Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Fernsehen (Seite 16 von 54)

Wie geil sind Clans?

Wenn er mal wieder gute PR benötigt, begleitet NRW-Landesinnenminister Reul gerne mit wehendem Mantel eine Razzia durch ein paar Gelsenkirchener Spielsalons. Es geht dabei meistens eher nicht um Beweissicherung, das würde mit Diskretion in der Regel besser gelingen, als um die Erweckung des Eindrucks “Wir tun was!” Der Erfolg bemisst sich daran, wie viele Kamerateams an der Veranstaltung teilgenommen haben, und wie viele Interviews der Minister geben musste.
Die tragischste Figur ist bei dieser Aufführung gar nicht der Minister, Weiterlesen

Männer-Projektionen

Ohne Kompass is’ immer schlecht
Nix is so schläsch, dattet nich für irjntwat joot es – bald ist das nicht mehr zu hören, am Ende der WDR-Mitternachtsspitzen. Wird aber als Lebensweisheit überdauern. So auch in diesem Fall: dem Blick der Männer auf dieses rätselhafte Etwas, das wir u.a. “Frauen” nennen. Jahrtausende haben die meisten von ihnen immer das getan, was mann ihnen sagte. Doch seit gut 100 Jahren lässt das immer mehr nach. Wir sind noch mittendrin.
Horand Knaup zeichnet in einem Buch, aus dem bruchstuecke.info das entsprechende Kapitel jetzt online gestellt hat, die Emanzipationsgeschichte der Frauen im Parteien- und Parlamentssystem der BRD bis in die Gegenwart. Weiterlesen

NRWs Öko-Umbau

Als Aufwärmprogramm zur ARD-Sportschau gönnte ich mir eine aktuelle Ausgabe der ZDF-Reihe plan B. Und siehe, meine ganze Biografie floss in diesem schönen kleinen Stück von konstruktivem Journalismus zusammen. Es zeigt: die Landespolitik (Braunkohle!) verharrt im Gestern, aber die Arbeit fürs Morgen findet trotzdem statt.
Die Beuelerin Anke Valentin, im Hauptberuf Chefin des Wissenschaftsladens, einer Knowhow-Zierde unserer Stadt, Weiterlesen

Übereifer

Pipeline fertig – Arme Reiche – Armer DFB – Arme Antisemitismus-Bekämpfung
Mesut Özil wird vorgeschoben, damit sich die Öffentlichkeit an dem kaltgestellten Fußballer gütlich tut. Ausgerechnet als Erdogan-Anhänger versucht sich der Stillgelegte in Erinnerung zu bringen. Doch eine Pipeline-Fertigstellung kann er damit nicht übertönen. Jetzt fehlen nur noch die Politiker*innen-Proteste. Haben Sie was gehört?
Wenn das Sein das Bewusstsein bestimmt, dann können die Reichen nicht anders Weiterlesen

Flächendeckender Kulturwandel

#metoo wälzt die Gesellschaft um – zum Guten

Ob es eine gute Idee der WDR-Programmdirektion war, die Schimanski-Tatort-Wiederholungen auf Mitternacht zu verschieben, kann angezweifelt werden. Die gestrige Folge “Kielwasser” hatte mit 8,6% immer noch einen höheren Marktanteil, als das Hauptabendprogramm des WDR-TV (rund 7%). Schimmi werden jüngere Tatortwiederholungen vorgeschaltet, weil die Yuppies in den WDR-Büros glauben, bei Schimmi funktionierten die heutigen “Sehgewohnheiten” nicht mehr. So sah ich gestern beiläufig einen Köln-Tatort von 1997. Der hatte – zufällig – eine mehrfache besondere Bedeutung. Weiterlesen

Altpapier lesen

Wer medienpolitisch auf dem Stand der Dinge sein, und sich dabei nicht von Nebensächlichkeiten erschlagen lassen will, ist bei der MDR-Altpapier-Kolumne richtig. Besonders, wenn sie, wie gestern, von René Martens ist.
Beachtenswert ausserdem eine “Medienkritik” eines taz-Sportredakteurs. Was Markus Völker zur Corona-Berichterstattung schreibt, lese ich als Kritik an der eigenen Redaktion, in der es bekanntlich oft hoch hergeht. Weiterlesen

Mediathek-Perlen & Quotenanbeter

Dänische Miniserie und Musik-TV / WDR – der Umfaller-Sender
mit Update
“Killing Mike” wurde u.a. von FAZ und taz besprochen. Ich habe nachts mal linear reingesehen. Bei mir wurde eine Erinnerung an “Fargo” wachgerufen, das mir den Trump-Wahlsieg 2016 ungewollt verständlicher machte, durch alle Ritzen triefte der US-amerikanische Exzeptionalismus. Letzteres kennen die die Dän*inn*en meines Wissens so nicht, sind in vielem aber nicht weniger konservativ, Weiterlesen

Vom Zustand der Kritik

Hier die besseren Beispiele
Georg Seesslen gehört zu den Besten deutscher Sprache. Aktuell beweist er das mit seiner Analyse der Beziehung zwischen Hollywood und Diversity. Seesslen ist nicht einfach nur Medienkritiker, sondern immer auch politischer Analyst. Kontext ist ihm nicht fremd oder zu kompliziert, sondern notwendig, um zu verstehen. Beiläufig behandelt er Grundsatzfragen wie “Grund- und Nebenwiderspruch”, Rassismus und Klassenverhältnisse gleich mit. Nur wenige können das. Weiterlesen

Trend zur zweiten Liga

Fußball zeigt: Virus geht nicht vorbei
Diese Saison ist von einem rätselhaften Virus infiziert. Auf nichts ist mehr Verlass. Sogar der Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum benötigt wieder, wie gestern in der 93. Spielminute, Elfmetergeschenke. Zuviele Arbeitsplätze und Investitionen wären sonst bedroht. Diese alltägliche Selbstverständlichkeit täuscht nicht darüber hinweg: immer weniger funktioniert, immer mehr geht in die Hose. Weiterlesen

Verfilmte Ansichtskarte

ZDF: “Boomtown Bonn”
Es werden nicht viele gesehen haben, parallel lief die Sportschau. (Update 4.10.: immerhin 1,86 Mio., sechsmal so viel, wie Bonn Einwohner*innen hat) Das Viertelstunden-Filmchen war nicht mehr ganz auf der Höhe der lokalpolitischen Zeit. Das “Bundesbüdchen” erwies sich ein weiteres Mal als nostalgisch-publizistischer Pulverdampf, der den Blick auf Gegenwart und Zukunft vernebelt. Ein unvermeidlicher älterer Herr war zum hundertsten Mal für die Kohl-Nostalgie zuständig. Gerettet und zusammengehalten wurde das durchschnittliche Werk von Ina Baltes durch die Rahmung von Dirk Kaftan, ein würdiger Repräsentant des Bonn von heute und morgen.

Erpresst Erdogan Merkel – womit?

Wenn ich Schlagzeilen und Abbildungen des deutschen Aussenministers Heiko Maas sehe, zeige ich mittlerweile körperliche Reaktionen. Woran mag es liegen? Doppelte Moral- und Menschenrechts-Standards deutscher Aussenpolitik sind schliesslich nichts Neues, sondern absolut “gewöhnlich”. Liegt es daran, dass ich den Politiker Heiko Maas mal für einen (SPD-)Linken gehalten habe? Wann ist das gewesen? Jedenfalls so weit weg, dass ich mich daran nicht mehr erinnern kann. Weiterlesen

Zentrum der Subalternität

Der Westdeutsche Rundfunk
Kennen Sie dwdl.de? Nee? Nur was-mit-Medien-Leute kennen das. Deswegen könnte es vielleicht auch nur eine warnende Leuchtrakete sein. Die Frage ist nur, ob die aus den Chefbüros im WDR in Köln überhaupt gesehen werden kann. Hoch genug sind sie in den Hochhäusern platziert. Aber ich weiss aus eigener Erfahrung: mit Atemschutzmaske und Gleitsichtbrille ist die Sicht begrenzt. Immerhin gibt es längst Software, die sehbehinderten Menschen Texte auch vorlesen kann. Der Schreck müsste Intendant und Programmdirektor in Haupt und Glieder fahren. Weiterlesen

Bahnpanik in Deutsch-Südwest

Wundersame Bahn LV
Ralf Wurzbacher/nachdenkseiten und sein Interviewpartner Joachim Holstein, ehemaliger Nachtzugbegleiter und heutiger Bahnaktivist, haben erkennbar Orientierungsprobleme, nachdem der Rücktrittskandidat im Amt des Bundesverkehrsministers Scheuer vor einigen Tagen grosses PR-Besteck zum Thema Bahnpolitik vorgezeigt hat. Dabei war für Expert*inn*en sofort klar, dass er weder über Fachwissen noch praktische Fahrgasterfahrung verfügt.
Und unter uns: ihm ist wahrscheinlich schon selbst klar, dass er sein schweres Amt Weiterlesen

Kundschafter des Friedens

Und: Turnen als Organisierte Kriminalität
Kurzfristig änderte ich gestern mein TV-Programm. Sowohl bei Gundermann als auch beim Kirmesspiel des Fußballkonzerns aus dem süddeutschen Raum gegen den BVB wusste ich ja schon vorher, wie tragisch es ausgeht. “Kundschafter des Friedens” von Robert Thalheim kannte ich dagegen noch nicht. ARTE hatte ihn aus Anlass des Todes von Michael Gwisdek kurzfristig ins Abendprogramm gehoben (nur eine Woche Mediathek!).
Ich muss gestehen: selten habe ich bei einem Ossi-Sujet so viel Spass gehabt. Weiterlesen

Sein Beitrag

Von Günter Bannas
Vor dreißig Jahren war Wolfgang Schäuble maßgeblich mit dabei, die Vereinigung Deutschlands zu gestalten und zu organisieren. Der zwischen der (westdeutschen) Bundesrepublik und der DDR ausgehandelte „Vertrag über die Herstellung der Einheit Deutschlands“ trug seine Unter- und Handschrift. Dass der Bundestag mit knapper Mehrheit Berlin als Sitz von Parlament und Regierung bestimmte, ist auf ihn zurückzuführen – auf sein taktisches Wirken als Innenminister und auf seine Rede im Bonner Wasserwerk. Welch ein Leben in der Politik, für die Politik! Bonn und Berlin, Deutschland und Europa. Höhen, Tiefen, Wiederaufstieg. Waren es zwei Leben oder drei oder vier? Weiterlesen

Nachrichten-Konjunkturen

“FinCEN-Files” – Geschäftsmodelle stehen gutem Journalismus im Weg
Vorweg, was alles gut ist. Wenn 200 Journalist*inn*en aus 70 Ländern (welche Verschwörungstheoretiker*innen haben nur wieder den Soros in den Wikipedia-Eintrag reingeschrieben?) sich zusammentun, um dem global agierenden Grosskapital hinterherzurecherchieren ist das gut. Und besser, als wenn sie gegeneinander konkurrieren und sich von Spindoktor*inn*en instrumentalisieren lassen würden. Wenn sie im konkreten “FinCEN”-Fall internationalen Grossbanken (inkl. der “Deutschen”) und der Geldwäsche krimineller Oligarchen diverser Länder auf die Finger gucken, und das damit verbundene Staatsversagen diverser Länder aufdecken, ist das gut. Weiterlesen

Kleines Rädchen Amazon

Während das ZDF gestern in seinem Hauptprogramm ein Gespenst und eine Karikatur von dem sendete, was Ältere früher unter Fußball verstanden (6,7 Mio. Zuschauer*innen), und dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit auch den weit grösseren Haufen unseres Haushaltsabgabengeldes bezahlte, sendete es in seinem Nischenprogramm ZDFinfo, Marktanteil in 2020 bisher 1,5%, echten Journalismus (0,3 Mio. Zuschauer*innen). Der produzierende Journalist James Jacoby beschäftigte sich dort knapp zwei informative Stunden mit dem Amazon-Konzern und seinem Hauptaktionär, dem vermutlich reichsten Mann der Welt James Bezos. Weiterlesen

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