Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Radio (Seite 10 von 24)

NDR / NYT

Was glotze ich im NDR-Fernsehen? mare-TV, extra3, Zapp und gelegentlich die freitägliche Nordstory, wenn sie Hamburg behandelt. Zapp ist bereits zu drei Vierteln beseitigt. Jetzt machen sie Panorama platt, was René Martens/taz sehr bedauert. Bei mir war dieses Politmagazin im Zuge ihrer allgemeinen Entwertung durch die ARD schon aus dem Blickfeld gefallen. Allenfalls Monitor/WDR beachte ich noch. Alle Magazine leiden darunter, dass wichtigere Politiker*innen einfach nicht mehr mit ihnen sprechen. Weiterlesen

Einsamkeits-Pandemie

Zu den Kollateralschäden der Corona-Pandemie gehört die beschleunigte Ausbreitung von Einsamkeit, verbunden mit einer Unterbrechung des Erlernens von sozialem Verhalten. Das erklärte heute morgen, als Sie wahrscheinlich noch geschlummert und geträumt haben, Dr. Susanne Bücker von der Ruhruni Bochum im DLF. Das Interview (Audio 13 min) ist nicht nur hörenswert, weil das Thema mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdient.
Das Besondere ist seine inhaltliche und rhetorische Stringenz. Weiterlesen

Statt Talkshow-Trash

Nazi-Terrorismus der Gegenwart und der real existierende Rechtsstaat
Wenn Sie im Beueler Extradienst in der Schlagwortwolke “NSU” anklicken, bekommen Sie 10 Seiten lang Treffer. Viele davon verweisen auf die kontinuierliche Berichterstattung des von mir hochgeschätzten Kollegen Thomas Moser bei telepolis. Was dazu fällig wäre, kommentiert aktuell Mark Terkessidis/taz. Heute möchte ich Sie auf ein Projekt des Deutschlandfunks hinweisen, dass Sie viel Zeit kosten wird. Aber es gibt viel Zeit, die Sie wie ich mit Trash verschwenden. In diesem Fall gilt die Garantie: es ist keiner. Das Werk ist bereits online; Sie können es portionieren, wie es Ihnen passt.
Ich dokumentiere hier den Ankündigungstext des Senders: Weiterlesen

Implosion

Öffentliche Medien faulen von Innen nach Aussen – und von Oben nach Unten
Wenn die Coronapandemie irgendwas Gutes hatte, dann vielleicht die Erkenntnis, wie wertvoll öffentliche Medien sein können, solche die nicht ausschliesslich dem kapitalistschen Renditedenken unterworfen sind. Um es noch mal an dem scheinbaren Boulevard-Fall eines tragischen Opfers zu erklären: mann kann den Skandal so beschreiben wie Imre Grimm von der Madsack-Gruppe, die sich im Marketingdeutsch lieber “Redaktionsnetzwerk Deutschland” nennt. Nichts an dem, was Grimm schreibt, ist falsch. Die Produktionsverhältnisse blendet es jedoch komplett aus. Weiterlesen

Begriffswelten

Das DLF-Medienmagazin @mediasres pflegt freitags die Diskussion mit einer*einem ausgewählten Hörer*in zu einem ausgewählten Medienthema. Dazu hatte es einen baden-württembergischen Hörer geladen, der aus der CDU ausgetreten und der AfD beigetreten ist. Der war aber gar nicht der, der meinen Blutdruck erhöhte. Weiterlesen

Prantl / Evaristo / Touché

Was für ein Schreck: die ersten Sekunden bei Bewusstsein, die Augen noch gar nicht auf, und aus dem timergesteuert angesprungenen Radio tönt fast durchgehend meine Meinung und Empfindung. Wann hat es das zuletzt gegeben? Es muss die junge Bettina Böttinger gewesen sein. Sie moderierte ein Bonner Radio-Lokalfenster, das es nicht mehr gibt, auf einer WDR-Welle, die es nicht mehr gibt, einen Bonner Lokalpolitiker, den kurz danach verhafteten damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden und Stadtwerkechef in einer Person, Reiner Schreiber – und machte ihn rhetorisch lehrbuchmässig und live auf dem Sender zur Schnecke – das muss damals auch so rund um 7 Uhr herum gewesen sein. Unvergesslich, Pflichtcurriculum für eine gute Journalist*inn*enausbildung.
Heute morgen also Heribert Prantl im DLF. Weiterlesen

House Of Cards – das Original

… kommt bald wieder / Outing eingemauert / Musik öffentlich-rechtlich abgeschaltet
Grösste Freude dieses Jahres: ARTE wird ab dem 12.2. das britische Original des US-amerikanischen Streaming-Busters “House Of Cards” in seine Mediathek heben. Es ist bemerkenswert anders, nämlich wärrie brittisch. Nur Alte werden sich erinnern. Was heute undenkbar erscheint, war Anfang der 90er noch möglich: die ARD übernahm die Miniserie in ihr Hauptprogramm nach der Tagesschau um 20.15 h, unter dem damaligen verdeutschten Titel: “Um Kopf und Krone”. Es ging um nicht weniger als die Macht im Empire. Ian Richardson setzte in der diabolischen Hauptrolle Massstäbe, die – meiner persönlichen Meinung nach – später auch Weltstar Kevin Spacey nur mit Mühe erreichte. Weiterlesen

Menschenrechtsrelevantes Thema

Andrea Schültke/DLF zieht Bilanz zu sexualisierter Gewalt im Sport
Nachdem mein Freund und Kollege Helmut Lorscheid eben ein berechtigtes Loblied auf Heribert Prantl gesungen hat, möchte ich nachlegen. Andrea Schültke zog gestern kurz vor Mitternacht eine Zwischenbilanz zur begonnenen aber bisher unzureichenden Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Sport. Der Wert von Schültkes Arbeit liegt nicht nur darin, dass sie sich um das Thema kümmert, das auch. Weiterlesen

Rundfunk-Reste

Manche meinen, Radio stürbe noch schneller als lineares TV. Die Zukunft seien Podcasts. Ich bin Ü60, also ein fauler Sack. Radio hat mich sozialisiert, insbesondere was das Politische betrifft, selbstverständlich auch die Musik. Mein Erzieher war der WDR, bei dem bin ich aber ausgezogen, wie es heute üblich ist, in fortgeschrittenem Alter. Irgendwann wollen die ja sogar das ganze UKW abschalten. Ich höre immer noch Radio, mit einem Sony-Receiver, den ich Anfang der 80er Jahre für viel Geld auf Rat meines technikaffinen jüngeren Bruders bei Radio Pawlak in Essen erworben habe. Japanische Wertarbeit – das Ding läuft immer noch tadellos. Wenn die UKW plattmachen, bin ich wahrscheinlich raus. Weiterlesen

Kompass kaputt

Ist Belarus zahlungsunfähig? Und Ägypten nicht?
Die Sportredaktion des Deutschlandfunks schätze ich sehr. Sie macht noch richtigen Journalismus, im Unterschied zur sonst üblichen Produktpräsentation, die die epidemisch verbreitete Ranschmeisserei verursacht. Umso mehr stiess mir heute morgen auf, als die geschätzte Marina Schweizer zunächst diese Meldung über die Absage der Eishockey-WM in Belarus vortrug, um dann zu behaupten “aus ganz anderen Gründen” sei die Handball-WM in Ägypten umstritten (wg. Corona).
Ich muss an dieser Stelle einschieben: ich hasse es, wenn sich Politik und Medien an scheinbar “objektiven” Zahlen glauben festhalten zu müssen. Weiterlesen

Is’ das WDR? Oder kann das weg?

Ist es Ihnen heute auch passiert? Gewohnheitsmässig schaltete ich heute mittag um 13 h WDR5 an, in der Erwartung, von dort journalistische Einschätzungen zur Wahl des NRW-Ministerpräsidenten zum CDU-Vorsitzenden zu hören. Welcher Sender, wenn nicht dieser? Zu hören war jedoch ein Interview mit einem leidgeprüften Lobbyisten des Textilhandels, der jetzt auf ganzen Kollektionen sitzenbleibt, weil niemand was kaufen kann. Künstlerpech. Hatte ich nicht selbst von der WDR-Programmreform geschrieben? Achso, achja. Wir schalten um zum DLF.
Woanders is’ immer “noch schlimmer”. 😉

Barbarisierung

Das Geschwätz von “Leben und Tod”
Wenn es nicht so ernst wäre, wäre es mitleidserregend-amüsant. Es kommt derzeit in Mode, seine eigenen Argumente zu überhöhen, weil es immer “um Leben und Tod” gehe. Ist das nicht immer so? Nein, es nimmt überhand und richtet Schaden an.
Der Södermarkus will eine Impfpflicht für Pflegepersonal prüfen lassen, weil es “um Leben und Tod” gehe. Ja, klar. Wir haben ja genug Pflegepersonal, dass Impfverweigerer*innen leichthändig aussortiert werden können. Weiterlesen

Verschlafen? Oder cool geblieben?

Deutsche Medien und die Inszenierung der US-Faschos
Zwei von mir ausserordentlich geschätzte Medienjournalist*inn*en kommen zu recht unterschiedlichen Ergebnissen. Dietrich Leder/Medienkorrespondenz gibt sich bitter enttäuscht über ARD, ZDF und ihre Nebensender. Jenni Zylka/MDR-Altpapier dagegen kann auf durchwachte Nächte vor der öffentlich-rechtlichen Glotze, ähnlich wie ich, gut verzichten.
Das ZDF wird der festen Überzeugung sein, alles richtig gemacht zu haben. Es hat am Mittwoch klar “gewonnen”. Weiterlesen

Hunnenrede

Kürzlich hatte ich bemerkt, dass ich keine Lust habe, das hierzulande anhaltende Impfgezeter zu kommentieren. Das hat gestern für mich Peter Kapern/DLF getan, auf den oft Verlass ist. Er wird noch besser wissen als ich, dass sein Sender Teil des Problems ist. Insbesondere an Wochenenden lesen seine Aktuelles-Redaktionen zu viele schlechte Sonntagszeitungen, und lassen sich von denen die Agenda diktieren, reaktionäre Selbstreferentialität. Weiterlesen

WDR: Radiojournalismus stirbt

Manche hören ja immer noch traditionsbewusst zu. Ich habe mich schon vor etlichen Jahren von den WDR-Radiowellen verabschiedet. Es muss die Zeit gewesen sein, in der auf WDR3 alle Informations- und Essaybeiträge plattgemacht wurden. Nun passiert ähnliches bei WDR5. In dieser Welle war alles als Restmüll gelagert worden, was noch aus gesprochenem (und nicht nur gelabertem) Wort bestand. Diesen Resten geht es jetzt auch an den Kragen. Weiterlesen

Der Himmel stürzt auf die ARD

Wenn die ARD ihr Quotenrennpferd Tagesschau nicht mehr absenden kann, dann ist ihr der Himmel auf den Kopf gefallen. Es passierte heute um 17 h. Der erste Startversuch begann einige wenige Sekunden zu spät. Hinter Herrn Boetzkes fehlen die Bilder. Er sagt den ersten Beitrag an, doch nichts passiert. Auf seinen Kopfhörern bekommt er keine Hilfe, sondern die Ansage abzubrechen. Nach 6-7 Minuten ein erneuter Startversuch. Weiterlesen

Die Renaissance war gar nicht so

Die Lange Nacht des DLF bleibt das Nonplusultra guten Radioschaffens. Ich nenne sie immer den Mercedes unter den Radioformaten. Das heisst, Sie müssen es sich auch leisten können: drei Stunden zuhören. Wenn Sie es dann getan haben, werden Sie (meistens) feststellen: es hat sich gelohnt, das war eine gute Investition. So ging es mir heute Nacht mit Corinne Orlowskis “Die literarische Welt der italienischen Renaissance – Aufbruch ins goldene Zeitalter”. Sie können das auch tagsüber hören; oder heute Abend um 23.05 h (bis 2 h) im DLF (Kölner Programm).
Die Pointe hören Sie gleich am Anfang. Europa hat sich die Renaissance schöngesoffen, wie es das gewöhnlich mt Italien und seinem schmackhaften Wein, von Grappa ganz zu schweigen, tut. Weiterlesen

Eine andere Kultur

Österreich droht beim Impfen ein Desaster
Sie sprechen zwar eine ähnliche Sprache. Und dem kulinarischen Zweig ihrer Kultur (Schnitzel, Mehlspeisen, Wein, Caféhaus) bin ich ebenso zugeneigt, wie der Neigung zu witzigem Sarkasmus (sehen Sie die Filme von David Schalko; der letzte Wien-Tatort war von ihm produziert). Mein Lieblings-Österreicher Adalbert Krims ist ein leibhaftiger Klerikalmarxist – das ist an sich schon eine Kunst von Menschwerdung, die ihren Ausdruck in einem Standardwerk über den Woytila-Papst fand. Als Deutsche fürchten wir, dass die total anders sind, und heimlich uns ähnlicher, als wir albträumen. Gechichte, hätte Kohl gesagt.
Heute morgen hörte ich also, dass nur 15-20% des Pflegepersonals in Österreich, Weiterlesen

Aufhören können

Rolf Bringmann, Randi Crott
Anlässlich des Endes der WDR-Mitternachtsspitzen, bzw. deren alter Mannschaft, verirrte ich mich gestern zu einem langen Gespräch, das der WDR mit seinem ehemaligen Redakteur und langjährigen Verantwortlichen für die Mitternachtsspitzen, Rolf Bringmann führte. Ich hatte Bringmann selbst in meiner Rundfunkratszeit (1997-2003) mal persönlich getroffen und kennen gelernt. Es war ein sehr informatives und angenehmes Gespräch, ganz wie auch dieses, das in der WDR-Mediathek vorgehalten wird.
Es ist Teil einer längeren Reihe, die der Sender linear in der Nacht verklappt hat. Weiterlesen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Beueler-Extradienst | Impressum | Datenschutz

Theme von Anders NorénHoch ↑