Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Beuel & Umland (Seite 56 von 123)

Empathie für Blinde

Gezielte Zahlenverwirrung / Auslieferung des Schulsystems / Erinnerung an Melina
Jammern hilft zwar nicht. Aber vielleicht fühle ich mich danach besser. Als stark kurzsichtiger Brillenträger steigert die Maskenpflicht in Beueler Strassen, der ich in der Friedrich-Breuer-Strasse wg. drangvoller Enge durch parkende SUVs sowieso schon nachgekommen war, meine persönliche Unfallgefahr. Die Tröpfchen, auf denen das Virus so gerne reitet, sind auf meinen Brillengläsern gut zu sehen – und sonst nichts. Wenn ich also auf eng vorbeifahrende Autos (und Fahrräder!) einen leicht taumelnden Eindruck mache, liegt es nicht am Alkohol. Wenigstens fand ich im Edeka einen Mitarbeiter, der mir eine passende Glühbirne aus dem Regal suchen konnte. Weiterlesen

Wie geil sind Clans?

Wenn er mal wieder gute PR benötigt, begleitet NRW-Landesinnenminister Reul gerne mit wehendem Mantel eine Razzia durch ein paar Gelsenkirchener Spielsalons. Es geht dabei meistens eher nicht um Beweissicherung, das würde mit Diskretion in der Regel besser gelingen, als um die Erweckung des Eindrucks “Wir tun was!” Der Erfolg bemisst sich daran, wie viele Kamerateams an der Veranstaltung teilgenommen haben, und wie viele Interviews der Minister geben musste.
Die tragischste Figur ist bei dieser Aufführung gar nicht der Minister, Weiterlesen

Podcaster

Von Günter Bannas
Wie der Herr, so’s Gescherr? Entgegen der Bemühung, die Machtkämpfe, die um die Führung der SPD ausgetragen wurden, als beendet erscheinen zu lassen, wird der Streit an der Parteibasis fortgesetzt. Mehr noch: Auseinandersetzungen in SPD-Gliederungen erscheinen – horribile dictu – als Stellvertreterkriege Berliner Spitzenleute. In München setzte sich im Kampf, wer bei der Bundestagswahl für die SPD antritt, der Abgeordnete Florian Post gegen die Herausforderin Philippa Sigl-Glöckner klar durch. Die bundespolitische Bedeutung: Weiterlesen

Was die SPD am liebsten macht

Am liebsten macht die SPD auch in NRW, was sie am besten kann: sich zugrunde richten. Sie tut es mit großer Hingabe und ist dabei äußerst erfolgreich. In den sieben Jahren ihrer Regierungszeit mit Kraft entsaftete sie sich. 2017 schickten die Wähler den kraftlosen Verband in die Opposition. Dort verdorrt er nun. Über 30 Jahre wurde er beinahe mit jeder Wahl schwächer. Jüngst schrumpfte er bei der Kommunalwahl um fast ein Viertel. Dieser Verlust reicht ihm nicht. Er leistet sich nun noch einen Machtkampf um den Vorsitz – mit Kandidaten, deren Führungskraft beschränkt ist. Weiterlesen

Männer-Projektionen

Ohne Kompass is’ immer schlecht
Nix is so schläsch, dattet nich für irjntwat joot es – bald ist das nicht mehr zu hören, am Ende der WDR-Mitternachtsspitzen. Wird aber als Lebensweisheit überdauern. So auch in diesem Fall: dem Blick der Männer auf dieses rätselhafte Etwas, das wir u.a. “Frauen” nennen. Jahrtausende haben die meisten von ihnen immer das getan, was mann ihnen sagte. Doch seit gut 100 Jahren lässt das immer mehr nach. Wir sind noch mittendrin.
Horand Knaup zeichnet in einem Buch, aus dem bruchstuecke.info das entsprechende Kapitel jetzt online gestellt hat, die Emanzipationsgeschichte der Frauen im Parteien- und Parlamentssystem der BRD bis in die Gegenwart. Weiterlesen

NRWs Öko-Umbau

Als Aufwärmprogramm zur ARD-Sportschau gönnte ich mir eine aktuelle Ausgabe der ZDF-Reihe plan B. Und siehe, meine ganze Biografie floss in diesem schönen kleinen Stück von konstruktivem Journalismus zusammen. Es zeigt: die Landespolitik (Braunkohle!) verharrt im Gestern, aber die Arbeit fürs Morgen findet trotzdem statt.
Die Beuelerin Anke Valentin, im Hauptberuf Chefin des Wissenschaftsladens, einer Knowhow-Zierde unserer Stadt, Weiterlesen

Weihnachten fällt aus

Das Problem ist nicht vorübergehend
Karneval fällt aus. Er hätte am 11.11. begonnen. Seien wir ehrlich: Weihnachten und Silvester fallen ebenfalls aus. Und die Verheissungen, dass irgendwann im neuen Jahr ein Impfstoff kommt, sind auch nicht viel seriöser als das, was Mr. Trump erzählt. Sie sind ein verzweifelter Versuch die genervte und ermüdende Bevölkerung bei der Disziplinstange zu halten. Die Infektionszahlen beweisen aber, dass das nicht funktioniert. Die Schwerpunkte sind so unterschiedliche Regionen wie Berlin-Neukölln (Wohnen und Leben eng an eng), Westniedersachsen (Massentierhaltung und -schlachterei) und seit einiger Zeit die NRW-Rhein-Ruhr-Region, die Pendler*innen-Region.
Jeder Appell im Stile von “Wir alle …” oder “Jede*r Einzelne …” sind verräterisch, Weiterlesen

Mediathek-Perlen & Quotenanbeter

Dänische Miniserie und Musik-TV / WDR – der Umfaller-Sender
mit Update
“Killing Mike” wurde u.a. von FAZ und taz besprochen. Ich habe nachts mal linear reingesehen. Bei mir wurde eine Erinnerung an “Fargo” wachgerufen, das mir den Trump-Wahlsieg 2016 ungewollt verständlicher machte, durch alle Ritzen triefte der US-amerikanische Exzeptionalismus. Letzteres kennen die die Dän*inn*en meines Wissens so nicht, sind in vielem aber nicht weniger konservativ, Weiterlesen

OB ohne Paywall

Und: Verwesungsgeruch im DFB-Keller
Ob es eine gute Idee ist, das Urheberrecht an ihren eigenen Aussagen an einen Verlagskonzern mit dem Zweck der Gewinnerzielung zu verschenken, das wird die zukünftige Bonner OB Katja Dörner bald mit ihrem Presseamt und ihren Mitarbeiter*inne*n erörtern müssen. So geschah es diese Woche mit einem Interview, Weiterlesen

Stadtretter

Es ist nicht zu übersehen: das Sterben des Einzelhandels. Das war schon vor der Coronakrise zu sehen. Wie das der Gastronomien in Innenstadtlagen, soweit sie nicht zu gleichförmigen Franscheissketten gehören. Kürzlich zeigte ich einer Kölner Freundin den Remigiusplatz. Vor nicht allzuvielen Jahren war er noch vollgestellt mit Tischen und Stühlen, das pralle Leben. Heute hat nur noch das Bonngout überlebt. Das Denkmal, die soziale Skulptur des Wirtshauses Zum Bären ist schon seit vielen Jahren mit Brettern zugenagelt. Immobilienkapitalismus in Bonn.
Es brauchte erst den Bombenleger René Benko, damit Lobbyverbände und Kommunalpolitiker*innen aufwachten. Weiterlesen

Fortschritt

Bonns Grünen-Fraktion gibt sich ein neues Statut und eine neue Führung
Ist es ein gutes oder schlechtes Zeichen? Die Stadtratsfraktion der Bonner Grünen nahm sich drei Stunden Zeit, um ihr neues Fraktionsstatut zu beschliessen. Ausser die Beschliessenden selbst interessiert das eigentlich niemanden. Es gab aber eine bedeutsame Veränderung. In den vergangenen sechs Jahren seit 2014 waren die sog. sachkundigen Bürger*innen nach §58 Abs. 3 NRW-Gemeindeordnung bei den Grünen, wie bei allen anderen Parteien, Fraktionsmitglieder minderer Klasse. Sie sollen nun, wo die Grünen als grösste Ratsfraktion besonders viele von ihnen benötigen, wieder bei allen wichtigen Wahlen und Abstimmungen mitbestimmen können. Weiterlesen

Trend zur zweiten Liga

Fußball zeigt: Virus geht nicht vorbei
Diese Saison ist von einem rätselhaften Virus infiziert. Auf nichts ist mehr Verlass. Sogar der Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum benötigt wieder, wie gestern in der 93. Spielminute, Elfmetergeschenke. Zuviele Arbeitsplätze und Investitionen wären sonst bedroht. Diese alltägliche Selbstverständlichkeit täuscht nicht darüber hinweg: immer weniger funktioniert, immer mehr geht in die Hose. Weiterlesen

Langer Lauf

Von Günter Bannas
Am Anfang war Mülheim an der Ruhr, 1994. In Bonn regierte Helmut Kohl mit der FDP. Joschka Fischer trimmte seine Partei auf SPD-Koalitionskurs. So wie Kohl mit den Grünen, wollte auch Fischer mit der CDU nichts zu tun haben. „Rot-grünes Chaos“ stand gegen „Der Alte muss weg“. Tertium non datur? Am Rande des Ruhrgebiets aber geschah Ungeheuerliches. Im Stadtrat wurde ein schwarz-grünes Bündnis geschmiedet, das erste in einer deutschen Großstadt. Weiterlesen

Verfilmte Ansichtskarte

ZDF: “Boomtown Bonn”
Es werden nicht viele gesehen haben, parallel lief die Sportschau. (Update 4.10.: immerhin 1,86 Mio., sechsmal so viel, wie Bonn Einwohner*innen hat) Das Viertelstunden-Filmchen war nicht mehr ganz auf der Höhe der lokalpolitischen Zeit. Das “Bundesbüdchen” erwies sich ein weiteres Mal als nostalgisch-publizistischer Pulverdampf, der den Blick auf Gegenwart und Zukunft vernebelt. Ein unvermeidlicher älterer Herr war zum hundertsten Mal für die Kohl-Nostalgie zuständig. Gerettet und zusammengehalten wurde das durchschnittliche Werk von Ina Baltes durch die Rahmung von Dirk Kaftan, ein würdiger Repräsentant des Bonn von heute und morgen.

Erpresst Erdogan Merkel – womit?

Wenn ich Schlagzeilen und Abbildungen des deutschen Aussenministers Heiko Maas sehe, zeige ich mittlerweile körperliche Reaktionen. Woran mag es liegen? Doppelte Moral- und Menschenrechts-Standards deutscher Aussenpolitik sind schliesslich nichts Neues, sondern absolut “gewöhnlich”. Liegt es daran, dass ich den Politiker Heiko Maas mal für einen (SPD-)Linken gehalten habe? Wann ist das gewesen? Jedenfalls so weit weg, dass ich mich daran nicht mehr erinnern kann. Weiterlesen

Erntedankfest der Grünen

Keine Sensationen gestern Abend im Beueler Brückenforum. Die Bonner Grünen versammelten sich zum ersten Mal nach dem grössten Wahlsieg ihrer Geschichte. In einem Saal, der zu weniger virenbelasteten Zeiten über 1.000 Menschen fassen kann, versammelten sich über 100 Grünen-Mitglieder an weiträumig platzierten Tischen. Die Liturgie war vom ehrenamtlichen Kreisvorstand optimal konfiguriert. Streit und Stimmungskiller gab es nicht.
Während die neugewählte Oberbürgermeisterin Katja Dörner eine lässige Dankesrede absolvierte, Weiterlesen

Zentrum der Subalternität

Der Westdeutsche Rundfunk
Kennen Sie dwdl.de? Nee? Nur was-mit-Medien-Leute kennen das. Deswegen könnte es vielleicht auch nur eine warnende Leuchtrakete sein. Die Frage ist nur, ob die aus den Chefbüros im WDR in Köln überhaupt gesehen werden kann. Hoch genug sind sie in den Hochhäusern platziert. Aber ich weiss aus eigener Erfahrung: mit Atemschutzmaske und Gleitsichtbrille ist die Sicht begrenzt. Immerhin gibt es längst Software, die sehbehinderten Menschen Texte auch vorlesen kann. Der Schreck müsste Intendant und Programmdirektor in Haupt und Glieder fahren. Weiterlesen

Bahnpanik in Deutsch-Südwest

Wundersame Bahn LV
Ralf Wurzbacher/nachdenkseiten und sein Interviewpartner Joachim Holstein, ehemaliger Nachtzugbegleiter und heutiger Bahnaktivist, haben erkennbar Orientierungsprobleme, nachdem der Rücktrittskandidat im Amt des Bundesverkehrsministers Scheuer vor einigen Tagen grosses PR-Besteck zum Thema Bahnpolitik vorgezeigt hat. Dabei war für Expert*inn*en sofort klar, dass er weder über Fachwissen noch praktische Fahrgasterfahrung verfügt.
Und unter uns: ihm ist wahrscheinlich schon selbst klar, dass er sein schweres Amt Weiterlesen

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