Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: SZ (Seite 13 von 24)

Knüwers spannende Springer-Spekulation

Realistischer als alles, was die direkten Protagonist*inn*en mit ihrer aktiven PR-Interviewpolitik rausgehauen haben, ist, was Thomas Knüwer aktuell in seinem Blog indiskretionehrensache.de schreibt. Hat er die Investorenmotive von KKR etwa besser verstanden, als Frau Springer und Herr Döpfner? Nein, ich glaube, die beiden wissen es selbst, und meinten sich öffentlich wider besseres Wissen äussern zu müssen. Denn das Kapital, das scheue Reh, darf nicht nervös gemacht werden. Und die Belegschaft, die weiter Leistung bringen soll (human ressources) auch nicht. Bei manchem, was Herr Reichelt und seine Spiessgesellen so an Schmutz raushauen,ermöglicht das zumindest ein sadistisches Schmunzeln, dass “es” nicht die Falschen treffen wird … Weiterlesen

Wie dumm sind die Treckerdeppen?

weiter unten: Berliner Verleger*innen*ehrgeiz / Flanieren wird lebensgefährlich
Roland Appel und ich hatten uns hier schon über die Bonner Trecker-Demo mokiert. Ahnungslose Städter*innen rätselten in der Kassenschlange, was die wollen: “Ich glaub’ die wollen billigeres Glyphosat.” Susanne Aigner/telepolis erklärt es uns, und betreibt das schon recht kontinuierlich als ihr journalistisches Geschäft. Nach Lektüre ihrer Darstellung bleibt bei mir dennoch der Gedanke hängen: wenn nicht die demonstrierenden Treckerfahrer selbst die Deppen sind, dann sind es doch mindestens die Städterdeppen, die bei ihnen Honorare für Kommunikationsberatung abziehen. Weiterlesen

70 Jahre “was die andere Seite denkt”

Das Zitat ist von taz-Redakteurin Ulrike Herrmann, der ich auch in dieser Würdigung zustimme: “Nirgendwo lässt sich besser nachlesen, wie Neoliberale die Welt sehen. … Sobald es ums Geld geht, ist niemand genauer als der FAZ-Wirtschaftsteil. … (er) … berichtet zudem nicht nur über Unternehmen, Börsen oder Wirtschaftspolitik. Auch die theoretischen Debatten der Ökonomenzunft werden liebevoll abgebildet. In der FAZ lässt sich kleinteilig verfolgen, wie sehr die neoklassischen Mainstream-Professoren an ihrer eigenen Theorie leiden.” So lässt sich der Gebrauchswert dieser Zeitung heute zusammenfassen – sofern sie ihr Wissen nicht hinter einer Paywall vermauert.
Über dieses Gesamturteil hinaus möchte ich zwei ehemalige Mitarbeiter würdigen, Weiterlesen

“Ich weiss, wer ich bin”

Mit Update
Welcher was-mit-Medien-Mensch kann das von sich behaupten? Journalist*inn*en, die es überhaupt schaffen, sich von solcher Art Arbeit ernähren zu können, müssen heute ein Leben führen wie Fußballer*innen. Vertrag unterschreiben, und danach sofort danach schauen, wo es den nächsten Vertrag gibt. Wenn der ins Visier genommen ist, alles tun, um den bestehenden scheinbar schlechteren Vertrag möglichst schadlos auflösen zu lassen. Denn Menschen, die nicht wissen, wer sie (genau) sind, können natürlich auch nicht wissen, Weiterlesen

AKK / FFF / Charleroi / BVB

Michael Brzoska ist ein alter Friedensforschungskämpe, verbindlich im Ton und geradeaus in der Sache. Die Verbindlichkeit im Ton und der Verzicht auf steile Thesen macht ihn unattraktiv für Medien, unterstreicht dafür seine Seriosität. Dieses DLF-Interview mit ihm zu AKKs jüngsten Verirrungen habe ich nicht gehört, nur gelesen. Brzoska verzichtet auf jede Anfeindung, aber inhaltlich klarer ist die Sackgasse, in die sich die Bundesregierung mit ihren unfähigen Minister*inne*n manövriert hat, kaum zu beschreiben. Weiterlesen

Der Spiegel – “kein guter Ort”

Juan Moreno hatte ich vor vielen Jahren als Autor der SZ sehr geschätzt. Lange hatte er eine wöchentliche Kolumne in der SZ-Wochenendbeilage. Parallel moderierte er gewöhnlich häufiger bei Funkhaus Europa (heute: WDR Cosmo). Wie konnten die ihn nur gehen lassen? Vermutlich machte irgendwann der Spiegel ein Angebot, das mann nicht ablehnen kann.
Und dort erlebte er dann diese Relotius-Sache. Und hat jetzt dazu ein bestverkaufendes Buch auf den Markt gebracht, und, wie es heute zu den Pflichten von Bestsellerautor*inn*en gehört, kein Mikrofon und keine Talkshow ausgelassen. Weiterlesen

Bauern und Journalismus

Vom Niedergang alter Traditionsberufe
Das ist das Schicksal einer Bundesstadt: die Luft in Bonn war heute Agrardiesel-geschwängert, mein Husten nahm zu. Die dümmsten Bauern fahren die dicksten Trecker. Wer Geld bezahlen kann, um mit seinen Mitgliedsbeiträgen die Gehälter der deutschen Bauernverbandsführung zu finanzieren, hat kein Mitleid verdient. Wenn Sie noch was zum Geschmackverderben brauchen, bitteschön hier ganz frisch.
Mehr Empathie habe ich mit Journalist*inn*en unter 50, die nicht wissen, ob sie ihre Familie bis zum Renteneinstieg finanzieren können. Weiterlesen

Favre zum Abschuss freigegeben

Mit Update nach dem Spiel
Alle Borussia-Fans fiebern heute Abend entgegen. Im Westfalenstadion treffen zwei der gegenwärtig besten Fußballmannschaften Deutschlands aufeinander, mit den grössten Fangruppen, im schönsten Fußballstadion der Welt (seit das alte Maracana für die Fußball-WM 2014 abgerissen wurde). Misstöne gibt es auf Seiten des BVB. Lucien Favre, ehemaliger, verdienter und geliebter Trainer der Gladbacher Borussia, wird in Dortmund schon vor dem Spiel zum Abschuss freigegeben. Als wenn die Vereinsspitze – oder müssen wir sie Konzernspitze nennen? – heute Abend ein Desaster erhofft. Weiterlesen

Scheitert im Ruhrgebiet ein Regionalplan?

weiter unten: 40 Jahre Titanic / Christian Streich / Polizeistaat Türkei
Das regionale Medienmonopol im Ruhrgebiet, die zur Funke-Mediengruppe gehörende WAZ, in meiner Jugend die bedeutendste und mächtigste Regionalzeitung Deutschlands (nur Bild hatte eine höhere verkaufte Auflage, der WAZ wurde aber mehr geglaubt; wenig davon ist geblieben) berichtet über Rücktrittsforderungen beim Regionalverband Ruhrgebiet. Aber nur hinter Paywall, also fürs breite digitale Publikum unzugänglich. Also erinnerte ich mich an den Regionalblog Ruhrbarone, und siehe, ich wurde fündig. Weiterlesen

Eine Geheimdienstaffäre bläst sich auf

mit Update 3.10. & 4.10.
Der Suchbegriff “Anis Amri”, mutmasslicher Attentäter im Dezember 2016 auf dem Berliner Breitscheidplatz, ergibt allein in diesem Blog bereits 92 Treffer. Eine Internetsuchmaschine bietet 1.850.000 an. Produzenten dieser Treffer sind die deutschen Sicherheitsbehörden und Geheimdienste. Was die sich in der Aufklärungsarbeit dieses Verbrechens geleistet haben, ist mit dem Begriff Skandal nur unzureichend beschrieben. Besonders traumatisch ist das für die überlebenden Verletzten des Anschlages und die Hinterbliebenen der Todesopfer.
Thomas Moser/telepolis berichtet von der Aussage eines Beamten des Landeskriminalamtes NRW Weiterlesen

BVB: falsch eingekauft – aber danke!

In Deutschlands Fußballhauptstadt ist Krise. Vor der Saison haben alle businessbegleitenden Medien die Genialität der Dortmunder Einkaufspolitik – im Gegensatz zu dem schläfrig-gestrigen Kriminellen Hoeness – gefeiert: Paco Alcácer 20 Mio., Julian Brandt 25 Mio., Nico Schulz 25 Mio., Thorgan Hazard 25 Mio., Mats Hummels 30 Mio., zusammen weit über 100 Mio. Für alle, die keine Ahnung von Fußball haben, ergab sich daraus rechnerisch zwingend: Meister wird nur der BVB. Weiterlesen

Kein Medienmärchen – nur der Spiegel

Von mir hat der Spiegel noch nie eine Mark gesehen. Schon Ende der 70er Jahre lernte ich in der Praxis, dass sich die dort für was Besonderes haltenden Mitarbeiter*innen von – vom Spiegel aus gesehen – mikroskopisch kleinen Jugendorganisationen eine Weltsicht nicht durch Fakten kaputtmachen lassen wollten. Der Trick des Spiegel war und ist eine Präsentation und Schreibe, die das Gefühl vermittelt, der unbarmherzig-kritische Schreiber wisse schon “alles”, natürlich noch viel mehr, als er er hier schreibt. Unübertreffliches Beispiel war seinerzeit dir Formulierung, von wem sich Bundeskanzler Kohl “sein Ei aufschlagen” lasse. Boah, war das informiert … Weiterlesen

Medienmärchen Le Monde?

So lange ich lesen kann, war die innerbetriebliche Macht beim Verlag der marktführenden französischen Tageszeitung Le Monde umkämpft – hier der deutsche Wikipedia-Eintrag. Sie war Informationsquelle der linksliberalen Hälfte der französischen Öffentlichkeit, wenngleich in ihrer innenpolitischen Relevanz auch immer überschätzt – ein allgemeines Phänomen der Medien. Ein positiver Zweig Le Mondes ist für mich seit vielen Jahren LeMonde diplomatique, die nicht nur Motor zur Gründung der weltweiten Attac-Bewegung war, sondern mit ihrer deutschen Ausgabe auch den hiesigen publizistischen Wahrnehmungshorizont spürbar erweitert hat.
Nach einem Muster, wie wir es aus allen postsozialistischen Ländern Osteuropas kennen, Weiterlesen

Räuberpistolen? – Türkei / MH 17 / Bahn

Recep T. Erdogan will kurdische Teile Syriens erobern. Als Druckmittel dient ihm der widerliche Flüchtlingsdeal, den die EU unter deutscher Führung mit ihm ausgemacht hatte. Doch er kommt nicht voran. Russland und Iran jucken ganz andere Probleme. Und die kurdischen Selbstverwaltungsorgane werden zu Wallfahrtszielen der globalen Diplomatie. Auch das deutsche Auswärtige Amt konnte sich dem nicht ganz entziehen – mann darf Gesprächsfäden ja nicht abreissen lassen. Aber wenn sie nicht aufpassen, sitzen sie am Ende allein auf Erdogans Schoss. Lesen Sie hier Elke Dangeleit/telepolis.
Nur wenige erinnern sich wahrscheinlich noch an den Abschuss des malaysischen Flugzeuges MH17 Weiterlesen

Springer / ZDF / nachdenkseiten

Die besitzende Dame und der leitende Herr im Springerkonzern waren sehr, sehr ungehalten über die Berichterstattung ihrer rechten Konkurrentin FAZ über ihr Unternehmen. Die Damen und Herren kennen sich überwiegend persönlich und hassen sich also gegenseitig rechtschaffen. Irgendwas muss uns hier unten ja auch Freude machen.
Um ihren Ärger zu demonstrieren, gaben Frau Springer, Herr Döpfner und Herr Huth (vom Hedgefond KKR) Weiterlesen

Weltpolitiker: Özdemir, Infantino

Ich kenne Cem Özdemir persönlich, aber nicht besonders gut. Mal haben ich ihn bei einer Grünen-Bundesarbeitsgemeinschaftssitzung in den 90ern als harten Realo kennengelernt. Ein anderes Mal begegnete er mir zufällig bei meinem damaligen Lieblingsitaliener “Pirandello”, was für seinen guten Geschmack sprach, mit einer ihn anhimmelnden bildhübschen Stern-Reporterin (der Name war mir nicht bekannt; es kam an dieser Stelle auch zu “nichts”, Cem bleibt an diesem öffentlichen Ort professionell).
Dann schien er seine Karriere selbst ruiniert zu haben, Weiterlesen

Lesen, Denken, Handeln – wär ‘ne Lösung

Sascha Lobo ist jetzt auch schon 44. D.h., seit knapp 30 Jahren kann er seine Existenz darauf gründen, der Berliner Blase die Welt da draussen zu erklären. Die Welt derer, die zuweilen unter 50 sind, und ihr Leben mit Arbeiten bewältigen müssen, zu den heutigen kapitalistischen und technologischen Bedingungen. Woher sollen Politiker*innen und Medien in der Hauptstadt das auch erfahren, wenn nicht von Sascha Lobo? Heute hat es das Leitmedium SZ wieder versucht, auf seiner wertvollen Seite 3 (online nur hinter Paywall).
Lobo kann nichts dafür. Weiterlesen

Medienkriminelles Sommermärchen 2006

Hat lang’ gebraucht, bis es endlich rauskommt
Leo Kirch war der grössten Pleitiers der deutschen Mediengeschichte. Weil er vermutlich seiner Zeit zu weit voraus war. Das Prinzip: Bilder und Informationen privatisieren und monopolisieren – bis einem das Geld aus allen Körperöffnungen herauskommt. Heute ein ganz “normales” kapitalistisches Prinzip und Geschäftsmodell. Dass das demokratische Öffentlichkeit unterminiert und morsch macht, ist einerseits dabei Nebensache – und heute überall gut zu erkennen. Kirch hatte sich vor seiner Pleite die grössten medienverwertbaren Kuchenstücke der Fußball-WM 2006 gesichert. Weiterlesen

Christian Eichler/FAZ – benebelt vom Weiss”bier”?

Christian Eichler ist “eigentlich”, ähnlich wie SZ-Sportressortchef Klaus Hoeltzenbein, Gladbach-Fan. Mit Arbeitsort München. Das ist für sich genommen beeindruckend und zeugt von fachlicher Kompetenz. Trotzdem ist, wer in München leben muss, mannigfacher Risiken ausgesetzt. Insbesondere was den Blick auf die Welt da draussen betrifft. Das Drogenangebot ist einfach zu “gut” in München. Wie anders ist so ein Kommentar zu erklären? Weiterlesen

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