser, im besten Sinne des Wortes anarchistischer Spass. Wenn Sie mir nicht glauben, dann lesen Sie Katharina Zeckau/Medienkorrespondenz. Bei ihr habe ich erfahren, dass meine ästhetische Erinnerung an die Tukur-Tatorte des Hessischen Rundfunks (“Experimental-Tatorte”) nicht zufällig ist. Weiterlesen

Ein Montag ohne “Barnaby”

21.47 h – Tagesschau24 gucken
Was für ein Montag: kein Lichtstrahl draussen, es kommt kalt durchs Fenster, Regen ist zu hören. Warum Aufstehen? Mein bester Grund ist der volle Kühlschrank: Reste von den grossen l’Olivo-Pasta-Portionen, vorsorglch eingekauftes Mualle und Gemüse-Curry vom Momo-Bistro. Und für alle, die nach dem Tatort noch nicht schlafengehen wollen, gibts hier jetzt einen TV-Tipp.
Tagesschau24 wiederholt um 21.47 h “Die Dubrow-Krise” von 1969, geschrieben von Wolfgang Menge, Regie Eberhard Itzenplitz. Weiterlesen

Kontrolle zurückgewinnen

Möglich, dass die Menschheit in der Klimakrise die Kontrolle schon verloren hat. Wir wissen es nicht, zum Glück. Bei der Coronapandemie sieht es noch unentschieden aus. Manche Regierungen, die die Globalisierung immer noch nicht verstanden haben, glauben sie national mit Impffortschritten zurück zu erlangen. Wenn sie sich international weiterhin so verantwortungslos verhalten, wofür öffentlich alles spricht, wird es ein böses Erwachen geben. Kluge Krankenhausärzt*inn*e*n wie Cihan Çelik in Darmstadt bereiten sich schon auf das nächste Desaster vor (FAS-Interview).
Die Kontrollverlustparanoia der begüterten Gesellschaften und Länder grassiert schon lange. Gestern strahlte die ARD-Nische One so lautlos wie möglich die britische Produktion The Uncivil War von 2019 aus Weiterlesen

WM-Boykott ist machbar

Dass politischer Sportprotest zunehmend choreographiert erscheint, ist nicht zwingend schlecht. Die Glaubwürdigkeit einer von Verbänden und Werbeagenturen, einem inzestuösen System, ausgedachten Inszenierungen ist naturgemäss begrenzt. Es zeigt aber, dass selbst diese selbstreferentiellen Systeme grosser Kapitalzirkulation nicht völlig unabhängig von unserer Welt hier draussen agieren können. Sie müssen emanzipatorische Kämpfe, die an Durchsetzungskraft gewinnen, von #metoo über Black Lives Matter bis zur Klimabewegung rezipieren, und die Klügeren versuchen sie, so gut sie es können, zu inkorporieren. Nicht, weil sie es mögen, sondern weil sie es müssen. Weiterlesen

“Gewaltige Kräfte der Selbstzerstörung”

Medien und ihre Parteien
Hat RTL der ARD jetzt die Klimaaktivist*inn*en weggeschnappt? Möglich ist es. Schlau wäre es. RTL hat es nötig, für gute Schlagzeilen zu sorgen. Im Bertelsmannkonzern der Milliardärsfamilie Mohn wird nämlich unbegrenzt Profit gekackt – ausser von RTL (Umsatzrückgang knapp 10%). Die Sache mit dem Fernsehen geht langsam zuende, beim Streamen laufen sie der Herde hinterher. Das Schlagzeilenmachen beherrschen sie jedenfalls weit professioneller als die ARD, die ja sowas ähnliches wie eine Ministerpräsident*inn*enkonferenz ist. Weiterlesen

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