Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Gesundheitspolitik (Seite 32 von 45)

Der Mensch an den Stellschrauben

Lange war ich überzeugt, dass Strukturen und nicht Personen entscheidend sind für den Fortgang der Geschichte. Derzeit aber wünschte ich mir, dass ich an der Wahl für den CDU-Vorsitz teilnehmen könnte
Noch nie habe ich bisher heftige Gefühle bei der Frage entwickelt, wer den Vorsitz der CDU übernimmt. Warum auch? Personalfragen in Organisationen, denen ich distanziert gegenüberstehe, mögen mich inte­ressieren – aber Leidenschaft entsteht da bei mir im Regelfall nicht. Ich fiebere ja auch nicht mit, wenn Machtfragen bei Springer oder Daimler entschieden werden. Zu meiner eigenen Überraschung ist das aber in diesem Jahr beim CDU-Vorsitz anders. Weiterlesen

Coronakrise – schafft sie Failed States?

Berichte und Kommentare zu USA, Schweden, Frankreich, Russland, Spanien, Deutschland
Es gibt keinen politischen oder wissenschaftlichen Handwerkskasten, mit dem die aktuelle Krise in einen gedanklichen Rahmen eingepasst werden kann. Das hat auch Vorteile. Das Denken, Analysieren, Schlüsse ziehen kann sich – potenziell! – freier bewegen. Es kann mehr Kreativität freisetzen. Materielle Bedingung dafür ist freilich, dass die eigene Existenz nicht bedroht ist. Diese Bedingung wird leider in den meisten Fällen nicht mehr erfüllt. Das illustrieren auch die folgenden Leseempfehlungen: Weiterlesen

Wankende Riesen

Das dicke Ende kommt noch. Die Wirtschaftskrise, die auf die Coronakrise folgt, wird gewaltig sein. Erste Zeichen sind schon zu erkennen, während das Virus noch gar nicht weg ist. Die kleinen Zusammenbrüche sind überall sichtbar, aber werden von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommen, weil sie – aus volkserzieherischen Motiven? – (noch) nicht breitgetreten werden. Das Eiern der Ministerpräsident*inn*enkonferenz mit der Bundeskanzlerin, und die hier und hier spürbare Erregung des rechtschaffen-ehrlichen Bodo Ramelow (Die Linke), verraten, dass die schon eine innere Ahnung von dem haben, was kommen wird, aber sich nicht trauen, und noch keine Idee davon haben, wie sie darüber sprechen sollen. Weiterlesen

Übereifer

Pipeline fertig – Arme Reiche – Armer DFB – Arme Antisemitismus-Bekämpfung
Mesut Özil wird vorgeschoben, damit sich die Öffentlichkeit an dem kaltgestellten Fußballer gütlich tut. Ausgerechnet als Erdogan-Anhänger versucht sich der Stillgelegte in Erinnerung zu bringen. Doch eine Pipeline-Fertigstellung kann er damit nicht übertönen. Jetzt fehlen nur noch die Politiker*innen-Proteste. Haben Sie was gehört?
Wenn das Sein das Bewusstsein bestimmt, dann können die Reichen nicht anders Weiterlesen

Klimaneutral 2035 – es geht!

Und: Schadenfreude über Steingarts Windei – Wichtig dagegen: Daten-Macht im Internet
Ein deutsches Forschungsschiff ist aus der Arktis zurück. Seine Besatzung scheint fürs Leben gezeichnet von der sinnlichen Wahrnehmung des Klimawandels. Ist er überhaupt noch aufzuhalten? Das ist eine akademische Fragestellung der Älteren. Die Jüngeren müssen es – und wollen es. Es ist möglich. Sogar im Land des Braunkohle-Grossverbrauchers Deutschland. Wolfgang Pomrehn/telepolis klagt es wöchentlich in seiner Energie- und Klimawochenschau. Und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH hat eine Studie vorgelegt, wie es geht. Weiterlesen

Altpapier lesen

Wer medienpolitisch auf dem Stand der Dinge sein, und sich dabei nicht von Nebensächlichkeiten erschlagen lassen will, ist bei der MDR-Altpapier-Kolumne richtig. Besonders, wenn sie, wie gestern, von René Martens ist.
Beachtenswert ausserdem eine „Medienkritik“ eines taz-Sportredakteurs. Was Markus Völker zur Corona-Berichterstattung schreibt, lese ich als Kritik an der eigenen Redaktion, in der es bekanntlich oft hoch hergeht. Weiterlesen

Wo bleibt Europas Open Technology Fund?

Edit Policy: Wir müssen viele verschiedene, langfristig angelegte Förderstrukturen für Open-Source-Technologien aufbauen, für sichere und ungefilterte Kommunikation.

Wenn die deutsche EU-Ratspräsidentschaft es mit ihrem strategischen Ziel der digitalen Souveränität ernst meint, muss sie Open-Source-Technologien finanziell fördern, die weltweit unsere Sicherheit und Freiheit schützen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob etwas „made in Germany“ ist, sondern dass die Sicherheit freier Software unabhängig überprüfbar ist und dass wir sie weiterentwickeln können, egal ob irgendwo auf der Welt ein Unternehmen schließt oder eine Regierung den Geldhahn zudreht. Weiterlesen

Länder-Liebeserklärungen

Libanon / USA
Julia Neumann lebt in und schreibt seit längerem aus Beirut/Libanon, einem Failed State. Der Staat ist weitgehend abwesend, es sei denn als Schutzpatron eines zu bereichernden Finanz- und Miliz-Oligarchen. Erstaunlich an diesem armen, potenziell reichen Land ist, wie stark sich gegenüber seiner schwachen skandalumwitterten Politik seine Zivilgesellschaft zeigt. In ihrer taz-Reportage über ein erfolgreich verhindertes Staudammprojekt gelingt es Autorin Neumann nebenbei, uns Lesenden Grundwissen über Wasserpolitik abseits verfehlter Staudamm-Megaprojekte zu vermitteln.
NYC vs. USA Weiterlesen

Physik und Politik

Realitätsblinde Realos
Unsere Republik durchzieht eine zweite Welle. Es ist nicht das Virus, das war schon da und bleibt, sondern eine zweite Panikwelle von Politik und Bürokratie. Sie sind völlig überrascht vom Einbruch des Herbstes, und der Tatsache, dass der mächtigste Mann der Welt immer noch keinen Impfstoff gegen Covid-19 erfunden hat. Und auch sonst keine*r. Wer konnte schon damit rechnen?
Heute mittag hörte ich im WDR5-Mittagsecho einen vernünftigen Arzt, der sich ähnlich wie ich über diese Panik ärgerte. Der WDR bietet leider kein Online-Archiv, in dem ich das Gespräch wiederfinde. Ist nicht schwer, der DLF kann das. Aber das WDR5-Mittagsecho soll ja sowieso abgeschafft werden.
Es gibt noch andere Quellen der Vernunft. Weiterlesen

Mediathek-Perlen & Quotenanbeter

Dänische Miniserie und Musik-TV / WDR – der Umfaller-Sender
mit Update
„Killing Mike“ wurde u.a. von FAZ und taz besprochen. Ich habe nachts mal linear reingesehen. Bei mir wurde eine Erinnerung an „Fargo“ wachgerufen, das mir den Trump-Wahlsieg 2016 ungewollt verständlicher machte, durch alle Ritzen triefte der US-amerikanische Exzeptionalismus. Letzteres kennen die die Dän*inn*en meines Wissens so nicht, sind in vielem aber nicht weniger konservativ, Weiterlesen

Klandestin

Von Günter Bannas
Letzthin schlug Angela Merkel die dringliche Einladung Donald Trumps zum G-7-Treffen nach Washington aus – „in Anbetracht der Pandemie-Gesamtlage“. Damals, wie sich nun angesichts folgenreicher Verantwortungslosigkeit des amerikanischen Präsidenten erwiesen hat, alles richtig gemacht und jetzt auch noch recht bekommen? Falsch wäre es, der Bundeskanzlerin die Auffassung von „Das geschieht ihm recht“ zu unterstellen. Weiterlesen

Derangierte Rechte

Die Rechte war noch nie eine faire Verliererin. Es gibt untrügliche Anzeichen, dass es für sie wieder abwärts geht. Das ist eine gute Nachricht. Nur wenige Medien finden es attraktiv, sie zu verbreiten. Ihr oberster Befehlshaber scheint nur noch mit verabreichten Drogen selbstständig gehen und sprechen zu können. Das macht Mobilisierung schwierig, vielleicht unmöglich. Die FAZ vermauert einen entsprechenden Bericht ihrer Korrespondentin hinter ihrer Bezahlwand, die taz lässt ihre Korrespondentin Dorothea Hahn zu uns durch, hat sie allerdings von ihrer Startseite schnell wieder verschwinden lassen. Weiterlesen

Krieg bringt Hunger bringt Krieg

Der Friedensnobelpreis 2020 geht an das Welternährungsprogramm, die größte humanitäre Organisation der Welt.
So falsch waren die Voraussagen vor der Vergabe des Friedensnobelpreises schon lange nicht mehr. Die meisten Auguren hatten die Klima­kämpfer*innen von Fridays for Future, die im Kampf gegen die Coronapandemie befindliche Weltgesundheitsorganisation oder eine*n aus der in letzter Zeit deutlich gestiegenen Anzahl verfolgter und inhaftierter Journalis*tinnen auf dem Zettel. An das Welternährungsprogramm (World Food Programme, WFP) der UNO dachte niemand. Weiterlesen

Die Rache der gequälten Tiere

bringt eine niedersächsische Ministerin zum Weinen
Kürzlich wurde berichtet, dass Orca-Wale menschliche Boote angriffen und ihre Besatzung in Lebensgefahr brachten. Realistisch und klug, wie diese Tiere offensichtlich sind, haben sie nicht die Gegner gewählt, die sie am meisten quälen, gegen die sie aber nicht gewinnen können, die grossen Containerfrachter z.B., sondern besiegbare Elemente der menschlichen Schifffahrt. Nun haben die schlauen Schweine, mit menschlicher Intelligenz weit näher verwandt, Weiterlesen

Vom Zustand der Kritik

Hier die besseren Beispiele
Georg Seesslen gehört zu den Besten deutscher Sprache. Aktuell beweist er das mit seiner Analyse der Beziehung zwischen Hollywood und Diversity. Seesslen ist nicht einfach nur Medienkritiker, sondern immer auch politischer Analyst. Kontext ist ihm nicht fremd oder zu kompliziert, sondern notwendig, um zu verstehen. Beiläufig behandelt er Grundsatzfragen wie „Grund- und Nebenwiderspruch“, Rassismus und Klassenverhältnisse gleich mit. Nur wenige können das. Weiterlesen

Stadtretter

Es ist nicht zu übersehen: das Sterben des Einzelhandels. Das war schon vor der Coronakrise zu sehen. Wie das der Gastronomien in Innenstadtlagen, soweit sie nicht zu gleichförmigen Franscheissketten gehören. Kürzlich zeigte ich einer Kölner Freundin den Remigiusplatz. Vor nicht allzuvielen Jahren war er noch vollgestellt mit Tischen und Stühlen, das pralle Leben. Heute hat nur noch das Bonngout überlebt. Das Denkmal, die soziale Skulptur des Wirtshauses Zum Bären ist schon seit vielen Jahren mit Brettern zugenagelt. Immobilienkapitalismus in Bonn.
Es brauchte erst den Bombenleger René Benko, damit Lobbyverbände und Kommunalpolitiker*innen aufwachten. Weiterlesen

Trend zur zweiten Liga

Fußball zeigt: Virus geht nicht vorbei
Diese Saison ist von einem rätselhaften Virus infiziert. Auf nichts ist mehr Verlass. Sogar der Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum benötigt wieder, wie gestern in der 93. Spielminute, Elfmetergeschenke. Zuviele Arbeitsplätze und Investitionen wären sonst bedroht. Diese alltägliche Selbstverständlichkeit täuscht nicht darüber hinweg: immer weniger funktioniert, immer mehr geht in die Hose. Weiterlesen

Der Herr Trump

von Ulrich Horn
Nun ist auch US-Präsident Trump Opfer seiner Politik geworden. Er hat das Corona-Virus heruntergespielt und zu dessen Verbreitung beigetragen. Wie viele Menschen könnten noch leben, wenn er die erforderlichen Schutzmaßnahmen gegen das Virus nicht immer wieder diskreditiert hätte? Weiterlesen

Enteiert?

Vergleichstest: Donald oder der Ossi-Mann?
Nachdem ich zunächst „Kundschafter des Friedens“ vorgezogen hatte, habe ich gestern nun endlich nach dem erfolgreich konsumierten Rheinland-Derby (dieses Mal ein gnädiges 3:1) den „Gundermann“ genossen (noch 6 Tage Mediathek). Hier zeigen sich „die Ossi-Männer“ am Beispiel sympathischer Exemplare wie Alexander Scheer (Hauptrolle) und Andreas Dresen (Regie) selbst, von ihrer schönsten, der künstlerischen Seite. Wie komm‘ ich drauf?
Greta Taubert, ein meiner Wahrnehmung – aber nicht der von Stefan Aust, ihm scheint sie entkommen zu sein – bisher entgangener heisser journalistischer Feger, Weiterlesen

Langer Lauf

Von Günter Bannas
Am Anfang war Mülheim an der Ruhr, 1994. In Bonn regierte Helmut Kohl mit der FDP. Joschka Fischer trimmte seine Partei auf SPD-Koalitionskurs. So wie Kohl mit den Grünen, wollte auch Fischer mit der CDU nichts zu tun haben. „Rot-grünes Chaos“ stand gegen „Der Alte muss weg“. Tertium non datur? Am Rande des Ruhrgebiets aber geschah Ungeheuerliches. Im Stadtrat wurde ein schwarz-grünes Bündnis geschmiedet, das erste in einer deutschen Großstadt. Weiterlesen

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