Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Gesundheitspolitik (Seite 31 von 45)

Wer „überlastet“ hier wen?

Im ersten wie im zweiten „Lockdown“ dieses Jahres ist das entscheidende Argument, „das Gesundheitswesen“ dürfte nicht „überlastet“ werden. Diese Sprechweise suggeriert („framet“), das Gesundheitswesen sei der feststehende Faktor und seine Belastung die Variable. Schon diese Redeweise – aller Parteien – zeigt, dass die politische Klasse in unserer Demokratie ihren Job nicht versteht. Oder die Intelligenteren in ihr: nicht verstehen will.
Denn die Belastbarkeit des Gesundheitswesens ist regelbar, und wird auch geregelt: Weiterlesen

Inkonsistenz

Leben Sie, um zu arbeiten? Oder arbeiten Sie, um zu leben? Ich zählte mich immer zu Letzteren, und habe es pünktlich zum ersten deutschen Lockdown im März in die Rente geschafft. Im Rahmen der zukünftigen Verschärfung und Brutalisierung der ökonomischen Verteilungskämpfe wird auch die gewiss angegriffen werden. Das wird mich mit meinen gut 1.000 €/Monat wieder in einen revoltierende Wutbürger verwandeln. Derzeit ist unsere Gesellschaft noch auf dem Weg dorthin. Weiterlesen

Merz kann es nicht

Die CDU hat beschlossen, wegen Corona einen Parteitag zu verlegen. Auch wenn das ein verdeckter Angriff gegen den sich auserwählt und unbesiegbar wähnenden Blackrock-Lobbyisten Friedrich Merz sein sollte, täte er gut daran, sich dies innerparteilich nicht anmerken zu lassen. Stattdessen benimmt er sich wie ein Hooligan, beschimpft böse Mächte ganz im Stile der „Corona-Leugner“, interpretiert es gar als Intrige gegen seine gar so wichtige Person. Weiterlesen

Lockdown gegen Hühnerquäler!

Heute absolvieren die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsident*inn*en eine neue Show um grosse und kleine Lockdowns, mit der vorgeblichen – doch, ich würde auch zugestehen: mutmasslichen – Absicht, die Bevölkerung vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung des Covid-19-Virus und vermeidbaren Todesopfern zu schützen. Ich glaube nicht, dass sie heute noch sehr darüber nachdenken – das ist schon geschehen. Heute gehts nur noch um die Feinarbeiten am Kommunique. Aber wenn sie doch noch nachdenken sollten, die folgende Empfehlung. Weiterlesen

Warum noch aufstehen?

Systemkonflikte (II)
Einen Lockdown hatten wir im Frühjahr schon geübt. Allerdings: Jahreszeit und Wetter boten weit bessere Umstände. Jetzt werden die Tage kürzer, grauer, dunkler und kälter. Welche Gründe soll es also geben, um das Bett zu verlassen? Ich habe kurz kopfgerechnet: rund 23.000 mal ist es mir gelungen, diese Frage zu beantworten. Manchmal war es nur knapp. Hier also noch ein Versuch.
Die Stimmung im Frühjahrs-Lockdown war stark durch wochenlanges Sonnenwetter begünstigt. Trotz, nein wegen des Lockdowns, bewegten sich Menschenmassen nach draussen, bemühten sich ums Abstandhalten Weiterlesen

Systemkonflikte

Viele Menschen in meinem Umfeld, mich selbst eingeschlossen, erleben die Gegenwart in einem sehr ambivalenten Sinne als aufregende Zeit. Die Klima- und die Viruskrise werden als existenzielle Gefahr erlebt, für die Art Mensch, die wir kennen- und weitgehend auch lieben gelernt haben. Diese Krisen sind sowohl Folgen als auch Antrieb für die Umwälzung globaler Machtverhältnisse. Die Meisten haben sich ein Leben lang an sie gewöhnt, Andere ein Leben lang dagegen gekämpft. Aber, ob das, was kommt, das ist, wofür sie gekämpft haben? Das erscheint unwahrscheinlich. Weiterlesen

Von Karnap zur Hafenstrasse – 3:0

mit Update nach dem Frühstück
Arnd Zeiglers Crew war in Essen-Karnap, um dort Ente Lippens und Fred Bockholt in Willis Kneipe „Ich danke Sie!“ zu treffen. Sie zeigten wie Ente im ZDF-Sportstudio Pelé an der Torwand besiegte (Video ab Minute 12) – damals schossen die Jungs mit einer Lässigkeit, wie sie sie sonst auf dem Rasen, im Stadion, zeigten. Fred Bockholt war damals vom VFB-Bottrop, von der anderen Seite der B224, nach Essen gewechselt. Beide zusammen absolvierten mehrere Bundesligaaufstiege von Rot-Weiss Essen, die damals wie heute eine Fahrstuhlmannschaft waren. Nur damals, zu Lippens‘ Zeiten eben drei Ligen höher als heute. Weiterlesen

Grammatik des Vertrauens

Kissinger überlebte Brandt – wird Fritsche Merkel überleben?
Die 2013 verstorbene Tissy Bruns erwähnte mir gegenüber einmal Bernd Greiner. Ich war mir nicht sicher, was sie mir damit signalisieren wollte. Wir waren 1981/82 beide im Vorstand der Vereinigten Deutschen Studentenschaften (VDS), sie für den MSB, ich für den LHV/Jungdemokraten, vertraten gemeinsam die VDS im Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung und pflegten, so nannte sie das, regelmässig das „politisch-persönliche Gespräch (PPG)“, gerne im damaligen Café Rittershaus in der Kaiserstrasse. Hatte sie mit Greiner „was“ gehabt? Ich weiss es nicht. Auf jeden Fall hat sie sehr viel von ihm gehalten, und das war verständlich. Weiterlesen

Die Kanzlerin

Von Günter Bannas
Angela Merkel hätte sich 2016 besser anders entschieden. Zur fraglichen Zeit war die sogenannte Flüchtlingskrise bewältigt, wie derlei Herausforderungen eben zu bewältigen sind. Griechenland war „gerettet“ und die Euro-Krise war behoben, wie solche Krisen nun mal zu beheben sind. Merkel hätte mit Fug und Recht sagen können, ihrem Nachfolger das Land in einem geordneten Zustand hinterlassen zu haben. Offenkundig hat sie das auch lange erwogen – so lange wie noch nie ein Kanzler zuvor. Weiterlesen

Falsche Zeit, falscher Ort

Der Flughafen und seine erste Kundin
Das DLF-Wochenendjournal bot heute morgen wie immer erstklassigen Journalismus. Es war auch keine Wiederholung, keine Fiktion. Nein, der Flughafen in Berlin soll tatsächlich fertig sein (Audio 42 min). Es lässt sich kaum ein Symbol denken, das so teuer, und ein so gewaltiger Irrtum der Geschichte ist: das starrköpfig im Gestern verharrende Deutschland setzt Denkmäler in die Welt, auf dass die sich ewig an diese Desaster erinnere. Weiterlesen

Nicht vorübergehend

Misstrauen Sie allen, die Ihnen weiszumachen versuchen, in absehbarer Zeit sei „es“ vorbei. Wird es nicht. Stefan Willich, der Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Berliner Charité, sprach mit der Berliner Zeitung. Die Darstellung der Zeitung ist kein Interviewtext, sondern eine redaktionelle Gesprächszusammenfassung mit vielen wörtlichen Zitaten. Hinzugefügt diese Darstellung zu „Fallsterblichkeit“ und „Infektionssterblichkeit“, und wie diese sich unterscheiden. Weiterlesen

Fakten und Stimmungsmache

Trump-Biden, das Virus und die Rente
Die Hektik wächst, je näher der Wahldienstag (3.11.) in den USA rückt. Auch hiesige Medien spielen verrückt, weil sie glauben, je mehr sie am Rad drehen, umso mehr beachtet zu werden. Die Abstumpfungseffekte beim Publikum werden ignoriert, weil sie Argumente für die eigene Überflüssigkeit wären. Es hat fast schon erstaunlich lange gedauert, bis wieder der böse Russe und der böse Iraner ausgegraben werden, die die Wahl „beeinflussen“, mit Lügen selbstverständlich. Lügen tun immer alle anderen. Weiterlesen

„Schwein gehabt“?

„Wir kommen aus diesem System nicht raus“
Die SZ (Theresa Crysmann) interviewt einen anonym bleibenden schleswig-holsteinischen Schweinebauern. Das Interview gibt einen guten Eindruck, was in der Massentierhaltung los ist. Der interviewte Bauer kann offensichtlich den globalen und den regionalen Markt nicht auseinanderhalten und hat sich von den Grossinvestoren des Agrobusiness hinter die Fichte führen lassen, Dort lassen sie, und die exportorientierte Agropolitik der Bundesregierung, ihn verhungern. Von den gequälten Schweinen gar nicht zu reden ….
Selbstverständlich gibt es Wege, aus diesem System rauszukommen. Weiterlesen

Gefährliches Tauwetter

Und: die fremden Medien-Onkel (und -Tanten)
Als Fahrradfahrer mag ich Tauwetter weit lieber als Schnee und Eis, bin also im Rheinland richtig. Zweifellos ist dennoch das Tauwetter weit weg, an den Polen, wo mich selbst Kreuzfahrtschiffe nie hinlocken könnten, gefährlich. Nicht weniger, wenn es in Grönland, Sibirien und Kanada Permafrostböden auftaut und Unmengen an klimaschädlichem Methan freisetzt. Kurzfristig noch gefährlicher ist es, wenn „eingefrorene Konflikte“ wieder heisslaufen. Weiterlesen

Spätes Aufwachen

Wo ist Seehofer? Bundeskanzlerin kommt von der Ersatzbank / Wundersame Bahn LVI
10 Monate ist das Covid-19-Virus jetzt weltweit bekannt. An Neujahr hat China es an die WHO gemeldet. 10 Wochen benötigten Politik und Bürokratie in Deutschland, um es ernstzunehmen. Und jetzt Überraschung: die Pendler*innen*region Deutschlands ist „Risikogebiet“ geworden. Wer selbst schon mal pendeln musste (bei mir waren es 18 Berufsjahre), wundert sich, dass es so lange gedauert hat. Jetzt wacht sogar das Parlament „schon“ auf. Weiterlesen

Unsere beste Regierung – und deren Defizite

Interview mit dem brasilianischen Schriftsteller Luiz Ruffato, von Lutz Taufer und Anselm Weidner
Luiz Ruffato gilt heute als einer der wichtigsten, vielleicht der wichtigste Schriftsteller Brasiliens. Anders als die meisten brasilianischen Intellektuellen und Autor*innen entstammt er nicht den traditionellen Eliten, sondern pflegt eine deutliche Distanz zu diesen. Er steht in seinen Büchern wie in seinen politischen Stellungnahmen für einen grundsätzlichen Perspektivenwechsel, seziert die herrschenden Strukturen aus dem Blickwinkel der Mehrheit der Brasilianer*innen. Weiterlesen

Empathie für Blinde

Gezielte Zahlenverwirrung / Auslieferung des Schulsystems / Erinnerung an Melina
Jammern hilft zwar nicht. Aber vielleicht fühle ich mich danach besser. Als stark kurzsichtiger Brillenträger steigert die Maskenpflicht in Beueler Strassen, der ich in der Friedrich-Breuer-Strasse wg. drangvoller Enge durch parkende SUVs sowieso schon nachgekommen war, meine persönliche Unfallgefahr. Die Tröpfchen, auf denen das Virus so gerne reitet, sind auf meinen Brillengläsern gut zu sehen – und sonst nichts. Wenn ich also auf eng vorbeifahrende Autos (und Fahrräder!) einen leicht taumelnden Eindruck mache, liegt es nicht am Alkohol. Wenigstens fand ich im Edeka einen Mitarbeiter, der mir eine passende Glühbirne aus dem Regal suchen konnte. Weiterlesen

Weihnachten fällt aus

Das Problem ist nicht vorübergehend
Karneval fällt aus. Er hätte am 11.11. begonnen. Seien wir ehrlich: Weihnachten und Silvester fallen ebenfalls aus. Und die Verheissungen, dass irgendwann im neuen Jahr ein Impfstoff kommt, sind auch nicht viel seriöser als das, was Mr. Trump erzählt. Sie sind ein verzweifelter Versuch die genervte und ermüdende Bevölkerung bei der Disziplinstange zu halten. Die Infektionszahlen beweisen aber, dass das nicht funktioniert. Die Schwerpunkte sind so unterschiedliche Regionen wie Berlin-Neukölln (Wohnen und Leben eng an eng), Westniedersachsen (Massentierhaltung und -schlachterei) und seit einiger Zeit die NRW-Rhein-Ruhr-Region, die Pendler*innen-Region.
Jeder Appell im Stile von „Wir alle …“ oder „Jede*r Einzelne …“ sind verräterisch, Weiterlesen

Befreit Körper und Territorien!

von Verónica Gago (Zusammenfassung: Laura Held)
Feministische Strategien während der Corona-Pandemie

Hunderttausende gehen seit 2015 in vielen lateinamerikanischen Ländern unter dem Motto „NiUnaMenos“ auf die Straße, um gegen Gewalt gegen Frauen zu mobilisieren. Im Jahr 2016 wurde in Argentinien innerhalb einer Woche der erste landesweite feministische Streik organisiert, der am 19. Oktober einen großen Erfolg feiern konnte. Die internationalen Streiks am 8. März jedes Jahr mobilisieren vor allem in Lateinamerika sehr viele Menschen, genauso wie die Marea Verde (grüne Welle) für die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Argentinien. Und an dem letzten „Plurinationalen Treffen von Frauen und Queers“ (ehemals: „Nationales Frauentreffen in Argentinien“) im Oktober 2019 beteiligten sich rund 250000 Menschen. Weiterlesen

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