Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DLF (Seite 25 von 43)

Hat das IOC die Grünen schon im Sack?

Bei den nächsten Wahlterminen ist eine Vermehrung grüner Regierungsbeteiligungen zu erwarten. Exekutive Fähigkeiten, die Führung komplexer Verwaltungsapparate, werden plötzlich Leuten abverlangt, die bisher nur darin geübt sind, darüber zu meckern. Learning by doing? Wie wird das ausgehen? Die immer recht gut auf sportpolitischer Ballhöhe arbeitende Sportredaktion des Deutschlandfunks versucht gegenwärtig, darüber mehr herauszufinden. Weiterlesen

Horrororkan oder Wind – Wetter oder Klima?

Als ich gestern meine Fusswege in Beuel abging, überwiegend gut begrünt, park- aber nicht waldähnlich, war ich erstaunt, dass ich keinen einzigen abgerissenen Ast vorfand. Angesichts meines mässigen Nachtschlafs bei offenem Fenster mit entsprechendem Sturmgelärme, hätte ich damit gerechnet. In meiner Zeit bei der Grünen Ratsfraktion (2006-2016) habe ich mich viel über das Amt für Stadtgrün, vor allem seine Führung geärgert. Aber siehe, nicht alles ist schlecht. Weiterlesen

Wassersäcke / Polanski / Lanz / U20-Stars

Holländische Wassersäcke sehen gut aus und schmecken nach Nix. Im Einzelhandel werden sie unter der Bezeichnung “Tomaten” vertrieben. Es ist wohl nicht das flache Land oder die salzhaltige Luft schuld. It’s the economy, stupid! DLF-Korrespondentin Kerstin Schweighöfer machte heute morgen darauf aufmerksam (Audio, 6 Min.), was ich auch nicht wusste: die Niederlande seien der weltweite grösste Landwirtschafts-Exporteur nach den USA. Wenn Sie nach Tomaten suchen, die nach was schmecken: versuchen Sie mal die hier.
Roman Polanski, schon in den 70er Jahren als Kindervergewaltiger aktiv, hat wieder einen guten Film abgeliefert. Weiterlesen

Der Bus fährt zweimal – pro Woche

Wir in Beuel haben das “Dorf in der Stadt”, Traum aller Stadtplaner*innen. Und treffen uns in spontanen Bürgerinitiativen, die Häuserfassaden retten wollen – jede*r wie sie*er will, sage ich dazu. Der Bus fährt sechsmal, in der Stunde. Wie anders in Brandenburg, das ist die Einöde rund um Berlin. Hier lässt sich studieren, was aus einer Ökonomie unten rauskommt, die von Amazon bis alnatura auf Bekämpfung und Zerstörung von Solidarität, und die Delegation von Selbstoptimierung auf das Individuum ausgerichtet ist: Altersarmut, Einsamkeit und tote Dörfer. Gute Arbeit von Vanja Budde, DLF-Landeskorrespondentin in Brandenburg, heute im DLF-Wochenendjournal.

Härteste Medienkritik

Nele Günther liest Anstalten und Verlagen die Leviten
Frau Günther ist Studentin an der Hochschule der Medien in Stuttgart. In einer DLF-Diskussion “Wie dem Journalismus das Personal ausgeht” setzte sie gestern Abend die Höhepunkte: mit ihrem unbarmherzig realistischen Bericht aus der Praxis einer nichtangestellten “freien” Mitarbeiterin, die sich in der Hierarchie von Lokalredaktionen immer ganz hinten anstellen musste. Dieser Bericht stellte den aktuellen Ruin deutscher Medien sachgerecht aus. Weiterlesen

“Relaunches” sind eine Pest

Nichts hasse ich mehr, als die “Relaunches” von Medienprodukten, deren regelmässiger Nutzer ich bin. Produkte, von deren Qualität ich doch sowieso schon überzeugt bin, müssen nicht überarbeitet, sondern erhalten werden. OK, die Macher*innen meinen, ihr Produkt solle auch noch leben, wenn Leute wie ich ausgestorben sind. Darum basteln sie ständig daran rum und verändern alles in Richtungen, die sie für modern und hip halten.
Vor ein paar Wochen hat der Spiegel einen maximalen Wind darum gemacht, Weiterlesen

Keine gemeinsame Weltsicht

Libyen-Konferenz / Indien / 1,5 Mio. Bienen
Ging es um Libyen? Oder Berlin und seine Bundesregierung? Bei der machtvoll-aufwendigen Inszenierung der Berliner-Libyen-Konferenz – wurden die Staatsgrenzen damals nicht auch mit Berliner Linealen gezogen? ist diese Parallelität der Formen inszenatorische Absicht? – ist das nicht wirklich durchgehend klargeworden. Die meisten inländischen Berichterstatter*inn*en funktionierten und transportierten brav den Regierungsspin. ich empfehle dieses 7-Minuten-Gespräch im DLF (Audiodatei) mit dem ehemaligen Afrika-Korrespondenten Alexander Göbel; brav in der Ausdrucksweise, aber immerhin komplett und realistisch in der Problemsicht.
Berlin ist nicht der Nabel der Welt. Der ist heute in Asien, Weiterlesen

Mückenstiche, bisweilen tödlich

Das Bild von den Mückenstichen ist von Alice Hasters. Selten habe ich einen Text von solch gedanklicher Klarheit und ebensolcher Formulierung gelesen. Die Tagesschau ist für solche Mitarbeiterinnen zu beglückwünschen. Hasters’ Text ist frei von Larmoyanz und Opfer-Gejammere. Dabei ist es objektiv so: wenn ein*e Schwarze*r hierzulande zur falschen Zeit am falschen Ort ist, kann das tödlich sein. Es wird “No-Go-Area” genannt. Weiterlesen

Was ist Mainstreaming?

Die von mir wertgeschätzte DLF-Mitarbeiterin und -Moderatorin Andrea Gerk hat soeben den Bestseller von Lisa Taddeo: „Three Women – Drei Frauen“ verrissen. Ich habe das Buch nicht gelesen, werde es auch gewiss nicht kaufen. Insofern Dank an Frau Gerk für den sachdienlichen Hinweis. Dennoch sitzt Frau Gerk einem Denkfehler auf, den ich bei sehr gut mit mir befreundeten Feministinnen immer wieder feststelle: in ihrem Denken (und politischen Handeln) setzen sie voraus, Weiterlesen

Was ist los im DLF?

Schon wieder eine Programmänderung bei einem brisanten Feature. Vorgestern Abend war “Mafia? – Bei uns doch nicht! – Der Siegeszug der ‘Ndrangheta im Norden” von Bernhard Pfletschinger angekündigt. Auch von diesem Autor habe ich schon einiges Gutes gehört. Sein Feature flog aus dem Programm zugunsten einer Wiederholung aus dem Vorjahr zum Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia. Nicht, dass das unwichtig wäre, es wurde ja auch bereits gesendet, und mittlerweile sind die politischen Ereignisse über ein Jahr fortgeschritten.
Ähnlich wie beim Red Bull-Konzern ist auch bei ‘Ndrangheta-Konzern einige Brisanz im Stoff, Weiterlesen

DLF – Angst vor dem Ösi-Bullen?

Ein kleines unbemerktes Detail. Im DLF-Kultur gibt es jeden Sonntag um 18 Uhr ein Sport-Feature unter dem Titel “Nachspiel”. Echter Sportjournalismus, wie er in der Glotze bereits weitgehend ausgestorben ist. Dort war für gestern ein Beitrag von Günter Herkel “Red Bull – Sportmarketing der Extreme” angekündigt. Hmm, dachte ich: erfreulich, dass sich der Sender auf diese Weise mit dem mutmasslich nächsten deutschen Fußballmeister anlegen will. Zu früh gefreut. Weiterlesen

Aktualisierung emanzipatorischer Strategien

An diesem Wochenende erhielt ich von Extradienst-Gastautor Dieter Bott ein schönes Neujahrsgeschenk. Er schickte mir einen Text, leider in hektographierter Form, zu lang zum Abschreiben, von 1999. Rot-Grün hatte ein Jahr zuvor die Bundesregierung gegen den ewigen Kanzler Helmut Kohl erobert, und war sogleich gegen die serbischen Reste Jugoslawiens in den Krieg gezogen. Bott besuchte damals einen Jubiläumskongress des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, der angeführt von Ex-Chef Jürgen Habermas, sich böse verrenkte bei seinen Rechtfertigungsversuchen für die so junge, hoffnungsvolle neue Regierung. Dieter dagegen war enttäuscht und verbittert, und verteidigte in seinem heute noch lesenswerter gewordenen Text seinen Lehrer Weiterlesen

Friedhof oder Pakistan

Faschismus in Indien / Spaniens Kriegsverbrechen / Lieber Stadt als Forst / Schwarz in der Schweiz
Arundhati Roy ist für mich ein ikonenhaftes Muster einer schönen Frau. Zu so unreflektierten Urteilen komme ich in der Regel aus grosser Distanz – ein Medienbild. “Der Gott der kleinen Dinge” hat sie reich gemacht. Ich habs gelesen. Sie nicht? Holen Sies nach. Danach hat sie mich regelmässig mit ihren politischen Essays mitgerissen. Bei gleichem Inhalt von anderen Autor*inn*en hätte ich sie nach wenigen Leseminuten als hilflose Jammerei beiseite gelegt. Weiterlesen

Diskursverschiebung

Als Bürger, Wähler und Grünes Parteimitglied habe ich hier schon mehrmals Kritik an der Grünen Parteispitze geäussert. Nie in Zweifel gezogen habe ich ihre handwerkliche Professionalität in der Öffentlichkeitsarbeit. Das hat Robert Habeck mit seiner erforderlichen, und gelungenen Initiative zur Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge (im Original nur hinter FAS-Paywall) am Wochenende bestätigt. Alle haben berechenbar auf ihn reagiert, und der Sache damit das ihr gebührende Gewicht gegeben. Weiterlesen

Alternativen zum “Tatort”

Jüngst reagierte ich etwas unverwandt, als DLF-Glossenautor Arno Orzessek, der allenfalls so viel jünger als ich ist, wie meine Geschwister, als der mein Alter als “blaue Stunde des Lebens” bezeichnete. Erst vor kurzem hat ein guter Freund hier in Bonn eine Galerie dieses Namens eröffnet, in der es übrigens auch lecker Essen und Wein geben soll (Dorotheenstr. 37, ab 16.30 h, Homepage keine gefunden). Aus diesem Anlass wurde mir bereits erklärt, Weiterlesen

Am Krankenbett

Der oxiblog versucht einen halbwegs rationalen Überblick zur Analyse der Wahlniederlage der Labour Party. Von deren Stimmanteilen kann die SPD nur noch träumen. Setzt sie neue Geschwindigkeitsrekorde? Während Ulrich Horn sich gewohnt unbarmherzig mit ihr befasst, wie er es als guter Journalist gelernt hat, wollte ich zunächst gar nicht glauben, es fällt mir immer noch schwer, was nicht nur Roland Appel sondern auch der hochgeschätzte Heribert Prantl in der SPD noch an politischen Potenzialen sehen wollen. Weiterlesen

Digitalismus – ist es Keuchhusten? Ist es Grippe?

Wie schlimm ist es? Arno Kleinebeckel/telepolis berichtet über mehrere aktuelle Gesundheitsuntersuchungen und neue Krankheitsdefinitionen, allesamt Symptome dafür, dass die grosse Mehrheit für sich noch keine tauglichen Alltags-Kultur-Instrumente gefunden hat, mit denen sie den neoliberal-digitalisierten Kapitalismus halbwegs schadlos überstehen kann. Im Gegenteil: der individualisierte Druck auf sich selbst droht in ausweglose Sackgassen zu führen.
Es wäre Aufgabe der demokratischen Politik, Auswege aus diesen Sackgassen freizukämpfen. Von alleine bewegt sich da nichts. Weiterlesen

Cliffhanger im Essay

Miniserien sollen in der Glotze z.Z. der heisse Scheiss sein. Sie lassen sich gut Bingewatchen. Wenn das nur auch den öffentlich-rechtlichen Sendern auffallen würde. Sie müssten sie dann nicht als Einzelfolge, sondern als komplette Staffel in ihren Mediatheken anbieten. Aber das begreifen sie sicher erst im nächsten Jahrzehnt. Oder … ääh … doch erst Jahrhundert?
Nehmen wir Matthias Greffraths “Saisonschluss” im Deutschlandfunk, Weiterlesen

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