Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: WDR (Seite 21 von 28)

NYT / Bots / Stern

Der von mir hochgeschätzte Rene Martens war von der New-York-Times-Dokumentation, die vor einem Monat auf ARTE und im WDR-TV lief (aus den Mediatheken schon rausgeflogen), entschieden begeisterter als ich. Da sein Lob gründlicher ist als meine Kritik, und ausserdem aus der Perspektive eines Journalisten geschrieben, der von seiner Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, ist es auch ohne den Film gesehen zu haben, wohltuend informativ.
Markus Reuter/netzpolitik.org nimmt den Mythos von Bots, Weiterlesen

Jemen-Fotos / Qatar-Airways / McQueen in der DDR

Weil es ja wieder keine*r gesehen haben wird, an dieser Stelle wichtige Hinweise für Ihre politische Weiterbildung.
Das NDR-Medienmagazin Zapp zeigte gestern nahe der mitternächtlichen Stunde die französische Fotografin Véronique de Viguerie. Ihr ist es gelungen, in den Jemen zu gelangen, und nach eigenem Bekunden auch der Überwachung durch den saudiarabischen Geheimdienst zu entgehen. Hier der Text des entsprechenden Beitrages, der heute nacht noch nicht einzeln anklickbar war, Update 29.11.: jetzt ist er es. Weiterlesen

Lehrstück “Hannibal”

Ich fühle mich selbst ertappt. Ich habe 1976 den Kriegsdienst für die BRD verweigert. Dass sich in der Bundeswehr Rechtsradikale und alle möglichen anderweitig bekloppten Männer versammeln, das war mir damals schon klar. Dass sie jetzt verbrecherische Netzwerke bilden sollen, hat für mich emotional nicht den Charakter einer neuen Nachricht. Tja, so kann mann wichtige Nachrichten übersehen.
Bemerkt habe ich das erst, als das Thema in meiner medienpolitischen Filterblase auftauchte. Das verdienstvolle DLF-Medienmagazin @mdiasres diskutierte gestern, Weiterlesen

Lindenstrasse und Bertolucci

Dieter Anschlag/Medienkorrespondenz warf sich für die Lindenstrasse ins letzte, vergebliche Gefecht. Seine Erregung kann ich nicht mehr nachempfinden, obwohl ich bis in die Nullerjahre zum Stammpublikum gehört habe, mehr aus liebgewonnener Gewohnheit, als aus Fan-Engagement (das investiere ich woanders). Ich weiss darum auch gar nicht mehr, wann es aufgehört hat. Von diesem abgesehen, hat Anschlag in allen anderen Punkten aber mehr Recht, als es für unsere Medienlandschaft und Demokratie gut ist.
Die grösste Gefahr, die unsere öffentlich-rechtlichen Medien für sich selbst herbeiprovozieren, ist die Gleichgültigkeit. Weiterlesen

Charlotte Roche / Dieter-Nuhr-Kritik / Schäferkordt geht

Vielleicht würde ich ihre Nähe nicht lange aushalten. Personen, deren Medienpräsenz in mir grosse Zuneigung wecken, verdächtige ich dessen fast immer. Wo es einen Nordpol gibt, gibt es immer auch einen Südpol. So ein Fall ist für mich Charlotte Roche, der ich noch bei keiner Preisverleihung und auch nicht in Köln auf der Strasse begegnet bin. Die Jüngeren werden sie gar nicht mehr kennen, so rar hat sie sich zuletzt gemacht. Am auffälligsten war noch, dass sie sich namentlich und mit verblüffend präziser Beschreibung in der #metoo-Affäre gegen WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke positioniert hat, Weiterlesen

AfD und Medien II

von Prof. Bernd Gäbler
Impuls-Referat, OBS-Tagung, Berlin 19.11.2018

Kurzfassung (Es gilt das gesprochene Wort)

Die AfD ist rechts, nationalistisch und populistisch. Daraus ergibt sich ihr Verhältnis zu den Medien.
Wer von sich selbst behauptet: Wir – und nur wir (!) – sind das Volk. Wir sind seine authentische Stimme. Ihm gegenüber steht eine selbstsüchtige, korrupte Elite, der wir die Macht entreißen wollen, dem sind alle „intermediären Instanzen“ der Gesellschaft ein Dorn im Auge. Weiterlesen

Herausragender Journalismus

von Jupp Legrand / Otto Brenner Stiftung
Otto Brenner Stiftung zeichnet zum 14. Mal herausragenden Journalismus aus

Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis des Otto Brenner Preises für kritischen Journalismus 2018 erhalten die Autorinnen Pascale Müller und Stefania Prandi für ihre Recherchen “Vergewaltigt auf Europas Feldern”/”Er kommt am Abend” (BuzzFeed News/Correctiv, erschienen am 30. April 2018).

Pascale Müller und Stefania Prandi haben nicht nur “die furchtbaren Bedingungen erforscht”, unter denen Frauen in den EU-Ländern Spanien und Italien Tomaten und Erdbeeren auch für den deutschen Markt ernten. Weiterlesen

Neues aus der “gehobenen Mittelschicht”

Der Anti-Gauland
Der Herr Gauland ist ja leider in seiner Klugheit und Schläue den meisten im Hauptstadtberlin überlegen. Nachdem er in seiner langen CDU-Laufbahn unter den Fittichen des konservativen Revolutionärs Walter Wallmann mit allen Wassern gewaschen wurde, richtet er jetzt als Führer der rechtsradikalen AfD in unserer Demokratie veritable Flurschäden an. Das vor allem dadurch, dass er über genaueste Kenntnis und Handwerkskunst zur Sprachpolitik verfügt. Wie können wir uns dem erwehren? Weiterlesen

Merkwürdiger “Rechercheverbund”, rätselhafter WDR

Der WDR brüskiert seine eigenen Recherchejournalisten und überlässt der in Milliardärsbesitz befindlichen SZ die publizistische Ernte
Infantino-Gegner*innen in der Fifa haben endlich Unterlagen durchgestochen zu den zweifelhaften Plänen ihres mafiösen Chefs, der 25 Mrd. aus Saudi-Arabien einkassieren will, um damit seine Wiederwahl im nächsten Jahr zu finanzieren und die klamme Fifa-Kasse zu sanieren. Im Gegenzug schien er zunächst ein neues Turnier (“Club-WM”) erschaffen zu wollen um es an diese Investor*inn*en zu verkaufen. Neu an den durchgestochenen Dokumenten ist, Weiterlesen

Klassenkampf um Fußballkultur

Juwel “Sport inside”
Wenn Sie besser verstehen wollen, worum es bei den Kämpfen in Business-Logen und auf den Stehplätzen der Fußballstadien geht, kommen Sie um “Sport inside” (WDR) nicht herum. Der Sender hält die Redaktion kurz und versenkt ihre Arbeit um 23 h, auf dass sie unbemerkt bleibe, und nicht unnötig Ärger mit Geschäftspartnern verursacht. Das klappt super. Gestern sollen nur 30.000 zugeguckt haben.
Sie verpassten Reportagen über den Kampf gegen rechte Hooligans, gegen die Eventisierung des Fußballs durch sein Business, sowie wohin die führen kann: ungefähr dahin, wo heute das Profiboxen ist, in der organisierten internationalen Kriminalität. Weiterlesen

Kinderhandel und Fankonflikte

Kindesmissbrauch, -misshandlung, Kinderarbeit sind Themen, die uns zu Recht schnell erregen, weil sie instinktive Schutzreflexe mobilisieren. Doch was, wenn die Täter diejenigen sind, die uns das alltägliche Fußballvergnügen organisieren? Bei T-Shirt-Erwerb mag so manche*r zum Boykott bereit zu sein. Beim Fußball ist es dagegen ganz realohaft egal, weil nicht zu ändern?
Diese abgebrühte Weltsicht bedarf der Überprüfung. Im Rahmen der Football-Leaks traten verbrecherische Praktiken mal wieder ans Licht. Weiterlesen

WDR zerrüttet Beziehung zum NRW-Fußball

In der WDR-Programmdirektion scheint immer noch niemand zuhause zu sein. Gestern war ein Feiertag für den NRW-Spitzenfussball. Beide Borussias zeigten meisterliche Leistungen (sogar Fortuna Düsseldorf hat gewonnen) und führen die Bundesligatabelle an. Am 17. (und am 34. Spieltag) winken Final-Feiertage, wie sie NRW schon lange nicht mehr erlebt hat – zu vergleichen nur mit der in Punktgleichheit endenden Rivalität von Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln 1978 (das war die Saison, in der die eine Borussia den BVB 12:0 schlug, bis heute Ergebnisrekord aller Bundesliga-Zeiten).
Ein WDR, der mit dem NRW-Fußball auf Du und Du wäre, Weiterlesen

Zugelobter Film – Gerechter Preis

Die deutschen Zeitungen haben sich in Vor- und Nachbesprechungen mit Lobeshymnen überschlagen, dabei ist es nur ein überdimensionierter Werbespot der New York Times (NYT): der Dokumentarfilm “Mission Wahrheit” von Liz Garbus. Er wurde gestern von ARTE ausgestrahlt, bleibt dort einen Monat in der Mediathek und wird heute Abend zu späterer Stunde im WDR-TV wiederholt. Trotz Überlänge wird er nicht langweilig, gestern nickte ich nicht weg. Donald Trump hält die Erregungskurve hoch. Für Menschen, die nichts darüber wissen, aber über heutigen Elite-Journalismus in den USA mehr erfahren wollen, ist er informativ.
Wichtige, von Trump unabhängige, aber für heutige Medienarbeit elementare Fragen spart der Film – und vielleicht auch die NYT? – planmässig aus. Weiterlesen

#metoo/WDR: die Debatte ist nicht beendet

Mögen einige gehofft haben, dass während der Herbstferien “die Sau das Dorf” durchquert habe. Aufwachen, der Traum ist beendet. Denn es geht in der Debatte nicht (nur) um skandalöse Einzelfälle. Das Problem ist durch gerichtliche Schuldsprüche, Abmahnungen und Entlassungen nicht aus der Welt. Denn es wird von Systemstrukturen erzeugt, die in einem jahrzehntelangen Prozess herangewachsen sind. Dazu sind jetzt einige erhellende Diskussionsbeiträge erschienen.
Hektor Haarkötter, heute Professor an der Fachhochschule Rhein-Sieg, war mal “freier” Mitarbeiter des WDR und weiss darüber viel zu erzählen. Weiterlesen

Hallo WDR – jemand zuhause?

ARD-Sender senden heute Abend gegen sich selbst
Schön, dass die ARD uns heute abend mal eine Talkshow erspart, und eine Dokumentation senden will. In der WDR-Programmdirektion scheinen nur leider alle in Herbstferien zu sein, erholungsbedürftig von #metoo.
Ich gucke ja nie Talkshows, sondern lese nur bei Hans Hütt, wie sie waren. Sonntags sowieso nicht. Um 21.45 h kommen in den Dritten die Bundesligaberichte. Und im WDR-Fernsehen folgt unmittelbar danach der unübertreffliche Arnd Zeigler. Bei beiden gilt: Weiterlesen

Paralleles Absaufen: Ruhrgebiet & Sozialstaat

Hans Hütt/FAZ berichtet uns heute von der gestrigen Maischberger/ARD-Runde. Gut, dass ich mir das erspart habe. Auch auf die Champions-League habe ich dankend verzichtet – zu dieser Anstosszeit (21 h) mit Aussicht auf eine 6er-Konferenzschaltung in meiner Fußballkneipe, dafür trat ich nicht vor die Tür.
Martin Kronauer und Stephan Lessenich/taz bezeichneten zutreffend, was die BRD zusammenhielt: “Die BürgerInnen akzeptierten die ökonomische Herrschaft der Kapitaleigentümer und das politische Herrschaftsprinzip der repräsentativen Demokratie Weiterlesen

#metoo/WDR: Mikich-Eigentor

Nicht spielentscheidend, aber doch bemerkenswert: Sonia Mikich, in den Ruhestand gewechselte ehemalige WDR-Chefredakteurin, hat in der #metoo-Debatte ein Eigentor geschossen. Ausgerechnet in der FAZ zog sie eine persönliche Bilanz der Debatte. Ich kann sie leider nicht lesen und verlinken, weil die FAZ den Text hinter ihrer Paywall vermauert hat.
Mikich weiss selbst aus ihrer langen Berufserfahrung, dass FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld, der es trotz intensivster Kampfbereitschaft für Verlegerinteressen immer noch nicht zum FAZ-Herausgeber oder wenigstens Feuilletonchef gebracht hat, zeitlebens auf einem Kreuzzug gegen öffentlich-rechtliche Medien, also das, wo Mikich ihre komplette Berufskarriere verbracht hat, unterwegs war. Weiterlesen

Smart Home – erklärt von Herbert Knebel

Uwe Lyko ist jetzt so alt wie seine erfolgreichste Figur: Herbert Knebel. Ich habe ihn einst im Beueler Brückenforum interviewt, kurz vor seinem Auftritt. Seine Handynummer habe ich behalten und halte sie in Ehren. Uwe ist tatsächlich im wirklichen Leben ein ähnlich netter Kerl, wie ihn der WDR immer wieder gern in seinem Senioren-TV-Programm rauf und runter porträtiert.
Einen neuen Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens Weiterlesen

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